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Brecht-Preis für Nino Haratischwili

Am vergangenen Donnerstag erhielt die deutsch-georgische Schriftstellerin und Dramatikerin Nino Haratischwili den mit 15.000 Euro dotierten Bertolt-Brecht-Preis 2018 der Stadt Augsburg. Verliehen durch Dr. Stefan Kiefer, 3. Bürgermeister und Sozialreferent der Stadt Augsburg – im Goldenen Saal der Stadt Augsburg.

Von Siegfried Zagler

Eintrag ins Goldene Buch – Nino Haratischwili, Thomas Weitzel, Stefan Kiefer (v.r.) – (c) Stadt Augsburg/Ruth Plössel

Andreas Platthaus, Leiter des Ressorts Literatur und literarisches Leben bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, trug eine Laudatio vor, die das literarische Werk von Haratischwili erhellend würdigte. Das Walter Bittner-Trio spielte eingangs, spielte in der Mitte und spielte am Schluss der Veranstaltung gefälligen mit O-Tönen Brechts unterlegten Jazz, sodass man zwischendurch beinahe hätte vergessen können, dass es um die Würdigung einer Autorin und um die Verleihung eines Literaturpreises geht. Mit Nino Haratischwilli hat sich die Jury immerhin für eine Autorin entschieden, die, würde es sie nicht geben, mit ihrem Werk für den Augsburger Brecht-Preis beinahe hätte erfunden werden können. Aus diesem Grund darf man an dieser Stelle die Augsburger Jury zu ihrer Entscheidung beglückwünschen, ohne dabei die Bemerkung auszusparen, dass der Brecht-Preis eben von seiner Jury in den letzten Jahren ziemlich heruntergewirtschaftet wurde. Bei der zurückliegenden Veranstaltung war es jedoch nicht der Preisträger, sondern der Aufritt der Stadt in der Vertretung von Dr. Stefan Kiefer, der in seiner durchschlagenden Niveauschwäche schwer zu nehmen war.

Am Ende hielt Nino Haratischwili eine bemerkenswerte Dankesrede, die zugleich eine Brandrede auf die deutsche Theaterlandschaft darstellt. Eine große Rede, die die Herzen der Zuhörer erreichte und zugleich im voll besetzten Goldenen Saal begeisterte Zustimmung fand. Es handelte sich also um einen glanzvollen Abend, an dem es die Stadt Augsburg versäumte mitzuglänzen – wie so oft, wenn es um kulturelle Belange geht.

Wer in der Lage ist, sich auf das vermutlich aufregendste zeitgenössische Buch in deutscher Sprache einzulassen, gehört zu einem kleinen Kreis der Menschheit, nämlich zu Lesern, die wissen, was Literatur kann: alles.

Nino Haratischwili ist mit „Das achte Leben (Für Brilka)“ ein großer Roman gelungen

In der 1.275 Seiten starken Familiensaga entfaltet sich ein Kosmos menschlicher Verstrickungen, Abhängigkeiten, Abgründe des Verrats und die tiefe Sehnsucht (um es mit Ernst Bloch zu sagen) nach einem Ort des Friedens, wonach sich alle sehnen und wohin noch niemand kam. Die Frauen in diesem von Tolstois Atem geschaffenen Figuren sind oft Opfer, sie werden früh alt, müssen ins Exil, werden von Stalins Schergen verfolgt und getötet, während ihre Männer ihre Liebe, ihr Leben und ihre Herkunft verraten, weil sie zur sowjetischen Nomenklatura gehören wollen.

Nino Haratischwilis Saga „Das achte Leben (Für Brilka)“, für die sie in der Hauptsache den Brecht-Preis erhielt, entfaltet die Familiengeschichte der Jaschis, den Aufstieg und Fall des Sowjet-Terrors. Stalin, der in diesem vielstimmigen Roman nie namentlich erwähnt wird, ist der böse Geist des Buches.

Haratischwilis Schreibkunst erzählt von einem Krieg, der 1900 anfing und nie aufhörte und bis heute jede Stunde der europäischen Zivilisationsgeschichte prägt. „Das achte Leben (für Brilka)“ ist über fünf Generationen ein in alle Verästelungen der menschlichen Seele verzweigtes Epos, in dem Figuren agieren, die das unmenschlichste Jahrhundert der Menschheitsgeschichte widerspiegeln und dramatisieren, indem sie menschlich sind. Andreas Platthaus schuf dafür den Begriff „dramatische Epik“. Es ist leicht zu verstehen, was er damit meint.

Nino Haratischwili wurde 1983 in Tiflis geboren und lebt seit 2003 in Hamburg. Trotz ihrer jungen Jahre muss man von einer „Weltliteratin“ sprechen, die am Anfang ihres Schaffens steht. Vom russischen Zarenreich bis ins Berlin nach dem Mauerfall entfaltet sie mit den Mitteln des magischen Realismus auf den Spuren von Gabriel Garcia Marquez eine ungeheuerliche Welt. Mit Bertolt Brecht verbindet Haratischwili nicht nur die gleiche Entschlossenheit, Krieg als Schicksal und Schreibantrieb zu verwenden, sondern auch die Kunst, physische Lebenswirklichkeit als Schöpfungs- und Gestaltungsmoment psychischer Biografien zu beschreiben. Einen Autor, eine Autorin wie Nino Haratischwili hat der Brecht-Preis noch nicht gesehen.

Dankesrede von Nino Haratischwili für den Bertholt-Brecht-Preis 2018

 



Kundgebung gegen Abschiebungen

Am Dienstag, den 24. April ab 18:30 Uhr, ruft der Augsburger Flüchtlingsrat erneut zu einer Kundgebung gegen Abschiebungen auf dem Königsplatz auf. 

Unter dem Motto ‚Für ein solidarisches Miteinander – Gegen Abschiebungen in Krieg und Perspektivlosigkeit‘ organisiert der Flüchtlingsrat Augsburg wieder eine Kundgebung auf dem Königsplatz. Der Flüchtlingsrat kritisiert zu diesem Anlass regelmäßig die deutsche und insbesondere die bayerische Flüchtlingspolitik. Seit Dezember 2016 werden fast jeden Monat abgelehnte Asylbewerber aus Deutschland nach Afghanistan deportiert. Die meisten dieser Menschen haben vorher in Bayern gelebt. Diese Abschiebungen stehen in der Kritik, da Afghanistan von vielen Experten nicht als sicher eingestuft wird. Auch aus diesem Grund wurde von der Augsburger Schülervertretung eine Online-Petition gestartet, die unter https://www.change.org/p/stadtrat-augsburg-augsburg-gegen-abschiebungen unterstützt werden kann. 



Kulturpolitik: Brechtpflege im Sinkflug

Vergangene Woche erhielt die Schriftstellerin und Dramatikerin Nino Haratischwili den Augsburger Bertolt-Brecht-Preis. Verliehen durch Stefan Kiefer, 3. Bürgermeister und Sozialreferent der Stadt Augsburg. Die Veranstaltung ging im Goldenen Saal im Rathaus der Stadt Augsburg über die Bühne. Die Stadt Augsburg hat sich dabei bis auf die Knochen blamiert.

Kommentar von Siegfried Zagler

Obwohl sich die Jury für eine würdige Preisträgerin entschieden hatte und obwohl Laudator Andreas Platthaus eine würdige Laudatio hielt, war es eine dem Anlass nicht angemessene Veranstaltung. Verantwortlich dafür ist die Stadt Augsburg, die offenbar in altes Fahrwasser gleitet und der Brechtpflege wieder zu wenig Bedeutung beimisst.

Es ist substanziell nicht so schlimm wie in den sechziger Jahren, aber die kulturelle Verwahrlosung der Stadt bewegt sich gedanklich in diese Richtung. In dieser Zeit landeten Möbel aus dem Brecht-Nachlass auf dem Sperrmüll, wurde ein Gebinde zu Brechts Todestag an die falsche Adresse versandt und wurden unqualifiezierte Reden über den elenden Kommunisten Brecht im Stadtrat gehalten. Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion veränderte sich der städtische Blick auf den berühmtesten Sohn der Stadt. Ein Museum wurde eingerichtet, ein Brecht-Preis ins Leben gerufen und ein jährliche stattfindendes Festival initiiert. Brecht wurde sogar von der Grünen Bürgermeisterin und Kulturreferentin Eva Leipprand zum kulturellen Leuchtturm erklärt. Als in Augsburg Rot-Grün abgewählt wurde, änderte sich daran wenig, doch in der zweiten Stadtratsperiode von CSU-Oberbürgermeister Kurt Gribl befindet sich Brechts Erbe wieder im Sinkflug.

Zu verzeichnen sind aktuell in diesem Zusammenhang ein unerträglich schwaches Brechtfestival, eine OB-Verfügung gegen das Rahmenprogramm des Augsburger Friedensfestes, weil dort der ehemalige Kaufhausbrandstifter und Andreas Baader-Freund Thorwald Proll eingeladen wurde und eine beispiellose Herabwürdigung des Brecht-Preis-Preises. Und schließlich legt sich über die Stadt der Mehltau der Vermutung, dass Oberbürgermeister Kurt Gribl mit seinem Aufstieg in die obersten Etagen der CSU-Nomenklatura offenbar analog dazu auf Abstand zu allem geht, was in den kulturellen Gewässern linker Hoheitsgebiete zu liegen scheint.

Auf dem vergangenen Brechtfestival wurde Kurt Gribl kein einziges Mal gesehen. Weder auf der Eröffnung noch in irgendeiner Veranstaltung war das Augsburger Stadtoberhaupt anwesend. Vorläufiger Höhepunkt der städtischen Distanzfahrt war bei der Brecht-Preis-Verleihung am Donnerstag zu verzeichnen. OB Kurt Gribl überließ die Ehrung der Stadt dem 3. Bürgermeister Stefan Kiefer, also einem Mann, dem statt einer Goldenen Kette ein Menetekel von 28 Millionen verschlampten Euro um den Hals hängt. Statt OB-Glanz und einer glänzenden Rede kam mit Stefan Kiefer ein schlechter Redner mit einer gepredigten und banalen Rede in den Goldenen Saal. Dass die Stadt nicht Kulturreferent Thomas Weitzel in die Verantwortung ließ, ist ebenfalls ein bemerkenswerter Fehltritt im Minenfeld der städtischen Kulturpolitik.

Statt eines mächtigen Postulats für das geschrieben Wort stand bei der Brecht-Preis-Verleihung seitens der Stadt ein Torso einer Rede und gehobener Jazz zum Mitschnippen auf dem Programm.

Ist es vorstellbar, dass in Lübeck der Thomas-Mann-Preis verliehen wird und ein Lübecker Sozialreferent dieses Prozedere einführt, ohne die Absenz des ersten Mannes der Stadt zu erklären? Ist es vorstellbar, dass in Düsseldorf der Heinrich-Heine-Preis verliehen wird, ohne dass darauf verwiesen wird, warum der Oberbürgermeister fehlt?

Am Vortag hat Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl noch eilig eine Pressekonferenz einberufen, um die kulturelle Aufwertung der Stadt Augsburg zu verkünden. Anlass war das Söder-Versprechen, dass Augsburg ein Staatstheater bekomme. Man befinde sich jetzt auf Augenhöhe mit Nürnberg und München, so Gribl, um einen Tag später den höchsten Kulturpreis der Stadt einer Person zu überlassen, die um ihr politisches Überleben zu kämpfen hat, was mit Händen zu greifen war.

Der Brecht-Preis der Stadt Augsburg ist ein Preis der Bürger dieser Stadt, die ein Recht auf eine Erklärung haben, warum dieser Preis nicht vom höchsten Repräsentanten der Stadt vergeben wurde.



FCA feiert Klassenerhalt

Bereits am 31. Spieltag sicherten sich die zu Saisonbeginn als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelten Brechtstädter durch einen 2:0 Heimsieg gegen den FSV Mainz den Klassenerhalt und dürfen sich mit ihren Fans auf ein weiteres Jahr im Oberhaus einrichten. In einer bis zur Schlussminute umkämpften Partie waren es einmal mehr die beiden Goalgetter vom Dienst, Michael Gregoritsch (29.) und Alfred Finnbogason (90 + 2.), die mit ihren Toren die Heimmisere des FCA (zuletzt vier Niederlagen in Folge) beendeten – und damit das Abstiegsgespenst endgültig verjagten.

Von Udo Legner

Gegenüber der Partie in Wolfsburg baute FCA-Coach Manuel Baum seine Startelf gegen die abstiegsbedrohten Mainzer auf zwei Positionen um. Für den gesperrten Jan Moravek (Rote Karte in Wolfsburg) kam Marco Richter von Beginn an zum Einsatz und für Cordova lief nach fast dreimonatiger Verletzungspause Alfred Finnbogason auf, dessen langersehntes Comeback vom FCA-Anhang frenetisch bejubelt wurde.

Eitel Sonnenschein herrschte in der mit 29110 Zuschauern fast ausverkauften WWK-Arena, auch wenn der FCA bei der Platzwahl den Kürzeren zog und in der ersten Hälfte auf die Nordkurve spielen musste.
So kamen die Fans im FCA-Block gleich in den Genuss zweier hochkarätiger Chancen. In der dritten Minute segelte eine Flanke von Marco Richter gefährlich in den Mainzer Strafraum, wo sich Caiuby und Finnbogason allerdings im Wege standen, sodass der Kopfball des Isländers am Kasten von Rene Adler vorbeisegelte. Nur eine Minute später bereits der nächste Abschluss: der Schuss von Goalgetter Gregoritsch rauschte allerdings hoch über den Mainzer Kasten. – In der 6. Minute wurden die Mainzer erstmals gefährlich: nach einer Ecke bekamen die Augsburger den Ball nicht weg, doch der Schuss des Mainzer Kapitäns de Blasis konnte von FCA-Keeper Hitz mühelos pariert werden.

In der Folge litt das Spiel auf beiden Seiten an mangelnder Präzision. Beim FCA machte sich trotz des engagierten Einsatzes das Fehlen von Daniel Baier und Jan Moravek bemerkbar. So fehlte es dem Augsburger Aufbauspiel an Überraschungsmomenten und Dynamik, was auch durch die imposanten Einlagen Marco Richters, dem in der Anfangsphase auffälligsten FCA Spieler, nicht gänzlich kompensiert werden konnte.

Mitte der ersten Halbzeit unterbrach der Unparteiische die Partie und gewährte den Teams eine kurze Trinkpause, aus der der FCA sichtlich gestärkt hervorging.

Galaauftritt der Goalgetter vom Dienst

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 31 25-03-03 84:22 (+62) 78
2.FC Schalke 04 31 16-08-07 49:35 (+14) 56
3.Borussia Dortmund 31 15-09-07 61:41 (+20) 54
4.Bayer 04 Leverkusen 31 14-09-08 55:41 (+14) 51
5.1899 Hoffenheim 31 13-10-08 60:44 (+16) 49
6.RB Leipzig 31 13-08-10 47:47 (0) 47
7.Eintracht Frankfurt 31 13-07-11 41:40 (+1) 46
8.Borussia Mönchengladbach 31 12-07-12 42:48 (-6) 43
9.Hertha BSC 31 10-12-09 38:35 (+3) 42
10.VfB Stuttgart 31 12-06-13 29:35 (-6) 42
11.FC Augsburg 31 10-10-11 40:40 (0) 40
12.Werder Bremen 31 09-10-12 34:38 (-4) 37
13.Hannover 96 31 09-09-13 38:47 (-9) 36
14.VfL Wolfsburg 31 05-15-11 30:40 (-10) 30
15.1. FSV Mainz 05 31 07-09-15 32:49 (-17) 30
16.SC Freiburg 31 06-12-13 26:51 (-25) 30
17.Hamburger SV 31 06-07-18 24:48 (-24) 25
18.1. FC Köln 31 05-07-19 31:60 (-29) 22

In der 27. Minute fiel Marco Richter nach schöner Flanke von Schmid und Unsicherheit in der Mainzer Defensive der Ball vor die Füße, doch der Augsburger Jungstar konnte diese Chance nicht nutzen. Nur zwei Minuten später war es erneut Marco Richter, der die Augsburger Führung einleitete. Sein Zuspiel erreichte Alfred Finnbogason, der die gesamte Mainzer Abwehr auf sich zog, um an der linken Strafraumseite Michael Gregoritsch anzuspielen. Der Österreicher zog nach innen und ließ Rene Adler mit einem präzisen Flachschuss aus 11 Metern keine Chance. Mit seinem 12 Saisontor zog Gregoritsch in der FCA Scorer-Liste mit Andre Hahn (Bundesliga-Saison 2013/14) gleich – mehr Tore gelangen noch keinem FCA Spieler im Oberhaus.
In der 32. Minute fast das 2:0 für den FCA. Wieder war es Marco Richter, der nach Direktannahme mit der Hacke Rene Adler zu einer Glanzparade zwingt. Nur zwei Minuten später war es wieder der Mainzer Keeper, der einen 18 Meter-Schuss von Gregoritsch parierte. Bis zur Halbzeit bestimmte weiterhin der FCA das Spielgeschehen und ließ die enttäuschenden Mainzer überhaupt nicht ins Spiel kommen.

Fazit zur Halbzeit:

Eine hochverdiente Führung für den FCA. Nur dem Mainzer Keeper Rene Adler haben es die Mainzer zu verdanken, dass sie nicht höher in Rückstand liegen.

Kurz nach Wiederanpfiff hatte Alfred Finnbogason sofort die Chance zum 2:0. Nach feinem Zuspiel von Richter lupfte er den Ball spektakulär über den anstürmenden Rene Adler, doch der Mainzer Verteidiger Latza konnte in letzter Sekunde klären.

Max leistet sich eine maximale Fehlpassquote

In der Folgezeit war es mit der Augsburger Angriffsherrlichkeit erst einmal vorbei. Der FCA beschränkte sich auf das Sichern des Vorsprungs und scheiterte immer wieder daran, gefährliche Spielzüge vorzutragen. Zu ungenau und einfallslos war jetzt das Kombinationsspiel, zumal sich Max auf der linken Außenbahn eine fast maximale Fehlpassquote leistete. In dieser Phase war es nur den limitierten Möglichkeiten der Mainzer Offensive zu verdanken, dass die Augsburger Führung Bestand hatte. Auf Seiten der Mainzer blieb Pablo de Blasis ebenso blass wie der für Latza ins Spiel gekommene Maxim. Richtig gefährlich wurden die Mainzer bestenfalls nach Standards.

Dramatische Schlussphase

In der 83. Minute wurde der angeschlagene Gregoritsch von Cordova ersetzt. Mainz setzte nun alles auf eine Karte. Keeper Rene Adler verstärkte bei Eckbällen und Freistößen die Mainzer Offensive und die FCA-Fans – unter ihnen viele Augsburger Schüler, die aufgrund einer Sonderaktion im Stadion waren – bangten dem erlösenden Schlusspfiff entgegen. In der dreiminütigen Nachspielzeit fiel dann doch noch das nicht mehr erwartete 2:0 für den FCA. Nach einer Mainzer Ecke startete der FCA einen Konter auf das verwaiste Mainzer Tor. Doch der FCA-Sturm in Person von Cordova machte dabei alles falsch, was in einer derartigen Situation falsch zu machen ist. Statt den Ball ins leere Mainzer Tor zu schießen, beförderte Cordova den Ball immer weiter aus der Gefahrenzone heraus. Doch irgendwie schaffte es Rani Khedira noch, den schon verloren geglaubten Ball auf Finnbogason zu spielen, der seine Leistung mit dem viel umjubelten Siegtreffer zu krönen wusste.

Der Blick Richtung Europa ist erlaubt

Nach diesem Kraftakt gegen die Mainzer kann der FCA gelassen und unbeschwert in die kommenden drei Partien gehen. Am nächsten Samstag (15.30 Uhr) steht das Auswärtsspiel bei der Berliner Hertha an. Nachdem der Klassenerhalt geschafft ist, sollte dich der FCA jetzt höhere Ziele stecken. Falls Augsburg in Berlin gewinnen sollte und Frankfurt in München verliert, ist der Kampf um Platz 7 wieder offen. Ein Platz, der für die Europa League ausreichen würde, falls Bayern München das Pokalfinale gewinnt.

FCA: Marwin Hitz; – Jeffrey Gouweleeuw; Martin Hinteregger; Philipp Max; Jonathan Schmid; – Michael Gregoritsch; Ja-Cheol Koo; Francisco da Silva Caiuby; Rani Khedira; Marco Richter; – Alfred Finnbogason;

Eingewechselt: Christoph Janker (63.); Marcel Heller (73.); Sergio Córdova (83.);

Ausgewechselt: Michael Gregoritsch (83.); Ja-Cheol Koo (63.); Marco Richter (73.); –

Auswechselbank: Andreas Luthe (TW); Kevin Danso; Gojko Kacar; Shawn Parker;

Tore:

1:0 Michael Gregoritsch (29.)
2:0 Alfred Finnbogason (90.+2)

Das Restprogramm der Platz-7-Kandidaten:

7. Eintracht Frankfurt – 46 Punkte (+1)
28.4. Bayern München (A) 5.5. Hamburger SV (H) 12.5. Schalke 04 (A)

8. Borussia Mönchengladbach – 43 Punkte (-6)
28.4. Schalke 04 (A) 5.5. SC Freiburg (H) 12.5. Hamburger SV (A)

9. Hertha BSC – 39 Punkte (3)
28.4. FC Augsburg (H) 5.5. Hannover (A) 12.5. RB Leipzig (H)

10. VfB Stuttgart – 42 Punkte (-6)
28.4. Bayer Leverkusen (A) 5.5. TSG Hoffenheim (H) 12.5. Bayern München (A)

11. FC Augsburg – 40 Punkte (0)
28.4. Hertha BSC (A) 5.5. Schalke 04 ()



Tourismus: Positive Entwicklung in Bayern und Schwaben

Tourismus-Verbände thematisierten auf einer Tagung in Augsburg die Chancen und Potenziale ihrer Branche

Schwabens Schönheit lockt immer mehr Touristen in die Region Augsburg – Foto: Stadtwald Augsburg (c) DAZ

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (VBW) veranstaltete vergangene Wochen einen Kongress für die Tourismusbranche in Augsburg. Laut Vorstand der VBW Bezirksgruppe Schwaben, Philipp von der Leyen, stiegen die Übernachtungszahlen in Bayern im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent auf insgesamt 94,4 Millionen. Bayern bleibt damit das beliebteste Tourismus-Ziel in Deutschland. Die Besucherzahl erhöhte sich um knapp fünf Prozent auf 37,3 Millionen. 18,5 Prozent der jährlichen touristischen Wertschöpfung Deutschlands werden im Freistaat erwirtschaftet. Die Branche beschäftigt in Bayern direkt 560.000 Menschen. Auch Schwaben profitiert in hohem Maße vom Boom in der Tourismusbranche: Die Zahl an Übernachtungen hat im Regierungsbezirk Schwaben im Jahr 2017 die 16-Millionen-Grenze überschritten – das sind rund 17 Prozent aller Übernachtungen in Bayern.

Die VBW plädiert aber auch auf eine „Verlängerung der Wertschöpfungsketten“, womit die Ergänzung der Übernachtungsleistung um weitere Leistugen gemeint ist. Der Vertreter des Bayerischen Hotel- u. Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e.V. Schwaben, Johann Britsch, forderte dazu unter anderem, den Arbeitsmarkt auch für Nicht-EU-Bürger zu öffnen und eine Neuregelung des Arbeitszeitgesetzes in seiner Branche.

Auch anwesenden Politiker unterstrichen die Bedeutung des Tourismus für Schwaben: Martin Sailer, Landrat des Landkreises Augsburg, verwies darauf, dass der Tourismus im Wettbewerb der Städte und Regionen eine immer größere Rolle spiele, wenn es um die Gewinnung von Fachkräften und Wirtschaftsansiedlungen gehe.

Klaus Holetschek, MdL und Vertreter des Vorstands des Tourismusverbands Allgäu/Bayerisch-Schwaben e. V., sprach sich zudem für ein ‚Kompetenzzentrum Tourismus in Schwaben und Bayern‘ aus, um das Thema Tourismus weiterhin zu entwickeln.



WBG Augsburg übergibt 10.000. Wohnung

Über 10.000 Wohnungen hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG) seit Kurzem in ihrem Bestand. Diese Ereignis feierte sie am vergangenen Samstag mit einer symbolischen Schlüsselübergabe und einem „Tag der offenen Tür“.

WBG-Wohnungsübergabe der symbolischen Art Foto: (c) Nikky Maier

In der Wohnanlage „Offinger Straße“ übergibt die WBG in diesem Frühjar weitere 45 geförderte Wohnungen an ihre Mieter. Damit verfügt die Wohnbaugruppe über mehr als 10.000 Wohnungen und lud daher am Samstag ein zur feierlichen Schlüsselübergabe durch Oberbürgermeister Kurt Gribl und zum Tag der offenen Tür. Einige Wohnungen könnten besichtigt werden, in denen auch Pläne und Informationen künftiger und laufender Projekte der Wohnbaugruppe ausgestellt waren. Mitarbeiter der Wohnbaugruppe führten die Besucher durch die Wohnungen und beantworteten Fragen rund um Bau und Vermietung.

Der Geschäftsführer der WBG, Dr. Mark Dominik Hoppe, zeigte sich erfreut darüber, „dass wir hier ein modernes Gebäude von hoher Qualität errichtet haben, obwohl wir uns im geförderten Wohnungsbau bewegen“. Und auch für den Augsburger Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzenden der Wohnbaugruppe Augsburg, Dr. Kurt Gribl, ist die Übergabe ein Meilenstein: „Ich freue mich, zu sehen, dass die Wohnbaugruppe mit ihrem Auftrag, bezahlbare Wohnungen für unsere Bürger zu schaffen, vorankommt. Hierin besteht bayernweit eine große Herausforderung. Umso schöner, dass wir hier in Augsburg mit unserer Wohnbaugruppe einen verlässlichen Partner an der Seite haben.“

OB Gribl übergab symbolisch den Schlüssel an die Mieter der 10.000. Wohnung, die zudem zwei Geschenke entgegennehmen durften: Einen „augsburg-city Gutschein“ im Wert von 1.000 Euro von der WBG und einen Gutschein über 2.500 Kilowattstunden Strom von den Stadtwerken Augsburg.



Bundesliga: FCA schlägt Mainz 2:0

Für den FC Augsburg hat sich am heutigen Samstag, den 22. April um 17.19 Uhr das Thema Abstieg erledigt: Vor 27.110 Zuschauern schlug der FCA in der heimischen WWK Arena die abstiegsbedrohten Mainzer mit 2:0.

Die Tore für Augsburg erzielten Michael Gregoritsch nach schöner Vorarbeit von Alfred Finnbogason (29.) und Finnbogason selbst (90.+2). In der ersten Halbzeit und über weite Strecken der zweiten Halbzeit zeigte sich der FCA als das deutlich bessere Team, das nach hinten keine nennenswerte Torchancen der 05er zuließ, es aber im Lauf der Partie versäumte, frühzeitig mit einem zweiten Tor für klare Verhältnisse zu sorgen.

In der Schlussphase der Partie überließen die Augsburger den Mainzern komplett das Spiel, ohne für Entlastung zu sorgen. Die Mainzer konnten daraus kein Kapital schlagen, sondern kassierten in der Nachspielzeit das 0:2 nach einem Konter des FCA durch Finnbogason, der Mühe hatte, den Ball im Mainzer Tor zu versenken, obwohl es von FSV-Torwart Rene Adler nicht gehütet wurde, da Adler von einer Ecke nicht schnell genug zurückgeeilt war. Mit diesem Ergebnis entledigte sich der FCA aller Abstiegssorgen und sorgte zugleich dafür, dass der Hamburger SV weiter das Prinzip Hoffnung pflegen darf. Ein Spielbericht von Udo Legner folgt.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 31 25-03-03 84:22 (+62) 78
2.FC Schalke 04 31 16-08-07 49:35 (+14) 56
3.Borussia Dortmund 31 15-09-07 61:41 (+20) 54
4.Bayer 04 Leverkusen 31 14-09-08 55:41 (+14) 51
5.1899 Hoffenheim 31 13-10-08 60:44 (+16) 49
6.RB Leipzig 31 13-08-10 47:47 (0) 47
7.Eintracht Frankfurt 31 13-07-11 41:40 (+1) 46
8.Borussia Mönchengladbach 31 12-07-12 42:48 (-6) 43
9.Hertha BSC 31 10-12-09 38:35 (+3) 42
10.VfB Stuttgart 31 12-06-13 29:35 (-6) 42
11.FC Augsburg 31 10-10-11 40:40 (0) 40
12.Werder Bremen 31 09-10-12 34:38 (-4) 37
13.Hannover 96 31 09-09-13 38:47 (-9) 36
14.VfL Wolfsburg 31 05-15-11 30:40 (-10) 30
15.1. FSV Mainz 05 31 07-09-15 32:49 (-17) 30
16.SC Freiburg 31 06-12-13 26:51 (-25) 30
17.Hamburger SV 31 06-07-18 24:48 (-24) 25
18.1. FC Köln 31 05-07-19 31:60 (-29) 22



FCA: Ein Sieg gegen Mainz und Augsburg kann für die achte Bundesligasaison planen

Der FC Augsburg kreuzt am morgigen Sonntag, 22. April, (15.30 Uhr) in der heimischen WWK Arena mit dem 1. FSV Mainz 05 die Klingen. Während der FCA mit einem Sieg das Thema Abstieg abhaken könnte, befindet sich Mainz noch mitten im Abstiegskampf. Die Mannschaft um Trainer Sandro Schwarz kämpft um jeden Punkt. FCA-Trainer Manuel Baum baut auf die Unterstützung der Fans.

„Mainz und Augsburg sind sich von der Art wie sie spielen sehr ähnlich. Beide Teams haben die gleiche Tugend“, sagt Manuel Baum. „Ich war beim Montagsspiel in Mainz vor Ort und konnte sehen wie schwierig das Spiel werden wird. Mainz hat eine gute Mentalität und das Verhältnis zwischen Spielern, Trainern und Verantwortlichen ist gut. Der FSV kann hinten abwarten, aber auch hoch anlaufen und ist körperlich robust. Die Einstellung wird am Sonntag entscheidend sein. Ich muss meiner Mannschaft nicht sagen, um was es geht, sondern sie wissen es und sind motiviert“, so Baum weiter.

Nach der starken Vorstellung gegen Bayern München hofft Manuel Baum trotz vier Heispielniederlagen in Folge auf Unterstützung von den Rängen: „Unsere Fans waren beim Spiel gegen Bayern großartig. Sie achten nicht nur auf Ergebnisse, sondern sind immer da. Wir brauchen am Sonntag einen Wechsel zwischen den Tribünen und dem Spielfeld. Außerdem wollen wir etwas zurückgeben und endlich wieder zu Hause gewinnen. Wir können am Sonntag drei Fliegen mit einer klappe schlagen: 40 Punkte eintüten, einen Heimsieg holen und den Klassenerhalt schaffen“, so Baum.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 31 25-03-03 84:22 (+62) 78
2.FC Schalke 04 31 16-08-07 49:35 (+14) 56
3.Borussia Dortmund 31 15-09-07 61:41 (+20) 54
4.Bayer 04 Leverkusen 31 14-09-08 55:41 (+14) 51
5.1899 Hoffenheim 31 13-10-08 60:44 (+16) 49
6.RB Leipzig 31 13-08-10 47:47 (0) 47
7.Eintracht Frankfurt 31 13-07-11 41:40 (+1) 46
8.Borussia Mönchengladbach 31 12-07-12 42:48 (-6) 43
9.Hertha BSC 31 10-12-09 38:35 (+3) 42
10.VfB Stuttgart 31 12-06-13 29:35 (-6) 42
11.FC Augsburg 31 10-10-11 40:40 (0) 40
12.Werder Bremen 31 09-10-12 34:38 (-4) 37
13.Hannover 96 31 09-09-13 38:47 (-9) 36
14.VfL Wolfsburg 31 05-15-11 30:40 (-10) 30
15.1. FSV Mainz 05 31 07-09-15 32:49 (-17) 30
16.SC Freiburg 31 06-12-13 26:51 (-25) 30
17.Hamburger SV 31 06-07-18 24:48 (-24) 25
18.1. FC Köln 31 05-07-19 31:60 (-29) 22
Für Kapitän Daniel Baier, der sich zusätzlich zu seinem Tinnitusproblem noch eine Erkältung eingefangen hat, kommt ein Einsatz nicht in Frage. Jan Moravek muss seine skandalöse Gelbrot-Sperre absitzen. Über Finnbogasons Rückkehr darf dagegen spekuliert werden. Auch Kevin Danso könnte auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Die voraussichtliche Mannschaftsaufstellung des FCA: Hitz – Gouweleeuw, Khedira, Hinteregger – Schmid, Max – Koo – Heller, Gregoritsch, Caiuby – M. Richter.



Museen im Wandel: Wie geht es weiter mit den städtischen Museen?

Das Augsburger Kulturentwicklungskonzept nimmt die städtischen Museen in den Blick. Dabei sollen zwei Vortragsabende in die Thematik einführen. Gefragt wird nach den heutigen Herausforderungen für Museen.

Nach dem Theater widmet sich das Kulturentwicklungskonzept der Stadt Augsburg nun den städtischen Museen. Es wird federführend vom Kulturreferat der Stadt ihm Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts erarbeitet. Wie beim Theater soll ein möglichst umfassendes Bild der aktuellen Situation gezeichnet werden. Dazu werden Wünsche und Vorstellungen von Nutzern und Akteuren erfragt und zu Handlungsempfehlungen sowie konkreten Zielsetzungen weiterentwickelt.

Wie steht es um die Kunstförderung in Augsburg? Wer besucht welche Museen? Wer besucht keine Museen und aus welchem Grund? Was muss ein Museum oder ein Museumsneubau generell in der heutigen Zeit für die Gesellschaft leisten können? Grundlage zur Beantwortung solcher und ähnlicher Fragen ist eine Untersuchung der Augsburger Museen-Landschaft, die bereits Ende 2017 gestartet ist. Dazu hat die beauftragte Bietergemeinschaft „Embassy of Culture“ und „frankonzept“ die städtischen Museen in Augsburg besucht und mit Museumsleitern und Mitarbeitern Gespräche geführt, um sich ein Bild von den Vorstellungen derer zu machen, die täglich in einem Museumsbetrieb arbeiten.

I Museen zwischen Pflicht und Kür

Mit zwei Vortragsabenden startet jetzt die Bürgerbeteiligung zur „Zukunft der Museumslandschaft Augsburg“ als zentrales Element des Kulturentwicklungskonzepts. Der erste Abend steht unter dem Motto „Museen zwischen Pflicht und Kür“ (Mittwoch, 25. April, 19.30 Uhr, Stadtwerke Saal, Hoher Weg 1).

II Museen im Wandel

Den Impulsvortrag zum Thema „Museen im Wandel“ hält Dr. Volker Rodekamp, Direktor der Städtischen Museen in Leipzig. Neben seinen Tätigkeiten in verschiedenen wissenschaftlichen Organisationen, Fachverbänden, wissenschaftlichen Beiräten und Stiftungen war Volker Rodekamp seit 2003 auch Vorstandsmitglied des Deutschen Museumsbundes und von 2010 bis 2014 dessen Präsident. An seinen Vortrag schließt sich eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus dem Museumsbereich an.

III Museen zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Am zweiten Abend (Donnerstag, 26. April, 18 Uhr, Rathaus, Oberer Fletz) geht es um „Museen zwischen Wunsch und Wirklichkeit“. Dabei werden erste Einblicke in die laufende Untersuchung gegeben. Eine Ideenwerkstatt schließt sich an. Im Anschluss startet dann noch die Online-Befragung zur städtischen Museumslandschaft. Dabei erhalten 1000 zufällig ausgewählte Bürger einen Link zur Umfrage per Post. Alle anderen Augsburger Bürger können direkt online teilnehmen. Der Link zur Befragung wird rechtzeitig zu Beginn der Umfrage auf der städtischen Homepage veröffentlicht. Auch diese Ergebnisse fließen in den Prozess mit ein.



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