Wendejahre
Maximilian I.
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Jeanne Gies & Friends im Sensemble

In ihrer Wahlheimat New York tritt Sängerin Jeanne Gies regelmäßig mit Größen der dortigen Jazzszene auf, am Donnerstag, 3. Mai um 20.30 Uhr ist sie im Sensemble Theater zu Gast.

Ihre volle, ausdrucksstarke Stimme und unverwechselbare Phrasierung finden beim Publikum und Kritikern gleichermaßen Anklang. Sie trifft an diesem Abend auf Dietmar Liehr, der sich einen Namen als Jazzgitarrist mit einer Vorliebe für kleine Besetzungen gemacht hat. Über Jahre hinweg haben die beiden ein gemeinsames Repertoire erarbeitet: von Jazzstandards über Material, das eher aus der Popmusik bekannt ist, bis hin zu Eigenkompositionen von Gies.

Das Bassfundament wird an diesem Abend von Jeannes Landsmann Gary Todd gelegt. Die Liste der Musiker und Interpreten, mit denen er zusammenarbeitete, liest sich wie ein Who-Is-Who der Jazz- und Unterhaltungsmusik mit Namen von Stan Kenton bis hin zu Katja Ebstein.

Jeanne Gies & Friends. Foto (c) Stefan Rehbinder



Leitartikel

Augsburger Wassertage

Die schönsten Seiten des welterbewürdigen Augsburger Wassers: Am Sonntag, 6. Mai, beginnen die von der Regio Augsburg Tourismus GmbH zum sechsten Mal seit 2013 organisierten „Augsburger Wassertage“. Termin ist jeweils der erste Sonntag der Monate Mai bis Oktober.


Die Bewerbung der Stadt Augsburg um die Aufnahme ihrer historischen Wasserwirtschaft in die Liste des UNESCO-Welterbes geht in den kommenden Wochen in die entscheidende Phase. Bei der UNESCO wird im Vorfeld des Votums pro oder kontra Augsburg durchaus darauf geachtet, wie aufgeschlossen die Stadtgesellschaft dem Bewerbungsverfahren gegenübersteht und wie sehr sie sich für das Thema der Bewerbung – offizieller Titel „Das Augsburger Wassermanagement-System“ – interessieren lässt. Im Begleitprogramm der Bewerbung zu Wasserbau und Wasserkraftnutzung, Trinkwasser und Brunnenkunst findet deshalb ab 15. Juni die große Sonderausstellung „WASSER KUNST AUGSBURG – Die Reichsstadt in ihrem Element“ der Kunstsammlungen und Museen Augsburg im Maximilianmuseum statt.

Das zentrale Denkmal ist das Wasserwerk am Roten Tor

Die „Augsburger Wassertage“ führen nicht nur in Museen, sondern vor allem in die historischen Wasserwerke und Wasserkraftwerke, zu den Kanälen und zu den drei Monumentalbrunnen. Das zentrale Denkmal bei den Führungen, Besichtigungen, Aktionen und Vorträgen der „Wassertage“ ist das Wasserwerk am Roten Tor, ein europaweit einzigartiges Wasserwerksensemble. Bei der jährlichen Veranstaltungsreihe der „Augsburger Wassertage“ können der Große und der Kleine Wasserturm bei Führungen auch innen besichtigt werden. An diesen Tagen präsentiert sich dort das Bewerbungsbüro UNESCO-Welterbe der Stadt Augsburg mit einem Infostand. Außerdem öffnen weitere Denkmäler der Wasserwirtschaft – wie das historische Wasserwerk der Stadtwerke Augsburg am Hochablass – ihre Pforten für Besucher. Je eine Radtour für Erwachsene führt am ersten Wassertage-Sonntag im Mai durch das Textilviertel und zu den Bächen und Kanälen im Stadtwald Augsburg.

Der Landkreis Augsburg ist am Programm aller sechs „Augsburger Wassertage“ durch das Lechmuseum Bayern im Wasserkraftwerk der Lechwerke in Langweid sowie durch das Klostermühlenmuseum in Thierhaupten beteiligt. Vorträge, weitere geführte Radtouren und auch Freilichttheaterinszenierungen des „Jungen Theaters Augsburg“ ergänzen das Programm 2018 rund ums Wasser.

Vortrag zur Philosophie des Wassers

Die Porgrammbroschüre der Regio Augsburg wirbt auch für die Sonderausstellung der Kunstsammlungen und Museen „WASSER KUNST AUGSBURG – Die Reichsstadt in ihrem Element“ (15. Juni bis 30. September im Maximilianmuseum Augsburg) und für deren Vermittlungsprogramme, Veranstaltungen und Aktivitäten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Bereits am 29. Mai beginnt zudem eine Sonderausstellung im „Römerlager“ in der Toskanischen Säulenhalle des Zeughauses, die sich mit den Relikten der in Augsburg ergrabenen römischen Schiffslände am Lech auseinandersetzt. Zudem enthält das Programm die Termine der Vortragsreihe des UNESCO-Bewerbungsbüros der Stadt Augsburg. Der nächste Vortrag findet am 8. Mai (18.30 Uhr) im Augsburger Zeughaus statt: Dr. Jens Soentgen, Wissenschaftlicher Leiter des Wissenschaftszentrums Umwelt der Universität Augsburg, referiert zur Philosophie und Chemie des Wassers,.

Die Programmbroschüre „Augsburger Wassertage 2018. Wasserwerke, Wasserkraft, Wasserkraftwerke – Welterbe?“ ist ab sofort bei der Tourist-Information der Regio Augsburg Tourismus GmbH am Rathausplatz erhältlich. Zu beiden Ausstellungen der Kunstsammlungen und Museen Augsburg informiert www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de. —- Foto: Wassertürme am Roten Tor (c) Kleeblatt-Film

Programm Augsburger Wassertage am Sonntag, 6. Mai 2018 (Wasserwerk am Roten Tor, Großer und Kleiner Wasserturm) 10 bis 16 Uhr: durchgängig Wasserturmführungen.  14 und 15 Uhr: Kurzvortrag „Das Element Wasser in der bildenden Kunst – die Augsburger Prachtbrunnen“
Eintritt inkl. Programm: 3 Euro für Erwachsene /Kinder bis 16 Jahre 1 Euro /Kinder bis 6 Jahre frei



Rekordergebnisse beim Tourismus in Augsburg

Dass das Tourismusziel Augsburg auch 2017 neue Rekorde bei den Gästeankünften und Übernachtungen erreichte, ist für Tourismusdirektor Götz Beck im nunmehr 20. Jahr seiner Arbeit für die Regio Augsburg Tourismus GmbH ein gern mitgenommenes „Jubiläumsgeschenk“. Erstmals wurden mehr als 450.000 Ankünfte von Übernachtungsgästen registriert, die Marke von 800.000 Übernachtungen wurde nur hauchdünn verfehlt. Der Augsburg-Tourismus nimmt damit insbesondere bei der Steigerung der Übernachtungszahlen auch im boomenden Bayern-Tourismus einen der vordersten Plätze ein.

2017 stieg die Zahl der Gästeankünfte in Augsburg um 4,5 Prozent – also um knapp 20.000 zusätzliche Ankünfte von Übernachtungsgästen. Mit einem Plus von 4,6 Prozent bei den Übernachtungen hat die Fuggerstadt sogar eine der bayernweit höchsten Zuwachsraten: Rund 35.000 Übernachtungen mehr als im Vorjahr wurden registriert. Dass solche Zuwächse im Bayern-Tourismus ein Naturgesetz seien, widerlegt ein Blick auf die jüngsten Zahlen des Bayerischen Landamtes für Statistik: Nicht wenige Tourismusregionen wiesen 2017 bei den Ankünften oder Übernachtungen beziehungsweise in beiden Rubriken Minuszahlen oder stagnierende Entwicklungen auf.

Analysiert werden solche Zahlen für den Geschäftsbericht, den die Regio Augsburg Tourismus GmbH derzeit erstellt. „Speziell in Verbindung mit der Entwicklung bei ausländischen Gästen können wir ziemlich exakt festmachen, was zu den Steigerungsraten von 2017 beigetragen hat“, erläutert Tourismusdirektor Götz Beck. Dabei hilft ein Blick in weitere Statistiken. Sie zeigen, dass Augsburg bei ausländischen Gästen überproportional gepunktet hat. Während das Statistische Bundesamt für 2017 bei den Übernachtungen ausländischer Gäste deutschlandweit einen Zuwachs von 3,6 Prozent ermittelte, liegt Augsburg (fast ein Viertel der Hotelgäste reiste aus dem Ausland an) mit einem Plus von 7,7 Prozent um mehr als 100 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Insbesondere mit Blick auf die „Rückkehr“ der Touristen aus den USA nach Deutschland, die bundesweit ein Plus von 8,8 Prozent verursachten, wagt Tourismusdirektor Beck eine Aussage über die Gründe der letztjährigen Zuwächse im Augsburg-Tourismus. Denn in Augsburg, wo sich Gäste aus den Vereinigten Staaten (wie anderswo in Europa auch) drei Jahre lang eher rar gemacht hatten, checkten sogar 28,2 Prozent mehr US-Amerikaner in den Hotels ein als noch 2016. Beck: „Der starke Anstieg von Besuchern aus den protestantisch dominierten USA ist ein Indiz dafür, dass das Luther-Gedenkjahr 2017 als Sondereffekt spürbar zu den Augsburger Wachstumszahlen beigetragen hat.“ In das Reformationsjubiläum habe die Regio, so der Tourismusdirektor, „ziemlich viel Arbeit“ investiert – beginnend bei den Kooperationen mit Tourismusverbänden, endend bei auf das Lutherjahr zugeschnittenen Publikationen.

Dass das Reformationsgedenkjahr 2017 Impulse gab, konnte auch Bettina Böhmer-Lamey, Pfarrerin im Evangelischen Forum Annahof, beobachten: „Der Stadtspaziergang durch Augsburg zu Schauplätzen evangelischer Geschichte, von evangelischen Theologinnen und Theologen geführt, hat sich großer Nachfrage erfreut. Das Museum Lutherstiege wurde noch gezielter sowohl von Touristen als auch von Einheimischen und Schulklassen aufgesucht. In St. Anna wurden 2017 immerhin rund 400 Kirchenführungen registriert.“

Die relativ hohen Augsburger Zuwächse dürften 2017 durch die internationale Messe Interlift sowie durch die Americana verstärkt worden sein. Anders als die Messen für die Lifte und das Westernreiten wird Luther in Augsburg 2018 erneut ein Thema sein. Denn Luthers Verhör in den Fuggerhäusern im Oktober 1518 war sein einziges offizielles Aufeinandertreffen mit der römischen Amtskirche: Es gilt als eine „Sternstunde“ der Reformationsgeschichte. Daran erinnert das Pop-Oratorium „Luther. Das Projekt der tausend Stimmen“ am 1. November in Kongress am Park. Die musikalische Gesamtleitung hat der Augsburger Pop-Kantor Hans-Georg Stapf, Veranstalter ist die Stiftung Creative Kirche in Kooperation mit dem Evangelisch-Lutherischen Dekanat Augsburg.

Und auch die Tourismuseinrichtung vertraut 2018 noch einmal auf die Zugkraft Martin Luthers. Tourismusdirektor Götz Beck: „Wir setzen unsere Stadtführungen zu den Schauplätzen der Reformation in Augsburg fort. Auch im Fugger und Welser Erlebnismuseum werden wir mit Inhalten und Aktionen erneut das Spannungsfeld Luther – Fugger thematisieren.“  — Foto: Augsburger Rathausplatz (c) Christian Menkel



Grandhotel meets Stadttheater

In Kooperation mit dem Grandhotel Cosmopolis und dem Theater Augsburg finden vom 4. – 6. Mai 2018 im Rahmen von „Plan A“ drei Veranstaltungen statt

4. Mai 2018 (20.00 Uhr) hoffmannkeller: Musikinstallation mit ALM (Automatische Loop Maschine)


Musiker aus dem Umfeld des Grandhotel Cosmopolis und Mitglieder des Theater Augsburg improvisieren im hoffmannkeller an der ALM (Automatische Loop Maschine) und verweben dabei Textbausteine mit Sounds zu einer Performance. Die ALM ist ein erweitertes Multi Track Loop Pedal, an dem mehrere Personen gleichzeitig Loops einspielen können. Es stehen vier im Raum verteilte Stationen mit Mikrofonen und diversen Mini-Instrumenten zur Verfügung. Gerne dürfen mitgebrachte Klangerzeuger benutzt werden. Die erste freie Aufnahme bildet das Grundraster für alle weiteren Tonschleifen – so lange, bis das ganze Gebilde von einem der Teilnehmer gelöscht wird. Dann beginnt das Looping wieder von vorn. Im Anschluss kann sich wer Lust hat selbst an der »Automatischen Loop Maschine« probieren. Parallel zur ALM findet im Barbereich des hoffmannkeller ein Live-Painting statt.

5. Mai 2018 (20.00 Uhr) hoffmannkeller: Konzert mit „Darifar“

Mit einer Lesung zu persischer Lyrik stimmen Ensemblemitglieder des Theater Augsburg ab 20 Uhr in den Abend ein. Zusammen begeben sich Farhad Sidiqi (vocals & lyrics), Riccardo Ferrara (guitar & compositions), Girisha Fernando (bass & compositions), Lilijan Waworka (keys) und Kilian Bühler (drums) als „Darifar“ anschließend auf die Suche nach einem gemeinsamen neuen Sound. Afghanischer Gesang trifft auf nordafrikanisch inspirierte Grooves, klirrende E-Gitarren und zeitgenössische Sounds und Riffs.

6. Mai 2018 (20.00 Uhr) Grandhotel Cosmopolis: Konzert mit „Say Sue Me“

Say Sue Me ist ein von amerikanischer Surfmusik inspiriertes Indie-Rock-Quartett aus Busan in Südkorea, gegründet im Jahr 2012. Es ist vor allem ihre Liebe zum 60’s Surf (The Ventures/Dick Dale), die ihren Sound mit einer gesunden Portion US-Indierock aus den 90ern (Seam, Yo La Tengo, Pavement) versüßt.

Foto: Farhad Sidiqi © Ramona Gastl

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Plan A: „Mit der interdisziplinär und interkulturell ausgerichteten Plattform „Plan A“ eröffnet das Theater Augsburg ein Spielfeld performativer und politischer Auseinandersetzung. In vielfältigen Kooperationen und an unterschiedlichen Orten stellt sich Plan A den Fragen unserer Zeit und schafft dabei Begegnungen zwischen Kunst, Wissenschaft und den Menschen der Metropolregion Ausgburg“, so das Theater Augsburg in seiner Ankündigung. 2017/18 widmet sich Plan A dem übergreifenden Themenschwerpunkt »Sinnsucht« und zerlegt diesen in unterschiedliche künstlerische Positionen.



Brechtbühne: „Welt am Draht“

Das andere Ich – Fassbinders „Welt am Draht“ auf der Brechtbühne

Von Halrun Reinholz

In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es einige Versuche, sich die Welt in einer technisierten Zukunft vorzustellen. Einer davon kam von Rainer Werner Fassbinder, der unter Rückgriff auf den Roman „Simulacron“ von Daniel F. Galouye mit dem Film „Die Welt am Draht“ die Digitalisierung und Virtualisierung vorwegnahm und als Szenario im Fernsehen darstellte.

Das Theater Augsburg nahm dieses Sujet nun als Stück in den Spielplan. Thematisiert wird die damals aufregende Science Fiction einer computergesteuerten Simulation der Welt, die nur dazu dient, Erkenntnisse über die Verhaltensweisen der Menschen zu sammeln, um für die Zukunft gerüstet zu sein. In ebendieser Zukunft befinden wir uns heute, so dass die damaligen fiktiven Visionen sich zweifellos an den Gegebenheiten der Gegenwart messen lassen müssen.

Regisseur David Ortmann inszeniert die Geschichte der Forschungsstation am Institut für Kybernetik und Zukunftsforschung. Deren Mitarbeiter Fred Stiller (Patrick Rupar) ist einigen Ungereimtheiten auf der Spur, die im Zusammenhang mit dem streng geheim gehaltenen Simulationsprojekt stehen. Sie deuten darauf hin, dass sich mehrere der künstlich erzeugten Individuen verselbständigen und gegen ihre Situation aufbegehren. Um diese in den Griff zu bekommen, muss die Existenz einzelner Identitäten gelöscht werden. Der wie ein Thriller aufgebaute Handlungsbogen mündet schließlich darin, dass sich auch die scheinbar kontrollierende primäre Welt in Wirklichkeit nur als Simulation erweist.

Die Schwierigkeit dieses Stoffes besteht darin, dass Teile der Fiktion von der Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts längst überholt worden sind, weshalb die Sichtweise der 70er Jahre teils rührend anachronistisch anmutet. David Ortmann zeigt eine Raumschiff-Enterprise-Welt in den poppigen Farben der Fassbinder-Zeit (Bühne und Kostüme: Sabine Schmidt). Andererseits ist die Thematik virtueller Welten von höchster und beklemmender Aktualität und Brisanz, ebenso wie die zeitlose Frage der Ethik von Wissenschaft. Den Themenkomplex kann das Stück auf der Bühne nur anreißen. Teils gelingt das durch die kriminalistische Handlungsführung recht geschickt. Zuweilen ist der Wechsel zwischen den Ebenen aber verwirrend, zumal die Darsteller in mehreren Rollen auftreten und die Welten sich miteinander vermengen.

Eine Herausforderung für das Darstellerteam, das sich dabei bestens bewährte. Patrick Rupar, Kai Windhövel, Roman Pertl, Gerald Fiedler und Daniel Schmidt hatten nur eine einzige weibliche Mitspielerin, Karoline Stegemann, die als Anna etwas mysteriös wirkte und schließlich die Auflösung des „Falles“ erbrachte. Ein trotz aufkommender Beklemmung insgesamt vergnüglicher Theaterabend mit überraschendem Finale.

Foto: Brechtbühne – Welt am Draht (c) Jan-Pieter Fuhr



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