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Landtagswahl 2018: Showdown für die letzten aussichtsreichen Augsburger Kandidaten beginnt

Nimmt man die Ergebnisse der vergangenen Landtagswahlen als Gradmesser, dann sollte man davon ausgehen, dass nach der kommenden Bayerischen Landtagswahl 2018 neben den beiden Augsburger CSU-Kandidaten (Johannes Hintersberger und Andreas Jäckel) zwei Augsburger Kandidaten der SPD in den Landtag einziehen und ein Kandidat der Augsburger Grünen.

Von Siegfried Zagler

Traditionell gehen in Bayern alle Direktmandate an die CSU, weshalb Hintersberger und Jäckel als ziemlich sichere Landtagsabgeordnete der Augsburger CSU gehandelt werden. Ganz anders sieht das bei der Augsburger SPD und den Augsburger Grünen aus.

Bei der SPD werden am kommenden Freitag die beiden Direktkandidaten nominiert, die zwar keine große Chancen haben, direkt gewählt zu werden, aber dafür sehr wahrscheinlich weit vorne auf der schwäbischen SPD-Bezirksliste landen werden. Seit 2003 zogen Harald Güller und Linus Förster für die Augsburger SPD in den Landtag ein. Güller gilt auch für 2018 als gesetzt. Um den Platz des wegen schweren Sexualdelikten verurteilten Förster kämpfen am kommenden Freitag auf der SPD-Nominierungsaufstellung zwei Frauen: Margarete Heinrich und Sibel Altunay.

Bundestagswahl Augsburg-Stadt-2017

Bundestagswahlergebnis in Augsburg-Stadt-2017: Eine CSU/SPD-Koalition wäre abgewählt


Denkzettel für Heinrich?

Altunay werden Außenseiterchancen eingeräumt, die seit der Bundestagswahl täglich steigen, da die Bundestagswahlergebnisse der Augsburger SPD nicht darauf schließen lassen, dass die SPD in einer Stadtratskoalition mit der CSU bei den Augsburger Wählern punkten konnte. Altunay wird auf der Nominierungsaufstellung am kommenden Freitag von Frau Heinrich wissen wollen, wie sie ihren Wahlkampf gestalten will, wenn die Augsburger SPD im Stadtrat weiter als unsichtbarer und willfähriger Bündnispartner der CSU fungiert. Heinrich wird als Fraktionsvorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion unerschütterliche Bündnistreue und eine starke CSU-Affinität nachgesagt. Es ist also möglich, dass die 78 Delegierten der SPD-Nominierungsaufstellung der SPD-Fraktion einen Denkzettel verpassen.

Fünf Grüne Kandidaten für zwei Plätze

Bei den Augsburger Grünen werden die Direktkandidaten am 8. November gewählt. Für den Stimmkreis West bewerben sich drei Männer, für den Stimmkreis Ost zwei Frauen: Kirsi Hofmeister-Streit und Stephanie Schuhknecht. Für den Stimmkreis West haben Cemal Bozoglu, Peter Rauscher und Hannes Grönninger ihre Kandidatur angekündigt. Dass durch die Nominierungsaufstellung die Gräben, die durch die Fusionsdebatte bei den Grünen entstanden sind, wieder ausgehoben werden und deshalb eine Rolle spielen könnten, ist nicht sehr wahrscheinlich. Dass die Grünen ihre Stimmkreise geschlechterspezifisch aufteilen, ist ebenfalls der Tradition und der rigorosen Quotenpolitik der Grünen geschuldet. Favoritin für den Osten ist Schuhknecht, für den Westen gilt Bozoglu als Favorit. Falls Schuhknecht Platz eins der schwäbischen Bezirksliste erhalten sollte, dann würde sie ziemlich sicher in den Landtag einziehen. Für Bozoglu stünden die Chancen nicht schlecht, bekäme er einen vorderen Platz auf der Bezirksliste zur Landtagswahl.

Claudia Roth könnte in den Augsburger Stadtrat nachrücken

Falls Schuhknecht und Bozoglu, die beide der Augsburger Stadtratsfraktion angehören, tatsächlich in den Landtag gewählt werden sollten, würden beide ihr Stadtratsmandat aufgeben. Das ist Kodex bei den Grünen, der auch der Tradition geschuldet ist. In diesem Fall käme es zu kuriosen Folgeerscheinungen: Matthias Strobel, der im Büro von Claudia Roth beschäftigt ist, wäre der erste Nachrücker. Nachrückerin zwei wäre Claudia Roth selbst! Da man sicher davon ausgehen kann, dass Roth ablehnen würde, bekäme Eva Leipprand den zweiten Nachrückerplatz zugesprochen – und vermutlich hätte auch Frau Leipprand, die dann 71 Jahre alt wäre, nicht mehr den Nerv für die zeitaufwändige Stadtratsarbeit. Sie würde den Stab vermutlich weiterreichen, und zwar an Xaver Deniffel, der hinter ihr auf der Liste folgt und zu Matthias Strobel ein angespanntes Verhältnis pflegt.

Bis zur Aufstellung der Grünen Bezirksliste am 3. März 2018 fließt noch viel Wasser den Lech hinunter. Die Bayerische Landtagswahl findet erst im September 2018 statt. Spätestens nach der Landtagswahl kann man aber davon ausgehen, dass das Augsburger Regierungsbündnis (CSU/SPD/Grüne) auseinanderfliegt.



650 Jahre Fugger in Augsburg: Stadt würdigt Wirken der Fugger

Mit einem Empfang im Goldenen Saal des Rathauses am Montag, 16. Oktober (20 Uhr), würdigt die Stadt Augsburg das außergewöhnliche, langjährige und stadtgeschichtlich prägende Engagement der Fugger-Familie.

Ausschnittvergrößerung des Eintrags im Steuerbuch von 1367 über die Ankunft von Hans Fugger als erstem Fugger in Augsburg. Quelle: Stadtarchiv Augsburg

Ausschnittvergrößerung des Eintrags im Steuerbuch von 1367 über die Ankunft von Hans Fugger als erstem Fugger in Augsburg. Quelle: Stadtarchiv Augsburg


Anlass dieser Wertschätzung ist das Jahr 1367, in dem Hans Fugger nach Augsburg kam. Damit gestalten die Fugger seit 650 Jahren in Augsburg, wie auch in Schwaben und Bayern wichtige Entwicklungen mit. Vor diesem Hintergrund ist auch Ministerpräsident Horst Seehofer zu Gast des Fugger-Festakts, mit dem die Stadt ihre verbindende Wertschätzung gegenüber dem Haus Fugger zum Ausdruck bringt.

Mildtätige Wohnhilfe und einzigartige Symbolkraft

Wie Oberbürgermeister Kurt Gribl betont, ist die Geschichte Augsburgs untrennbar mit dem Namen Fugger verbunden. „Die Familie wirkt noch immer in der Fugger´schen Tradition gelebter Verantwortung für die Stadtgesellschaft Augsburgs und unsere bayerische Heimat. Die Einrichtung der Fuggerei, der heute ältesten Sozialsiedlung der Welt, ist nicht nur eine berühmte touristische Sehenswürdigkeit. Sie ist bis heute eine mildtätige Wohnhilfe für bedürftige katholische Bürgerinnen und Bürger Augsburgs.“



Augsburg und die Fugger – ein Geben und Nehmen


Begonnen hat alles mit dem Weber Hans Fugger, der vor 650 Jahren aus dem Schwäbischen nach Augsburg einwanderte und Stammvater der bis heute so bedeutenden Familie wurde. Dies geht aus den Akten der Freien Reichsstadt Augsburg hervor, wo mit dem „Fucker advenit“ 1367 die Ankunft des ersten Fuggers im Steuerbuch vermerkt ist.

Als „Erfolgsgeschichte einer Symbiose“ bezeichnet Prof. Dr. Dietmar Schiersner, wissenschaftlicher Leiter des Fugger-Archivs, in seinem Fest-Vortrag die Geschichte der Fugger in Augsburg. Schlaglichtartig beleuchtet er die Herkunft der Fugger, die ökonomischen Impulse, das soziale Engagement, den politischen Einsatz und konfessionell-religiöse Initiativen der Fugger für die Stadt. Augsburg erwies sich im Spätmittelalter als idealer Nährboden für den Aufstieg der Familie. Von dem symbiotischen Verhältnis eines gegenseitigen Gebens und Nehmens profitieren Kommune wie Familie bis heute.

Heutige Fuggerlinien in der Verantwortung

Wie die Verantwortung bis heute gelebt wird, wer die Fugger heute sind, und wie der Fugger´sche Familienseniorat das Vermögen, wie auch die neun Fugger´schen Stiftungen fortentwickelt, darüber sprechen beim Festakt in einer Talk-Runde die Vertreter der drei Linien der Familie Fugger: Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger, Senioratsvorsitzende der Fugger´schen Stiftungen als erste Frau in der Familiengeschichte, Gräfin Maria-Theresia Fugger von Glött und Alexander Erbgraf Fugger-Babenhausen.

Stoff für ein eigenes Musical

Auch musikalisch sind die Fugger ein Thema geworden. Der Komponist Stephan Kanyar, freier Komponist, Dirigent und Pianist, beschäftigt sich seit 2003 mit der Entwicklung neuer Musicals. Er widmete „Frankenstein“ und „Casanova“ ebenso ein Werk, wie „Einstein“. Ganz neu im Repertoire des Künstlers ist das Musical „Herz aus Gold“, das die Geschichte der Fugger thematisiert und als Werk eigens für Augsburg zum Auftakt der diesjährigen Freilichtbühnensaison uraufgeführt wird. Mit dem Titelsong „Herz aus Gold“ und dem Stück „Tanz deine eigene Weise“ übernimmt das Theater Augsburg die musikalische Gestaltung des festlichen Empfangs, den Horst Thieme moderiert.



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