Wendejahre
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Heute: Hommage á Astor Piazzolla im Herrenhaus Bannacker

„Ich habe im Tango eine Revolution angezettelt.“ So selbstbewusst darf das nur einer von sich behaupten: Astor Piazzolla, Erfinder des Tango nuevo, der den melancholischen Tanz aus den Kneipen Argentiniens in die Konzertsäle der ganzen Welt holte.

Für Klassikinterpreten wie Gidon Kremer und Daniel Barenboim, aber auch für Jazzgrößen gehören Piazzollas Meisterwerke heute zum festen Repertoire. Doch der Weg aus dem New Yorker Frisiersalon des Vaters über die Tangobars von Buenos Aires bis zum hochangesehen Komponisten war ein steiniger: Geprägt von Zweifeln und Sehnsucht, gespickt mit überraschenden Begegnungen und witzigen Ereignissen und markiert von existenziellen Momenten, Liebes- wie Todeserfahrungen.

Konzertlesung mit Más que Tango

Más que Tango bringt Piazzollas Lebensweg in einer Konzertlesung auf die Bühne. Heiteres, Dramatisches und Nachdenkliches prägen die Erinnerungen und finden Ausdruck in Piazzollas unverwechselbarer Musik voll Rhythmus und Temperament. Mal drängend, mal elegisch, mal mit federndem Schwung: „Ein Leben für den Tango“ berührt mit musikalischer Vielfalt und abenteuerlichen Geschichten.

Für dieses Programm hat sich Más que Tango den Gastmusiker Christian Gerber aus Hamburg ausgesucht, international einer der gefragtesten Bandoneonisten und Tourneepartner von Klassikstar Isabelle van Keulen. Die Lesung übernimmt Katja Schild, bekannt als Sprecherin beim Bayerischen Rundfunk.

Christian Gerber (Bandoneon), Martin Franke (Violine), Iris Lichtinger (Klavier) & Katja Schild (Sprecherin)

Samstag, 17.02.2018, 19 Uhr

Herrenhaus Gut Bannacker, Bannacker 2 in Augsburg

Eintritt: 25 Euro

Foto (c) Más que Tango



Bertolt Brechts Hände im Brechthaus

Stadt Augsburg erwirbt einen Abguss der Hände Bertolt Brechts für das Brechthaus

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Aus dem Nachlass von Hainer (Heinrich) Hill (1913-2001) konnte die Stadt Augsburg mit Unterstützung der Wilhelm-Carl-Nagel-Stiftung Ende vergangenen Jahres weitere wertvolle Exponate erwerben, die nun anlässlich des 120. Geburtstags Bertolt Brechts erstmals der Öffentlichkeit im Brechthaus präsentiert werden. Neben dem von Gerhard Thieme angefertigten Abguss der Hände Brechts ist auch eine weitere, neu in die Sammlung gekommene Version der Totenmaske zu sehen.

Nachdem Bertolt Brecht am 14. August 1956 verstorben war, beauftragte Helene Weigel den Bildhauer Fritz Cremer, der sich zufällig in Berlin aufhielt, ihrem Mann die Totenmaske abzunehmen. Da er Brecht jedoch sehr nahe stand, bat er wiederum seinen damaligen Meisterschüler Gerhard Thieme, diesen Dienst zu übernehmen. Am Vormittag des 15. August 1956 formte Thieme, unterstützt von Cremer, im Schlafzimmer Brechts dem Verstorbenen das Gesicht und wohl auch die Hände ab.

Hill hatte Brecht 1950 am Schauspielhaus in Leipzig kennengelernt, von wo er Ende der Spielzeit nach Berlin wechselte. Am Berliner Ensemble arbeitete er dann von 1950 bis 1953 als Bühnenbildner und Regieassistent mit Brecht zusammen.

Fotos:

Gerhard Thieme, Bertolt Brechts Hände, Abguss, Gips, ungefasst, 1956, Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Inv. Nr. 2017/24, erworben mit freundlicher Unterstützung der Wilhelm-Carl-Nagel-Stiftung, © Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Foto: Andreas Brücklmair

Gerhard Thieme, Totenmaske Bertolt Brecht, Abguss, Gips, ungefasst, 1956, Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Inv. Nr. 2017/23, erworben mit freundlicher Unterstützung der Wilhelm-Carl-Nagel-Stiftung, © Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Foto: Andreas Brücklmair


Open Session mit Improtonik im Höhmannhaus

Eine Veranstaltung der Augsburger Gesellschaft für Neue Musik e.V. in Kooperation mit den Kunstsammlungen und Museen Augsburg

Das Augsburger Musikerkollektiv Improtonik steht für Spontaneität im Kollektiv. Skurrile Klänge, abwechslungsreiche Stimmungen, und das Publikum wird Teil des spontanen Musizierens, als Klang- und Stimmungserzeuger oder auch als Dirigent und Leiter.

Das siebenköpfige und ungewöhnlich instrumentierte Ensemble setzt verschiedenste Improvisationstechniken um und macht vor nichts Halt, um ungewöhnliche Klänge entstehen zu lassen. Dabei wird spontan entschieden, wer der „Chef“ ist: Jeder Improtoniker kann auch Dirigent sein und mithilfe der entwickelten Zeichen im Moment das Geschehen formen, um im Sinne des “instant composing” ein Werk zu schaffen.

Agnes Liberta (Klarinette), Conny von Schenckendorff (Flöte), Sophia Rieth und Maria Wegner (Blockflöten), Sebastian Hausl und Fabian Löbhard (Vibraphon, Percussion), Aarón Vega (E-Gitarre).

Mitgebrachte (kleine) Instrumente sind willkommen.

Samstag, 17.02.18, 19.30 Uhr, Einlass 19.00 Uhr

Neue Galerie im Höhmannhaus, Maximilianstraße 48, 86150 Augsburg


Eintritt frei – Spenden erbeten



Stadt unterstützt Urban Gardening auf städtischen Flächen

Mit den „Richtlinien für Gemeinschaftsgärten“, die der Umweltausschuss im Februar beschlossen hat, und der Bereitstellung geeigneter Grundstücke fördert die Stadt auf ihren Flächen neue Formen urbaner Gärten. Bereits in den beiden nächsten Jahren können an der Pferseer Uhlandstraße 50 Gartenparzellen entstehen.

Reiche Ernte mit urban gardening

Reiche Ernte mit urban gardening (c) DAZ


„Um das Grünflächenangebot im Rahmen der Stadtentwicklung weiter zu verbessern, unterstützt die Stadt Augsburg die Entstehung neuer Gemeinschaftsgärten. Eine breite Vielfalt gärtnerischer Angebote ist mir deshalb ein großes Anliegen“, so Umweltreferent Reiner Erben.

Aktuelle Richtlinien bieten nicht nur einen verlässlichen Rahmen zur Planung und Gestaltung solcher Gemeinschaftsgärten. Sie dienen auch als Richtschnur für die Nutzung und Bewirtschaftung durch einen Trägerverein, der von der Stadt unterstützt wird. Damit ist gewährleistet, dass sich auch Bürgerinnen und Bürger gärtnerisch betätigen können, für die ein Kleingarten keine Option ist.

Um geeignete Flächen und Trägervereine zu finden, arbeiten Umwelt- und Finanzreferent eng zusammen. Ein erstes Grundstück an der Uhlandstraße in Pfersee kann bereits für die gärtnerische Nutzung vorbereitet werden.

Richtlinien zur Planung und Gestaltung von Gemeinschaftsgärten auf städtischem Grund



Filmprojekt „mobil im museum“ – Präsentation der Ergebnisse im Römerlager

Das Projekt „mobil im museum“ bringt Medien, Museen und junge Menschen zusammen. Jugendliche setzen mittels mobiler Endgeräte kreative Ideen rund um das Museum filmisch um und präsentieren zum Ende des Projekts ihre kurzen Videos.

Die Kunstsammlungen und Museen Augsburg haben sich in diesem Jahr mit dem „Römerlager“ im Zeughaus beteiligt und einer Gruppe aus geflüchteten Jugendlichen und Jugendlichen der International School Augsburg eine Plattform geboten. Kooperationspartner für das Projekt sind das JFF – Institut für Medienpädagogik mit der Medienstelle Augsburg, der Bayerische Jugendring, die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern und die Bayerische Sparkassenstiftung.

Bei der Abschlussveranstaltung werden die endgültigen Ergebnisse präsentiert.

Montag, 19. Februar 2018
 um 16.30 Uhr
, Ort: „Römerlager“ im Zeughaus, Zeugplatz 4



Führungen und Veranstaltungen: Angebote der Kunstsammlungen

Führungen und Veranstaltungen: Angebote der Kunstsammlungen vom 22. bis 25. Februar



Donnerstag, 22. Februar

13.00 – 17.00 Uhr: Musikpädagogik der Sing- und Musikschule Augsburg im Mozarthaus. Eintritt frei.

Freitag, 23. Februar

Erster Tag der Ausstellung Nature & Destruction in der Neuen Galerie im Höhmannhaus.

Samstag, 24. Februar

12.00 – 13.00 Uhr: Vorlesezeit im Römerlager für die ganze Familie im Zeughaus, Kinder kostenfrei.

13.00 – 15.00 Uhr: Elternzeit im Römerlager für die ganze Familie im Zeughaus.
 Für Kinder von 4 bis 7 Jahren. Kosten: 8 Euro inkl. Eintritt, nur mit Voranmeldung bis freitags 12 Uhr unter Tel. 0821 324 4112.

14.00 Uhr: Turnusführung durch das Römerlager im Zeughaus. 18.00 Uhr: „In der Nacht noch spät sangen die Telegrafendräht“. Lärmen, Schreien, Töne: Akustische Zeugen des Frontsterbens in Brechts früher Kriegslyrik. Vortrag von Richardt Pickhard mit musikalischer Begleitung anlässlich des Brechtfestivals 2018 im Brechthaus. Eintritt frei.

Sonntag, 25. Februar

11.00 Uhr: Kaiser, Könige und Fürsten. Familienführung im Maximilianmuseum ab 8 Jahren. Max. 20 Teilnehmer, Kosten: nur Eintritt.

13.00 Uhr: Turnusführung durch das Römerlager im Zeughaus. Kosten: nur Eintritt.

13.30 Uhr: Kunst und Kultur kompakt im Schaezlerpalais: Die Passion Christi – verschiedene Darstellungen mit Ernst Weidl, OStD a.D. Kosten: nur Eintritt.

14.00 Uhr: Turnusführung durch das Schaezlerpalais: Deutsche Barockgalerie, Festsaal, Staatsgalerie Alte Meister.

15.00 Uhr: Turnusführung durch die Dauerausstellung im Maximilianmuseum.



Vorträge zur Wechselausstellung in der Ehemaligen Synagoge Kriegshaber

Im Rahmenprogramm zur aktuellen Wechselausstellung „Eine Erinnerung ist eine Erinnerung ist eine Erinnerung? Judaica aus dem Umfeld der Synagoge Kriegshaber“ gibt es zwei Vorträge – über den Kriegshaberer Rabbiner Aron Guggenheimer zusammen mit Rabbiner Isaak Loewi aus Fürth und Samson Wolf Rosenfeld aus Bamberg und über den Jüdischen Handel vor und mit der Stadt Augsburg in der Frühen Neuzeit



Vortrag von Moritz Bauerfeind, M.A., Jüdisches Museum Frankfurt am Main

Nach den Napoleonischen Kriegen bekam Bayern Zuwachs – und mit den neuen Gebieten in Schwaben und Franken verzehnfachte sich die jüdische Bevölkerung des neuen Königreichs. Während der Staat versuchte, darauf mit erzieherischer und repressiver Gesetzgebung zu reagieren, suchten reformorientierte Gemeinderabbiner eigene Wege.



I
hr Leben und Wirken war geprägt von den Fragen nach Integration und Identität, sie beschäftigten sich aber auch mit Maulwurfsplagen und den Tücken der Bratwurst. Mehr als 150 Jahre später, im angespannt-vereinten Europa sind ihre Fragen aktueller denn je.

Donnerstag, 1.3.2018, 19.30 Uhr

Ort: Museumsdependance Ehemalige Synagoge Kriegshaber, Seminarraum, Ulmer Str. 228, 86156 Augsburg, Eintritt: 5,00/3,00 Euro

Vortrag von Prof. Dr. Sabine Ullmann, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Während der Frühen Neuzeit war die Reichsstadt Augsburg von mehreren Vorstadtdörfern umgeben, in denen sich dauerhaft jüdische Niederlassungen etablieren konnten. Die Juden in Kriegshaber, Pfersee und Steppach lebten in dieser Epoche zwar nicht mehr in der Stadt, aber durchaus von der Stadt. Obwohl die jüdischen Kaufleute wichtige Funktionen für das Augsburger Wirtschaftsleben erfüllten, war ihr Handel durch vielfältige Restriktionen beschränkt.

Der Vortrag gewährt anhand der Bestände des Augsburger Stadtarchivs einen Einblick in die von politischen Wechsellagen bestimmte Erwerbspraxis und beschreibt die alltagsgeschichtlichen Dimensionen der Handelskontakte zwischen Juden und Christen.

Dienstag, 6.3.2018, 19.30 Uhr

Ort: Pfarrheim, Kleiner Saal, Ulmer Str. 195a, 86156 Augsburg, schräg gegenüber der ehemaligen Synagoge Kriegshaber , Eintritt: 5,00/3,00 Euro

Vor den Vorträgen gibt es jeweils eine Kurzführung durch die Ausstellung: 18.45 – 19.30 Uhr

Fotos:

F_Karte Bayern_1830: Das Königreich Bayern, Karte von C. F. Hammer, 1830 (© Historisches Lexikon Bayern, online)

F_Karte_Leichenzug: Detail aus der kolorierten Karte von Johann Joseph Veith, 1723, mit der Darstellung eines Leichenzugs zum jüdischen Friedhof Kriegshaber. (© Staatsarchiv Augsburg)



Das Band der jüdischen Tradition – Öffentliche Themenführung im Jüdischen Kulturmuseum

Wie leben religiöse Juden? Welche Bräuche gehören zu ihrem Alltag? Welche Feste feiern sie?

Die öffentliche Themenführung im Jüdischen Kulturmuseum macht zunächst mit der Tora als Grundlage allen jüdischen Lebens bekannt. Anschließend wird Museumsmitarbeiter Dr. Torsten Lattki den Sabbat und die Gebote für koscheres Essen sowie verschiedene mit den jüdischen Lebens- und Jahresfesten verbundene Rituale vorstellen.
 Dabei werden nicht nur die überlieferten Traditionen erläutert, sondern auch der Wandel der jüdischen religiösen Praxis über die Jahrhunderte hinweg thematisiert.

Der Rundgang schließt mit einer Besichtigung der 2017 einhundert Jahre alt gewordenen Synagoge mit ihrer imposanten Architektur und ihrem ungewöhnlichen Bildprogramm.

Mittwoch, 7.3.2018, 18.00 Uhr

Ort: Jüdisches Kulturmuseum, Halderstraße 6-8, 86150 Augsburg

Eintritt inkl. Führung: 6,00/3,00 (erm.) Euro. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.

Foto: F_PM 11: Blick in die Vitrine „Das Jüdische Haus“, Dauerausstellung des Jüdischen Kulturmuseum Augsburg-Schwaben ( © Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben/Franz Kimmel)



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