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AEV gelingt gegen Krefeld ein Kantersieg

Die Augsburger Panther haben sich mit einem 7:1-Kantersieg gegen die Krefeld Pinguine im Kampf um die Playoffs zurückgemeldet. Die Treffer für den AEV erzielten Mark Cundari (5.), David Stieler (9.), Christian Kretschmann (14.), Evan Trupp (15.), Hans Detsch (23.), Matt White (31.) und Drew LeBlanc (32.). Für Krefeld war Martin Schymainski erfolgreich (29.).

Foto: (c) Sport-in-Augsburg.de

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Mike Stewart musste sein Team im Vergleich zum Spiel am Freitag in Iserlohn umstellen, denn Trevor Parkes und Michael Davies standen nicht zur Verfügung. Dafür rückten Simon Sezemsky und T.J. Trevelyan in die Mannschaft. Und Trevelyan war auch an der ersten Chance beteiligt, als er den Puck hart zum Tor brachte, aber Thomas Holzmann an Patrick Klein im Krefelder Tor scheiterte (1.). Der AEV war aber das aktivere Team und belohnte sich in der fünften Spielminute. White legte zurück auf Cundari und der zielte ganz genau und traf zur 1:0-Führung.

In Überzahl hätten die Panther durch Cundari (7.) und Sezemsky (2x 8.) nachlegen können, aber die Fans konnten erst kurz danach ein zweites Mal jubeln. Klein konnte gegen Kretschmann noch parieren, aber Stieler, der den Angriff eingeleitet hatte, stand goldrichtig und staubte zum 2:0 ab (9.).

Panther ziehen davon

  Team GP
Spiele
PTS
Punkte
DIFF
Tordifferenz
W
Siege
OTW
Siege Verlängerung
SOW
Siege Penaltyschießen
L
Niederlagen
OTL
Niederlagen Verlängerung
SOL
Niederlagen Penaltyschießen
01 EHC Red Bull München RBM 52 107 183-128 30 4 2 11 4 1
02 Eisbären Berlin EBB 52 101 169-131 29 2 2 13 1 5
03 Thomas Sabo Ice Tigers NIT 52 100 152-126 25 5 5 12 3 2
04 ERC Ingolstadt ING 52 79 147-137 20 4 2 19 4 3
05 Adler Mannheim MAN 52 78 151-149 21 1 5 22 2 1
06 Kölner Haie KEC 52 77 148-142 21 5 0 22 1 3
07 Grizzlys Wolfsburg WOB 52 76 153-146 19 3 3 20 5 2
08 Iserlohn Roosters IEC 52 76 138-154 21 3 3 24 1 0
09 Pinguins Bremerhaven BHV 52 75 146-163 21 4 0 23 2 2
10 Schwenninger Wild Wings SWW 52 74 123-130 19 5 2 23 2 1
11 Düsseldorfer EG DEG 52 68 133-154 17 2 2 22 7 2
12 Augsburger Panther AEV 52 65 151-158 17 2 2 25 1 5
13 Straubing Tigers STR 52 61 137-177 17 0 2 27 2 4
14 Krefeld Pinguine KEV 52 55 141-177 11 2 4 25 7 3
W
enig später jubelten auch die Gäste, aber der Treffer von Christoph Gawlik wurde nach Videostudium zurecht aberkannt, weil Marcel Müller Olivier Roy behindert hatte (11.). In dieser Phase brachten die Pinguine viele Scheiben zum Tor und näherten sich einem möglichen Anschlusstreffer an, aber der Treffer fiel auf der anderen Seite. Jaroslav Hafenrichter bediente bei einem Konter Kretschmann vor dem Tor und dieser musste nur noch den Schläger hinhalten (14.). Die Gastgeber waren aber noch nicht satt und erhöhten durch Trupp, der eine Hereingabe von Brady Lamb stark abfälschte, sogar auf 4:0 (15.).

In diesem Tempo ging es auch im Mitteldrittel weiter. Klein wehrte gegen Aleksander Polaczek ab, aber Detsch stand goldrichtig und staubte ab. Es war Detschs erster DEL-Treffer überhaupt (23.), der damit auch Kleins Nachmittag beendete.

Detsch mit Debüt-Treffer

Für ihn kam Dimitri Pätzold ins Tor und der sah erstmal den ersten Treffer der Gäste. Nach einer Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Mikko Vainonen schickte Patrick Seifert Schymainski in Unterzahl auf die Reise und dieser blieb alleine vor Roy cool (29.). Doch der AEV schlug in Überzahl zweimal zurück und entschied damit das Spiel endgültig. In der 31. Minute markierte White zunächst das 6:1 und 61 Sekunden später besorgte LeBlanc den siebten Treffer (32.).

Dienstag kommt München

Die Panther brachten diesen klaren Sieg anschließend souverän über die Runden. Erwähnenswert war leider nur noch, dass im Schlussdrittel mit LeBlanc und Hafenrichter zwei weitere Angreifer verletzt vom Eis mussten.

Mike Stewart hofft, dass der ein oder andere Spieler bald wieder fit ist, denn bereits am Dienstag geht es mit dem nächsten Heimspiel weiter. Der Deutsche Meister EHC Red Bull München ist zum letzten Derby der Hauptrunde im Curt-Frenzel-Stadion zu Gast. Am Donnerstag müssen die Panther dann zu den Schwenninger Wild Wings, ehe am kommenden Sonntag die Straubing Tigers nach Augsburg kommen.



Bundesparteitag: SPD stimmt für Aufnahme von Koalitionsverhandlungen

Die SPD hat sich auf ihrem Sonderparteitag in Bonn für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union durchgerungen.

Eine knappe Mehrheit der Delegierten (56 Prozent) macht somit den Weg für eine Fortsetzung der GroKo frei. Beschlossen wurden aber auch Nachbesserungen bei den getroffenen Sondierungsabsprachen in wichtigen Politikfeldern. Sollten die nun anstehenden Koalitionsverhandlungen zwischen der SPD und den Unionsparteien zu einem Koalitionsvertrag führen, könnte dieser von den Mitgliedern mittels Urabstimmung noch kassiert werden.

Martin Schulz gab auf dem Parteitag ein schwachen Bild ab. Er erhielt nur schwachen und kurzen Applaus für seine kraftlose Rede. Den Ausschlag des Gewinnpunktes für die Zustimmung darf man Andrea Nahles zuschreiben. Die SPD-Fraktionschefin sah bei einer Neuwahl dunkle Wolken auf die SPD zukommen und plädierte emotional für Koalitionsverhandlungen mit der Union. Die Bürger würden die SPD für verrückt halten und sagen, sie hätte doch das meiste durchsetzen können, wenn die SPD mit dem erreichten Sondierungsergebnis und den zusätzlichen Forderungen in eine Neuwahl ziehen würde. Es könne nicht sein, dass die SPD nur noch mitregiere, wenn sie absolute Mehrheiten habe oder in einem derzeit illusorischen Linksbündnis regiere. „Das ist Blödsinn, verdammt noch mal“, donnerte Nahles in den Saal. Im Gegensatz zu Schulz erhielt Nahles für ihre leidenschaftliche Rede frenetischen Beifall.



AVV-Tarifreform: SPD-Basis nimmt Eva Weber und CSU unter Beschuss

SPD-Ortsvereine geißeln die von CSU und Grünen im Stadtrat beschlossene Tarifreform des AVV. Die Tarifreform sehe teils erhebliche Verschlechterungen und Verteuerungen für Gelegenheitsfahrer und spezielle Abonnentengruppen vor.

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AVV-Reform schlägt bei der Politik auf und bringt Eva Weber und Stadtregierung in Schwierigkeiten


Der Ärger der Genossen richtet sich gegen die Abschaffung der Zone 10 bei den Bartarifen, die Anzahl der Haltestellen, die mit dem Kurzstreckenticket zurückgelegt werden können und gegen die Regelung, dass Senioren erst ab 9:00 Uhr statt bisher ab 8:00 Uhr fahren dürfen. „Dem Fass den Boden ausgeschlagen hat allerdings die Tatsache, dass die Bürgermeister in den angrenzenden Landkreiskommunen, wie Gersthofen, Neusäß und Stadtbergen, besser verhandelt haben und für ihre Bürger Härten vermeiden konnten“, so der SPD Ortsvereinsvorsitzende Sebastian Weißkirchen.

Hintergrund ist, dass die Bürgermeister im Landkreis ihre Kommunen im Falle drohender Verschlechterungen jeweils auf die Zonengrenze gelegt haben. Damit ist lediglich der günstigere Tarif zu entrichten. Ein Kunstgriff, der den AVV zirka 400.000 Euro im Jahr kostet. „Die Fahrt von der Ortsmitte Bergheim nach Göggingen oder die Fahrt vom Theodor-Heuss-Platz zur Universität ist für 2,90 Euro beim Einzelfahrschein zu haben“, erklärt der Bergheimer Ortsvereinsvorsitzende Robert Kratzsch. „Die Fahrt vom äußersten Stadtteil Gersthofens ins Augsburger Zentrum kostet genauso viel. Daran kann man sehr gut sehen, wer gut verhandelt hat und wer nicht“.

Kratsch reitet eine Speerspitze gegen die für den Nahverkehr zuständige Wirtschaftsreferentin der CSU, Eva Weber. Diese habe immer wieder beteuert, dass mehr nicht rauszuholen sei in den Verhandlungen zwischen Stadt und betroffenen Landkreisen, so Weißkirchen. „Nicht einmal beim Seniorenticket sei die CSU zu Zugeständnissen bereit gewesen“, weil das mit den Landkreisen nicht zu verhandeln gewesen sei. „Da wundert es einen schon sehr, was im Vergleich dazu die Landkreisgemeinden durchbekommen haben“, so Weißkirchen weiter.

Die SPD Ortsvereinsvorsitzenden fordern jetzt Nachbesserungen. Dazu gehört ein Seniorenticket ab 8.00 Uhr genauso, wie die Wiederherstellung der Zone 10 in den Bartarifen. „Mittelfristig ist das Ziel der SPD aber die Einführung eines 365-Euro-Tickets“ in Augsburg. Für einen Euro am Tag ein Jahr lang mit den Öffentlichen unterwegs. Das haben wir als SPD bereits 2016 als Zielvorgabe formuliert“, so Kratzsch. Dabei setzt die SPD aber nicht allein auf den AVV. Hier sei der Freistaat gefragt. Bei der Einführung eines solchen Tickets gingen der Stadt nämlich hohe staatliche Zuschüsse etwa bei den Kosten der Schülerbeförderung verloren. „Es kann doch nicht sein, dass wir etwas für die Attraktivität des Nahverkehrs tun und dann vom Freistaat durch den Wegfall von Zuschüssen bestraft werden“, erklärt Kratzsch. „Wir sind gut beraten, das Thema Mobilität umfassend anzupacken und so viel Autoverkehr wie möglich zu vermeiden. Das geht nur mit einem attraktiven ÖPNV“, erklärt Weißkirchen abschließend.



Bundesliga: HSV feuert Gisdol

Der Vorstand des HSV und Manager Jens Todt haben heute Vormittag verkündet, was im Grunde nach der 0:2 Niederlage gegen Köln am gestrigen Abend unausweichlich war. Markus Gisdol wurde von seinen Trainer-Aufgaben entbunden und ist mit sofortiger Wirkung nicht mehr Cheftrainer des Hamburger Sportvereins.

“Der Verein hat mir mitgeteilt, dass sie mich freigestellt haben”, so Gisdol, der gerne weitergemacht hätte, wie er der Presse sagte. “Vorzeitige Trennungen von Trainern sind grundsätzlich nicht gewollt, aber wir glauben, dass neue Impulse zwingend notwendig sind, um das nach wie vor angestrebte Ziel Klassenerhalt zu erreichen”, erklärt HSV-Chef Heribert Bruchhagen auf der Internetseite des HSV. Dort ist auch zu erfahren, dass über die Nachfolge von Gisdol “sehr zeitnah” entschieden werden soll. In 48 Ligaspielen erreichte Gisdol mit dem Verein 14 Siege, spielte zehnmal Unentschieden und ging 24-mal als Verlierer vom Platz. Der HSV schwebt in großer Abstiegsgefahr, hat fünf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und einen Zähler Abstand auf den Relegationsplatz.



SPD-Parteitag: Stürzt Schulz über die Hürden, die er selbst aufgestellt hat?

“Ihr dürft auf keinen Fall”, das höre man überall, wohin man auch gehe, sagte der Augsburger SPD-Landtagsabgeordnete Harald Güller gestern Abend an der Rezeption des Bonners Hotels, wo die schwäbischen SPD-Delegierten eincheckten.

Von Siegfried Zagler

(c) DAZ

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Güller ist einer von 600 Delegierten, die am heutigen Sonntag auf dem Bundesparteitag der SPD in Bonn darüber abstimmen, ob die SPD den Sondierungsbeschlüssen zustimmen soll oder nicht. Würde der Parteitag dem SPD-Vorsitzenden Martin Schulz folgen, wäre der Weg frei für Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und der SPD. Käme anschließend tatsächlich ein Koalitionsvertrag zustande, müssten die SPD-Mitglieder darüber abstimmen, ob der alte GroKo-Kahn wieder auf Fahrt gehen darf. Die Hürden über die Martin Schulz springen muss, sind also hoch. Dafür hat er selbst gesorgt. Zum einen hat er noch am Wahlabend festgestellt, dass die GroKo abgewählt sei (was rechnerisch offensichtlich falsch war), zum anderen erklärte er sinngemäß, dass man als Partner von Angela Merkel immer nur verlieren könne – und dass es nicht sein dürfe, dass die AfD als größte Oppositionspartei in den Bundestag einziehe.

Dies scheint nun in den Hintergrund zu treten. Aus dem schnellen “Nein” des SPD-Vorsitzenden ist ein zaghaftes “Ja” geworden: Nach dem Scheitern der Jamaika-Runde wurde der Druck auf die SPD so groß, dass die Parteispitze die staatspolitische Verantwortung der SPD als bedeutsamer erachtet als das Überleben der Partei, die ohnehin vor sich hinkränkelt und selten weiß, was sie will. Für Martin Schulz wird es eng werden; sollten die Delegierten die Koalitionsverhandlungen ablehnen, kann Schulz als SPD-Chef einpacken.

Die sieben Delegierten aus der schwäbischen Region, unter ihnen die Augsburger SPD-Chefin Ulrike Bahr, die Augsburger Stadträtin Anna Rasehorn und eben der Augsburger Landtagsabgeordnete Harald Güller würden das in Kauf nehmen. Sie sind GroKo-Kritiker und werden wohl Koalitionsverhandlungen auf der Basis des aktuellen Sondierungspapiers ablehnen.

Harald Güller

Harald Güller


Es ist aber auch vorstellbar, dass das aktuelle Sondierungsergebnis nur dann vom Parteitag als Grundlage für Koalitionsverhandlungen akzeptiert wird, wenn es aus Sicht der starken Landesverbände NRW und Hessen “substanziell verbessert” wird. Die mächtigen Hessen und Nordrhein-Westfalen haben einen gemeinsamen Antrag mitgebracht, der folgende Änderungen zu den Sondierungsergebnissen mit der Union nachzureichen trachtet: die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverhältnissen, die Angleichung der Honorarordnungen für gesetzlich und privat Krankenversicherte, eine Härtefallregelung für den Familiennachzug bei Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus. Koalitionsverhandlungen mit der Union könne es nur geben, wenn “substanzielle Verbesserungen erzielt werden”, wie es in der Begründung des Papiers heißt.

Wie er die Abstimmungssituation auf dem Parteitag einschätze, wollte die DAZ von Güller wissen. “Es wird keine große Mehrheit für ein Ja, aber auch keine große Mehrheit für ein Nein geben”, so Güller, der in der aktuellen Situation eine Minderheitsregierung mit SPD-Tolerierungsvertrag als einzigen Ausweg aus dem SPD-Dilemma sieht.