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Aufruf

Demonstration gegen das neue Polizeiaufgabengesetz

Am Freitag, den 04. Mai 2018 findet in Augsburg eine Demonstration gegen die geplanten Änderungen im Bayerischen Polizeiaufgabengesetz statt

Kritiker werfen dem neuen Gesetz vor, dass es einen massiven Eingriff in die bürgerlichen Freiheitsrechte beinhalte. Läge künftig nach Polizeidefinition  „drohende Gefahr“ vor, dürfte die Polizei in Bayern eine Reihe von Maßnahmen unternehmen, die bisher nicht erlaubt waren: Das Abfangen von Post, die Benutzung von Gesichtserkennungssoftware bei der Überwachung von gefährdeten Orten wie zum Beispiel Bahnhöfen oder auf Volksfesten, die Analyse von DNA-Spuren zu Fahndungszwecken. Der bayerische Innenminister Joachim Hermann versteht die ganze Aufregung nicht: Der Freistaat habe schon heute das „effektivste Polizeirecht in ganz Deutschland“. Das neue Polizeigesetz, das die CSU im Mai im Landtag verabschieden will, werde noch effektiver im Kampf gegen Kriminelle und Terroristen sein, so Hermann.

Grüne reichen Verfassungsklage ein

Anders sieht es die Opposition im Bayerischen Landtag: Eine so umfassende Eingriffs- und Kontrollbefugnis in die Lebensweise und Privatsphäre habe keine deutsche Behörde seit 1945 besessen, so schreibt ein von der Landtagsopposition beauftragter Gutachter. Das neue Gesetz wird es der bayerischen Polizei erlauben, tief in die Grundrechte der Bürger einzugreifen, und zwar lange bevor eine konkrete Gefahr bestehe. Die Grüne Landtagsfraktion hat deshalb eine Verfassungsklage  eingereicht. Sie bewertet den verwendeten Begriff der „drohenden Gefahr“ für verfassungswidrig.

Zur Teilnahme rufen auf: die Jusos in der SPD, Linksjugend Solid, Grüne Jugend, Verdi-Jugend, Augsburger Flüchtlingsrat, attac Augsburg, SDAJ, Junge GEW, Ganze Bäckerei sowie die Juso-Hochschulgruppe. Startpunkt ist der Moritzplatz um 18 Uhr.



Dietmayer verlässt Erdgas Schwaben

Die Personalentscheidung, die Erdgas Schwaben am heutigen Donnerstag vermeldete, schlug wie ein Blitz aus heiterem Himmel ein: Erdgas-Schwaben-Geschäftführer Klaus-Peter Dietmayer verlässt mit sofortiger Wirkung das Unternehmen.

Erdgas Schwaben gab als klassische Trennungsformel „unterschiedliche Auffassungen über die künftige Ausrichtung des Unternehmens“ vor. Die Erdgas-Schwaben-Gesellschafter und Klaus-Peter Dietmayer hätten sich deshalb darauf verständigt, getrennte Wege zu gehen, wie es heißt. Über die tatsächlichen Hintergründe der krachenden Personalentscheidung konnte die DAZ am heutigen Donnerstag nichts in Erfahrung bringen.

Die Personalie Dietmayer beinhaltet einen bedeutsamen politischen Aspekt: Erdgas Schwaben besteht zu großen Besitzanteilen aus den Stadtwerken Augsburg und der Thüga Aktiengesellschaft, ein Zusammenschluss von Stadtwerken. Dietmayer war von 2014 bis 2015 zeitgleich Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg, da Erdgas Schwaben und die Energiesparte der Stadtwerke fusionieren wollten. Ein Bürgerentscheid stoppte dieses Vorhaben.

Vorübergehend wird Markus Last die Geschäftsführung von Erdgas Schwaben leiten. —

Foto: swa-Geschäftsführer Walter Casazza, Klaus-Peter Dietmayer, OB Kurt Gribl (v.l.) (c) DAZ-Archiv



FCA:

Marwin Hitz wechselt nach Dortmund

Marwin Hitz wird den FCA zum Saisonende Richtung Dortmund verlassen. Bei den Borussen könnte Hitz den nicht immer souveränen Roman Bürki ersetzen. Der FC Augsburg muss deshalb mit einem großen Fragezeichen in die nächste Bundesligasaison gehen: Sind Andreas Luthe oder Fabian Giefer bundesligatauglich?

Es war keine große Überaschung, als auf der heutigen Pressekonferenz FCA-Trainer Manuel Baum bekannt gab, dass Marwin Hitz nicht in Augsburg bleiben werde. Hitz hatte den FCA kurz davor in Kenntnis gesetzt. Fragen zu seiner sportlichen Zukunft beantwortete der 30-jährige Schweizer Nationaltorhüter stets zurückhaltend. Von einer Vertragsverlängerung beim FCA wollte der überragende Torhüter des FCA nicht viel wissen und so ging man in Augsburg ohnehin davon aus, dass Hitz nicht zu halten sei, weshalb man sich neben Luthe noch mit Giefer einen dritten Torhüter mit Bundesligapotential geleistet hat. „Es trifft mich nicht aus heiterem Himmel. Wir konnten uns über einen längeren Zeitraum darauf vorbereiten, dann kann man anders damit umgehen. Es ist schade, dass Marwin geht. Aber wir sind auch nächstes Jahr auf der Torhüterposition gut besetzt“, so FCA-Trainer Manuel Baum.

Mit Andreas Luthe (31, Vertrag bis 2020) und Fabian Giefer (27, bis 2021) hat der FCA zwei Torhüter im Kader, die in der kommenden Saison beweisen müssen, was Hitz längst unter Beweis gestellt hat: Erstklassigkeit. „Ab heute hat es hohe Priorität, dass wir auf der Torwartposition wieder mindestens dreifach gut aufgestellt sind“, so Baum. Offen ist die Zukunft der bisherigen Nummer 4, Ioannis Gelios (26), dessen Vertrag ebenfalls ausläuft. Ihn würde der FCA gerne behalten, doch Gelios hat wohl anderes vor, als die Nummer 3 beim FCA zu sein. Sein Verbleib ist demnach offen. Fest steht jedenfalls, dass Hitz am Samstag sein Abschiedsspiel vor eigenem Publikum bekommt. „Er wird gegen Schalke definitiv spielen“, so Baum.

Ungewiss ist dagegen der Einsatz von Michael Gregoritsch. Der Augsburger Torjäger hat Adduktorenprobleme und konnte am heutigen Donnerstag nicht vollständig am Trainingsbetrieb teilnehmen. Definitv fehlen wir Marcel Heller. Das DFB-Sportgericht stufte sein Foul in Berlin als Tätlichkeit ein und sperrte ihn für drei Ligaspiele. — Foto: Marwin Hitz (c) DAZ



Lange Nacht der Wissenschaft: Student für eine Nacht

Universität, Hochschule und Stadt sind am Samstag, 5. Mai Kooperationspartner bei der Langen Nacht der Wissenschaft im Rathaus

Das Augsburger Rathaus wird am Samstag, 5. Mai, zum Campus: Universität, Hochschule und Stadt laden alle Interessierten erstmals von 18:30 Uhr bis 23:00 Uhr zur Langen Nacht der Wissenschaft. Professoren, Forscher und Studierende der Augsburger Hochschulen präsentieren in dieser Zeit ihren Forschungsalltag spannend und verständlich in 21 Vorführungen und Präsentationen sowie 18 Vorträgen. Die Themen reichen von Technik über Geschichte bis hin zu Politik und Psychologie. Zur Einstimmung gibt es nach der offiziellen Eröffnung um 19 Uhr einen Science Slam im Großen Sitzungssaal, moderiert von Horst Thieme.

„Die Forschung kommt mitten in das Herz der Universitätsstadt Augsburg. Und das Schöne ist: Wirklich jeder kann sich informieren, stauen und mitmachen. Am Samstag kann jeder für eine Nacht Student sein“, so Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl zu der erstmals stattfindenden Veranstaltung.

Professor Dr. Wolfgang Reif, Vizepräsident der Universität Augsburg, nennt folgende Aspekte, welche für die Universität wichtig sind: „Eine der zentralen Aufgaben der Universität ist die Forschung. Hier haben wir das Privileg, Abenteurer und Pioniere zu sein. Wie spannend dies sein kann, wollen wir den Besucherinnen und Besuchern am Samstag zeigen. Wissenschaft kann zudem Antworten auf die globalen Fragen und Entwicklungen unserer Zeit geben, beispielsweise im Bereich Digitalisierung, Umwelt oder Gesundheit. Nicht zuletzt finden auch die Unternehmen der Region bei der Langen Nacht der Wissenschaft Anregungen, ob sich die Hochschulen im Sinne des Technologietransfers für sie als Partner am Standort Augsburg anbieten.“

„Angewandte Forschung mit hoher Relevanz für Wirtschaft und Industrie – darauf legen wir als Hochschule Augsburg besonderen Wert. Diese Praxisnähe integrieren wir in unsere Lehre. In zahlreichen Projekten zeigen unsere Studierenden und Lehrenden hohes gesellschaftliches Engagement und entwickeln beispielsweise elektronische Geräte für Menschen mit Handicap. Bei der Langen Nacht der Wissenschaft legen wir den Fokus auf diese Aspekte unserer Arbeit und freuen uns, mit den Besucherinnen und Besuchern in den Dialog zu treten“, so Professor Dr. Gordon Thomas Rohrmair, Präsident der Hochschule Augsburg. — Foto: Augsburger Rathaus (c) Regio Augsburg

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