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Ledvance: In Augsburg geht das Licht aus

Am gestrigen Montag hat die Geschäftsführung von Ledvance angekündigt, dass der Konzern 1.300 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen werde. Am härtesten trifft es den Standort Augsburg, der komplett geschlossen werden soll. Davon betroffen sind zirka 700 Arbeitnehmer.

Ein Konzern in Schieflage
Ledvance, eines der weltweit führenden Unternehmen in der Allgemeinbeleuchtung für professionelle Kunden und Endkonsumenten, setzt seine Transformation fort und beabsichtigt in diesem Rahmen Arbeitsplätze abzubauen. Die standortbezogenen Details des Abbauprogramms sollen in den nächsten Monaten erarbeitet und eng mit den Arbeitnehmervertretern abgestimmt werden.

Die Geschäftsführung hat die Arbeitnehmervertreter darüber informiert, dass in Deutschland bis Ende 2021 von diesen Maßnahmen rund 1.300 Arbeitsplätze betroffen sein werden. Die Auslastung der Ledvance-Werke liegt trotz früherer Restrukturierungsbemühungen aktuell global teilweise nur noch bei 20 bis 40 Prozent, weshalb die Produktionsstandorte in Deutschland von vier auf zwei konsolidiert werden sollen. Die Werke in Berlin und Augsburg sollen bis Ende 2018 geschlossen werden. Der Maschinenbau in Augsburg soll bis Ende 2019 geschlossen werden. Durch die geplanten Schließungen fallen in Augsburg und Berlin insgesamt rund 900 Arbeitsplätze weg, etwa 700 in Augsburg und 200 in Berlin. Die Werke in Eichstätt und Wipperfürth sollen fortgeführt werden. Die Profitabilität der Werke in Eichstätt und Wipperfürth soll sichergestellt werden. Hierfür sollen bis 2021 weitere 300 Arbeitsplätze wegfallen, davon 250 in Eichstätt.

Das traditionelle Lampengeschäft von Ledvance verzeichnet einen immer schnelleren Rückgang aufgrund des Wandels in der gesamten Industrie. Ledvance geht von einem Rückgang des Marktvolumens im traditionellen Geschäft von nahezu 90 Prozent bis 2025 aus. Als Ursache dieses Einbruchs wird von Ledvance der Ersatz von traditionellen Leuchtmitteln durch LED angeführt. Dies habe mit der höheren Effizienz, Lebensdauer und dem Preisverfall der LEDs, Trends zu Leuchten und intelligenter Beleuchtung und Gesetzesinitiativen, die Glüh- und Halogenlampen verbieten zu tun.

Die Anpassung an fallende Nachfrage hat schon zu Zeiten vor dem Carve-Out von Osram mit dem „Push-Programm“ begonnen, doch der Umfang dieser Maßnahmen sei nicht ausreichend, gemessen an der Geschwindigkeit des Rückgangs. Weltweit sei daher geplant, Arbeitsplätze abzubauen. In Deutschland werden bis Ende 2021 rund 1.300 Arbeitsplätze in allen deutschen Ledvance-Standorten betroffen sein.

—– Foto: Ledvance-Werk in Augsburg (c) DAZ——–

2016 wurde Osram von Ledvance übernommen. Im März 2017 wurde Ledvance von einem chinesischen Konsortium rund um die Investoren IDG Capital, Yiwu State-Owned Assets Operation Center (Yiwu) und dem Beleuchtungsunternehmen MLS Co., Ltd gekauft. Das Unternehmen beschäftigt weltweit an 17 Produktionsstandorten rund 9.000 Mitarbeiter und erzielt im Jahr zirka 2 Milliarden Euro Umsatz.



Lösch: Stadt lässt nach Altlasten suchen

Das Umweltamt der Stadt Augsburg hat eine Krumbacher Firma mit der Durchführung einer historischen Erkundung der Altablagerung „Schwarzer Weg“ beauftragt.

Sanierungsarbeiten am Stempflesee, wo Lösch gefunden wurde

Sanierungsarbeiten am Stempflesee, wo Lösch gefunden wurde (c) DAZ


Im Rahmen der Erkundung soll die Nutzungshistorie der Altablagerung insbesondere mittels einer Archivrecherche und der Befragung von Zeitzeugen rekonstruiert werden. Die vom Umweltamt anvisierte Verdachtsfläche befindet sich unmittelbar westlich der Wertach, südlich der B17 am Wasenmeisterweg. Da bisher jedoch nur wenige Hinweise vorliegen und darüber hinaus der genaue Umgriff der jeweiligen Teilbereiche nicht bekannt ist, wurden die umliegenden Flächen ebenfalls als Verdachtsflächen in den Umgriff mit aufgenommen.

Der „Augsburger Lösch“ ist Schlacke, die bei der Verbrennung von Steinkohle zur Gasgewinnung entstanden ist. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden auf diese Weise Unmengen an Verbrennungsrückständen, die „Lösch“ genannt wurden. Eine Art grobkörnige und schwarze Schlacke, die an erkaltete Vulkanasche erinnert und im schlimmsten Fall mit giftigen Stoffen kontaminiert ist. Lösch wurde bis in die 70er Jahre als Wegebaumaterial verwendet, auch für die zahlreichen Wege im Augsburger Stadtwald, der zum Trinkwasserschutzgebiet der Stadt gehört.



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