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Was dem FC Augsburg fehlt

Anmerkungen zum FCA

Kommentar von Siegfried Zagler

Für den FCA muss man zum gegenwärtigen Zeitpunkt festhalten, dass die „Analyse“ der Augsburger Allgemeinen zwar nichtssagend, aber zutreffend ist: Dem FCA fehlen verletzte Spieler wie Gouweleeuew, Finnbogason, Danso, Moravek und Framberger. Verletzte Spieler, die vor ihren Verletzungen Stammspieler waren, fehlen immer. Das ist ein Allgemeinplatz und somit eine Nullaussage, zumal in der Bundesliga alle Klubs verletzte Stammspieler zu beklagen haben.

Unabhängig davon lässt sich festhalten, dass in den vergangenen sieben Spielen ohne Finnbogason der FCA nicht viel schlechter abschnitt (7Pkt./ 8:10 Tore), als in den letzten sieben Partien mit Finnbogason (9Pkt./ 12:12 Tore), obwohl Finnbogason in dieser Serie fünf Tore erzielte. Vielleicht sollte man noch hinzufügen, dass der FCA in der Serie mit Finnbogason sechs Punkte gegen Mainz und Wolfsburg einfuhr, als sich diese beiden Mannschaften auf dem Höhepunkt ihrer Krise befanden und die Gegner in den vergangenen sieben Spielen im Schnitt deutlich stärker waren: Alfred Finnbogason fehlt also nicht wirklich.

Ein guter Passgeber fehlt allerdings schmerzlich, wenn Michael Gregoritsch für Finnbogason von der Zehn auf die Neun ins Zentrum muss. Lässt sich Gregoritsch im Lauf des Spiels auf die Zehn zurückfallen, fehlt in der Mitte eine Anspielstation. So gesehen fehlt tatsächlich ein Zentrumsstürmer, doch Finnbogason-Ersatz Dong-won Ji wurde an die Darmstädter Lilien verliehen.

Wer schmerzlich fehlt? Framberger und Danso! Zu Framberger ist zu sagen, dass er als gesunder Spieler nicht besonders fehlte, als Daniel Opare noch spielte. Opare wurde aber ohne nähere Angaben von Gründen suspendiert. Jonathan Schmid, der nun nach dem Doppelausfall der beiden Rechtsverteidiger diese Position einnehmen soll, ist damit überfordert und sorgt im Zusammenwirken mit Kacar und Martin Hinteregger für eine viel zu hohe Fehlerquote in der FCA-Abwehr.

Jeffrey Gouweleeuew fehlt demnach in doppelter Hinsicht, weil das umsichtige Stellungsspiel des Niederländers und seine Fähigkeiten bei der Spieleröffnung einem Martin Hinteregger zu mehr Sicherheit verhalfen und Hinteregger ohne Abwehrchef Gouweleeuew als potentieller Abwehrchef überfordert ist. Die handlungsschnellen Bremer kombinierten sich am vergangenen Samstag flüssig vor den Augen des Bremer Edelfan Meinhard Motzko durch das FCA-Mittelfeld, als hätten Gregoritsch, Koo, Baier, Caiuby und Richter keine Defensivaufgaben. „Noch nie“, so Motzko, „hat man es meinen Bremern in der Bundesliga so leicht gemacht, wie in den ersten 20 Minuten in diesem Spiel“. Der FCA hatte nicht den geringsten Zugriff auf das Geschehen und hätte sich nicht beschweren dürfen, wäre das Spiel bereits nach 20 Minuten entschieden gewesen.

Gegen Hoffenheim erlaubte sich FCA-Trainer Manuel Baum einen schweren Aufstellungsfehler, der im Verlauf der Partie kaum noch zu reparieren war. Das Hui und Pfui, das der FCA in den vergangenen Wochen an den Tag legte, hat also nicht nur mit Verletzungspech zu tun, sondern auch mit Fehlern der sportlichen Leitung.

Die hausgemachten Fehler sind aus Augsburger Sicht deshalb besonders zu bedauern, weil es in dieser Saison aufgrund der Liga-Gesamtsituation durchaus möglich gewesen wäre, im Kampf um die Europa League-Plätze mitzumischen.





Plärrer: Drittes Zelt kommt nicht

Auch der kommende Augsburger Herbstplärrer wird wohl ohne drittes Zelt stattfinden, denn der Stadtrat wird sich am heutigen Donnerstag nach Informationen der DAZ in nichtöffentlicher Sitzung gegen die Vergabe an Helmut Wiedemann aussprechen.

Von Siegfried Zagler

Plärrereröffnung 2009: Damals drei Zelte und eine CSU mit Horst Seehofer

Plärrereröffnung 2009: Damals drei Zelte und eine CSU mit Thomas Schrank, Volker Ullrich, Tobias Schley, Horst Seehofer, Christian Ruck, Leo Dietz (vom Krug verdeckt), Hermann Weber (prostend) und Kurt Gribl Foto: DAZ-Archiv


Gegen den Macher von „Winterland“ vor der City-Galerie gibt es seitens der CSU Vorbehalte, weshalb sich für den Verwaltungsvorschlag im Stadtrat keine Mehrheit finden wird. Laut Augsburger Allgemeine sagt die Verwaltung, dass an Wiedemann kein Weg vorbei führe. So wird der zuständige Referent Dirk Wurm (SPD) zitiert. „Die Verwaltung wird dem Stadtrat vorschlagen, Helmut Wiedemann das dritte gastronomische Zelt zu geben“, so Wurm zur AZ. Der Bewerber erfülle nach Auffassung der Verwaltung „weitestgehend die Ausschreibungskriterien“. Weshalb es keinen Grund geben würde, den letzten übrig gebliebenen Bewerber auch noch aus dem Rennen zu nehmen.

Doch Dirk Wurm hat die Rechnung (wieder einmal) ohne den Wirt gemacht, und damit ist nicht Wiedemann gemeint, sondern die gastronomieaffine CSU, die mit Leo Dietz einen Experten in der ersten Reihe hat. Bei einer Ablehnung durch den Stadtrat hätte Wiedemann wohl die erfolgversprechende Möglichkeit, sich den Zelt-Standplatz juristisch zu erstreiten, da er nach dem Ausschreibungsprozedere von der Verwaltung als geeignet bewertet wurde. Beim Frühjahrsplärrer, der am Ostersonntag beginnt, werden zwei Bierzelte aufgeboten. Falls, wie erwartet, die Verwaltungsvorlage abgelehnt werden sollte, müsste neu ausgeschrieben werden und ein drittes Zelt wäre dann frühestens 2020 zu erwarten.