DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
DAZ-Archiv - www.daz-augsburg.de

Stempflesee: Stadt bestätigt Lösch-Funde

Bei Sanierungsarbeiten am Stempflesee sind rund um den See Schlacken gefunden worden. Das Umweltamt prüft derzeit Proben des sogenannten “Lösch”.

Stempflesee: Bei Sanierung Lösch gefunden (c) DAZ

Stempflesee: Bei Sanierung Lösch gefunden (c) DAZ


Dies gab heute die Stadt über ihre Pressestelle bekannt. Die Stadt reagierte somit auf einen DAZ-Artikel, der auf diese Funde hinwies: “Während der derzeitigen Sanierungsarbeiten am Stempflesse wurde bei Bauarbeiten am Weg sogenannter „Lösch“ gefunden. Hierbei handelt es sich um Schlacke, die zum Wegebau eingesetzt wurde. Derzeit werden Proben davon vom Umweltamt untersucht. Die Untersuchungsergebnisse werden für Dienstag, 17. Oktober, erwartet. Vom Umweltamt ist abzuwägen, ob Gefahren vom Material ausgehen, wo Material abgetragen werden sollte und wo Material verbleiben kann. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden weitere Informationen veröffentlicht.” So die Stadt in einer knapp gehaltenen Pressemitteilung.





SPD: Margarete Heinrich soll Förster im Landtag ersetzen

Die Stimmkreiskonferenz-Ost der Augsburger SPD hat Margarete Heinrich für die Landtagswahl 2018 positioniert.

Bei einer Kampfabstimmung hat sich Heinrich am Freitagabend mit 40 zu 24 Stimmen (zwei Enthaltungen) gegen Sibel Altunay durchgesetzt. Damit stehen die beiden Augsburger SPD-Landtagskandidaten für die Bayernwahl 2018 fest. Neben Harald Güller (Stimmkreis-West) hat nun Margarete Heinrich gute Chancen, über die schwäbische Bezirksliste in den Bayerischen Landtag einzuziehen. Heinrich zeigte sich in ihrer Rede vielseitiger und umfasste den SPD-Markenkern (soziale Gerechtigkeit) überzeugender als Altunay, die sich inhaltlich kein Jota von Heinrich absetzen konnte. Noch am Montagabend forderte Altunay den SPD-Unterbezirksvorstand auf, sich zur Bayernwahl zu positionieren: Die SPD-Fraktion im Augsburger Rathaus solle die Koalition mit der CSU kündigen. Das Ansinnen perlte ab und Altunay verließ wohl auf den letzten Metern der Mut, die Politik der SPD-Fraktion anzugreifen.

Mit Dirk Wurm hatte Heinrich auch einen prominenteren und überzeugenderen Fürsprecher als Altunay, für die sich Frank Löw ins Zeug legte.  — Foto: Margarete Heinrich (Archiv)



Wie viel ist uns das Theater eigentlich wert?

Die Frage, ob ein Stadttheater heute noch jene gravierende gesellschaftliche und künstlerische Relevanz hat, die es in den städtischen Haushalten einnimmt, lässt sich mit einem einfachen “Nein” beantworten. Das Problem ist allerdings dabei, dass den wenigsten Bürgern die haushalterische Schieflage ihrer Kommunen bewusst ist, während eine schwer von der Hand zu weisende Statusvirulenz weiterhin die Existenz der Stadttheater zu sichern scheint.

Kommentar von Siegfried Zagler

Was verbindet die Bürgerschaft mit dem Augsburger Stadttheater? Verbindet man damit eine gewachsene Struktur für die unerschrockene Auseinandersetzung mit der eigenen Existenz, einen fernen Spiegel, ohne den unsere Lust, uns selbst und unsere Gesellschaft verstehen zu wollen, ihre Kraft verliert? Verstärkt das Theater unsere Reflexionsfähigkeit und verbindet man mit seiner jeweiligen „Hausbühne“ den kulturellen Stellenwert seines Wohnortes? Was kann uns das Spiel auf der Bühne heute und in der Zukunft geben? Kann sich das Augsburger Stadttheater aus sich selbst heraus begründen, da es tief in der Stadtgesellschaft verankert ist? Oder steht das Theater nur für sich selbst? Ist eine „Schließung aus künstlerischen Gründen“ (Bert Brecht) notwendig oder eben gerade nicht?

Diese aufregenden Fragen hätte man in einer nicht weniger aufregenden Debatte verhandeln können, hätten sich die Sanierungskritiker seinerzeit nicht verzettelt und ihr Anliegen in einen finalen Bürgerentscheid überführt. – Volker Schafitel hat es in seiner Pressekonferenz gestern nur kurz angedeutet, aber mit dem grauenvollen Scheitern der Sanierungskritker war es der Stadt möglich, ein waghalsiges Sanierungsprojekt auf den Weg zu bringen. Ein Projekt, das nicht wirklich ernsthaft hinterfragt wurde, steht nun wieder im Fokus der Kritik, nicht wegen gundsätzlicher Überlegungen, sondern weil es Schafitel bezüglich seiner Kostenplanung überprüft hat – plausibel überprüft hat, um genau zu sein.

Nun steht mehr als eine bloße Vermutung im politischen Raum. Schafitel hat nicht Birnen mit Äpfeln, sondern Theatersanierungsprojekte mit Theatersanierungsprojekten verglichen. Nun ist die Stadt an der Reihe, die düsteren Annahmen Schafitels zu zerstreuen. Es ist nämlich in der Tat zutreffend, dass das Projekt in der Bauplanung an Komplexität zugenommen hat, während die Kostenplanung immer auf dem gleichen Niveau blieb. Die Stadt hat ihren Bürgern in Sachen Theatersanierung absolute Transparenz versprochen. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass sie darüber aufklärt, ob der Stand der Kostenplanung nach aktuellem Wissensstand einzuhalten ist – oder ob allein die “natürliche” Baukostensteigerung dafür sorgt, dass die 200 Millionengrenze deutlich überschritten wird.

Der SPD, die beim Projektbeschluss einen Kostendeckel (186 Millionen Euro) forderte, möchte man die Frage stellen, bei welcher Summe sie das Projekt aus Gründen der Verhältnismäßigkeit nicht mehr verantworten will. Die CSU setzt bei der Flüchtlingsfrage gerne Obergrenzen, bei Renommierprojekten scheint es für die CSU dagegen keine Obergrenzen zu geben. Unter den Grünen sollte es aber genug Köpfe geben, die ahnen, dass eine Verdoppelung der Theatersanierungskosten den städtischen Haushalt an die Wand fahren würde. Augsburg ist nicht Berlin, Frankfurt, Hamburg oder Köln. Für eine kleine Stadt wie Augsburg stellen allein die laufenden Kosten eines Stadttheaters ein Problem dar. Würde man ehrlich mit den Kosten eines laufenden Stadttheaterbetriebs mit fast 400 Mitarbeitern umgehen, müsste die Kommune jährlich zusätzliche fünf Millionen Euro für den Erhalt der Gebäude aufbringen. Damit wären 30 Millionen Euro für den laufenden Theaterbetrieb pro Jahr spielend geknackt.

Falls die Finanzierung der aktuellen Theatersanierung 2039 tatsächlich abgeschlossen sein sollte, steht bereits die nächste Generalsanierung vor der Tür. Das Stadttheater ist ein Fass ohne Boden, und zwar unabhängig davon, ob seine Sanierung mit 200 oder mit 400 Millionen zu veranschlagen ist.

Bei welcher Summe würde die Lokalpolitik in Augsburg damit aufhören, von der Notwendigkeit eines städtischen Theaterbetriebs zu reden? Wann ist Schluss mit dem spießigen Glanz und künstlerischen Elend des Augsburger Stadttheaters? Wie viel ist uns unser Stadttheater eigentlich noch wert? Bei diesen Fragen sollte die Stadtregierung langsam ins Grübeln kommen und in der Lage sein, darüber nachzudenken, dass ihr die Theatersanierung bei einer explodierenden Kostenentwicklung bei der Kommunalwahl 2020 auf die Füße fallen wird.