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Vortrag: Konrad Peutinger – Humanist und Kritiker der Reformation

Ein bemerkenswerter Vortrag findet am Mittwoch, den 18. April 2018 in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg statt. Dr. Helmut Zäh berichtet und erzählt vom Leben und Wirken eines führenden Politikers zu Beginn des 16. Jahrhunderts: Konrad Peutinger.



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Der Reichstag, der vor 500 Jahren, von Juli bis Oktober 1518, in Augsburg stattfand, markiert eine Zeitenwende: Es war der letzte Reichstag unter dem bereits schwerkranken Kaiser Maximilian I., der die Stadt, in der er insgesamt fast drei Jahre seines Lebens verbracht hatte, danach nicht mehr wiedersah. Auf der anderen Seite steht der Aufenthalt des zum Verhör vor Kardinal Cajetan geladenen Martin Luther am Beginn einer neuen Epoche, die auch für Augsburg tiefgreifende Umbrüche mit sich brachte.

Konrad Peutinger befand sich 1518 auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn als führender Politiker der Reichsstadt und einflussreicher Berater des Kaisers und gehörte zu den wichtigen Akteuren auf dem Reichstag. Genau 200 Jahre später sollte mit dem Tod des Ellwanger Stiftsdekans Ignatius Desiderius von Peutingen am 18. Oktober 1718 seine Nachkommenschaft in der männlichen Linie aussterben. Dies bedeutete den Untergang des größten Teils seiner bis dahin in Familienbesitz verwahrten Sammlungen. Lediglich von der Bibliothek, die an das Augsburger Jesuitenkolleg überging, haben sich noch umfangreiche Bestände erhalten.

Beide Ereignisse sind Anlass genug, sich in dem Vortrag noch einmal mit dem Leben und Wirken Konrad Peutingers zu beschäftigen. Dabei wird auch sein ambivalentes Verhältnis zur Reformation behandelt werden. Deren Anliegen einer Beseitigung der kirchlichen Missstände unterstützte er durchaus. Das kompromisslose Vorgehen der Reformatoren, das, wie er selbst frühzeitig voraussah, in eine Spaltung von Kirche, Staat und Gesellschaft mündete, lehnte er dagegen entschieden ab.

Dr. Helmut Zäh arbeitete seit 1994 an der Rekonstruktion der Bibliothek Konrad Peutingers mit, deren Ergebnisse 2003 und 2005 in zwei Bänden publiziert wurden. 2015 war er Kurator der Ausstellung zum 550. Geburtstag Peutingers im Cimeliensaal der Staats- und Stadtbibliothek und gab zusammen mit Reinhard Laube den Begleitband „Gesammeltes Gedächtnis – Konrad Peutinger und die kulturelle Überlieferung im 16. Jahrhundert“ heraus. In Zusammenarbeit mit Johannes Burkhardt und Veronika Lukas veröffentlichte er zudem 2016 eine Reprintausgabe der gedruckten Werke Peutingers mit deutscher Übersetzung. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Führung im Unteren Cimeliensaal mit Präsentation ausgewählter Werke aus der Bibliothek Konrad Peutingers.

Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr am Mittwoch, den 18. April 2018 in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, Schaezlerstraße 25 (Lesesaal). Der Eintritt ist frei.

Die Augsburger Staats- und Stadtbibliothek gehört zu den bedeutenden Bibliotheken in Deutschland. Unter ihren über 540.000 Bänden sind mehr als 3.600 wertvolle Handschriften. Mit über 1.000 Titeln wird auch der größte zusammenhängende Teil der Peutinger-Bibliothek betreut. Die Sammlung geht zurück auf eine Stadtbibliothek, die 1537 im Zuge der Reformation gegründet wurde, ihr Grundstock waren die Buchbestände aufgelöster Klöster. 1893 bezog sie in der Schaezlerstraße ein repräsentatives Gebäude. Wegen der Finanznot der Stadt wurde die Bibliothek 2012 verstaatlicht, der Bau wird in den nächsten Jahren saniert und erweitert.

Foto: Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, (c) Ursula Korber



Fördergeld-Desaster: SPD-Fraktion begrüßt Abberufung von Nölke-Schaufler – Schafitel fordert Disziplinarverfahren und Kiefers Rücktritt

Die Enthebung der Amtsleiterin Sabine Nölke-Schaufler (Familien- und Jugendamt), die wohl eine Verfristung eines 28,5 Millionen-Euro-Fördergeld-Antrags zu verantworten hat, wird von der SPD begrüßt und als angemessene Maßnahme bewertet. Anders sieht es Stadtrat Volker Schafitel (FW), der seine Forderung erneuert, dass Sozialreferent Stefan Kiefer zurückzutreten habe. Für die direkt beteiligten Verwaltungsbeamten fordert Schafitel ein Disziplinarverfahren.

Margarete Heinrich

Margarete Heinrich


„Der Wechsel in der Amtsleitung ist ein notwendiger Schritt, auch wenn er angesichts der Kompetenz der bisherigen Amtsleiterin Sabine Nölke-Schaufler im sozialpädagogischen Bereich nicht leicht fällt. Der zeitliche Ablauf zeigt, dass Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer sich diesen Vorschlag nicht leicht gemacht hat, ehe er dem Oberbürgermeister die Veränderung empfahl“, so bewertet Fraktionsvorsitzende Margarete Heinrich den Sachverhalt und betont in ihrem gestrigen Statement, dass die Entscheidung zur Abberufung von Amtsleiterin Sabine Nölke-Schaufler deutlich mache, dass die Stadtregierung die Aufarbeitung der Ursachen, die zu der verspäteten Antragsabgabe geführt haben, sehr ernst nehme. Angesichts des drohenden Schadens von 28,5 Millionen Euro sei das ein wichtiges Signal.

„Die SPD-Stadtratsfraktion vertraut Ihrem Sozialreferenten und Bürgermeister Dr. Kiefer, dass er alles dafür tun wird, damit sich ein solcher Fehler in seinen Ämtern nicht mehr wiederholen kann. Nun müssen die Gespräche mit dem Freistaat Bayern zügig fortgeführt werden, damit eine Rückzahlung der enormen Summe verhindert werden kann.“, so SPD-Fraktionsvorsitzende Margarete Heinrich.

Würde es nach FW-Stadtrat Volker Schafitel gehen, wäre Stefan Kiefer längst nicht mehr in der Lage, seinen Referentenjob weiter auszuüben: „Es kann nicht sein, dass ein Sozialreferent noch vor wenigen Wochen die CSU

Volker Schafitel

Volker Schafitel


dafür geißelt, dass es mit dem Kita-Ausbau zu langsam vorangehe, um sich wenig später politisch vor der Verantwortung zu drücken, dass die Stadt möglicherweise für diese Kitas kein Geld bekommt.“ Unabhängig davon, ob die Stadt die 28,5 Millionen Euro nun erhalte oder nicht, so Schafitel, „muss Kiefer zurücktreten“, denn schließlich habe er das grobe Versagen politisch zu verantworten.

Für die direkt verantwortlichen Verwaltungsbeamten will Schafitel ein Disziplinarverfahren eingeleitet wissen. Nur so könne die Stadt den erheblichen Imageschaden abwenden, dass sie noch nicht mal ihre Kernaufgaben beherrsche.



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