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FCA: Luftamt erklärt Ausnahme beim Nachtflugverbot

Die Fragen von Stadtrat Pettinger in Sachen der Aufhebung des Nachtflugverbots für eine FCA-Maschine sind geklärt

Augsburger Flughafen - Foto: Kleeblatt-Film

Nach dem Auswärtsspiel des FCA bei Borussia Dortmund am Abend des 26.02.2018 konnte der FCA-Tross noch in der Nacht zurückkehren und gegen 1 Uhr auf dem Augsburger Flughafen landen. Hierzu musste das Luftfahrtamt Südbayern eine Ausnahmegenehmigung erteilen und das Flughafenpersonal eine Sonderschicht einlegen. Laut einer Presseerklärung des FCA hat sich dafür auch die Stadt Augsburg eingesetzt. Dieser Sachverhalt hatte Stadtrat Christian Pettinger (ÖDP) zu einer Anfrage veranlasst. Pettinger erhielt nun von Augsburgs Bürgermeisterin Eva Weber ein Schreiben mit der Antwort des Flughafens und des Luftfahrtamtes Südbayern.

“Damit sind meine wichtigsten Fragen beantwortet. Insbesondere die Frage nach der Häufigkeit solcher Ausnahmegenehmigungen kann mit durchschnittlich vier Genehmigungen pro Jahr als vertretbar angesehen werden. Die aufgeführten Notfälle müssen natürlich hingenommen werden. Auch die Kostenfrage scheint insofern gelöst, als der Fluggesellschaft die Kosten in Rechnung gestellt werden. Dass das Luftamt – wie sein Leiter Regierungsdirektor Ehinger ausführt – den Fall ausführlich abgewogen habe, muss ich so annehmen”, so Pettinger in einer Pressemitteilung, in der der Augsburger ÖDP-Stadtrat ausführt, dass er anders entschieden hätte. “Wichtig erscheint mir”, so Pettinger, “dass das Luftamt klar formuliert, dass aus dieser Ausnahmegenehmigung sich keinerlei Präzedenzwirkung ergebe, sondern jeder Antrag als Einzelfall geprüft werde.”

Die Frage ob und wer seitens der Stadt Augsburg Einfluss genommen hat, um die Ausnahmegenehmigung beim Luftamt zu befördern, bleibt unbeantwortet. Der FCA hatte sich bei der Stadt für die Unterstützung seines Ansinnens öffentlich bedankt. Vom Luftfahrtamt Südbayern wurde mitgeteilt, dass eine Einbindung der betroffenen Gebietskörperschaften gesetzlich nicht vorgesehen sei, aber sowohl Stadt Augsburg als auch die Gemeinde Affing von der Genehmigung in Kenntnis gesetzt worden seien.

“Nachdem auch mich keinerlei Beschwerden von Anliegern erreicht haben, nehme ich an, dass sich die Flughafenanrainer mit der aktuellen Lärmsituation abgefunden haben. Ich werde aber weiterhin ein Auge auf die laufende Genehmigungspraxis am Flughafen Augsburg haben”, so Pettinger in seinem heutigen Statement.

Foto (c) Kleeblatt Film


Augsburger Hohes Friedensfest wird immaterielles Kulturerbe des Freistaats Bayern

Das Augsburger Hohe Friedensfest, das jährlich am 8. August als städtischer Feiertag begangen wird, ist als eine von zwölf “kulturellen Ausdrucksformen” in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

Friedenstafel auf dem Rathausplatz (c) Stadt Augsburg/ Ruth Pössel

Friedenstafel auf dem Rathausplatz (c) Stadt Augsburg/ Ruth Plössel


Das gab Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle gestern nach der Ministerratssitzung in München bekannt. Auf Anregung des Ministers wird der einzigartige Augsburger Feiertag zudem für die Aufnahme in das Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen.

„Das Augsburger Friedensfest auf der Liste des Bayerischen Landesverzeichnisses des immateriellen Kulturerbes zu sehen, ist für uns natürlich eine besondere Auszeichnung. Letztlich beabsichtigen wir aber natürlich mit dem angestoßenen Bewerbungsverfahren die Eintragung in die Liste des immateriellen Welterbes, da es weltweit keinen ähnlich gearteten Feiertag gibt, der dem Frieden gewidmet ist“, so Kulturreferent Thomas Weitzel.
Das Augsburger Friedensfest entstand im Jahre 1650 anlässlich der Wiedererlangung der freien protestantischen Religionsausübung nach dem Dreißigjährigen Krieg. Seit dem 20. Jahrhundert stellt das mittlerweile ganz bewusst überkonfessionell und interreligiös ausgerichtete Fest mit gegenwärtig über 60 Veranstaltungen die wechselseitige Achtung des Anderen und die Friedenssicherung in den Mittelpunkt. Als Deutschlands einziger städtischer gesetzlicher Feiertag ist das Augsburger Friedensfest das zentrale gesellschaftliche Festereignis.

Auftrag für ein konfliktfreies Miteinander

„Gerade im Hinblick auf die überregionale Wahrnehmung des Friedensfestes kommt dem Schritt eine besondere Bedeutung zu. Der städtische Spezialfeiertag am 8. August ist Ausdruck und Symbol einer Konfliktbewältigung, die den Frieden einer Stadtgesellschaft über Jahrhunderte mahnend in Erinnerung hielt. Angesichts der Herausforderungen von Migration und Diversität trägt das Friedensfest auch für uns heute im Kern den Auftrag in sich, ein konfliktfreies Miteinander auszuhandeln und täglich neu zu gestalten”, so Thomas Weitzel.page2image16720 page2image16880
Rein ideelle Würdigung

Die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes ist eine ideelle Würdigung, die an keine finanzielle Förderung gekoppelt ist. Das Verfahren ist losgelöst von der parallel laufenden Bewerbung mit der Augsburger Wasserwirtschaft um den Titel des UNESCO-Welterbes, da hier die materiellen Kulturgüter/Denkmäler im Vordergrund stehen. Diese Bewerbung ist am 1. Februar dieses Jahres fristgerecht bei der UNESCO- Welterbe-Kommission in Paris eingereicht worden. Eine Entscheidung dazu wird erst für Mitte 2019 erwartet.