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„Ein KZ-Außenlager ist kein Spekulationsobjekt“ – Initiative zur Halle 116 setzt Stadt unter Druck

Lange hat sich die Stadt Augsburg Zeit gelassen, das historische Erbe der Halle 116 einer angemessenen Nutzung zuzuführen. In der Halle befand sich ein Außenlager des KZ-Dachau. Nun hat sich eine Bürgerinitiative neu aufgestellt: „Initiative Denkort Halle 116“.

Halle 116 (c) DAZ

Halle 116 (c) DAZ


Damit steht die Stadt unter genauer Beobachtung und unter politischem Druck, denn das Bündnis setzt sich aus einer Reihe von Initiativen und Persönlichkeiten zusammen, die in der Stadt fest verankert sind und mobilisierungsfähig wären, käme es zu einem größeren Nutzungskonflikt bezüglich eines Gedenkortes im Kontext der Naziverbrechen.

„Die Initiative Denkort sieht mit großer Sorge, dass die Stadt ihre Ziele, die sie für die weitere Nutzung der Halle beschlossen hat, nicht konkretisiert. Die Halle, die komplett als Gemeinbedarfsfläche geplant war, wurde zum größten Teil in eine Gewerbefläche umgewandelt. Damit will man wohl einem privaten Investor entgegenkommen“, heißt es in einem Statement der Initiative, die sich vergangene Woche konstituierte und zu einer Sitzung eingeladen hatte, bei der auch der zuständige Kulturreferent Thomas Weitzel zugegen war. Weitzel wurde aufgetragen, die Halle als Gemeinbedarfsfläche zu sichern und in das Eigentum der Stadt Augsburg zu bringen. Nur dadurch könne sichergestellt werden, dass in dem Gebäude eine Nutzung erfolge, die die Vergangenheit des Baues würdige und die Pläne der Stadt, hier einen Lern- und Gedenkort zu schaffen, ermögliche.

Halle 116 (c) DAZ

Halle 116 (c) DAZ


„Begrüßt wurde, dass der Kulturreferent in der Halle Raum für die Erinnerungskultur in Augsburg sieht und er das Konzept von Professor Gassert eine Leitplanke für die künftige Nutzung eines Teils des Gebäudes nennt“, wie es in dem Statement heißt. Das Gassert-Konzept sieht vor, durch die Halle einen Geschichtspfad zu legen der die Entwicklung das Baues von seiner Entstehung als Teil einer Nazikaserne, über die Verwendung als KZ-Außenlager, bis zu seiner Nutzung durch das US-amerikanische Militär dokumentiert. Die Initiatoren zeigten sich darüber sehr irritiert, dass die Halle zu einem Großteil von einem privaten Investor genutz werden solle und zirka nur ein Viertel des Gebäudes als Gedenkort vorgesehen sei, da die Stadt kein Geld für eine große Lösung habe.

„Ein KZ-Außenlager ist kein Spekulationsobjekt“, heißt es in der Erklärung der Gruppe. Vor wenigen Wochen wurde von Stadtrat Volker Schafitel ein Antrag an die Denkmalbehörde gestellt: Die Halle solle in die Liste der denkmalgeschützten Gebäude aufgenommen werden. Eine Entscheidung darüber ist noch nicht getroffen worden.

Die Erklärung wird unterstützt durch zahlreiche Einzelpersonen und folgende Organisationen:

Augsburger Friedensinitiative (AFI), AWO Schwaben, Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Gruppe Augsburg, Redaktion www.forumaugsburg.de, Reinhold Forster – geschichtsagentur augsburg, Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., Regionalgruppe Augsburg, GEW KV Augsburg, Marcella Reinhardt – Regionalverband Sinti und Roma, Miriam Friedmann MA und Dr. Friedhelm Katzenmeier, Stolpersteininitiative Augsburg und Umgebung, VVN-BdA Kreisvereinigung Augsburg, Bürgeraktion Pfersee.



FCA: Lange Pause für Gouweleeuw

FCA-Abwehrspieler Jeffrey Gouweleeuw, der beim 1:1 im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln am vergangenen Wochenende zur Pause verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, wird Trainer Manuel Baum in den kommenden Wochen fehlen.

Kapselriss im Knie: Jeffrey Gouweleeuw bleibt das Pech treu

Teilriss des Innenbandes im Knie: Jeffrey Gouweleeuw bleibt das Verletzungspech treu (c) DAZ


Der Niederländer, der bis zum Spiel in Köln in dieser Saison noch keine Minute verpasst hatte und großartige Leistungen auf den Platz brachte, erlitt in der Partie einen Teilriss des Innenbandes im linken Knie. Dies ergaben die Untersuchungen am Montag. Der 26-Jährige wird nicht operiert, sondern konservativ behandelt.

„Es ist schade, dass ich jetzt diese Verletzung erlitten habe, weil ich mich in dieser Saison richtig gut gefühlt habe“, sagt Jeffrey Gouweleeuw. „Aber ich werde in den kommenden Wochen in der Reha alles geben, um so schnell wie möglich wieder fit zu werden und der Mannschaft wieder auf dem Platz helfen zu können.“

20.000 Euro Geldstrafe für den FC Augsburg

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den FC Augsburg im Einzelrichterverfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen zweier Fälle eines unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger mit einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro belegt. Bis zu 7.000 Euro davon kann der FCA für sicherheitstechnische, infrastrukturelle und gewaltpräventive Maßnahmen verwenden, was dem DFB bis zum 30. September 2018 nachzuweisen ist.

Während des Bundesligaspiels beim VfB Stuttgart am 23. September 2017 wurde mehrmals Pyrotechnik im Gästeblock gezündet. Auch im Rahmen des Bundesligaspiels beim 1. FSV Mainz 05 am 2. Dezember 2017 brannten Augsburger Zuschauer eine größere Anzahl pyrotechnischer Mittel ab.


Politik: Hillesheim tritt aus Brechtkreis aus

Augsburgs Brechtforscher Prof. Dr. Prof. h.c. Jürgen Hillesheim ist aus dem Augsburger Brechtkreis ausgetreten. Als Grund gab Hillesheim die „Politisierung des Brechtkreises“ an. Dem schillernden Augsburger Brechtforscher gefällt es nicht, dass sich der Brechtkreis für eine Resolution gegen Abschiebungen nach Afghanistan stark macht, die dem Augsburger Stadtrat zur Unterzeichnung vorgelegt werden soll.

Jürgen Hillesheim

Jürgen Hillesheim


In dieser Resolution, die vom Augsburger Flüchtlingsrat ausgeht, heißt es, dass sich der Augsburger Stadtrat gegen Abschiebungen von im Verantwortungsbereich der Stadt Augsburg untergebrachten und lebenden Menschen nach Afghanistan aussprechen soll. „Er fordert die Regierung von Schwaben, den Freistaat Bayern und die Bundesregierung auf, keine Abschiebungen nach Afghanistan durchzuführen“, wie es wörtlich in der Resolution heißt.

Von Hillesheims Austritt erfuhr die DAZ gestern in den späten Abendstunden, weshalb weder von Hillesheim noch von dem Vorsitzenden des Brechtkreises, Dr. Michael Friedrichs, eine Stellungnahme zu erhalten war. Bekannt ist allerdings der Sachverhalt, dass sich Jürgen Hillesheim, dessen Forschungsstelle bei der Staats- und Stadtbibliothek eingegliedert ist, in den vergangenen Jahren kaum noch in den Brechtkreis einbrachte. Hillesheim hat die einzigartige „Brechtforschungsstelle“ der Stadt Augsburg seit 1991 inne und gehörte „Kraft seines Amtes“ zu den herausragenden Persönlichkeiten im etwas in die Jahre gekommenen Augsburger Brechtkreis.

Resolution des Augsburger Flüchtlingsrates und der Helferkreise



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