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AEV verliert in Schwenningen

Die Augsburger Panther haben einen herben nach dem großen Heimsieg gegen München einen Dämpfer im Kampf um die Playoffs hinnehmen müssen. Bei den Schwenninger Wild Wings unterlag der AEV mit 1:3. Das einzige Tor für die Panther erzielte Drew LeBlanc kurz vor Schluss (60.). Die Treffer für Schwenningen markierten Damien Fleury (1.), Stefano Giliati (38.) und Markus Poukkula (51.).

  Team GP
Spiele
PTS
Punkte
DIFF
Tordifferenz
W
Siege
OTW
Siege Verlängerung
SOW
Siege Penaltyschießen
L
Niederlagen
OTL
Niederlagen Verlängerung
SOL
Niederlagen Penaltyschießen
01 EHC Red Bull München RBM 52 107 183-128 30 4 2 11 4 1
02 Eisbären Berlin EBB 52 101 169-131 29 2 2 13 1 5
03 Thomas Sabo Ice Tigers NIT 52 100 152-126 25 5 5 12 3 2
04 ERC Ingolstadt ING 52 79 147-137 20 4 2 19 4 3
05 Adler Mannheim MAN 52 78 151-149 21 1 5 22 2 1
06 Kölner Haie KEC 52 77 148-142 21 5 0 22 1 3
07 Grizzlys Wolfsburg WOB 52 76 153-146 19 3 3 20 5 2
08 Iserlohn Roosters IEC 52 76 138-154 21 3 3 24 1 0
09 Pinguins Bremerhaven BHV 52 75 146-163 21 4 0 23 2 2
10 Schwenninger Wild Wings SWW 52 74 123-130 19 5 2 23 2 1
11 Düsseldorfer EG DEG 52 68 133-154 17 2 2 22 7 2
12 Augsburger Panther AEV 52 65 151-158 17 2 2 25 1 5
13 Straubing Tigers STR 52 61 137-177 17 0 2 27 2 4
14 Krefeld Pinguine KEV 52 55 141-177 11 2 4 25 7 3
Bei den Panthern feierte Jordan Samuels-Thomas sein Debüt an der Seite von Hans Detsch und Aleksander Polaczek und deutete seine Klasse durchaus an. Der Neuzugang rückte für Simon Sezemsky ins Team, musste aber früh den ersten Gegentreffer von der Bank aus verfolgen. Es war noch nicht einmal eine Minute gespielt, als Fleury zum 1:0 abstaubte. Zuvor hatte Olivier Roy gegen Dominik Bittner pariert (1.). Und die Wild Wings blieben am Drücker und dominierten die Anfangsphase. Gabe Guentzel rettete in der dritten Spielminute auf der Linie beim Schuss von Istvan Bartalis. Die Panther fanden in den ersten zehn Minuten offensiv im Grunde nicht statt – die erste Chance hatte Polaczek, der aber über das Tor von Dustin Strahlmeier schoss (11.). Zudem hatte Arvids Rekis kurz vor der ersten Pause eine gute Gelegenheit (19.), aber trotz der Leistungssteigerung war die Führung der Wild Wings nach 20 Minuten verdient.

Giliati erhöht



Im zweiten Drittel hatte Poukkula kurz nach Wiederbeginn das 2:0 auf dem Schläger, aber Roy parierte stark (22.). Der AEV wurde dennoch von Minute zu Minute stärker und war das optisch überlegene Team. Chancen gab es auch, aber Thomas Holzmann (23.), Guentzel in Überzahl (25.) oder Samuels-Thomas (32.) konnten diese nicht nutzen. Effizienter präsentierten sich die Hausherren, bei denen Giliati bei einen Konter äußerst sehenswert auf 2:0 erhöhte (38.). Der AEV war um eine schnelle Antwort bemüht, aber die bisher beste Chance des Spiels ließ Scott Valentine elf Sekunden vor der zweiten Pause ungenutzt (40.).

Poukkula macht alles klar

Im Schlussdrittel erhöhte die Truppe von Mike Stewart weiter das Risiko und bestimmte nun eindeutig das Geschehen. Schwenningen stand aber stark in der Defensive und so wurde es fast nur aus der Distanz gefährlich. Die Wild Wings verlagerten sich auf Konter und nutzten einen solchen zur Entscheidung, als Poukkula Roy mit einer starken Bewegung keine Chance ließ (52.).

Die Panther kämpften zwar weiter, aber das Ehrentor von LeBlanc kam zu spät (60.). Für den AEV geht es nun am Sonntag zu Hause um 16:30 Uhr gegen die Straubing Tigers weiter.



Italienische Reise: Auf den Spuren von Helmut Haller

Während in Augsburg der Helmut-Haller-Platz nicht aus den negativen Schlagzeilen kommt und auf eine merkwürdige Weise den Namen eines Mannes in Ehren hält, der zusammen mit Fugger und Brecht zu den großen historischen Persönlichkeiten der Stadt zählt, lebt die Augsburger Legende in Italien unsterblich im Fußballgedächtnis weiter.

Von Udo Legner

In Bologna waren es wie im Vorjahr in Neapel die unvorhergesehenen Unternehmungen, die einen Xmas-Blues erst gar nicht aufkommen ließen. Das ging gleich bei unserer Ankunft in Bologna los mit einer dreitägigen digitalen Diät. In unserem Hotel wollte das WLAN partout nicht funktionieren und eine Abhilfe wurde von dem beredten Hotelmanager frühestens für den Tag unserer Abreise nach Ferrara, also nach den Feiertagen, in Aussicht gestellt. Ich versuchte das beste aus der Sache zu machen und verschlang „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“, den vierten Band von Joachim Meyerhoffs Romanzyklus, an den Weihnachtsfeiertagen mehr oder weniger non-stop und nahm mir dabei fest vor, mich solchen Leseexzessen auch im neuen Jahr – Internet hin, Internet her – ganz regelmässig hinzugeben.

Beim Joggen nach San Lucca – bei strömenden Regen waren die endlosen Arkaden ein perfektes Schutzschild – tauchte ich ganz unverhofft in die Fußballgeschichte ein, da sich vor mir plötzlich das Stadion von Bologna aufbaute. Hierher hatte Helmut Haller, 1962 vom BC Augsburg gewechselt, und die erste und einzige Meisterschaft später des BC Bologna bewerkstelligt und somit etwas erreicht, wofür die Politik wohl eine halbe Ewigkeit gebraucht hätte: Er machte Italiener zu Deutschland-Fans – zwanzig Jahre nach der Besetzung Mittel- und Oberitaliens durch die Nazis. Helmut Haller wurde in Italien geliebt, weil er für Eleganz, Technik und Spielwitz stand und weil er „La Dolce Vita“ liebte. „Il Biondo“ (Der Blonde) wurde er in Bologna liebevoll genannt und wie nachhaltig und weitreichend diese Begeisterung für ihn war, erfuhr ich Tage später in der Stadiongaststätte in Ferrara, wo mir ein Ferrara-Fan eine Helmut-Haller-Briefmarke zeigte, die er seit Jahrzehnten wie eine Relique in seiner Geldbörse aufbewahrt. Angesichts dieser Verehrung für die Augsburger Fußballlegende nahm ich mir vor, bei meiner nächsten Jogging-Runde in Augsburg dem Helmut Haller-Platz in Oberhausen meine Referenz zu erweisen.

Haller-Kultstätte

Haller-Kultstätte


Apropos Ferrara: Hierher war ich im Grunde nur gereist, weil meine Schule, das Maria-Theresia-Gymnasium, mit dem Istituto Tecnico „Vittorio Bachelet“ seit Jahren einen Schüleraustausch pflegt. Dass Ferrara als Neuling seit einem Jahr in der Serie A mitspielt, war mir völlig entgangen. Ferraras letztes Spiel vor der Winterpause endete im übrigen ähnlich dramatisch wie die Partie des FCA gegen Freiburg – jedoch mit schlechterem Ende für den Aufsteiger: erst in der Nachspielzeit und begünstigt durch einen Witz-Elfmeter gelang Sampdoria Genua der schmeichelhafte 2:0 Sieg.

Ein weiteres Highlight dieser italienischen Reise war der Ausflug nach Forli zu einer Ausstellung des Magnum Fotografen Elliot Erwitt. In einem der zahlreichen Bologneser Museen warb ein Prospekt für den Besuch des Museums in Forli. Auf Elliot Erwitt war ich vor gut zehn Jahren bei meinem dreijährigen Gastspiel als Auslandslehrkraft an der Internationalen Schule in Brüssel gestoßen, wo ich von der Retrospektive des Magnum Fotografen und dessem sozialkritischen Schaffen total begeistert war. In Forli waren erstmalig die Farbfotografien des 1925 in Paris geborenen Künstlers zu sehen, die für die 30-minütige Umsteigezeit bei der Anreise entschädigten. ——

Fotos: Haller Briefmarke: Unbekannt, aus Wikipedia, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Haller#/media/File:Helmut_Haller_1971_Ajman_stamp.jpg

Bologna-Stadion: (c) Udo Legner —-

Ein bemerkenswertes youtoube-Schnipsel bezüglich Haller/Bologna befindet sich hier.



Soll Philipp Max mit zur WM?

Diese Frage stellt der Kicker seinen Lesern, die dem Bundestrainer mittels Online-Abstimmung Entscheidungshilfe geben sollen.

Ginge es nach den Lesern des Fachmagazins, würde der Augsburger Linksverteidiger zum deutschen WM-Kader gehören, den Joachim Löw für die kommende WM 2018 in Russland zu nominieren hat. 63,86 Prozent stimmten dafür, das Max einen Platz in der Nationalmannschaft verdient hätte.

Musste man sich in der ersten Saison beim FCA noch fragen, ob die Fähigkeiten des von Karlsruhe nach Augsburg transferierten Abwehrspielers für die erste Liga überhaupt ausreichen, zeigte sich Max in der ersten Halbzeit der laufenden Saison dergestalt verbessert, sodass er sich mit seinen sensationellen Leistungsdaten zu einer überraschenden Option für die Linksverteidigerposition im Nationalteam aufdrängt.

Max schlug in der Hinrunde mit Abstand die meisten Flanken in der Bundesliga, hat die meisten Assists sowie die meisten Vorlagen vorzuweisen. In Sachen Handlungsgeschwindigkeit und Stellungsspiel hat sich Max ernorm verbessert. Auch wenn ihm beim Abwehrverhalten noch manchmal ein wenig Erfahrung abgeht, ist Max der Shooting-Star der Hinrunde: Der Kicker führt ihn als Nummer 2 der Kategorie der besten Abwehrspieler der Bundesliga.  —– Foto (c) Sport-in-Augsburg.de