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Motto des kommenden Mozartfestes: „Machtspiele“

Unter dem Titel „Machtspiele“ finden vom 04. bis zum 18. Mai 2018 im Rahmen des Deutschen Mozartfests Augsburg Konzerte, Künstlergespräche und Musikvermittlungsprojekte in Augsburg statt.

Simon Pickel, künstlerischer Leiter des Deutschen Mozartfests, hat für das Programm des Festivals 2018 elf Konzerte von Kammermusik bis Sinfonik und Clubnacht zum Thema „Musik und Macht“ zusammengestellt. Hochkarätige Künstler und Ensembles, darunter Dorothee Oberlinger, Peter Simonischek, Fahmi Alquai, die Cappella Gabetta, das Belcea Quartet und der Chor des Bayerischen Rundfunks kommen nach Augsburg, um das musikalische Spannungsfeld zwischen Macht und Ohnmacht spielerisch zu erforschen.

Für die in das Festival integrierte Kammermusikreihe „Freistil“ haben Sarah Christian und Maximilian Hornung ein internationales Starensemble mit Solisten wie Herbert Schuch und Sebastian Manz eingeladen. Als krönendes Abschlusskonzert erklingt mit der c-Moll Messe Mozarts Hymne an die Höchste Macht. Begleitend zu den Konzerten werden Gespräche mit ausgewählten Künstlern stattfinden.
Ute Legner, Leiterin der Musikvermittlungsprojekts MEHR MUSIK!, wird auch 2018 “KlingKlangGloria“, das Augsburger Mozartfest für Kinder mit vielfältigem Programm von Kinder-Jazzkonzert bis Würfelkomposition anbieten. Es findet vom 13. bis zum 18. Mai unter dem Imperativ „Macht Spiele!“ statt.


SPD: Treff in der Dinglerstraße ist sinnvoll

Die Augsburger SPD hat sich lange Zeit gelassen, doch nun erhält der gebeutelte SPD-Ordnungsreferent Dirk Wurm Unterstützung von der Parteispitze. Die Opposition (in diesem Fall die Ausschussgemeinschaft) will weiterhin einen Soziologen einschalten und unterstellt Wurm, dass er „in dieser Angelegenheit überfordert ist“. Die CSU in Oberhausen sieht es ähnlich drastisch und sieht die Notwendigkeit, die „Belange der Anwohner gegen die Politik des Ordnungsreferenten zu schützen“.

Ulrike Bahr -- Foto:(c) Susie Knoll

Ulrike Bahr -- Foto:(c) Susie Knoll


„Die SPD Augsburg hält die Einrichtung eines betreuten Treffs in Oberhausen für sinnvoll, weil damit der Helmut-Haller-Platz als etablierter Treffpunkt der Alkoholiker- und Drogenszene entlastet und den Abhängigen geholfen werden kann“, so Ulrike Bahr, Vorsitzende der SPD Augsburg. Die Szene würde einen betreuten Ort brauchen, wo sie für eine gewisse Zeit der Konsumspirale entkommen könne. Eine ärztliche Sprechstunde sei ebenso wie ein Mittagstisch mittelfristig wünschenswert. „Eine stationäre räumliche Betreuung auf dem Platz, etwa in einem Container, stellt für uns keine sinnvolle Alternative dar, da sich dadurch die aktuellen Zustände verfestigen und eher noch verschlimmern könnten“, so Bahr.

Deshalb unterstütze die SPD Augsburg den Ordnungsreferenten in seinem Vorgehen, dieses alternative Aufenthaltsangebot zu etablieren und teilt seine Einschätzung, dass es für diese Art von sozialer Einrichtung leider keinen idealen Standort gibt.

SPD: „Das vorgelegte Konzept ist tragfähig“

„Wir nehmen die Fragen und Befürchtungen der Bewohnerinnen und Bewohner rings um die Dinglerstraße sehr ernst und sind der Meinung, dass das vorgelegte Konzept der Drogenhilfe Schwaben und des SKM für den betreuten Treff tragfähig ist. Das Personal muss entsprechend sinnvoll ausgestattet, sowie Öffnungszeiten nach Bedarf ausgeweitet werden“, so Bahr.

Eine staatliche Förderung dieser Maßnahme hält die SPD Augsburg für sinnvoll und wünschenswert. Es geht nicht darum, die Anwohner und Bewohner von Dinglerstraße und Helmut-Haller-Platz gegeneinander oder von Quartieren untereinander auszuspielen, sondern es geht darum, gemeinsam und solidarisch für die Schwächsten in der Gesellschaft einzustehen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, findet Bahr. „Wir werden uns auch weiterhin für eine nachhaltige Aufwertung aller Wohnquartiere in Oberhausen und entlang der nördlichen Wertach einsetzen“.

Die sechsköpfige Ausschussgemeinschaft im Augsburger Stadtrat hält dagegen Ordungsreferent Dirk Wurm in dieser Angelegenheit für „überfordert“ und besteht auf ihren Vorschlag von 2015: „Wir würden gerne verschiedene Möglichkeiten der Problemlösung mit einem erfahrenen Soziologen diskutieren, wie zum Beispiel die probeweise und schnelle „Interimslösung“ mit Containern am Helmut Haller-Platz.“

Ausschussgemeinschaft: „Am Helmut-Haller-Platz hat sich noch nichts bewegt“

Auch wenn der Ordnungsreferent davon überzeugt sei, dass er die Probleme und deren Lösung am Oberhauser Bahnhof im Griff habe, „in Augsburg hat sich am Helmut-Haller-Platz jedoch nichts bewegt. Schon bei seinem ersten Schritt, einen geeigneten Treff- und Betreuungspunkt zu finden, scheiterte der Ordnungsreferent erwartungsgemäß. Er musste vom Ältestenrat zurückgepfiffen werden. – Wir erinnern daher an unseren Antrag aus dem Jahr 2015, denn es scheint, dass der Ordnungsreferent in dieser Angelegenheit überfordert ist.“

CSU: „Wurm macht aus einem Problemplatz ein Problemviertel“

Ebenfalls für einen betreuten Treffpunkt an und in Containerbauten direkt am Helmut-Haller-Platz spricht sich Thomas Lidel aus. Natürlich müsse man helfen und die Situation vor Ort verbessern, so Lidel, Vorsitzender des CSU Ortsverbands Oberhausen. Lidel ist allerdings ein radikaler Gegner des Standortes in der Dinglerstraße: „Herr Wurm versucht die Probleme der Drogenszene am Helmut-Haller-Platz zu lösen, indem er die Szene in das angrenzende Wohnviertel verlagert. Er macht somit aus einem Problem-Platz ein Problem-Viertel. Die Sorgen und Nöte der Anwohner spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle.“

Die CSU/Oberhausen kritisiert nicht nur, dass die geplante „Trinkerstube“ (Lidel) direkt in ein Wohngebiet gesetzt werden soll, sondern wirft dem Ordnungsreferenten auch soziales Missmanagement vor: „Eine Grundschule, ein Kindergarten und ein Seniorenheim sind nur wenige hundert Meter von dem geplanten Standort entfernt. Dies ist kein geeigneter Standort für eine Trinkerstube. Das Ordnungsreferat stellt für ein Projekt, das nicht scheitern darf, die Interessen der Bewohner hinten an. Herr Wurm sollte sich eingestehen, dass das Projekt bereits gescheitert ist, bevor es begonnen hat“, so Lidel weiter. Der CSU-Ortsverband Oberhausen werde weiterhin alles daransetzen, „die Belange der Anwohner gegen die Politik des Ordnungsreferats zu schützen“.


Momo: Erlösung vom Zeitmanagement der Grauen Herren

Eine stringente Inszenierung des Augsburger Stadttheaters mit viel Tempo und großartigen Schauspielern überzeugt im martini-Park

Von Halrun Reinholz

(c) Jan Pieter Fuhr

Linda Elsner, Anatol Käbisch, Gerald Fiedler (v.l)--(c) Jan Pieter Fuhr


Bei der Neuinszenierung von Michael Endes Momo versetzt Regisseurin Jule Kracht die Handlung nach Italien – in das Ambiente eines alten Amphitheaters. Vielleicht, weil diese Atmosphäre am ehesten geeignet scheint, den „Grauen Herren“ Paroli zu bieten, die, vom Rauch der E-Zigaretten umnebelt, die Menschen dazu bringen, ihre Zeit zu sparen.

Die Zeit nämlich, die sie mit vermeintlich sinnlosen Dingen verbringen – mit Freunden, Streitgesprächen, Geselligkeit oder Zuwendung. Michael Endes Kinderbuchklassiker Momo ist aktueller denn je, die stringente Inszenierung macht das deutlich bewusst. Weniger als zwei Stunden nimmt das Bühnengeschehen ein, aber umso deutlicher kommt die Botschaft zum Tragen: „Hat dich denn keiner lieb?“, fragt Momo den Grauen Herrn, der auch sie zum Zeitsparen bewegen möchte und löst damit dessen Geständnis über die Machenschaften der grauen Zeitmafia aus. Jule Kracht kennt ihr Publikum, Kindertheater ist ihr Metier.

Kein Wunder, dass die Kinder im Premierenpublikum das Geschehen gebannt verfolgen und sich auch von dem schweren Wolkenbruch, der während der Premiere lautstark auf das Dach der Fabrikhalle im Martinipark prasselt, nicht irritieren lassen.

Das Märchenstück lebt aber auch von den eindringlich dargestellten Figuren. Alle Schauspieler sind mehrfach besetzt und zeigen sich mit erstaunlichem Tempo vielfach wandelbar. Selbst Linda Elsner, die wunderbar gelassene Momo, wird in einer Szene zum Grauen Herrn. Doch meistens ist sie der ruhende Pol in einer aus den Fugen geratenen Welt, die mit Neugier und aktivem Staunen die Menschen zum Nachdenken bringt. Ihren Freunden gibt der italienische „Touch“ eine sympathische Kontur: Der Straßenkehrer Beppo (Gerald Fiedler) fegt mit Hingabe im Quadrat, der Maurer Nicola (Karoline Stegemann) streitet mit dem Wirt Nino (Roman Pertl) und dieser mit Liliana (Ute Fiedler) – aber nur, um sich dann wieder zu versöhnen.

Zentrale Figur ist Gigi, der Geschichtenerzähler (Anatol Käbisch), der aus dem Nichts auftaucht und die Leute erheitert. In diese Welt brechen die Grauen Herren ein, indem sie als Ersten den Friseur Fusi (auch wieder Ute Fiedler) zum Zeitsparen bewegen. Momo findet nach ihrem Ausflug zu Meister Hora (Thomas Prazak), dem Herrn über die Stundenblumen der Menschen, eine andere Welt vor. Die Welt der Puppe „Bibigirl“, die „mehr Sachen“ haben will (auch hier hervorragend Karoline Stegemann). Auf der Suche nach ihren Freunden findet sie den Wirt Nino im Schnellrestaurant und den heiteren Gigi als reichen aber gestressten Popstar mit goldenen Stiefletten unter dem strengen Zeitmanagement seiner Pressesprecherin (auch wieder Ute Fiedler). Er jedoch, das vermittelt Anatol Käbisch in der Schlüsselszene mit Momo überzeugend, sehnt sich nach der Unbeschwertheit zurück, die das Zeitsparen den Menschen genommen hat und bringt Momo dazu, die Menschen von den Grauen Herren zu erlösen.

Wandelbar müssen sich die Schauspieler in jeder Richtung zeigen – innerhalb der Charaktere sowie im Wechsel von einem zum anderen (bewundernswert: Karoline Stegemann im Panzer der Schildkröte Kassiopeia, nachdem sie gerade erst das Bibigirl gegeben hatte). Die fantastische Heiterkeit der unbeschwerten Welt und die Manieriertheit der seelenlosen Zeitersparnis vermitteln auch die Kostüme (Ursula Bergmann) und selbst die so gleichförmigen Grauen Herren zeigen diverse Charaktere. Etwa in der Rechenszene, wo der Graue Herr 1 (Anatol Käbisch) wie ein erfolgreich überzeugender Vertreter mit Zahlenkolonnen jongliert oder in der Gerichtsszene, wo der „Verräter“ gnadenlos verurteilt wird.

Auch das Bühnenbild ist diesem einfachen aber pragmatischen Ansatz angepasst (Nora Lau): Die Elemente des Amphitheaters lassen sich in alle Richtungen verschieben und im Inneren glitzert das Reich Meister Horas, umringt von leuchtenden Stundenblumen.

Einzig die Musik von Jan Maihorn hätte einen höheren Stellenwert verdient – die Gesangseinlagen sind zu melancholisch und vor allem zu spärlich und für Kinder zu wenig mitreißend. Doch das tut dem Gesamteindruck der rundum überzeugenden Geschichte keinen Abbruch. Zu Recht sind die insgesamt rund 40 Vorstellungen der Saison bereits gut bis vollständig gebucht.





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