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Gute Typen, aber wenig Leben

Theater Augsburg bringt die deutsche Erstaufführung des israelischen Stückes „Ein Kind träumt.“

Von Halrun Reinholz

Das Kind träumt (c) Jan-Pieter Fuhr

Das Kind träumt (c) Jan-Pieter Fuhr


Eine Konstellation, die einem Schauer über den Rücken treibt: In ein idyllisches Familienleben mit einem friedlich schlafenden Kind schlägt unvermittelt und ohne Vorwarnung der Terror ein. Machtspiele, Grausamkeit, der Vater wird vor den Augen des Kindes erschossen. Eine Situation, die so oder ähnlich in der Geschichte tausendfach vorkommt. Bewusst verzichtet der israelische Autor Hanoch Levi auf eine Festlegung in Zeit und Raum und konzentriert sich darauf, Mechanismen aufzuzeigen. So zumindest die Intention des Stückes laut Vorankündigung. Ein großartiger Ansatz, der sein Versprechen jedoch nicht einlösen kann.

Ob es das Stück nicht hergibt oder die Inszenierung von Antje Thoms, ist schwer zu sagen. An den Schauspielern liegt es jedenfalls nicht. Natalie Hünig und Andrej Kaminsky als Gegenspieler („Kapitän“) gaben als einzige „Handelnde“ die beiden Handlungspole überzeugend. Auch das “Kind“ (Amelie Rettenbacher) kam gut mit der doch sehr statisch angelegten Rolle zurecht. Den anderen Figuren (Patrick Rupar, Daniel Schmidt, Sebastian Baumgart, Katharina Rehn, Marlene Hoffmann) fallen unterschiedliche Typen-Rollen zu, die für die Handlung nicht immer nachvollziehbar sind. Dadurch erhält die eigentlich sehr spannungsgeladene Konstellation eine undramatische Beliebigkeit, wird das Rollenspiel zur Klamotte mit weiß bemalten Gesichtern, ein Clowns-Spiel.

Schade um die verschenkte Chance mit höchster aktueller Brisanz. Die Situation des Schiffes, das der Kapitän nach willkürlichen Kriterien belegen kann, ist von höchster Aktualität – aber sie war es auch vor über 70 Jahren, als die vor den Nazis Flüchtenden sich auf die Schiffe nach Übersee retten mussten. Die Parallelitäten blitzen immer wieder auf, verlieren sich aber im Ungefähren. Bewegend ist das leider nicht, wie der Inhalt versprechen machen will. Eher ein Wirrwarr von Figuren und Gestalten, die ohne Programmheft nicht wirklich zugeordnet werden können: „Mann der Logik“, „Auf die Lebenden Neidischer“, „Begeisterter Reisender“, „Zahnloser“ – das sind die Typen, die für das Geschehen naheliegend sind, jedoch keine Emotionen ansprechen. Auch wenn das Kunstblut reichlich floss an diesem Abend, die Schauer wollten sich nicht einstellen.



CFS: Erfolg für Stadt im Rechtsstreit mit Architekten

Bundesgerichtshof weist Nichtzulassungsbeschwerde zurück. Damit ist die Frage nach der Verantwortung beim CFS-Desaster juristisch geklärt: Sie liegt bei den Architekten und nicht bei der Stadt.
Die Akte CFS - Bautafel: Nicht die Stadt, sondern die Architekten waren verantwortlich

 CFS - Bautafel: Nicht die Stadt, sondern die Architekten waren verantwortlich (c) DAZ


Mit Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH), das Rechtsmittel der Revision zurückzuweisen, ist das Urteil des Landgerichts Augsburg rechtskräftig, wonach die Architekten den Umbau des Curt-Frenzel-Stadions (CFS) fehlerhaft geplant haben. Das Verfahren über die Höhe des Schadensersatzanspruchs wird demnächst fortgesetzt. – Im Rechtsstreit um den Umbau des Curt-Frenzel-Stadions hat die Stadt Augsburg somit ein wichtiges Etappenziel erreicht. Wie bekannt, hat die Stadt wegen der fehlerhaften Planung des CFS-Umbaus 2012 Klage gegen die ursprünglich mit dem Bau beauftragten Architekten erhoben.

Das Landgericht Augsburg hat im November 2014 entschieden, dass die Ansprüche der Stadt „dem Grund nach“ berechtigt sind. Zu klären war demnach die Frage, ob den Architekten Fehlleistungen anzulasten sind. Über die Höhe des der Stadt zustehenden Anspruchs ist seinerzeit nicht entschieden worden.

Gegen diese Entscheidung haben die Architekten Berufung eingelegt, die das Oberlandesgericht München im September 2015 zurückgewiesen hat. Dagegen haben die Architekten wiederum eine so genannte Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof eingereicht. Mit Beschluss vom 10. Januar 2018 hat der BGH auch dieses Rechtsmittel zurückgewiesen.
Umbau wurde fehlerhaft geplant

CFS Baustelle Nov 2010 (c) DAZ

CFS Baustelle Nov 2010 (c) DAZ


Damit hat die Stadt Augsburg ein wichtiges Etappenziel erreicht: Die Feststellung des Landgerichts Augsburg, wonach die Architekten fehlerhaft geplant haben, ist rechtskräftig. Die Höhe des Schadensersatzanspruches, der nun der Stadt zusteht, ist noch unklar. Das Verfahren wird daher vor dem Landgericht Augsburg demnächst fortgesetzt. Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl zeigte sich erleichtert, dass die seitens der Stadt von Anfang an vertretene Rechtsauffassung bestätigt worden ist. „Das bedeutet, dass die gegen die Stadt und die WBG/AGS erhobenen schweren Vorwürfe unberechtigt waren und damit vom Tisch sind. Die Verantwortung für den Planungsfehler liegt bei den Architekten und nicht bei der Stadt“, so Gribl. Der damalige WBG-Geschäftsführer Edgar Mathe, Sportreferent Peter Grab, Baureferent Gerd Merkle und OB Kurt Gribl standen damals im Fokus der Kritik und mussten (besonders von den AEV-Fans) öffentliche Schuldzuweisungen ertragen. Mit der Zurückweisung der letzten Rechtsmittel darf nun von „einem Freispruch erster Klasse“ die Rede sein.

Höhe des Schadensersatzanspruchs wird verhandelt

Wie hoch der Schadensersatzanspruch ausfällt, hängt von einer Reihe vielfältiger technischer Fragen zum Sachverhalt ab. Sollte es zu keiner gütlichen Einigung kommen, wird der Großteil dieser Fragen durch einen oder mehrere vom Gericht zu beauftragende Sachverständige geklärt werden müssen. Wegen der Komplexität der Fragen, die vom Landgericht Augsburg noch zu klären sind, kann die Dauer des Verfahrens zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden.


„Ein KZ-Außenlager ist kein Spekulationsobjekt“ – Initiative zur Halle 116 setzt Stadt unter Druck

Lange hat sich die Stadt Augsburg Zeit gelassen, das historische Erbe der Halle 116 einer angemessenen Nutzung zuzuführen. In der Halle befand sich ein Außenlager des KZ-Dachau. Nun hat sich eine Bürgerinitiative neu aufgestellt: „Initiative Denkort Halle 116“.

Halle 116 (c) DAZ

Halle 116 (c) DAZ


Damit steht die Stadt unter genauer Beobachtung und unter politischem Druck, denn das Bündnis setzt sich aus einer Reihe von Initiativen und Persönlichkeiten zusammen, die in der Stadt fest verankert sind und mobilisierungsfähig wären, käme es zu einem größeren Nutzungskonflikt bezüglich eines Gedenkortes im Kontext der Naziverbrechen.

„Die Initiative Denkort sieht mit großer Sorge, dass die Stadt ihre Ziele, die sie für die weitere Nutzung der Halle beschlossen hat, nicht konkretisiert. Die Halle, die komplett als Gemeinbedarfsfläche geplant war, wurde zum größten Teil in eine Gewerbefläche umgewandelt. Damit will man wohl einem privaten Investor entgegenkommen“, heißt es in einem Statement der Initiative, die sich vergangene Woche konstituierte und zu einer Sitzung eingeladen hatte, bei der auch der zuständige Kulturreferent Thomas Weitzel zugegen war. Weitzel wurde aufgetragen, die Halle als Gemeinbedarfsfläche zu sichern und in das Eigentum der Stadt Augsburg zu bringen. Nur dadurch könne sichergestellt werden, dass in dem Gebäude eine Nutzung erfolge, die die Vergangenheit des Baues würdige und die Pläne der Stadt, hier einen Lern- und Gedenkort zu schaffen, ermögliche.

Halle 116 (c) DAZ

Halle 116 (c) DAZ


„Begrüßt wurde, dass der Kulturreferent in der Halle Raum für die Erinnerungskultur in Augsburg sieht und er das Konzept von Professor Gassert eine Leitplanke für die künftige Nutzung eines Teils des Gebäudes nennt“, wie es in dem Statement heißt. Das Gassert-Konzept sieht vor, durch die Halle einen Geschichtspfad zu legen der die Entwicklung das Baues von seiner Entstehung als Teil einer Nazikaserne, über die Verwendung als KZ-Außenlager, bis zu seiner Nutzung durch das US-amerikanische Militär dokumentiert. Die Initiatoren zeigten sich darüber sehr irritiert, dass die Halle zu einem Großteil von einem privaten Investor genutz werden solle und zirka nur ein Viertel des Gebäudes als Gedenkort vorgesehen sei, da die Stadt kein Geld für eine große Lösung habe.

„Ein KZ-Außenlager ist kein Spekulationsobjekt“, heißt es in der Erklärung der Gruppe. Vor wenigen Wochen wurde von Stadtrat Volker Schafitel ein Antrag an die Denkmalbehörde gestellt: Die Halle solle in die Liste der denkmalgeschützten Gebäude aufgenommen werden. Eine Entscheidung darüber ist noch nicht getroffen worden.

Die Erklärung wird unterstützt durch zahlreiche Einzelpersonen und folgende Organisationen:

Augsburger Friedensinitiative (AFI), AWO Schwaben, Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Gruppe Augsburg, Redaktion www.forumaugsburg.de, Reinhold Forster – geschichtsagentur augsburg, Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., Regionalgruppe Augsburg, GEW KV Augsburg, Marcella Reinhardt – Regionalverband Sinti und Roma, Miriam Friedmann MA und Dr. Friedhelm Katzenmeier, Stolpersteininitiative Augsburg und Umgebung, VVN-BdA Kreisvereinigung Augsburg, Bürgeraktion Pfersee.



FCA: Lange Pause für Gouweleeuw

FCA-Abwehrspieler Jeffrey Gouweleeuw, der beim 1:1 im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln am vergangenen Wochenende zur Pause verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, wird Trainer Manuel Baum in den kommenden Wochen fehlen.

Kapselriss im Knie: Jeffrey Gouweleeuw bleibt das Pech treu

Teilriss des Innenbandes im Knie: Jeffrey Gouweleeuw bleibt das Verletzungspech treu (c) DAZ


Der Niederländer, der bis zum Spiel in Köln in dieser Saison noch keine Minute verpasst hatte und großartige Leistungen auf den Platz brachte, erlitt in der Partie einen Teilriss des Innenbandes im linken Knie. Dies ergaben die Untersuchungen am Montag. Der 26-Jährige wird nicht operiert, sondern konservativ behandelt.

„Es ist schade, dass ich jetzt diese Verletzung erlitten habe, weil ich mich in dieser Saison richtig gut gefühlt habe“, sagt Jeffrey Gouweleeuw. „Aber ich werde in den kommenden Wochen in der Reha alles geben, um so schnell wie möglich wieder fit zu werden und der Mannschaft wieder auf dem Platz helfen zu können.“

20.000 Euro Geldstrafe für den FC Augsburg

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den FC Augsburg im Einzelrichterverfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen zweier Fälle eines unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger mit einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro belegt. Bis zu 7.000 Euro davon kann der FCA für sicherheitstechnische, infrastrukturelle und gewaltpräventive Maßnahmen verwenden, was dem DFB bis zum 30. September 2018 nachzuweisen ist.

Während des Bundesligaspiels beim VfB Stuttgart am 23. September 2017 wurde mehrmals Pyrotechnik im Gästeblock gezündet. Auch im Rahmen des Bundesligaspiels beim 1. FSV Mainz 05 am 2. Dezember 2017 brannten Augsburger Zuschauer eine größere Anzahl pyrotechnischer Mittel ab.


Politik: Hillesheim tritt aus Brechtkreis aus

Augsburgs Brechtforscher Prof. Dr. Prof. h.c. Jürgen Hillesheim ist aus dem Augsburger Brechtkreis ausgetreten. Als Grund gab Hillesheim die „Politisierung des Brechtkreises“ an. Dem schillernden Augsburger Brechtforscher gefällt es nicht, dass sich der Brechtkreis für eine Resolution gegen Abschiebungen nach Afghanistan stark macht, die dem Augsburger Stadtrat zur Unterzeichnung vorgelegt werden soll.

Jürgen Hillesheim

Jürgen Hillesheim


In dieser Resolution, die vom Augsburger Flüchtlingsrat ausgeht, heißt es, dass sich der Augsburger Stadtrat gegen Abschiebungen von im Verantwortungsbereich der Stadt Augsburg untergebrachten und lebenden Menschen nach Afghanistan aussprechen soll. „Er fordert die Regierung von Schwaben, den Freistaat Bayern und die Bundesregierung auf, keine Abschiebungen nach Afghanistan durchzuführen“, wie es wörtlich in der Resolution heißt.

Von Hillesheims Austritt erfuhr die DAZ gestern in den späten Abendstunden, weshalb weder von Hillesheim noch von dem Vorsitzenden des Brechtkreises, Dr. Michael Friedrichs, eine Stellungnahme zu erhalten war. Bekannt ist allerdings der Sachverhalt, dass sich Jürgen Hillesheim, dessen Forschungsstelle bei der Staats- und Stadtbibliothek eingegliedert ist, in den vergangenen Jahren kaum noch in den Brechtkreis einbrachte. Hillesheim hat die einzigartige „Brechtforschungsstelle“ der Stadt Augsburg seit 1991 inne und gehörte „Kraft seines Amtes“ zu den herausragenden Persönlichkeiten im etwas in die Jahre gekommenen Augsburger Brechtkreis.

Resolution des Augsburger Flüchtlingsrates und der Helferkreise



Leben mit Krebs

Leben mit einer Krebserkrankung im Alltag – wie geht das?

Anlässlich des Weltkrebstages lädt das ICCA am Klinikum Augsburg zu einer Informationsveranstaltung am 2. Februar ein (14 bis 18.30 Uhr).

Gelassenheit gehört zu den ersten Dingen, die einem Patienten abhandenkommen, der die Diagnose Krebs erhält. Aber wie heißt es immer? Es muss ja weitergehen. Es soll sogar. Da die immer erfolgreicheren Therapien bei Krebserkrankungen oft eine längere Zeit im Leben eines Betroffenen in Anspruch nimmt, sollte diese Zeit gut in den Alltag von Patienten, aber auch deren Angehörigen integriert werden. Dabei ist es vor allem wichtig, möglichst wenig vom gewohnten Leben auszublenden, raten Fachgesellschaften.

Das Expertenteam des Interdisziplinären Cancer Centers (ICCA) am Klinikum Augsburg hat aus Anlass des Weltkrebstages am 2. Februar eine Informationsveranstaltung zusammengestellt, die sich an Patienten und Angehörige sowie Interessierte richtet. Das Ziel ist es, dass nach dem Schreck der Diagnose und während sowie nach langen Behandlungsphasen auch wieder Freude, Glück und am Ende sogar Gelassenheit Einzug halten können in das Leben von Krebspatienten und deren Familien.

Ort: Klinikum Augsburg, Stenglinstraße 2, 86156 Augsburg, Großer Hörsaal, 2. OG www.icca.de



GroKo: Auch Volker Ullrich bei Verhandlungen dabei

Neben Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl ist auch der Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin aufgerufen

Bei den am Wochenende in Berlin gestarteten Koalitionsverhandlungen ist auch der Augsburger Bundestagsabgeordnete Dr. Volker Ullrich dabei. Er verhandelt in der Arbeitsgruppe Innen, Recht, Verbraucherschutz und Bürgerbeteiligung. „Es stellt eine große Verantwortung dar, mitwirken zu dürfen. Gerade der Bereich der Rechts- und Innenpolitik ist derjenige, bei denen die Bürger zu Recht sehr hohe Erwartungen haben. Die Gewährleistung eines funktionierenden Rechtsstaats und die Innere Sicherheit gehören zu den Kernaufgaben des Staates. Hier werden die wichtigen Entscheidungen der nächsten vier Jahre getroffen“, so Ullrich heute in einer Stellungnahme.

In der Arbeitsgruppe Recht, Innen, Verbraucherschutz und Bürgerbeteiligung verhandeln neben Volker Ullrich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), der Bayerische Justizminister Winfried Bausback (CSU), der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU), die  Innenminister von Hessen und Niedersachsen Peter Beuth (CDU) und Boris Pistorius (SPD) sowie weitere Kollegen von CDU, CSU und SPD. Mit der Berufung von Volker Ullrich in das Verhandlungsteam der CSU ist Augsburg damit neben Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl mit zwei Verhandlern bei den Koalitionsverhandlungen vertreten. „Damit ist unsere Stadt sicherlich überproportional bei den Verhandlungen vertreten“, so Ullrich. —- Foto: MdB Volker Ullrich



Mozart lebt – in der Mozartstadt Augsburg

Applaus aus dem Schwimmbecken und andere Erlebnisse mit Mozart im „Dunstkreis“ des Mozarthauses: Mit dem „Mozartfeschtle“ zeigt das Mozartbüro nun schon zum zweiten Mal, dass Musik in der Mozartstadt Augsburg allgegenwärtig sein kann – und soll. Es geht einem ähnlich wie bei der Langen Kunstnacht: Wohin bei so viel Angebot?

Von Halrun Reinholz

Mozarts Musik ...

Mozarts Musik an ungewöhnlichen Orten ...


Für das „Mozartfeschtle“, datumsmäßig passend zum Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart, hat sich das Augsburger Mozartbüro wieder einiges einfallen lassen und die Ansätze des vergangenen Jahres noch ausgebaut. Mozart in jeder Lebenslage – das sollte wohl als Motto vermittelt werden. Wobei „Mozart“ streng genommen als pars pro toto für (hauptsächlich – aber keinesfalls nur) „klassische Musik“ steht. Musik erklang an diesem Wochenende demnach an allen denkbaren und auch außergewöhnlichen Orten. Zum Zuhören, zum Genießen und auch zum Mitmachen.

Den Anfang machte am Samstag Abend der spaßige „Wirtshaus-Jam“ in der Maximiliansklause, wo mitwirkende Musiker nach alter Tradition mit Naturalien (Brotzeit und Bier) entlohnt wurden. Der Sonntagmorgen konnte entweder mit einem musikalischen Gottedienst in Hl. Kreuz (der Augustana-Chor sang die Missa brevis von Leopold Mozart) oder mit Yoga im Kleinen Goldenen Saal begonnen werden. Frühstück mit Musik gab es im Café im Alten Stadtbad.

Ich entschied mich für das leckere Brunch im Aktif-Café zu Marimbaphon-Klängen von Dennis Egger in Begleitung des Schlagwerkers Moritz Schilling. Danach sicherte ich mir einen Platz in der Maximiliansklause in geduldiger Erwartung der Komponisten-Kochshow. Junge Künstler der Staatsoperette Dresden (Elke Kottmair, Andreas Sauerzapf und Bryan Rothfuss, am Klavier begleitet von Natalia Petrowski) zelebrierten humorvoll und musikalisch gekonnt, was Komponisten zu kulinarischen Themen („Möhlspeis“) eingefallen war.

und mit ungewöhnlichen Formaten (c) Christian Menkel

.. und mit ungewöhnlichen Formaten (c) Christian Menkel


Na ja, zur Not machten sie die Texte selbst dazu passend – gerade was Mozart anbelangt, ist nur wenig zu seinen kulinarischen Präferenzen dokumentiert. Doch das tut dem Spaß keinen Abbruch, den die vier (ein Amerikaner, ein Wiener, eine russische Pianistin und eine Augsburgerin – letztere  ist der Bezug zur Mozartstadt!) mit ihrer Show vermitteln. Die Maximiliansklause erwies sich als guter Mitspieler und servierte das Menü genau so, wie es die Sänger versprochen hatten. Ich eilte weiter zum Liliom, wo ich mir zwei Teile der Amazon Prime Serie „Mozart in the Jungle“ ansah. Eine sehr amerikanische Story um eine junge Oboistin, die sich ins Haifischbecken der Intrigen um die New Yorker Symphoniker begibt. Leider konnte ich die Handlung nicht weiter verfolgen,  denn es war Zeit für einen Kaffee, den ich mir im Alten Stadtbad zu Klängen des Trios 3bHolz aus zwei Klarinetten und einem Fagott (Lisa Riepl, Sebastian Thiel, Fangcheng Xie) genehmigte.

Dieselben Künstler erlebte ich dann später noch einmal in der Schwimmhalle des Alten Stadtbades. Sie standen auf der Galerie und versuchten, die Geräusche des Badebetriebs zu übertönen, was ihnen nicht wirklich gelang. Vielleicht hätte man da lieber Blechbläser einsetzen sollen?! Doch die Besucher applaudierten trotzdem dankbar aus dem Schwimmbecken und die besonders Schlauen hatten sich auf den Liegen postiert und genossen da eine weit bessere Akustik. Danach blieb zeitlich nur noch der Weg zu Tim Allhoffs Jazz-Improvisationen im Kleinen Goldenen Saal.

Mehr war für mich an diesem Tag nicht möglich und so habe ich vieles verpasst, was noch auf dem Programm stand: Die Zauberflöte als Papiertheater im Mozarthaus, das Chorsingen mit Peter Bader, das Menuett-Tanzen mit dem Ballettmeister des Theaters Armin Frauenschuh, die Straßenbahnfahrt mit „Klassik in vollen Zügen“, die Koch- oder Backanleitung für Mozarts Lieblings-Mehlspeisen im Grand Hotel Cosmopolis und auch das Eislaufen zu den Klängen der „Leopold Brass“. Ganz zu schweigen vom Kinderprogramm: der Schnitzeljagd „Wo ist Mozart?“, dem Musik-Workshop oder auch der Stadtführung auf den Spuren von Leopold Mozart. Jeder Punkt für sich vielversprechend und reizvoll.

Mit dem Programm wollten die Organisatoren nach eigener Aussage den Titel „Mozartstadt“ mit Leben füllen und für alle Augsburger erlebbar machen. Das ist ihnen zur sichtbaren Freude des Publikums gelungen. Vor allem auch, weil sie so viele Partner mit ins Boot holen konnten, die zum Beispiel als Veranstaltungsort zur Verfügung standen.

Bemerkenswert auch, dass sich die meisten Veranstaltungen im „Dunstkreis“ des Mozarthauses abspielten und der Fokus nicht wie sonst üblich am Rathausplatz lag. Ein kleiner Vorgeschmack auf das „echte“ Mozartfest im Mai, dessen Schwerpunkt dann doch wieder woanders liegt, nämlich in klassischen Festival-Aufführungen. An diesem Geburtstagswochenende gab es aber erst einmal Mozart für alle in der Mozartstadt. Sicher nicht zum letzten Mal, wie man hoffen darf.



Der AEV ist ein Depp

Der 1. FC Nürnberg und der Augsburger Eislaufverein haben zwei Dinge gemeinsam: die große Tradition und die Leidensfähigkeit der Fans. Wenn es der Club mal wieder zu bunt treibt, üben sich die „Clubberer“ in Ironie, indem sie auf dem Heimweg gen Himmel stöhnen: „Allmächt, der Clubb is a Debb!“

Von Siegfried Zagler

Die Augsburger Eishockey-Fans sind in dieser Hinsicht ähnlich gelassen: „O mei, o mei!“, könnten sie sagen, wenn man die Partie gegen Straubing Revue passieren lässt: Eishockey zum Abgewöhnen. Ohne seinen starken Goalie Olivier Roy hätte der AEV gegen das bessere Team aus Straubing deutlicher verloren. Straubing zeigte als abgeschlagener Tabellenletzter mehr Siegeswillen als die Augsburger Panther, die sich in der spannendsten DEL-Ligasaison aller Zeiten nicht stabil zeigen und nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Michael Davies, Trevor Parkes und Evan Trupp in keiner Phase der Partie einen Gang zulegen konnten, nicht konsequent finalisierten und sich immer wieder fahrige Aktionen in der Abwehr leisteten.

Gegen München gewinnen, aber gegen Straubing verlieren: Das lässt tief blicken. Nach der unterirdischen Straubing-Performance in der entscheidenden Phase des Ligabetriebs muss man festhalten, dass man langsam daran zweifeln muss, ob Mike Stewart beim AEV noch der richtige Mann an der Bande ist: Die Mannschaft wirkt ausgebrannt und gedanklich schwerfällig, mal wird die Scheibe zu lange gehalten, dann wieder überhastet und ungenau gespielt. Man kann als Panther-Fan viel verkraften, nicht aber einen abgeschlagenen Tabellenletzen, der im CFS spritziger, ideenreicher und kampfstärker auftritt als der AEV. Mit dieser merkwürdigen Vorstellung hat sich der AEV wohl von den Play offs verabschiedet. Man braucht schon viel Fanatasie, um sich vorstellen zu können, dass diese Panther in den letzten fünf Partien noch etwas reißen – zumal die Nachverpflichtung von Jordan Samuels-Thomas keine Qualitätsverbesserung bedeutet.

Das ist vor allem deshalb schmerzhaft, weil der AEV mit einem starken Team und berechtigterweise mit großen Ambitionen in die Saison gestartet ist.



AEV verliert gegen Straubing

Die Augsburger Panther mussten einen weiteren schweren Rückschlag im Kampf um die Playoffs hinnehmen. Gegen Schlusslicht Straubing Tigers unterlag der AEV trotz zweimaliger Führung am Ende im heimischen CFS mit 2:3. Die Treffer für die Panther erzielten vor 5.054 Zuschauern David Stieler (1.) und Daniel Schmölz (42.). Für Straubing waren Michael Connolly (29.), Mike Hedden (44.) und Jamie Bettauer (52.) erfolgreich.

Foto: Sport-in-Augsburg.de

Foto: Sport-in-Augsburg.de


Mike Stewart musste neben den langzeitverletzten Michael Davies und Trevor Parkes auch auf Evan Trupp verzichten. Jordan Samuels-Thomas feierte dagegen sein Debüt vor heimischer Kulisse. Und dabei konnte er gleich jubeln, denn noch in der ersten Spielminute gingen die Panther in Führung. Nach einem langen Pass von Gabe Guentzel bediente Matt White Stieler in der Mitte. Dessen Tip-In-Versuch parierte Sebastian Vogl zwar noch, aber im zweiten Versuch bugsierte Stieler den Puck über die Linie (1.).

Anschließend kam von den Hausherren aber wenig und die Tigers waren das bessere Team. Roy musste gleich mehrfach sein ganzes Können aufbieten, um den schnellen Ausgleich zu verhindern. Gegen Maurice Edwards beispielsweise riskierte er Kopf und Kragen, vereitelte die Großchance aber (3.). Die Panther wurden erst nach mehr als zehn Minuten wieder gefährlich. Samuels-Thomas (11.), Daniel Schmölz und Drew LeBlanc (je 13.) gelang der zweite Treffer aber nicht. Auch in Überzahl verpassten es die Panther, trotz Möglichkeiten von T.J. Trevelyan und Simon Sezemsky (je 17.) nachzulegen, so dass es mit der knappen Führung ins zweite Drittel ging.

Insgesamt sahen die Zuschauer eine Partie auf einem niedrigen DEL-Niveau und dies änderte sich auch im Mitteldrittel nicht. Und auch die Führung des AEV war bald weg, denn bei angezeigter Strafe glich Connolly aus dem Hinterhalt zum 1:1 aus (29.).

Hedden kontert erneute AEV-Führung

  Team GP
Spiele
PTS
Punkte
DIFF
Tordifferenz
W
Siege
OTW
Siege Verlängerung
SOW
Siege Penaltyschießen
L
Niederlagen
OTL
Niederlagen Verlängerung
SOL
Niederlagen Penaltyschießen
01 EHC Red Bull München RBM 52 107 183-128 30 4 2 11 4 1
02 Eisbären Berlin EBB 52 101 169-131 29 2 2 13 1 5
03 Thomas Sabo Ice Tigers NIT 52 100 152-126 25 5 5 12 3 2
04 ERC Ingolstadt ING 52 79 147-137 20 4 2 19 4 3
05 Adler Mannheim MAN 52 78 151-149 21 1 5 22 2 1
06 Kölner Haie KEC 52 77 148-142 21 5 0 22 1 3
07 Grizzlys Wolfsburg WOB 52 76 153-146 19 3 3 20 5 2
08 Iserlohn Roosters IEC 52 76 138-154 21 3 3 24 1 0
09 Pinguins Bremerhaven BHV 52 75 146-163 21 4 0 23 2 2
10 Schwenninger Wild Wings SWW 52 74 123-130 19 5 2 23 2 1
11 Düsseldorfer EG DEG 52 68 133-154 17 2 2 22 7 2
12 Augsburger Panther AEV 52 65 151-158 17 2 2 25 1 5
13 Straubing Tigers STR 52 61 137-177 17 0 2 27 2 4
14 Krefeld Pinguine KEV 52 55 141-177 11 2 4 25 7 3
D
ie Panther reagierten und spielten entschlossener nach vorne, aber Straubing hielt mit Einsatz dagegen und verteidigte das eigene Tor clever. Tore fielen im richtig schwachen zweiten Durchgang keine.

Im Schlussdrittel sollte sich das ändern. Der AEV ging zum zweiten Mal in Führung, als Schmölz einen Handgelenksschuss von Valentine unhaltbar abfälschte (42.). Lange währte der Jubel allerdings nicht, denn Straubing hatte durch Hedden kurz danach eine Antwort parat (44.). Die Panther hatten in Überzahl wenig später mehrfach die Chance auf das 3:2, aber während eines starken Powerplays scheiterte Simon Sezemsky zunächst an Vogl und beim Nachschuss verfehlte LeBlanc das leere Tor und traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz (je 49.).

Straubing trifft durch Bettauer

Die Panther bestimmten nun eindeutig das Spiel, aber mitten in diese Drangphase traf das Schlusslicht nach einem Abwehrfehler durch Bettauer zum 2:3 (52.). Die Hausherren antworteten mit wütenden Attacken, aber Mark Cundari scheiterte zweimal an Vogl (53., 54.) und auch Samuels-Thomas konnte den Straubinger Goalie nicht bezwingen (57.). Die Panther versuchten bis zum Schluss alles und nahmen auch Roy vom Eis, aber die Tigers brachten den Dreier über die Zeit.

Für die Panther stehen nun vor der Olympia-Pause noch zwei Duelle auf dem Programm: Am Mittwoch muss das Stewart-Team bei den Eisbären Berlin ran, am kommenden Freitag gibt der ERC Ingolstadt seine Visitenkarte im Curt-Frenzel-Stadion ab.



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