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FCA begeistert gegen Eintracht Frankfurt

Der FC Augsburg hat am heutigen Sonntag drei wichtige Punkte im Kampf um die internationalen Plätze eingefahren. In der heimischen WWK-Arena konnte der FCA Eintracht Frankfurt mit einem auch in dieser Höhe hochverdienten 3:0-Sieg niederhalten. 27.188 Zuschauer sahen eines der besten Bundesliga-Heimspiele des FCA, da aus einer sicheren Abwehr heraus mit viel Schwung und Tempo nach vorne gespielt wurde. Ja-Cheol Koo schoss die Augsburger in der 19. Minute in Führung. In Hälfte zwei sorgten Michael Gregoritsch (76.) und Marco Richter (89.) mit ihren Treffern für eine entspannte Schlussphase.

Als Eintracht-Trainer Niko Kovac in der 67. Minute Standfußballer Kevin-Prince Boateng auswechselte, brandete Jubel bei den Eintracht-Fans auf, weil Frankfurts Publikumsliebling Marco Fabian nach einem halben Jahr Verletzungspause mit seinem Comeback den entäuschenden Eintracht-Spielgestalter ersetzte. Als Kovac schließlich in der 82. Minute Frankfurts Shootingstar Haller auswechselte, war der Triumph der Augsburger Defensive perfekt: Martin Hinteregger (überragend!) und Danso nahmen Haller aus dem Spiel, Baier und Moravek verwandelten Boateng zu einem wirkungslosen Statisten, während Gregoritsch und Koo immer wieder von Caiuby, Heller und Max in Szene gesetzt wurden. Der FCA war in beiden Halbzeiten die bessere Mannschaft, verwaltete die frühe 1:0-Führung klug und verbuchte einen nie gefährdeten Sieg, der die Augsburger weiterhin im Rennen um die internationalen Plätze hält. Ein Spielbericht von Udo Legner folgt.





„Der stille Architekt“ im Thalia

Architekt Volker Schafitel und Gastronom/Kinobetreiber Franz Fischer haben mit der Veranstaltungsreihe „architektur.film.jazz” im Thalia Kino Am Obstmarkt in Augsburg ein Format entwickelt, das Bildung, Kunst und Unterhaltung dergestalt aufregend verzahnt, sodass man versucht ist zu fragen, warum die stadtbekannten Grantler für dieses Projekt noch keine Ehrungen erhalten haben. Die Film- wie Musikvorstellungen sind montags stets gut besucht und das Cafe Thalia ist für ein paar Stunden der Nabel der Stadt.

Veranstalter Franz Fischer und Volker Schafitel - DAZ-Archiv

Veranstalter Franz Fischer und Volker Schafitel (v.l.) - DAZ-Archiv


Am morgigen Montag, den 5. Februar zeigt das Duo ab 19 Uhr den Film „Der stille Architekt“. Damit ist selbstverstänlich nicht Schaftitel gemeint, sondern Kevin Roche. Regisseur Mark Noonans Dokumentarfilm porträtiert Kevin Roche als einen bescheidenen Architekten, der sein Werk den Vorstellungen einer offenen Gesellschaft widmete. Der Eintritt für den Kinobesuch beträgt 7 Euro. Nach dem Film, gegen 20.30 Uhr gibt es im Cafe Live-Jazz (kostenfrei).

Der irisch-amerikanische Architekt Kevin Roche hat wegweisende und weltbekannte Gebäude wie die Ford Foundation, den Ausbau des Metropolitan Museum of Art, das Fine Arts Center Massachusetts, das Oakland Museum of California u.v.m. entworfen und wurde bereits 1982 mit den Pritzker-Preis ausgezeichnet, der höchsten Ehrung für einen Architekten. Roche hat mit seinem architektonischen Humanismus eine neue Denkungsart in die Architekturgeschichte eingeführt. Im Film kommen neben Roche, der charmant und gewitzt über sein Leben und Werk erzählt, Weggefährten, Kollegen, Kunden und Kunsthistoriker zu Wort.

Anschließend steht ein bemerkenswertes Musiker-Duo auf der Thalia-Bühne: „Latcho Due“. Dabei handelt es sich um ein Gypsy Jazz Projekt bestehend aus zwei jungen Gitarristen, die sich in der Regensburger Innenstadt einen veritablen Ruf mit ihrer Straßenmusik erworben haben. Andreas Köckerbauer (20) und Etienne Wittich (13) spielen beide Gitarre seit sie denken können. Ihr größtes Vorbild dabei ist der 1953 verstorbene Jazzgitarrist und Komponist Django Reinhardt. Mit ihrem Auftritt beim Regensburger Jazzweekend 2017 sorgten sie als jüngste Band für Furore. Am Bass werden sie von Etiennes Vater, Frank Wittich, begleitet.



AEV: „Wir waren nicht bereit zu kämpfen“

Zwei merkwürdig blutleere Heimspiele gegen Straubing und Ingolstadt im Schlussspurt des Ligabetriebs. Pfiffe des Publikums nach den Schlusssirenen. Hämische Kritik an AEV-Trainer Mike Stewart, indem die Augsburger Fans einen Spieler mit Sprechchören feierten, der von Stewart auf die Tribüne beordert wurde. – Was ist faul im Staate Dänemark?

Von Siegfried Zagler

Für Kopfprobleme ist der Trainer verantwortlich: Panther-Trainer Mike Stewart (c) Siegfried Kerpf

Für Kopfprobleme ist der Trainer verantwortlich: Panther-Trainer Mike Stewart (c) Siegfried Kerpf


Ein Trainer, der nach einem bedeutsamen Eishockeyspiel in der anschließenden Pressekonferenz sagt, dass seine Mannschaft im ersten Drittel nicht zu kämpfen bereit gewesen sei, müsste in der Lage sein, diese Ungeheuerlichkeit zu erklären. Doch öffentliche Erklärungen sind offenbar nicht Stewarts Metier. Die mangelnde Bereitschaft der Augsburger Panther, sich in den beiden Heimspielen gegen Straubing und Ingolstadt mit höchster Konzentration und überzeugender Kampfkraft ins Zeug zu legen, wurde jedenfalls vom Augsburger Publikum mit Entsetzen zur Kenntnis genommen: Selten war die Stimmung im CFS in dieser Phase der Saison schlechter als in den beiden zurückliegenden Heimspielen. Selten der Spott der gegnerischen Fans größer: „Augsburg schieß ein Tor, Augsburg schieß ein Tor, schieß ein Tor für uns“, sangen hämisch gestern rund 500 mitgereiste Ingolstädter Fans, die allein für Stimmung im ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion sorgten.

Und dass die Augsburger Fans T.J. Trevelyan, der fit (wie so oft) als überzähliger Ausländer auf der Tribüne saß, während der angeschlagene Trevor Parkes und der bestenfalls mitschwimmende Neuzugang Jordan Samuels-Thomas spielten, mit Sprechchören feierten, ist das erste Anzeichen dafür, dass der AEV-Trainer Mike Stewart nicht mehr sakrosankt ist – für das Augsburger Publikum. Für AEV-Chef Lothar Sigl gilt das offenbar nicht. Sigl schwärmt für Stewart: „Wir können uns in Augsburg glücklich schätzen, einen Trainer von diesem Format zu haben. Ich sehe wie er die Mannschaft führt und einstellt, und ich weiß, wie er trainiert – und daran gibt es nichts, aber auch gar nichts auszusetzen“, so Sigl zur DAZ auf die Frage, ob er noch davon überzeugt sei, dass Stewart der richtige Trainer sei. Doch was sollte Sigl sonst sagen? Schließlich kann sich der AEV einen Trainerwechsel finanziell nicht leisten – und zu diesem Zeitpunkt der Saison wäre diese Maßnahme sportlich ohnehin zu spät.

Wenn man gegen die großen Teams der DEL gewinnt und zugleich im Übermaß gegen Gegner auf Augenhöhe (oder darunter) verliert, muss hinterfragt werden, woran das liegt. Die Fahrigkeit, die die Augsburger-Eishockey-Akteure drittelweise überfällt wie eine unkontrollierbare Virus-Attacke, ist nichts Neues. Daran laborierten die Panther bereits im Novemberloch, als der AEV von acht Spielen sieben verlor. Selbst bei Heimspielen, die siegreich ausgingen, war manchmal das Phänomen zu erkennen, dass die Augsburger nach einer Führung den Faden verlieren, wie zum Beispiel gegen die Düsseldorfer EG.

Womit das zu tun haben könnte, will AEV-Trainer Stewart nicht ernsthaft gefragt werden. („Nächste Frage!“). Falls er dann doch darüber ein paar Sätze verliert, dann über die Schablone („Die Jungs gehen auf dem Zahnfleisch wegen den vielen Spielen in dieser Saison.“) Der DEL-Spielplan gilt aber für alle Mannschaften. Gegen Straubing ließ Stewart nach der schnellen Führung zwei Drittel extrem defensiv spielen, was die Mannschaft nicht wirklich kann. Gegen Ingolstadt „verschlief“ der AEV das erste Drittel, wie Stewart selbst sagte, und nach dem 0:4 hätten die Ingolstädter eben gut verteidigt. Gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Straubing fehlte dem AEV aber ebenfalls Durchschlagskraft und Kreativität im Sturm. In beiden Heimspielen zeigten die Gäste mehr Kampfkraft und Spielwitz. Eigenschaften, die T.J. Trevelyan auf den Leib geschrieben sind.

Es müsse eben alles Mögliche zu 100 Prozent zusammenspielen, wenn man eine Saison wie die vorangegangene, die der AEV auf Platz 6 abschloss, wiederholen möchte, sagte Lothar Sigl zur DAZ. Dabei hätte es bereits ausgereicht, wenn man gegen Vereine wie Straubing, Schwenningen und Iserlohn von 36 möglichen Punkten 18 Punkte oder 20 Punkte geholt hätte (dann stünde Augsburg jetzt auf Platz 6) – und nicht nur 9 Punkte (25 Prozent), wie es in dieser Saison der Fall war.

Die Play-offs wurden nicht gestern gegen Ingolstadt verschlafen und verschenkt, sondern im Lauf der gesamten Saison, die einen AEV mit zwei Gesichtern zeigte. Einmal Hui, einmal Pfui, einmal konkurrenzfähig, einmal unterirdisch. Das nennt man ein „Kopfproblem“ – und dafür ist der Trainer verantwortlich.



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