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Brechtfestival startet mit „Fatzer“

„Der Fatzer« ist ein Fragment. Brecht hat den Text jahrelang immer wieder überarbeitet und es 1932 schließlich aufgegeben – wirklich losgelassen hat ihn dieser nie. Es heißt, er hielt den Text für »unaufführbar.“ (Heiner Müller)
Dass er inzwischen dennoch aufgeführt wird, ist Heiner Müller zu verdanken. Für ihn war der Fatzer ein »Jahrhunderttext«. Müller hat sich dem umfangeichen Material angenommen und 1978 eine Bühnenfassung daraus gemacht. Und zwar in einem geradezu physischen Aushandlungsprozess: »Ich habe in dem Zimmer, in dem ich gearbeitet habe, die vierhundert Seiten ausgebreitet, bin dazwischen herumgelaufen und habe gesucht, was zusammenpasst. Ich habe auch willkürliche Zusammenhänge hergestellt, an die Brecht nicht denken konnte, ein Puzzle-Spiel.« Müller las zahlreiche Bezüge aus dem Text – quer durch die deutsche Geschichte und die des Humanismus – und landete schließlich auch bei der RAF. Wir sind gespannt, wie Regisseur Christian von Treskow den Text interpretiert.
Die Premiere seiner Inszenierung von »Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer« am Theater Augsburg eröffnet am 23.2. im martini-Park das Brechtfestival 2018.


SV Werder Bremen stellt Nouri frei

Die 0:3 Heimniederlage gegen den FCA sorgte für die Freistellung von Werder-Trainer Alexander Nouri

Am heutigen Montag trennte sich Werder Bremen von Trainer Alexander Nouri. U-23 Trainer Florian Kohfeldt übernimmt als Interimstrainer die Trainingsaufgaben. Manager Frank Baumann will den Markt sondieren, schließt eine Dauerlösung mit Kohfeldt aber nicht aus. Auch Co-Trainer Markus Feldhoff wurde freigestellt. Die Entscheidung traf die Werder-Geschäftsführung nach Krisengesprächen am Sonntagabend. Nouri wurde am Montagmorgen vor dem Training der Mannschaft über den Schritt unterrichtet.

„Wir sind der Überzeugung, dass dieses Trainerteam in den kommenden Tagen einen wichtigen Impuls setzen kann und die Verunsicherung in der Mannschaft auflösen kann“, so Geschäftsführer Frank Baumann, der bereits direkt nach dem Spiel gegen einen keineswegs überzeugenden FC Augsburg von Nouri Abstand nahm. Der FCA hätte, hätte er seine Chancen in der zweiten Halbzeit halbwegs besser verwertet, Bremen eine historische Niederlage zufügen können.



Siebentischwald: Löschproben wurden nur in Nähe Stempflesee entnommen

Die unbedenklichen und für den Menschen nicht schädlichen Schadstoffanteile in der Schlacke (Lösch), die im Siebentischwald bei den Sanierungsarbeiten am Stempflesee gefunden wurden, wurden im vergangenen Stadtrat von Umweltreferent Reiner Erben vorgestellt.

Reitweg im Siebentischwald: Nach Informationen der DAZ wurden diese mit Schlacke aufgeschüttet

Reitweg im Siebentischwald: Nach Informationen der DAZ wurden alle Reitwege mit Schlacke aufgeschüttet


Eva Weber sprach im Rahmen dieser Stadtratssitzung von Bedenklichkeitsanteilen wie bei „Blumenerde“. Das Umweltamt gab Entwarnung. Diese Unbedenklichkeitsfeststellungen bezogen sich allerdings nur auf Schlacke, die in Nähe des Stempflesees gefunden und überprüft wurde. Nach Informationen der DAZ befinden sich allerdings auf vielen Wegen durch den Siebentischwald Schlacke, deren Kontaminierung noch nicht überprüft wurde, wie Umweltreferent Reiner Erben auf Anfrage erklärte.

Zunächst sei festzustellen, dass es sich bei „Lösch“ um keinen feststehenden Begriff handeln würde und demnach auch keine Aussage getroffen werden könnte, ob dieses nicht näher definierte Material im Wegebau Verwendung gefunden habe. „Es lässt sich lediglich vermuten, dass hiermit Aschen und Schlacken gemeint sein könnten. Dem Umweltamt, Abteilung Bodenschutz- und Abfallrecht liegen keine konkreten Hinweise darauf vor, dass zahlreiche Reitwege im Siebentischwald mit Aschen und Schlacken aufgeschüttet wurden“, so Erben in seiner Antwort auf die DAZ-Frage, ob es innerhalb der Stadtverwaltung bekannt sei, dass es im Trinkwasserschutzgebiet zahlreiche mit Lösch aufgeschüttete Wege geben würde. Deshalb seien dort auch, so Erben, keine Probeentnahmen angeordnet worden.

„Allerdings wurden und werden von der Bevölkerung zahlreiche Wege in den Stadtteilen als schwarze Wege bezeichnet. Einer dieser sogenannten „Schwarzen Wege“ wird im Rahmen der Amtsermittlung derzeit vom Umweltamt, Abteilung Bodenschutz- und Abfallrecht historisch erkundet. Ergeben sich dabei Anhaltspunkte für eine schädliche Bodenveränderung, wird eine Probennahme veranlasst“, so Erben.