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FCA in Köln: Mit Glück und Geschick ein Punkt für Augsburg

Der FC Augsburg hat am 20. Spieltag beim 1. FC Köln ein 1:1 (0:1) erzielt. Milos Jojic hatte die Kölner in der ersten Halbzeit per Freistoß in Führung gebracht (40.). Caiuby erzielte mit seinem Kopfball-Tor in der zweiten Hälfte der Partie vor 50.000 Zuschauern den Ausgleich für den FCA (78.).

In der Auswärtspartie in Köln setzt FCA-Cheftrainer Manuel Baum auf die gleiche Aufstellung, die in Gladbach die Startformation bildete. In einer insgesamt schwachen Bundesligabegegnung entwickelten die Kölner mehr Willen zum Sieg, zeigten geradlinige Spielzüge nach vorne und generierten auf diese Weise Torchancen, während der FCA trotz technischer Überlegenheit nach vorne in der ersten Halbzeit nicht stattfand und keine einzige nennenswerte Strafraumsituation hatte.

In der 26. Minute legte Daniel Baier mit einem technischen Fehler den Ball Simon Terodde auf, doch der Kölner Mittelstürmer konnte Hitz nicht überwinden. Die nächste große Gelegenheit für Köln vergab ebenfalls Terodde: Diesmal rauschte der Ball knapp am rechten Winkel vorbei (32.).

Nach einem Foul von Rani Khedira an Jojic erhielt Köln einen Freistoß (39.), den  Jojic selbst trat und aus halblinker Position aus 25 Metern über die Mauer zirkelte und im Tor versenkte; Hitz war zwar noch mit der Hand am Ball, konnte aber den Treffer nicht mehr verhindern (40.). Mit einem schmeichelhaften 1:0 Rückstand gingen die Augsburger in die Pause.

Drei Minuten nach Wiederanpfiff hätte der für Gouweleeuew (Knieprobleme) eingewechselte Kevin Danso beinahe ein Eigentor verschuldet, doch Hitz lenkte das Leder geistesgegenwärtig über die Latte. In der 56. Minute legte Terodde auf Salih Özcan ab, der aus zentraler Position links am FCA-Gehäuse vorbeischoss. Die Augsburger hatten Glück, fanden aber nach dieser Aktion langsam ins Spiel und drängten zur Mitte der zweiten Halbzeit auf den Ausgleich.

Caiubys Kopfball bringt den Ausgleich

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 31 25-03-03 84:22 (+62) 78
2.FC Schalke 04 31 16-08-07 49:35 (+14) 56
3.Borussia Dortmund 31 15-09-07 61:41 (+20) 54
4.Bayer 04 Leverkusen 31 14-09-08 55:41 (+14) 51
5.1899 Hoffenheim 31 13-10-08 60:44 (+16) 49
6.RB Leipzig 31 13-08-10 47:47 (0) 47
7.Eintracht Frankfurt 31 13-07-11 41:40 (+1) 46
8.Borussia Mönchengladbach 31 12-07-12 42:48 (-6) 43
9.Hertha BSC 31 10-12-09 38:35 (+3) 42
10.VfB Stuttgart 31 12-06-13 29:35 (-6) 42
11.FC Augsburg 31 10-10-11 40:40 (0) 40
12.Werder Bremen 31 09-10-12 34:38 (-4) 37
13.Hannover 96 31 09-09-13 38:47 (-9) 36
14.VfL Wolfsburg 31 05-15-11 30:40 (-10) 30
15.1. FSV Mainz 05 31 07-09-15 32:49 (-17) 30
16.SC Freiburg 31 06-12-13 26:51 (-25) 30
17.Hamburger SV 31 06-07-18 24:48 (-24) 25
18.1. FC Köln 31 05-07-19 31:60 (-29) 22
Schließlich hatte der FCA in der 67. Minute gleich mehrere Chancen: Zunächst scheiterte Michael Gregoritsch aus kurzer Distanz an FC-Tormann Timo Horn, dann blockte Jonas Hector den Nachschuss von Alfred Finnbogason. Die Augsburger nahmen endlich Fahrt auf: Zuerst schoss Caiuby das Spielgerät aus spitzem Winkel über das Kölner Tor (72.). Bei der nächsten Gelegenheit zog der Brasilianer aus der Distanz ab, der Ball wurde unhaltbar abgefälscht und flog aber im hohen Bogen knapp am Kölner Tor vorbei (76.). Im dritten Anlauf versenkte Caiuby nach einem Eckball von Max das Spielgerät in der Luft stehend mit einer Kopfball-Bogenlampe im Tor – 1:1 (78.) – 1:1!

Nur zwei Minuten später rettete Hitz bei einem Jojic-Freistoß den Ausgleich (79.). Köln investierte in den letzten Minuten des Spiels alles, wollte den Sieg und Sehrou Guirassy hatte in der dreiminütigen Nachspielzeit die Top-Gelegenheit zum Siegtreffer, doch der Schuss des Franzosen strich wenige Millimeter am linken Pfosten vorbei (90.+1.). Der FCA konnte schließlich mit Glück und Geschick einen Punkt aus Köln mitnehmen.

„Wir hatten vielleicht das schwierigste Spiel an diesem Spieltag, denn in Köln herrscht riesige Euphorie. Wir haben in der ersten Halbzeit defensiv gut gestanden, aber im Spiel nach vorne zu viele einfache Fehler gemacht. Nach der Pause haben wir uns dann einige gute Möglichkeiten erspielt, sind quasi „all-in“ gegangen und haben uns mit einem Punkt belohnt. Es gibt aber auch noch einiges auszuarbeiten. Wobei man auch klar sagen muss, dass es der Gegner richtig gut gemacht hat.“ So kommentierte FCA-Trainer Manuel Baum das Geschehen.

Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) trifft Augsburg in der WWK-Arena auf Eintracht Frankfurt.

FCA: Marwin Hitz; – Jeffrey Gouweleeuw; Martin Hinteregger; Daniel Opare; Philipp Max; – Ja-Cheol Koo; Rani Khedira; Daniel Baier; Michael Gregoritsch; Francisco da Silva Caiuby; – Alfred Finnbogason;

Eingewechselt: Kevin Danso (46.); Marcel Heller (46.); Sergio Córdova (77.);

Ausgewechselt: Jeffrey Gouweleeuw (46.); Ja-Cheol Koo (46.); Rani Khedira (77.); –

Auswechselbank: Andreas Luthe (TW); Raphael Framberger; Jan Moravek; Jonathan Schmid;

Tore:

0:1 Milos Jojic (40.)

1:1 Francisco da Silva Caiuby (78.)

Zuschauer: 49900





FCA in Köln: Das Finnbogason-Rätsel geht in die nächste Runde

Als der FCA im dritten Spiel der Hinrunde dieser Saison in der heimischen WWK-Arena den 1.FC Köln mit 3:0 besiegte, stand Alfred Finnbogason nach dem Schlusspfiff gutgelaunt vor zahlreichen Kameras und zeigte sich bescheiden, obwohl er alle drei Tore erzielt hatte und nach seinem ersten Dreierpack in der Bundesliga zum Shootingstar avancierte. Am letzten Spieltag der Hinrunde sollte ihm das gleiche Kunststück gegen Freiburg gelingen.

Von Siegfried Zagler

Wenn er trifft, punktet der FCA: Alfred Finnbogason (c) Siegfried Kerpf

Wenn er trifft, punktet der FCA: Alfred Finnbogason (c) Siegfried Kerpf


Mit elf Toren aus 19 Spielen rangiert der Isländer in der aktuellen Bundesliga-Rangliste auf Platz 3, hinter den Topstars Lewandowski und Aubameyang und auf den ersten Blick sieht die Bilanz des Isländers in dieser Saison ausgezeichnet aus. Schaut man aber genauer hin, fällt auf, dass Finnbogason acht seiner elf Tore in drei Spielen erzielte, und somit in elf von 19 Spielen ohne Treffer blieb. Man kann es auch so sagen: Finnbogason hat in drei Spielen mit Toren überzeugt und in 16 Spielen gerademal drei Tore  geschossen, darunter die beiden gegen Bremen und Mainz verwandelten Elfmeter. (Elfmetertore sind kein Spezifikum für Mittelstürmer).

Alfred Finnbogason ist ein Phänomen, das sich, pars pro toto, mit dem Spielverlauf beim Spiel gegen Freiburg gut darstellen lässt: Die Partie hatte kaum angefangen, als der FCA in Führung ging. Dann verlor der FCA im weiteren Fortgang immer mehr den Faden und geriet völlig zurecht mit 3:1 in Rückstand. In der Nachspielzeit fielen schließlich unerwartet zwei FCA-Tore, die einander sehr ähnelten: Flanke-Kopfballtor. Man muss nicht betonen, dass Finnbogason alle drei FCA-Tore erzielte, sondern eher darauf hinweisen, dass der Augsburger Mittelstürmer über 90 Minuten ziemlich blass blieb, nie richtig im Spiel war, kaum einen Zweikampf gewann, Bälle verlor, keine Torgefährlichkeit ausstrahlte und im Grunde einen Flaschenhals im Angriff der Augsburger bildete, und somit in einem hohen Maß an der vergurkten Partie mitgewirkt hat.

Natürlich darf man sich nicht darüber wundern, dass Finnbogason nach der Freiburg-Partie als Tor-Held gefeiert – und von der Sportpresse mit Bestnoten ausgezeichnet wurde. “Alfred ist eine Sensation”, sagte FCA-Coach Manuel Baum anschließend. Mittelstürmer werden an Toren gemessen und nach Rafael, Mölders, Bance, Matavz und Co. hat der FCA mit dem sympathischen Isländer nach vielen Jahren endlich einen Mann in der Sturmmitte, der eine Quote vorweisen kann. Wen soll es in Augsburg dann noch kümmern, dass sich Finnbogason mit der Ballkontrolle schwertut und wie ein B-Jugendlicher in Dribblings geht? 

In der Kölner Arena wird heute auf der Kölner Seite ein Mittelstürmer auflaufen, der ganz andere Qualitäten hat und dem FC die Hoffnung zurückgebracht hat: Simon Terodde. Der zwei Millionen Euro teure Wintereinkauf, der vom VfB Stuttgart kam, hat in zwei gewonnenen Rückrundenpartien dreimal getroffen. “Köln lebt wieder”, sagt Terodde – und hat Recht. “Wehe, wenn sie losgelassen”, könnte man über den Tabellenletzten sagen, der sich mit einem neuen Trainer und viel Leidenschaft in einen Flow geschossen hat, und deshalb jede Mannschaft schlagen kann. Der FCA muss sich also warm anziehen, wenn er in Müngersdorf bestehen will.

Kurz vor dem Köln-Spiel gab der FCA eine weitere Personalie bekannt: Der koreanische Nationalspieler Dong-Won Ji hat seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag beim FC Augsburg um ein Jahr bis zum 30. Juni 2019 verlängert. Dennoch wird der 26-jährige in der Rückrunde nicht das FCA-Trikot tragen, sondern wird bis zum Saisonende an den Zweitligisten SV Darmstadt 98 ausgeliehen. Über die Ausleihmodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart.

„Ich habe ein großes Ziel vor Augen und möchte gerne mit meinem Heimatland an der Weltmeisterschaft in Russland teilnehmen. Um zum Kader zu gehören benötige ich Spielrhythmus, den ich in der Hinrunde aber nicht so hatte, wie ich mir das gewünscht habe“, begründet Ji den kurzfristigen Wechsel.