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FCA holt einen Punkt in Hoffenheim

In der achten Runde der Fußballbundesliga trennten sich die TSG 1899 Hoffenheim und der FC Augsburg vor 27.000 Zuschauern in Sinsheim mit einem leistungsgerechten 2:2 Unentschieden. Die Treffer für den FCA erzielten Gregoritsch (75.) und Vogt (Eigentor/89.); für Hoffenheim waren Hübner (52.) und Uth (85.) erfolgreich.

In einer sehenswerten und taktisch hochwertigen Partie zeigte sich der FC Augsburg gegen das heimstarke Hoffenheim auf Augenhöhe, hatte aber am Ende Glück, dass Hoffenheims Kapitän Kevin Vogt eine scharfe Flanke ins eigene Tor abfälschte. Kevin Vogt kam vom FCA über Köln nach Hoffenheim und zählt heute zu den spielstärksten Innenverteidigern der Liga. Dem glücklichen Ausgleich des FC Augsburg steht der glückliche Führungstreffer der Hoffenheimer gegenüber, an dem die Augsburger Abwehr mehr Anteile hatte als der Hoffenheimer Sturm. Hätte Alfred Finnbogason in der ersten Halbzeit (38.) eine sogenannte hundertprozentige Chance nicht vergeben, wäre wohl mehr für den FCA zu holen gewesen. Ein Spielbericht von Udo Legner folgt.



FCA in Hoffenheim: Der erste Sieg liegt in der Luft!

Julian Nagelsmann und Manuel Baum sind derzeit die angesehensten Trainer der Bundesliga. Nagelsmann wird als kommender Bayern-Trainer gehandelt – und so sieht sich der jüngste Bundesligatrainer aller Zeiten mit seinen 30 Jahren sogar in der Lage, sich lobend über Konkurrenten zu äußern.

Von Siegfried Zagler

Nagelsmann weiß, dass mit dem FCA „eine ganz eklig zu bespielende Mannschaft, die super verteidigt und sicher zu den Top-Vier-Mannschaften zählt, was das Umschalten angeht“, nach Sinsheim kommt. „Sie haben ein gutes Tempo und mit Finnbogason einen sehr intelligenten Stürmer vorne, der sich gut bewegt und weiß, wann er Tiefe schaffen muss, wann er entgegenkommt. Sie geben extrem wenige Räume preis, man muss immer auf der Hut sein, weil sie sehr schnell umschalten und dann auch nachgehen, sie lassen dich auch beim 2. Ball nicht in Ruhe“, so Nagelsmann über den FCA vor der heutigen Partie in Hoffenheim (15.30 Uhr), wo die Sinsheimer 21 Spielen in Folge nicht mehr verloren haben.

„Ich finde die Entwicklung in Augsburg ganz großartig, Manuel Baum macht eine sehr gute Arbeit“, lobt Nagelsmann, „ich habe im Jugendbereich viele Spiele gegen Augsburg gemacht, wo er auch Trainer war, er hat eine sehr stringente Linie drin, das gefällt mir gut.“ Generell habe der FCA „den Kader gut verstärkt und eine gute Kaderstruktur für die Art, wie sie spielen wollen. Das mache das Team sehr gut. „Wir müssen ein Gleichgewicht finden, zwischen einem geduldigen Spielvortrag und einer gesunden Kontersicherung“, so Nagelsmann, der mit der TSG Hoffenheim zwei Spiele in Folge verlor – gegen Nobodys (Ludogorets Razgrad )in der Europa League und in Freiburg. Nagelsmann sagt, dass er noch in seiner Trainerkarriere drei Spiele in Folge verloren habe, weshalb er gegen den FCA jeden Stein umdrehen werde: „Wir müssen es hinbekommen, dass wir bei eigenem Ballbesitz schnell und präzise spielen, damit der Gegner mal Räume öffnet. Und wir in eine gute Kontervermeidung kommen und uns nicht nur auf die Restverteidigung verlassen.“ Die Hoffenheimer müssen jedoch weiter auf Ermin Bicakcic (Kreuzbanddehnung), Adam Szalai (Adduktorenteilriss), Serge Gnabry (Oberschenkelzerrung) und Lukas Rupp (Beckenprellung) verzichten.

Nagelsmann: "Der FCA hat einen intelligenten Stürmer vorne, der sich gut bewegt und weiß, wann er Tiefe schaffen muss, wann er entgegenkommt": Alfred Finnbogason (c) Siegfried Kerpf

Nagelsmann: "Der FCA hat einen intelligenten Stürmer vorne, der sich gut bewegt und weiß, wann er Tiefe schaffen muss, wann er entgegenkommt": Alfred Finnbogason (c) Siegfried Kerpf


Unabhängig davon reist der FCA mit breiter Brust nach Hoffenheim. Zuletzt zeigte der FCA in der zweiten Halbzeit gegen Dortmund, dass er in der Lage ist auch gegen spielerisch starke Mannschaften Paroli zu bieten, auch wenn man gegen die Westfalen mit 1:2 die Segel streichen musste. Mit 11 Punkten aus 7 Spielen legte der FCA den besten Start in seiner siebenjährigen Bundesligazugehörigkeit hin, weshalb die sieglose Bilanz in Sinsheim am heutigen Samstag ihr Ende finden soll: In sechs Spielen gab es in Hoffenheim bisher drei Niederlagen und drei Unentschieden. Ein Sieg in der Rhein-Neckar-Arena wäre also eine Premiere. FCA-Trainer Baum geht davon aus, dass die zuletzt angeschlagenen Sergio Cordova, Konstantinos Stafylidis und Rani Khedira rechtzeitig fit werden. Martin Hinteregger, der mit einer Entzündung am Spunggelenk zu kämpfen hatte, ist einsatzbereit.

Die voraussichtlichen Aufstellungen Hoffenheim: Baumann – Nordtveit, Vogt, Hübner – Kaderabek, Zuber – Geiger – Demirbay, Amiri – Wagner, Kramaric. – Trainer: Nagelsmann

Augsburg: Hitz – Gouweleeuw, Khedira, Hinteregger – Opare, Max – Baier – Heller, Gregoritsch, Caiuby – Finnbogason. – Trainer: Baum Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)



Peter Fessler im Jazzclub: Kommt ein Vogel geflogen

Peter Fessler begeisterte am Freitagabend im vollbesetzten Jazzclub mit einer Soloperformance

Von Andrea Huber



Peter Fessler im Jazzclub (c) DAZ

Peter Fessler im Jazzclub (c) DAZ


Spätestens seit seinen Duetten mit Al Jarreau und Bobby Mc Ferrin ist der 1959 in Köln geborene Peter Fessler zum Aushängeschild für Jazzgesang aus Deutschland geworden, 2014 wurde ihm der ECHO Jazz als „Bester Sänger national“ verliehen. Und mit „New York Rio Tokyo“ gelang ihm im „Trio Rio“ ein echter Welthit des Pop. Wenn Fessler sich aber im Alleingang auf der Gitarre begleitet, verschmelzen sein instrumentaler Gesang und seine locker-flockig-jazzigen Gitarrenklänge zu einem einfühlsamen Gesamtkunstwerk.

So nimmt Peter Fessler im ersten Teil des Konzerts im Augsburger Jazzclub sein Publikum zunächst mit auf eine brasilianische Reise. Seine unnachahmliche Improvisationssprache nennt er selbst „Fesperanto“. Er beherrscht den modulierenden Umgang mit seiner Kopfstimme herausragend. In seinem virtuosen Gesang fliegt er über alle Grenzen hinweg, indem er die improvisierten Melodien mit den typisch brasilianischen samtig-weichen Scat-Vocalismen umspielt und seine musikalische Vielseitigkeit mit verblüffenden Wendungen unterstreicht. Mit einem gigantischen Tonumfang, der von der weichen Fistelstimme bis zum sonoren Subbass in allen erdenklichen Nuancen gut vier Oktaven umreißt, präsentiert Fessler auch Songs wie „Intro da Vida“ (Fessler) und „All the Things you are“ (Kern/Hammerstein).

Dass Fessler keinen Unterschied zwischen den Stilen und Genres macht, zeigte er mit einer vielseitigen zweiten Konzerthälfte, in der er selbst vor ausgereiftem Beatboxing in „Sommertime“ nicht Halt machte. Hits wie „My little Boat“ (Roberto Menescal) und die Pop-Ballade „Nothing’s Gonna Change My Love for You“ durften dabei nicht fehlen – alles im speziellen Fessler-Stil, versteht sich.

Dabei führte der Rheinländer sichtlich mit Spaß durchs Programm und unterhielt das Publikum auch zwischen den Songs. Seine Improvisationen über „Kommt ein Vogel geflogen“ und „New York Rio Tokyo“ in der Zugabe rundeten den Jazzabend ab. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus.

Peter Fessler bietet am heutigen Samstag, den 14. Oktober von 11 bis 15 Uhr einen Workshop an. Veranstaltungsort: Jazzclub Augsburg.



DEL: Panther schlagen Pinguins

Die Augsburger Panther gaben zuletzt vermehrt Führungen in der Schlussphase von Spielen noch aus der Hand. Nicht so beim Gastspiel bei den Fischtown Pinguins. Im 500. DEL-Spiel von Arvids Rekis machten die Panther in Bremerhaven einen 0:2 und 1:3-Rückstand noch wett und siegten am Ende etwas glücklich, aber nicht unverdient mit 4:3. Die Treffer für den AEV erzielten Michael Davies (26.), Scott Valentine (36.), Drew LeBlanc (53.) und Thomas Holzmann (55.). Für Bremerhaven waren Jason Bast (4.), Mike Hoeffel (16.) und Jan Urbas (40.) erfolgreich.

Gute Nachrichten gab es bereits vor dem Spiel, denn Mike Stewart konnte gegen die Pinguins wieder auf Drew LeBlanc und Derek Dinger zurückgreifen. Den Start verpatzten die Gäste aber gründlich. Während des ersten Powerplays für den AEV fing Bast den Puck ab, lief allein auf Jonathan Boutin zu und ließ dem Panthergoalie keine Chance (4.). – Zuvor hatten die Zuschauer eine ausgeglichene Anfangsphase gesehen, in der Michael Davies in Überzahl kurz vor dem 0:1 die beste Gelegenheit hatte (4.). – Auch danach präsentierten sich die Mannschaften auf Augenhöhe, aber als die Hausherren innnerhalb kürzester Zeit gleich zweimal in Überzahl spielen durften schlug es zum zweiten Mal hinter Boutin ein.

Pinguins legen nach

Im zweiten Powerplay brachte Kristopher Newbury die Scheibe scharf vors Tor, Hoeffel hielt den Schläger dazwischen und Boutin war erneut machtlos (16.). Zuvor hatte der Deutschkanadier noch stark gegen Jan Urbas und Cory Quirk (je 13.) pariert. Die Führung der Hausherren war somit durchaus verdient. Die Panther hatten durch Thomas Holzmann kurz vor Drittelende noch eine gute Chance auf den Anschlusstreffer, aber Tomas Pöpperle war aufmerksam (18.) und so ging der AEV mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die erste Pause.

Panther gleichen aus

Im Mitteldrittel gelang dann den Panthern aber das frühe Tor. Nach Scheibengewinn an der eigenen blauen Linie ging es blitzschnell: Davies schloss einen Zwei-auf-Eins-Angriff selbst ab und überwand Pöpperle zum 2:1 (26.). Und die Gäste wollten mehr: Brady Lamb (27.), Davies (28.) und in Überzahl Holzmann beziehungsweise Mark Cundari (je 33.) hatten den Ausgleich auf dem Schläger, aber Pöpperle konnte abwehren.

Im vierten Überzahlspiel klappte es dann endlich mit dem ersten Powerplaytor. White drehte sich schnell um die eigene Achse und traf den Pfosten, aber Valentine reagierte am schnellsten und staubte zum 2:2 ab (36.).

Bremerhaven trifft kurz vor zweiter Sirene

Als alle schon davon ausgingen, dass es mit diesem Spielstand in den dritten Abschnitt ging, schlugen die Pinguins nochmal zu. Moore brachte die Scheibe 14 Sekunden vor der Sirene einfach zum Tor, Urbas fälschte noch leicht ab und Boutin war zum dritten Mal chancenlos (40.).

Doch die Panther ließen sich auch davon nicht unterkriegen. In einem offenen Schlussdrittel hatte Davies die Chance auf den Ausgleich, als er alleine vor Pöpperle auftauchte. Der Torschütze des ersten Augsburger Tores zielte aber zu zentral und so konnte der Pinguins-Goalie parieren (44.). Im direkten Gegenzug hatte Urbas die Chance auf das 4:2, aber Boutin stand seinem Gegenüber in Nichts nach (44.). Die Gäste hatten nun mehr vom Spiel, aber Bremerhaven war bei Kontern stets gefährlich und hatte mehrfach den Chance auf die Entscheidung.

Doppelschlag des AEV

Der Treffer fiel aber für den AEV. Trevelyan und Parkes arbeiteten die Scheibe zum Tor, diese rutschte irgendwie durch und am langen Pfosten musste LeBlanc nur noch einschieben (53.). Und es kam noch besser, denn 78 Sekunden später ging die Stewart-Truppe sogar erstmals in Führung. Daniel Schmölz schickte Holzmann über die linke Seite auf die Reise, dieser fackelte nicht lang und donnerte den Puck unhaltbar unter die Querlatte (55.).

Nun warfen die Hausherren alles nach vorne, nahmen auch Pöpperle vom Eis, aber Boutin und seine Vorderleute ließen keinen Treffer mehr zu und brachten den knappen Sieg über die Zeit.

Für die Panther geht es nun am Sonntag um 19:00 Uhr gegen die Adler Mannheim im heimischen Curt-Frenzel-Stadion weiter.