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Kulturpark West geht in den Osten

Der Kulturpark West formiert sich neu. Ateliers und Proberäume entstehen in Lechhausen. „Augsburg-Ost D 153 – Kreativ im Osten“ nennen die Macher das neue Projekt.

Mit der Entwicklung der neuen Dependance in der Derchinger Straße 153 erweitert der Kulturpark West sein Areal im Augsburger Osten. Auf 2500 Quadratmetern entstehen 2018 im Industrieambiente der ehemaligen „Augusta Fahrradfabrik“ neue Ateliers, Probe- und Arbeitsräume, die für Musiker, bildende Künstler, Designer, Start ups und Kreative aller Sparten eine attraktive, bezahlbare Unterkunft bieten sollen. Damit gesellt sich zu der schon länger betriebenen Filiale „Ballonfabrik“ und dem Atelierhaus „Direktion“ ein dritter Standort.

Aktuell verwaltet die gemeinnützige Kulturpark West GmbH eine Gesamtfläche von knapp 10.000 qm, die von über 1700 Kulturakteur*innen kreativ genutzt wird.



Halle 116: Grüne fordern Gesamtkonzept und öffentlichen Diskurs

Die Fraktion der Augsburger Grünen positioniert sich zur Halle 116 und fordert ein Gesamtkonzept für das ehemalige KZ-Außenlager von Dachau.

Halle 116 (c) DAZ

Halle 116 (c) DAZ


Die Grüne Stadtratsfraktion fordert in ihrem heutigen Statement, dass in der jahrelangen Diskussion um einen Denkort in der Halle 116 nun endlich konkrete Fortschritte in Richtung einer Realisierung folgen. „In Augsburg gibt es nach so vielen Jahren immer noch keinen Ort, der die Verbrechen der NS-Zeit darstellt und darüber aufklärt. Die Halle 116 auf dem Sheridan-Gelände war ein KZ-Außenlager von Dachau, weshalb der Umgang mit dem Gebäude entsprechend sensibel sein muss“, so Verena von Mutius, kulturpolitische Sprecherin der Grünen.

Die Grüne Fraktion habe zuletzt bei der vor kurzem erfolgten Veränderung des Bebauungsplans wieder gefordert, dass die gesamte Halle eine Gemeinbedarfsfläche bleiben müsse. „Aus unserer Sicht macht ein Denkort nur dann Sinn, wenn ein Konzept für die gesamte Halle erstellt wird, und nicht nur ein Teilbereich unabhängig vom Rest entwickelt wird. Wir wollen daher mit Blick auf die Diskussion um die Denkmalwürdigkeit, dass die Stadt die Halle 116 im Ganzen kauft, sie wieder gesamt zur Gemeinbedarfsfläche macht und ein entsprechendes Nutzungskonzept auf der Grundlage der Denkort-Konzeption von Professor Gassert erarbeitet wird“, so von Mutius weiter. Dazu müsse über mögliche weitere Nutzungen ein öffentlicher Diskurs geführt werden.

Um die momentan ungenutzte Halle in einem ersten Schritt mit mehr Leben zu füllen, hat die Grüne Fraktion einen Fördertopf beantragt, aus dem bürgerschaftliche Initiativen unterstützt werden sollen, die die Halle nutzen wollen. „Es muss endlich sichtbar werden, dass die Halle 116 ein besonderer Ort ist, den wir erhalten wollen und der mittelfristig zum Bildungs- und Denkort ausgebaut werden soll. Wir wollen daher einen Fördertopf mit 10.000 Euro, der es den verschiedenen Initiativen erlaubt, dort Ausstellungen, Veranstaltungen oder ähnliches zu organisieren. Die Ideen und der Wille sind in der Bürgerschaft da. Die Stadt sollte daher aus unserer Sicht ihren Beitrag leisten, damit das Engagement auch Früchte tragen kann.“ So stellt die Grüne Fraktionsvorsitzende Martina Wild den Vorstoß der Grünen dar.

In einer Anfrage möchte die Grüne Fraktion zudem geklärt wissen, in wessen Eigentum die Halle sich aktuell befindet und wie das Treuhandvermögen im Sheridan aufgestellt ist, da es zu diesen Fragen immer wieder unterschiedliche Informationen gebe.

„Wir wollen wissen, welche Entwicklungsmöglichkeiten die Stadt für die Halle 116 hat, um für eine Entwicklung eventuell auch Gelder aus dem Treuhandvermögen zu verwenden“, so Verena von Mutius.



Warnstreiks sorgen für Einschränkungen

Da die Verhandlung stagnieren und kein neuer Tarifvertrag in Sicht ist, kommt es am morgigen Dienstag auch in Augsburg zu Warnstreiks. Insgesamt muss für den morgigen Streiktag bei der Stadt Augsburg mit massiven Einschränkungen der öffentlichen Verwaltung sowie mit Schließungen von Ämtern und Dienststellen gerechnet werden. Verdi und Beamtenbund fordern sechs Prozent mehr Lohn und laufen damit gegen eine Wand.



Streiktag: Nur die Gelbe Tonne wird am Dienstag entleert (c) DAZ

Streiktag: Nur die Gelbe Tonne wird am Dienstag entleert (c) DAZ


„Die Arbeitgeberseite hat auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt. Große Bereiche der Beschäftigten und vor allem unserer Mitglieder sind angefressen und wollen ihrem Ärger über diese Respektlosigkeit Luft machen“, so Florian Böhme, Koordinator für die Tarifrunde Öffentliche Dienste bei ver.di Augsburg.

Im Öffentlichen Dienst kommt es deshalb bei der Stadt Augsburg am morgigen Dienstag, den 20. März zu erheblichen Einschränkungen bei Ämtern und Dienststellen. Der Parteiverkehr in den Bürgerbüros ist ebenso betroffen, wie die Müllabfuhr. Auch zahlreiche Kindertagesstätten werden bestreikt. Im Bürgeramt, in den Bürgerbüros und in der Ausländer- und Ordnungsbehörde findet keinerlei Parteiverkehr statt. Lediglich eine eingeschränkte telefonische Erreichbarkeit ist sichergestellt.

Der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb (aws) wird ebenfalls bestreikt. Ausgenommen davon sind Winterdiensteinsätze im Rahmen des Notdienstes zur Sicherung der kommunalen Räum- und Streupflicht. Die Leerung der Grauen, Grünen und Braunen Tonnen wird am Freitag, 23. März, nachgeholt. Die gelbe Tonne dagegen, die von einem privaten Dienstleister entleert wird, ist davon nicht betroffen. Keinen Einfluss wird der Streik auf die Leerungstage am Mittwoch und Donnerstag haben. Betroffen vom Warnstreik sind auch alle Wertstoff- und Servicepunkte sowie das Kundencenter am Elias-Holl-Platz. Ausgenommen vom Streik bei der Stadtreinigung sind Winterdiensteinsätze.

Auch muss mit Beeinträchtigungen in den Kundencentern der Stadtwerke (Königsplatz und Hoher Weg) sowie bei der telefonischen Erreichbarkeit gerechnet werden. Die Gewerkschaft hat die Beschäftigten der swa in der gesamten Versorgungssparte bei Strom, Gas und Wasser und der Holding einschließlich der Kundencenter zum Streik aufgerufen. „Die sichere Versorgung bleibt gewährleistet, ein Notdienst wird eingerichtet. Der Nahverkehr ist nicht betroffen“, wie es in einer Pressemitteilung der Stadtwerke heißt.

Ferner streiken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kunstsammlungen und Museen sowie das Amt für Brand- und Katastrophenschutz (ABuK). Auch hier ist ein entsprechender Notdienst ausgenommen.


Frost im März: Splitt bleibt weiter liegen

In Augsburg bleibt der Splitt weiter liegen, da noch Frost, Reifglätte und Graupel möglich sind

Wie der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb (aws) mitteilt, wird der ausgebrachte Splitt weiterhin auf Straßen, Geh- und Radwegen belassen. Da weiterhin Nachtfröste, Reifglätte und Graupelschauer auftreten können, gilt es, Rutschgefahren vorzubeugen. Würde der gestreute Splitt zu früh aufgesammelt werden, müsste dieser bei entsprechenden Witterungsverhältnissen erneut ausgebracht und erneut eingesammelt werden. Eine solche Vorgehensweise sei nicht effektiv und würde zu vermeidbaren Mehrkosten hinsichtlich Personal-, Material- und Maschineneinsatz führen, so der aws.


Halle 116 bald unter Denkmalschutz?

Lange hat sich die Stadt Augsburg Zeit gelassen, das historische Erbe der Halle 116, in der sich ein Außenlager des KZ-Dachau befand, einer angemessenen Nutzung zuzuführen. Nun kommt offensichtlich Bewegung in die Angelegenheit, die die Stadt viele Jahre lang vor sich herschob. Nach Informationen der DAZ nimmt das Landesamt für Denkmalpflege die Halle 116 in die Liste der zu schützenden Denkmäler auf.



Halle 116 (c) DAZ

Die namensgebende Nummerierung der Halle 116 (c) DAZ


Dies geht auch aus einem Gesprächsprotokoll von Peter Feininger und Dietmar Egger hervor, die zusammen mit Ringo Reinhardt als Vertreter der „Initiative Denkort Halle 116“ bei den Fraktionen der CSU und der Grünen vorsprachen. Ein Mitglied der Grünen Stadtratsfraktion sei Zeuge eines Gesprächs eines Mitarbeiters des Landesamts für Denkmalpflege geworden. Demnach sei der Antrag zur Halle 116 genehmigt, womit der Antrag von Stadtrat Volker Schafitel (Architekturforum Augsburg) gemeint war, die Halle 116 unter Denkmalschutz zu stellen.

Die Grüne Fraktion unterrichtete die Initiative auch darüber, dass sie einen Antrag an Oberbürgermeister Kurt Gribl gestellt hat, der vorsieht, die Eigentumsverhältnisse zu klären. Dabei gehe es um den tatsächlichen Eintrag im Grundbuch und um eine Darlegung, welche Durchgriffsmöglichkeiten die Stadt Augsburg auf das Objekt habe. Nach ihrer Sitzung bei den Grünen gingen die Vertreter der Initiative zur CSU-Fraktion und wurden überrascht – im positiven Sinn.

Merkle: Der Stadtrat verkauft die Halle nicht!

Da ein positiver Bescheid des Landesamts für Denkmalpflege im Raum stehe und sich dadurch alle Vorzeichen des Projekts verändern würden, habe Fraktionschef Bernd Kränzle dem anwesenden parteilosen Kulturreferenten Thomas Weitzel „faktisch ins Stammbuch geschrieben, dass nach einem positiven Bescheid des Landesamts für Denkmalpflege der politische Prozess neu aufgerollt werden müsse, eine Sitzung des Ältestenrats notwendig sei und Thomas Weitzel sich mit allen Beteiligten zusammensetzen und eine allseits tragfähige und akzeptable Lösung suchen müsse.“

So das Autorenteam des Gesprächsprotokolls (Feininger/Egger) nach ihrer Sitzung in der CSU-Fraktion. Baureferent Gerd Merkle habe wohl das Bedürfnis gehabt, „das Geplänkel des Kulturreferenten stoppen zu müssen“ und sich festgelegt: „Der Stadtrat verkauft die Halle nicht!“ So wird Merkle in dem veröffentlichten Gesprächsprotokoll zitiert.