Wendejahre
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Quo vadis SPD? – Augsburger Jusos geißeln Sondierungsergebnis

Augsburger Jusos verurteilen Vorgehen der Parteispitze und vertreten die Auffassung, dass „ein gemeinsames Regieren mit der Union unmöglich ist“.

Anna Rasehorn und Silke Högg (v.l.)

Anna Rasehorn und Silke Högg (v.l.)


Ob es nach dem Scheitern der Jamaika-Koalition zu einer Neuauflage der Groko von CDU/CSU/SPD kommt, ist derzeit offen, auch wenn es aktuell danach aussieht, da sich die gesamte Bundes-SPD-Führungsspitze nach den Sondierungsgesprächen bereit erklärt hat, einen erneuten Anlauf zu unternehmen. Feststeht dagegen, dass durch den Wechselkurs der SPD-Spitze die Partei vor einer Zerreißprobe steht. Mit Sachsen Anhalt hat sich der erste Landesverband dem großen SPD-Parteitag am 21. Januar bereits gegen eine Groko positioniert, die Bundes-Jusos ebenfalls und nun schießen die Augsburger Jusos scharf.

„Die Jusos Augsburg und Schwaben sind schockiert über die Ergebnisse der Sondierungsgespräche.“ – So beginnt eine Pressemeldung der Jungsozialisten vom heutigen Abend. Im weiteren Text lässt der schwäbische SPD-Nachwuchs kein gutes Haar an den Sondierungsergebnissen: „Ergebnisoffen sollte die Parteispitze der SPD mit der Union verhandeln – so das Versprechen an die Parteibasis. Natascha Kohnen, Vorsitzende der BayernSPD, sprach am Bundesparteitag davon, den Verhandlungstisch zu verlassen, wenn der SPD das Ergebnis nicht passt. Davon war nach fünf Tagen Sondierungsgesprächen nichts mehr zu hören. Ebenso wenig war in dem Sondierungspapier von roten Linien zu lesen, die die Parteispitze ziehen wolle. Keine Bürgerversicherung, keine Erhöhung des Spitzensteuersatzes, keine Rentenreform – dafür die Stärkung der privaten Rentenversicherung, die Abschaffung des Soli und eine Obergrenze, die euphemistisch als „Spanne von 180.000 bis 220.000“ Geflüchteten bezeichnet wird.“

Anna Rasehorn, Vorsitzende der Jusos Schwaben, unterstreicht diese Kritik mit einem dicken Ausrufezeichen: „Die Große Koalition wurde am 24. September mit einem Minus von 14 Prozent klar abgewählt. Auch die Ergebnisse der Sondierungsgespräche und das Verhalten der Union zeigen deutlich, dass ein gemeinsames Regieren mit der Union unmöglich ist. Viele Themen des vergangenen Koalitionsvertrages wie das Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit oder die Finanztransaktionssteuer wurden von der Union vertragsbrüchig blockiert. Auch der Alleingang beim Thema Glyphosat oder die Bezeichnung unserer Basis von Herrn Dobrindt als ‚Zwergenaufstand‘ zeigen, dass die Union kein verlässlicher und respektvoller Vertragspartner ist.“

Auch Silke Högg, Vorsitzende der Jusos Augsburg, stellt klar: „Bei der großen Koalition ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Wir werden gegen die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen auf dem Parteitag am 21. Januar und notfalls für jede Nein-Stimme im Mitgliederentscheid kämpfen. Wir werden nicht auf die Taktik einiger Bundesvorstandsmitglieder hereinfallen, die jetzt Nachverhandlungen der Union fordern. Diesen unbegründeten Optimismus, während der Koalitionsgespräche noch die roten Linien der Partei hineinverhandeln zu können, teilen wir nicht. Denn das Verhandlungsgeschick hat schon bei den Sondierungsgesprächen gefehlt. Lieber jetzt ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!“



Bundesliga-Ticker: Köln lebt, Keita bleibt, Aubameyang fliegt

Die Bundesliga sorgt am Sonntag für Schlagzeilen: Köln besiegt Gladbach und Dortmunds Trainer Stöger wirft Aubameyang aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader. Leipzig gibt Naby Keita nicht zur Winterpause ab.

„Wir geben Naby Keita nicht frühzeitig ab, auch wenn der FC Liverpool sein Interesse an ihm nun noch einmal hinterlegt hat, ihn bereits in diesem Transferfenster verpflichten zu wollen.“ So wird wird Manager Ralf Rangnick auf dem Twitter Account von RB Leipzig zitiert. Man hätte Keita ohnehin nur ziehen lassen, wenn die Reds die im Raum stehende Ablösesumme von zirka 65 Millionen Euro zusätzlich exorbitant erhöht hätten. Da dies nicht der Fall sei, werde dieses Kapitel geschlossen.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 31 25-03-03 84:22 (+62) 78
2.FC Schalke 04 31 16-08-07 49:35 (+14) 56
3.Borussia Dortmund 31 15-09-07 61:41 (+20) 54
4.Bayer 04 Leverkusen 31 14-09-08 55:41 (+14) 51
5.1899 Hoffenheim 31 13-10-08 60:44 (+16) 49
6.RB Leipzig 31 13-08-10 47:47 (0) 47
7.Eintracht Frankfurt 31 13-07-11 41:40 (+1) 46
8.Borussia Mönchengladbach 31 12-07-12 42:48 (-6) 43
9.Hertha BSC 31 10-12-09 38:35 (+3) 42
10.VfB Stuttgart 31 12-06-13 29:35 (-6) 42
11.FC Augsburg 31 10-10-11 40:40 (0) 40
12.Werder Bremen 31 09-10-12 34:38 (-4) 37
13.Hannover 96 31 09-09-13 38:47 (-9) 36
14.VfL Wolfsburg 31 05-15-11 30:40 (-10) 30
15.1. FSV Mainz 05 31 07-09-15 32:49 (-17) 30
16.SC Freiburg 31 06-12-13 26:51 (-25) 30
17.Hamburger SV 31 06-07-18 24:48 (-24) 25
18.1. FC Köln 31 05-07-19 31:60 (-29) 22
Der 1. FC Köln konnte das erste Sonntagspiel für sich entscheiden: Als in einem dramatischen Spiel in der Schlussphase die Gladbacher den Sieg suchten, wurden sie von den Kölnern kalt erwischt: Rausch sprintete links durch und flankte auf den Punkt vor das Tor, wo Terodde Durchsetzungsvermögen zeigte und aus kurzer Distanz einköpfte. Die Kölner haben nun die Gelegenheit am kommenden Samstag beim HSV ihre Wiederauferstehung zu feiern, während die Gladbacher mit dem FCA einen harten Brocken im Rennen um die internationalen Plätze zu bearbeiten haben.

Das Theater um den exzentrischen Stürmer Pierre Emerick Aubameyang geht bei Dortmund wohl in den letzten  Akt: Aus diziplinarischen Gründen steht der Topangreifer kurz vor Anpfiff der Partie gegen Dortmund nicht im Kader. Das dritte Mal, dass Aubameyang aus disziplinarischen Gründen ausgebootet wurde. Nähere Informationen dazu liegen nicht vor.



AEV verliert gegen Kölner Haie

Der Schlussspurt der Augsburger Panther Richtung Play off-Plätze kam heute Nachmittag ins Stottern: Die Kölner Haie besiegten im ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion (6.139 Zuschauer, darunter zirka 1000 Kölner Fans) die Augsburger Panther verdient mit 1:3.

Am Ende gewannen die Kölner verdient 1:3, weil sie ihre Angriffe strukturierter vortrugen - Foto: Siegfried Kerpf


Ein Fehler von Brady Lamb brachte die Kölner kurz vor Ende des ersten Drittels in Fürung.  Ex-Panther Justin Shugg wurde von Lamb ins Spiel gebracht und konnte gegen AEV-Golie Oliver Roy seinen Alleingang verwerten (19.).

Im zweiten Durchgang hatten die Panther Mühe das Match auf Augenhöhe zu halten und hatten beim Ausgleich Scheibenglück als Trevor Parkes einen No-look-Pass von rechts außen vors Tor schlenzte und Kölns Moritz Müller das Hartgummi mit dem Schlittschuh ins eigene Tor lenkte (31.). Die ersten und einzigen Strafzeiten gab es, als Brady Lamb mit Alexandre Bolduc einen Faustkampf ausfochten. Eindeutiger Sieger: Lamb. Ein Zwischenfall mit Tiefenwirkung: Der AEV spielte wieder mit. Parallel lieferten Shugg und Aleksander Polaczek eine kleine Schubserei, was dazu führen sollte, dass vier Spieler auf die Strafbank mussten. Aus dem Spiel heraus gab es keine Strafzeiten, was selten vorkommt und den Kölnern in die Karten spielen sollte.

Das vorentscheidende 2:1 sollte ebenfalls durch einen Abwehrfehler fallen: Corey Potter stand allein neben Roys Kasten und erhielt einen gezielten Pass, nahm die Scheibe an, konnte in Ruhe einen Schritt machen und einnetzen (52.). Auch in der Schlussoffensive als Roy vom Eis ging, verstanden es die Panther nicht, ihre Angriffe zu finalisieren. – Für den AEV geht es am kommenden Wochenende mit den nächsten wichtigen Spielen weiter. Am Freitag treten die Augsburger bei den Iserlohn Roosters an, zwei Tage später geben die Krefeld Pinguine ihre Visitenkarte im Curt-Frenzel-Stadion ab.

—— Foto (c) Siegfried Kerpf



FCA: Erfolgreiche Revanche gegen HSV zum Auftakt der Rückrunde

Flanke Caiuby – Kopfball Koo – Hamburg k.o. So könnte man den 1:0-Heimsieg des FCA gegen den Hamburger SV in der mit 30.087 Zuschauern fast ausverkauften WWK-Arena knapp und knackig kommentieren. In einem an Höhepunkten und Torchancen armen Spiel, das lediglich in Sachen Kampf und Dramatik Niveau hatte, hielt sich der FCA für die unglückliche Niederlage im Volkspark zum Saisonauftakt mit gleichem Resultat schadlos.

Von Udo Legner

Ob es sich bei der Konkurrenz herumgesprochen hat, dass der FCA seine Heimspiele lieber in Richtung Gästeblock-Tor beginnt? Wie schon bei den letzten beiden Heimspielen vermasselten die Hamburger bei der Seitenwahl dem FCA diesen „Heimvorteil“, was die FCA-Fanblocks  mit einem gellendem Pfeifkonzert quittierten, noch bevor der Ball rollte.

Im Vergleich zur letzten Hinrunden-Partie gegen Freiburg hatte FCA-Coach Manuel Baum seine Startelf auf zwei Positionen umgestellt. Für Finnbogason (Achillessehnenprobleme) und Heller begannen Cordova und Koo. Auf der Gegenseite gab HSV-Coach Gisdol auf der Torwartposition erstmal Pollersbeck den Vorzug vor Mathenia. Neben Ekdal und Hunt fiel bei den Hanseaten auch Jungtorjäger Arp (grippaler Infekt) aus.

Hinten hui, vorne pfui

Erstaunlich forsch und schwungvoll legten die Hamburger los. Die Baum-Schützlinge, die in einem 4-2-3-1 Spielsystem agierten, taten sich dagegen schwer, ins Spiel zu kommen. Trotzdem hatte Augsburg die erste Großchance der Partie, doch Caiuby vergab unbedrängt vom Strafraumrand und übersah dabei den völlig freistehenden Cordova (4.Min.). Ähnlich eigensinnig und unglücklich agierte Goalgetter Gregoritsch (15. Min.), der es vorzog, selbst abzuschließen, – sein Schuss konnte von Diekmeier geblockt werden – anstatt den viel besser postierten Caiuby anzupielen. Von da an verflachte das Spiel: Die Augsburger spielten einfallslos und trugen ihre Angriffe grundsätzlich über die linke Seite vor. Zudem hatte es den Anschein, als wäre es Koo und Cordova selbst nicht klar, wohin sie ihre Laufwege führen sollten.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 31 25-03-03 84:22 (+62) 78
2.FC Schalke 04 31 16-08-07 49:35 (+14) 56
3.Borussia Dortmund 31 15-09-07 61:41 (+20) 54
4.Bayer 04 Leverkusen 31 14-09-08 55:41 (+14) 51
5.1899 Hoffenheim 31 13-10-08 60:44 (+16) 49
6.RB Leipzig 31 13-08-10 47:47 (0) 47
7.Eintracht Frankfurt 31 13-07-11 41:40 (+1) 46
8.Borussia Mönchengladbach 31 12-07-12 42:48 (-6) 43
9.Hertha BSC 31 10-12-09 38:35 (+3) 42
10.VfB Stuttgart 31 12-06-13 29:35 (-6) 42
11.FC Augsburg 31 10-10-11 40:40 (0) 40
12.Werder Bremen 31 09-10-12 34:38 (-4) 37
13.Hannover 96 31 09-09-13 38:47 (-9) 36
14.VfL Wolfsburg 31 05-15-11 30:40 (-10) 30
15.1. FSV Mainz 05 31 07-09-15 32:49 (-17) 30
16.SC Freiburg 31 06-12-13 26:51 (-25) 30
17.Hamburger SV 31 06-07-18 24:48 (-24) 25
18.1. FC Köln 31 05-07-19 31:60 (-29) 22
Viele Abspielfehler – vor allem das Passspiel von Daniel Beier war über die gesamte Partie erschreckend – verhinderten, dass das Augsburger Aufbau- und Kombinationsspiel über mehr als zwei, drei Stationen lief. Die Hamburger konnten so zwar die Spielanteile ausgeglichen gestalten, fanden aber keine Mittel gegen das gut gestaffelte und aggressive Augsburger Abwehrbollwerk. In der 39. Minute hatte Cordova seine erste gute Szene, als er nach einem gelungenen Dribbling vom linken Strafraumeck abzog, aber in Pollersbeck seinen Meister fand, der seinen Schuss ungelenk über die Querlatte lenkte. In der Schlussminute der ersten Halbzeit köpfte Koo – ausgerechnet Koo, an dem das Spiel bislang völlig vorbeilief – nach schöner Flanke von Caiuby zur nicht mehr erhofften 1:0-Pausenführung für den FCA ein.

Fazit zur Halbzeit: Nach der Winterpause tut sich der FCA schwer, zu den Mechanismen im Aufbau- und Kombinationsspiel zurückzufinden. Zum Glück heißt der Gegner HSV, der aus den Augsburger Anlaufschwierigkeiten kein Kapital schlagen kann.

Die zweite Halbzeit versöhnte die Fans in der Nordkurve mit der vermeintlich falschen Seitenwahl. Von der Augsburger Offensive war in der zweiten Halbzeit nämlich noch weniger zu sehen als in den ersten 45 Minuten. Das Augsburger Mittelfeld – Fehlanzeige! Die Bälle wurden ein ums andere Mal hoch nach vorne geschlagen, landeten auch meist zuerst auf dem Kopf eines Augsburger Spielers, fanden dann aber selbst nach spektakulären Kopfballstafetten nur allzu selten zum eigenen Mitspieler. Zwar mühten sich die Augsburger, aber das war es auch schon. Die einzige Ausbeute: ein Distanzschuss von Daniel Baier (67. Min.) und ein Pfostenschuss von Gregoritsch (75. Min.). Am Ende der Partie kam immer mehr Hektik ins Spiel. Doch da der HSV auch in der Schlussphase in der Offensive nichts zustande brachte, woran auch der eingewechselte Schipplock (84. Min.) nichts änderte, konnte der FCA den knappen Vorsprung fast ungefährdet über die vierminütige Nachspielzeit retten.

Durch diesen knappen, aber verdienten Sieg gegen den Bundesliga-Dino rückt der FCA zum Rückrundenauftakt auf den siebten Tabellenplatz vor und hat nur noch einen winzigen Punkt Rückstand auf die Europa League-Ränge. Am nächsten Samstag (Spielbeginn 15.30 Uhr) geht es beim Gastspiel gegen den Tabellennachbarn Borussia Mönchengladbach darum, diese vielversprechende Ausgangsposition zu festigen.

FCA Aufstellung: Hitz – Opare , Gouweleeuw , Hinteregger , Max – Khedira , D. Baier  – Koo, Gregoritsch, Caiuby – Cordova.

Einwechslungen: 68. Schmid (für Cordova) 90. + 3 Kacar (für D. Baier).



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