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Freie Wähler: Grab-Nominierung für ungültig erklärt

Die Freien Wähler sind außer Rand und Band: Von der Landesgeschäftsstelle der Freien Wähler wurde schriftlich die gestrige Stimmkreisabstimmung zur Direktkandidatur für die Landtagswahl 2018 für ungültig erklärt und eine Wahlwiederholung verlangt, weil 13 Personen bei der Wahl nicht stimmberechtigt gewesen sein sollen.

Hubert Aiwanger, Regina Stuber-Schneider, Angelika Lipp.ert, Volker Schafitel (v.l) Foto: (c) DAZ

Hubert Aiwanger, Regina Stuber-Schneider, Angelika Lippert, Volker Schafitel (v.l) Foto: (c) DAZ


Wie die DAZ berichtete, wurde Peter Grab gestern Abend als Landtagskandidat des Stimmkreises 702 (Augsburg West-Neusäß-Gersthofen) gewählt. Diese Wahl wurde heute von der Landesgeschäftsstelle für ungültig erklärt, da an der Wahl „etliche WSA-Mitglieder teilnahmen, von denen behauptet wurde, sie wären seit 16.03.2018 aktive Mitglieder der Partei und somit stimmberechtigt“, wie der Frontmann des FW-Stadtverbandes Augsburg, Volker Schafitel heute via Pressemitteilung schreibt.

Die Vorsitzende der Freien Wähler Augsburg Stadt, Angelika Lippert, verlangte jedoch vor der Wahl Listeneinsicht und stellte fest, dass dort Personen gelistet sind, deren Mitgliedschaft ihr von der Landesleitung nicht bestätigt wurde. Sie forderte deshalb Markus Brem auf, diese Personen ohne Stimmrecht nicht zuzulassen. Der Bezirksvorsitzende folgte dieser Aufforderung nicht und verwies auf ihm vorliegende E-mails der Landesleitung, die die aktive Mitgliedschaft von „Grabs Wahlleuten“ bestätigen sollten. In unmittelbar daraufhin geführten Telefonaten von Angelika Lippert mit der Landesleitung und Hubert Aiwanger wurde die Mitgliedschaft dieser Personen verneint. Daraufhin gab Angelika Lippert zu Protokoll, dass der Stadtverband die Abstimmungsliste nicht akzeptiert.

Markus Brem ließ die Wahl dennoch durchführen und Peter Grab wurde mit 20 Stimmen gewählt. Gegenkandidatin Regina Stuber-Schneider erhielt 14 Stimmen, zwei Stimmen waren ungültig. Heute Vormittag wurde nun von der Landesgeschäftsstelle schriftlich die gestrige Abstimmung für ungültig erklärt und eine zeitnahe Wahlwiederholung verlangt, da offenbar 13 Personen bei der Wahl nicht stimmberechtigt gewesen sein sollen. Der Bezirkschef der Freien Wähler Schwaben, Dr. Markus Brem, ließ ungeachtet dessen die Wahl durchführen, obwohl ihm der Sachverhalt bezüglich der nicht stimmberechtigten Personen von der Landesgeschäftsstelle bereits am gestrigen Vormittag vor der Wahl telefonisch mitgeteilt wurde.

Peter Grab sagte auf Anfrage, dass er dazu nichts sagen könne, es handle sich um eine interne Angelegenheit der Freien Wähler, zu der er sich nicht äußern könne. Markus Brem erklärte gegenüber der DAZ, dass es für ihn eine schwierige Situation gewesen sei, da es möglich sei, dass die 13 Personen eben doch stimmberechtigt seien. Dann wäre die Wahl auch ungültig gewesen, hätte er sie von der Abstimmung ausgeschlossen. „Ich lasse den Vorgang gerade von einem Fachmann prüfen“, so Brem, der diese Prüfung zur Grundlage machen möchte, um die Landesgeschäftstelle und FW-Chef Hubert Aiwanger differenzierter zu informieren.

Falls es beim aktuellen Status bleiben sollte, dann müsse er eben zu einer Wahlwiederholung einladen, so Brem.


Grab kandidiert unter der Flagge der Freien Wähler für den Landtag

Stadtrat Peter Grab (WSA) kandidiert unter dem Label der Freien Wähler für den Landtag. Das ist deshalb interessant, weil er sich als FW-Nichtmitglied in einer Kampfabstimmung gegen eine FW-Stadträtin durchsetzte.

Peter Grab ist Direktkandidat der Freien Wähler für die kommende Landtagswahl im Stimmkreis Augsburg-West! Er setzte sich am Dienstagabend bei der mit Spannung erwarteten Aufstellungsversammlung gegen Regina Stuber-Schneider durch. Grab und Stuber-Schneider gehören beide dem Augsburger Stadtrat an. Peter Grab vertritt die Wählervereinigung WSA („Wir sind Augsburg“), Regina Stuber-Schneider ist Mitglied bei den Freien Wählern. Grab erhielt 20 Stimmen, Stuber-Schneider 14 Stimmen, zwei Stimmen waren ungültig. Die Wahrscheinlichkeit, dass Peter Grab in den Landtag einzieht, ist als „gering“ einzuschätzen. —- Foto: Peter Grab



Neues Fugger-Bildnis in der Staatsgalerie Alte Meister in der Katharinenkirche

Stadt erhält Fugger-Porträt-Leihgabe aus Privatbesitz

Hans Maler (um 1475/80 – um 1526/29), Ulrich Fugger der Jüngere, 1525, Holz, 41,5 x 35,3 cm. Leihgabe aus Privatbesitz, Inv.-Nr. L 2724, Foto: Privat.

Hans Maler (um 1475/80 – um 1526/29), Ulrich Fugger der Jüngere, 1525, Holz, 41,5 x 35,3 cm. Leihgabe aus Privatbesitz, Inv.-Nr. L 2724, Foto: Privat


Aus Privatbesitz konnte Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl gestern eine wertvolle Leihgabe an die Stadt Augsburg in Empfang nehmen. Das Bildnis Ulrich Fuggers des Jüngeren wurde 1525 von Hans Maler geschaffen und ist nun in der Staatsgalerie Alte Meister in der Katharinenkirche ausgestellt. Ulrich Fugger war der Neffe Jakob Fuggers des Reichen und zusammen mit seinem Cousin Anton als dessen Nachfolger ausersehen. Ab 1512 ist er als Mitarbeiter in der berühmten Handelsgesellschaft nachweisbar und durfte den Onkel bei repräsentativen Anlässen vertreten. 1524 übernahm er die Firmenniederlassung in Tirol. Bereits im Jahr darauf verstarb Ulrich 35-jährig in Schwaz, wenige Monate vor seinem Onkel Jakob.

Das Porträt besticht durch hohe malerische Qualität und die einfühlsame Charakterisierung des Dargestellten. Die kleinen Härchen von Bart und Nackenhaar, die sich vor dem Blau des Hintergrunds abheben, die lebendigen Augen sowie das fein modellierte Inkarnat verleihen ihm eine natürliche Wirkung. Hans Maler zeigt uns eine nachdenkliche, eher in sich gekehrte Persönlichkeit, die so ganz anders zu sein scheint als Jakob Fugger in dem heroisierenden Bildnis Albrecht Dürers.