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DEL: AEV lässt Adler mit drei Punkten nach Mannheim zurückfliegen

Die Augsburger Panther mussten zwei Tage nach dem Auswärtssieg bei den Fischtown Pinguins einen Rückschlag hinnehmen. Der AEV verlor zu Hause gegen die Adler Mannheim knapp mit 2:3. Die Augsburger Treffer erzielten Daniel Schmölz (33.) und Drew LeBlanc (55.). Für Mannheim waren Phil Hungerecker (1.), Daniel Sparre (9.) und Carlo Colaiacovo (36.) erfolgreich.

Augsburger Panther - Mannheim Foto (c) Siegfried Kerpf

AEV - Mannheim Foto (c) Siegfried Kerpf


Vor dem Spiel wurden zunächst noch Aleksander Polaczek (800 DEL-Spiele), Steffen Tölzer (600 DEL-Spiele) und Arvids Rekis (500 DEL-Spiele) für ihre Jubiläen geehrt.

Als es dann losging erwischten die Panther einen miserablen Start, denn Mannheim traf gleich mit der ersten Chance. Chad Kolarik lupfte die Scheibe bei einem Konter in die Mitte und dort zimmerte Hungerecker diese mit der Rückhand unhaltbar ins rechte Kreuzeck (1.). – Die Panther, die im Vergleich zum Dreier in Bremerhaven kurzfristig auf Mark Cundari verzichten mussten, hatten kurz danach durch Trevor Parkes ihre erste gute Chance, aber Dennis Endras parierte stark (4.).

Sparre erhöht nach Zauber-Solo

Die Anfangsphase gehörte aber den Gästen, die prompt erhöhten. Sparre setzte gegen die gesamte AEV-Defensive zum Solo an, ließ mehrere Gegenspieler stehen und überwand auch Boutin mit seinem Schuss unter die Latte (9.). – Die Hausherren kamen danach besser ins Spiel und hatten durch Drew LeBlanc die riesen Chance auf den Anschlusstreffer, aber Endras stand erneut im Weg (10.). Im ersten Powerplay traf Thomas Holzmann zudem nur den Pfosten (12.).

AEV verzweifelt an Endras

In der Schlussphase des ersten Durchgangs scheiterten außerdem noch David Stieler, Jaroslav Hafenrichter (je 17.) und Thomas Holzmann in aussichtsreicher Position. Die Panther hatten auch zu Beginn des zweiten Drittels mehr vom Spiel, fanden aber keinen Weg vorbei am überragenden Endras. Vor allem bei einer Doppelchance aus kurzer Distanz von Holzmann zeichnete sich der ehemalige Augsburger aus (27.). Auch in der Paradedisziplin Powerplay wollte es nicht klappen. Als die Panther für 99 Sekunden sogar mit zwei Mann mehr agieren durften, deckten die Hausherren das Gästetor mit Schüssen zu. Einzig ein Treffer wollte trotz zahlreicher Großchancen nicht fallen.

Colaiacovo kontert Schmölz‘ Anschlusstreffer

Einige Minuten danach konnte der AEV aber doch jubeln. Schmölz fuhr ins Mannheimer Drittel, zog verdeckt aus dem Handgelenk ab und setzte den Puck genau über Endras‘ Fanghand in den Winkel (33.). Doch Mannheim hatte eine Antwort parat und schlug in Überzahl postwendend zurück, als Colaiacovo aus der Distanz abzog und zum 1:3 einschoss (36.). – Dieser Treffer zeigte Wirkung und die Adler waren im restlichen Verlauf des Mitteldrittels tonangebend, aber es ging mit dem Zwei-Tore-Rückstand aus Augsburger Sicht ins dritte Drittel.

Treffer von LeBlanc kommt zu spät

Dort passierte lange nichts, denn die dezimierten Gäste verteidigten leidenschaftlich und hielten die anrennenden Panther geschickt vom eigenen Tor fern. Sechs Minuten vor dem Ende wurde es aber doch noch spannend, als der AEV aus dem Nichts zum erneuten Anschlusstreffer kam. Parkes und Trevelyan arbeiteten die Scheibe zum Tor, LeBlanc umkurvte Endras und schob zum 2:3 ein (55.). Die Panther warfen nun alles nach vorne, brachten den Puck konsequent zum Tor und nahmen auch Boutin frühzeitig vom Eis. Der Ausgleich fiel aber nicht mehr und so nehmen die Adler die Punkte mit in die Kurpfalz. – Für den AEV steht am Freitag das nächste Heimspiel auf dem Programm, wenn die Düsseldorfer EG ihre Visitenkarte im Curt-Frenzel-Stadion abgibt. Zwei Tage später müssen die Brechtstädter bei den Straubing Tigers ran.



Erste Jamaika-Sondierung: Augsburgs OB Kurt Gribl sitzt in Berlin am Verhandlungstisch

Am kommenden Mittwoch starten die ersten Sondierungsgespräche in Berlin. Es geht um nichts Geringeres als um die Bildung einer Bundesregierung. Das Ziel: CDU/CSU sollen mit den Grünen und der FDP ein Regierungsbündnis schmieden. Mit am Verhandlungstisch sitzt Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl.

Von Siegfried Zagler

Angela Merkel, Kurt Gribl (c) DAZ

Angela Merkel, Kurt Gribl (c) DAZ


Insgesamt werden 28 Unterhändler die beiden Unionsparteien in den ersten Verhandlungsrunden in Berlin vertreten. Die Verhandlungen beginnen am Mittwoch und enden am Samstag. Von Angela Merkel wurden 18 CDUler benannt, von CSU-Chef Horst Seehofer 10 CSUler. Die 10-köpfige CSU-Mannschaft setzt sich folgendermaßen zusammen: Die Fünferrunde mit Horst Seehofer, die sich mit der CDU auf ein Obergrenzen-Szenario verständigen konnte, ist gesetzt: Alexander Dobrindt, Andreas Scheuer, Joachim Herrmann und Thomas Kreuzer. Die weiteren fünf Unterhändler sind alle Parteivizes, also Angelika Niebler, Manfred Weber, Barbara Stamm, Christian Schmidt und Kurt Gribl. Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl soll, so Seehofer im Bayerischen Rundfunk, die Interessen der Kommunen darstellen. Kurt Gribl ist nicht nur CSU-Vize, sondern auch Vorsitzender des Bayerischen Städtetags.

Angela Merkel - Horst Seehofer

Angela Merkel - Horst Seehofer


Bayerns Ministerpräsident Seehofer, der laut einer Umfrage der Augsburger Allgemeinen von zwei Drittel der Bayern als Ministerpräsident nicht mehr erwünscht ist, steht nach dem katastrophalen Bundestagswahlergebnis innerparteilich unter Druck. Laut Nachrichtenmagazin Der Spiegel sei er mit der Strategie von Angela Merkel einverstanden, die CDU/CSU weiter nach links zu führen. Das stößt innerhalb der CSU nicht auf ungeteilten Beifall. Auch für die Zusammenstellung der Verhandlungsdelegation erhielt der angezählte Seehofer friendly fire: Seehofer halte so seinen Rivalen Markus Söder aus der Runde der wichtigen Verhandler fern. Auch Vize-Generalsekretär Markus Blume, von Seehofer und Merkel beidermaßen geschätzt, sei außen vor. Das sei wenig einleuchtend.

Angeführt von Angela Merkel vertreten Volker Kauder, Peter Altmaier, ebenfalls die fünf Parteivizes und mehrere Ministerpräsidenten die CDU. Auch Präsidiumsmitglied Jens Spahn ist im Boot bei den Verhandlungen mit den Grünen und der FDP.

Von Mittwoch bis Samstag wird Kurt Gribl jedenfalls die Interessen der CSU in Berlin vertreten. In diesem Zeitraum wird die Stadt Augsburg von Bürgermeisterin Eva Weber regiert.



FCA entzaubert Nagelsmann

In einem Spiel mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten kam der FC Augsburg vor 27.014 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena beim Tabellendritten aus Hoffenheim nach zweimaligem Rückstand noch zu einem nicht mehr für möglich gehaltenen 2:2 Unentschieden. Ausgerechnet der Ex-Augsburger Kevin Vogt vermasselte seinem Team durch ein Eigentor in der letzten Minute der regulären Spielzeit den schon sicher geglaubten Heimsieg.

Von Udo Legner

Hoffenheims Coach Julian Nagelsmann hatte sein Team nach der 3:2 Pleite in Freiburg gleich auf vier Positionen umgestellt und stand nach den enttäuschenden Auftritten in der Europaliga gehörig unter Druck. Bei den Augsburgern war der Respekt vor den heimstarken Hoffenheimern dennoch groß. Im Vorfeld lobte FCA-Coach Manuel Baum die Nagelsmann-Truppe als „eine der spielstärksten Mannschaften der Bundesliga.“ Mit Top-Torjäger Finnbogason, der unter der Woche das WM-Ticket für Island gelöst hatte, wollten die Fuggerstädter gegen die heimstarken Hoffenheimer (3/1/0) dennoch für eine Überraschung sorgen. Gelingen sollte dies mit einer Fünferkette, mit der die Räume im Zentrum schnellstmöglich geschlossen werden konnten. Deshalb standen gegenüber der 1:2 -Heimniederlage gegen Borussia Dortmund für Khedira und Gregoritsch Danso und Koo in der Startelf.

Die ersten zehn Minuten der Partie gehörten den Hoffenheimern. Schon in der 5. Min. landete der Ball im Tor von Marwin Hitz, doch der Treffer von Sandro Wagner wurde vom Unparteiischen Manual Gräfe wegen klarer Abseitsstellung des Nationalstürmers nicht gegeben. Bereits eine Minute später eine weitere Chance des Tabellendritten: Nach schönem Diagonalball auf Zuber, der links in den Augsburger Strafraum geschickt wurde, rauschte der Querpass an Freund und Feind vorbei ins fußballerische Niemandsland. In der 10. Minute kam der FCA nach Balleroberung im Mittelfeld gefährlich vor das Tor von Hoffenheim-Keeper Baumann, doch Finnbogason verhedderte sich und vergab so diese gute Gelegenheit.

Wer nach diesem munteren Auftakt ein spannendes Spiel mit vielen Torraumszenen erwartet hatte, sah sich bald eines Besseren belehrt. Der FCA verstand es, die Räume eng zu machen und so war es mit der Hoffenheimer Herrlichkeit erst einmal vorbei. Auch auf der Gegenseite war von Augsburger Torchancen nichts zu sehen. So waren die Einwürfe von Danso fast das einzige Spektakel, die wie Eckbälle in den Strafraum geflogen kamen, aber von den Hoffenheimer Defensivspielern ein ums andere Mal geklärt werden konnten.

Finnbogason vergibt FCA Führung

So dümpelte das Spiel bis zur 38. Minute dahin. Doch dann bekam Caiuby nach einer Flanke von Heller und einem Patzer von Posch die Gelegenheit, auf Finnbogason zurückzulegen. Aus fünf Metern bringt der Augsburger Goalgetter das Kunststück fertig, den Ball statt ins Tor an den linken Pfosten zu knallen. Nur zwei Minuten später eine weitere Chance für den jetzt sehr couragierten FCA. Eine Flanke von Max landete bei Caiuby, dessen Verlängerung allerdings ans Außennetz ging.

Fazit zur Halbzeit:

Starke Abwehrleistung der Augsburger, die gegen die recht fahrigen Hoffenheimer wenig zuließen. Trotz größerer Spielanteile der Nagelsmann-Elf hatte der FCA die besserem Chancen!

Mit viel Elan startete Hoffenheim in die zweite Halbzeit und erspielte sich in den ersten Minuten nach Wiederanpfiff mehr Möglichkeiten als in der gesamten ersten Hälfte. In der 48. Minute gleich zwei Großchancen für Hoffenheim: erst scheiterte Kramaric von halblinks an Marwin Hitz, dann setzte Hübner eine Volleyabnahme mit dem rechten Innnenrist spektakulär über die Latte.

Hätte, hätte Fünferkette

In der 52. Minute war es soweit. Nach einer Bogenlampe herrschte totales Chaos in der ansonsten sattelfesten Augsburger Abwehr. Gouweleeuw schaffte es nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu bugsieren, Hintereggers Abwehr war nicht zwingend und so konnte Hübner aus kurzer Distanz per Kopf unhaltbar für Hitz in die rechte Ecke wuchten.

Mit der Führung im Rücken intensivierte Hoffenheim sein Offensivspiel und kam im Zwei-Minuten-Takt (66. Min.) durch Kramaric, Geiger und Wagner zu weiteren Möglichkeiten.

Ausgleich aus dem Nichts

Das Tor fiel jedoch auf der Gegenseite für den FCA. Aus dem Nichts gelang dem für den blassen Finnbogason in der 62. eingewechselten Michael Gregoritsch der Ausgleichstreffer. Nach famosem Zuspiel von Max zog der Österreicher aus halblinker Position von der Strafraumgrenze ab. Baumann streckte sich beim zweiten Saisontreffer des Neuzugangs vergeblich und der Ball schlug in der langen Ecke ein. Die nächsten Minuten gehörten dem FCA, der jetzt wie berauscht aufdrehte und seine Chancen suchte. Ein beherzter Flankenlauf von Heller (78. Min.), ein Kopfball von Danso ( 82. Min.) nach einem Eckball von Max, der die Oberkante der Latte touchierte – mehr wollte in dieser Offensivphase für den FCA nicht herausspringen.

In der 85. Minute schien für den FCA alles verloren. Nach schöner Ballstafette am Augsburger Strafraum kam der Ball von Sandro Wagner zu Uth, der mit einem wunderschönen Schlenzer in die obere linke Torecke Marwin Hitz nur das Nachsehen ließ.

Augsburg hält zusammen

Mit dem Mut der Verzweiflung und mit Nachwuchsmann Marco Richter (87. Min. für Kevin Danso) berannte der FCA daraufhin das Hoffenheimer Tor. In der 90. Minute der erneute und nicht mehr für möglich gehaltene Ausgleich für die Augsburger. Der für Ja-Cheol Koo ins Spiel gekommene Jan Moravek (82. Min.) leitete ein Zuspiel von Baier an Gouweleeuw weiter, der den Ball flach und scharf an den Fünfmeterraum schlug und ausgerechnet der Ex-Augsburger Kevin Vogt – inzwischen zum Kapitän der Hoffenheimer avanciert – lenkte die Hereingabe zum 2:2 Endstand ins eigene Tor.

Der FCA festigte mit diesem Auswärtspunkt seinen Platz im oberen Mittelfeld. Bei einem Sieg gegen Aufsteiger Hannover im Heimspiel am nächsten Samstag (Anstoß 15.30 Uhr) könnten die Baum-Schützlinge sogar noch weiter nach oben klettern. Die Hoffenheimer mussten dagegen erkennen, dass – trotz oder wegen all des Hypes um ihren Wundercoach Julian Nagelsmann – die Bäume auch im Kraichgau nicht in den Himmel wachsen.

Die Aufstellung des FCA: Hitz – Opare, Gouweleeuw, Hinteregger, Danso, Max – Heller, Koo, Baier, Caiuby – Finnbogason

62. Min. Michael Gregoritsch (für Finnbogason), 82. Min. Jan Moravek (für Koo), 87. Min. Marco Richter (für Danso)