Wendejahre
Maximilian I.
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Stadtrat: 30 Prozent sozialer Wohnungsbau sei mindestens bei den Ladehöfen geplant

Einmal mehr stand nun der Bebauungsplan für den inneren und mittleren Ladehof zwischen Hauptbahnhof und Gögginger Brücke zur Debatte.

Aus der Ausschussgemeinschaft kam der Antrag, mindestens 30 Prozent sozialen Wohnungsbau zu berücksichtigen. Der Bebauungsplan ist vom Stadtrat allerdings bereits verabschiedet. Die Verträge mit den Bauträgern sind bereits notariell geschlossen. Stefan Quarg (SPD) sagte, dass auch der SPD die 30 Prozent sozialer Wohnraum ein dringendes Anliegen gewesen sei. Man habe ihm aber glaubhaft vermittelt, dass diese Quote in allen drei Ladehöfen zusammen erreicht werde. Unter den Bauträgern seien auch kirchliche Institutionen wie das Ulrichswerk, die sozialen Wohnraum schaffen würden. – Die Ausschussgemeinschaft zog nach kurzer Beratung ihren Antrag zurück.



Landtagswahl: Kamm tritt nicht mehr an

Christine Kamm, langjährige Landtagsabgeordnete der Augsburger Grünen, verzichtet auf eine Kandidatur zur Bayerischen Landtagswahl 2018



Christine Kamm MdL

Christine Kamm MdL


„Ich werde das kommende Jahr weiterhin engagiert im bayerischen Landtag für unsere Region und an meinen inhaltlichen Themen arbeiten. Für die Landtagswahl im September 2018 werde ich aber nicht ein weiteres Mal kandidieren. Dadurch möchte ich meinen Beitrag zur Verjüngung des Bayerischen Landtags leisten. Die Entscheidungen und Ergebnisse der Bundestagswahl bekommt vor allem die kommende Generation zu spüren, daher sollte sie auch mehr an diesen Entscheidungen mitwirken.“ So äußert sich Christine Kamm in einer persönlichen Stellungnahme. Kamm gibt somit den aussichtsreichen Kandidatenplatz im Stimmkreis Augsburg Ost an Kirsi Hofmeister-Streit weiter. Hofmeister-Streit hatte unabhängig davon, ob Kamm noch einmal antreten wolle oder nicht, am 20. September auf der Stadtversammlung der Augsburger Grünen ihre Kandidatur bekannt gegeben. Diplomökonomin Kamm ist seit 2003 Mitglied des Landtags und gehört zu den Urgesteinen der Augsburger Grünen.

Im weniger aussichtsreichen Stimmkreis Augsburg West (mit Neusäß und Gersthofen) wird Cemal Bozoglu für die Augsburger Grünen seinen Hut in den Ring werfen. Bozoglu kandidierte in diesem Stimmkreis bereits 2013 für den Landtag, scheiterte aber knapp. Für beide Stimmkreise sind keine weiteren Kandidaten bekannt. Die Aufstellungsversammlung des Augsburger Kreisverbandes findet am 8. November statt.



Bahnhofsumbau: Dramatische Kostensteigerung wird erwartet

Stimmt  der anvisierte Kostenrahmen des Projekts Bahnhofsumbau noch? Im März dieses Jahres sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza, dass sich das Projekt innerhalb des Kostenrahmens befände.

Kommt die Linie 5 ins Wackeln?

Straßenbahnnetz Augsburg: Kommt die geplante Linie 5 ins Wackeln? (c) DAZ


Damit bezog sich Casazza auf kalkulierte 143 Millionen Euro. Der Abschnitt im Bereich der Halderstraße sei gemäß Kalkulation fertiggestellt worden. Dabei soll es bleiben, doch bezüglich des Index zur Baukostenpreisentwicklung sehen Fachleute Nachbesserungsbedarf. Aktuell liege man bei 3 Prozent Kostensteigerungsindex pro Jahr. Bis 2021 müssen kostenintensive Gewerke ausgeschrieben werden, gebaut wird bis 2023. Nimmt man den derzeitigen Baukostensteigerungsindex als Maßstab, würden sich die Gesamtkosten um zirka 20 Millionen Euro erhöhen. Fachleute gehen allerdings davon aus, dass der Preissteigerungsindex von 3 Prozent zu optimistisch kalkuliert ist.

Durch die derzeitige Konjunktur und die damit allgemein verbundene Preissteigerungsrate müssten die Stadtwerke nachbessern und den Index auf fünf bis sechs Prozentpunkte erhöhen. Nach Informationen der DAZ sei diese Sichtweise auch in der Aufsichtsratsitzung der Verkehrssparte der Stadtwerke am vergangenen Dienstag erörtert worden. Experten wären auch nicht überrascht, müsste man den Index auf 9 Prozentpunkte hochschrauben. Die Stadtwerke wollen aber, wie es hieß, an den 3 Prozent festhalten.

Dazu heißt es in einer swa-Stellungnahme auf Anfrage, dass „in der Aufsichtsratssitzung am 26.09.2017 der Verkehrs GmbH/Projektgesellschaft mbH turnusmäßig zur Kostensituation des Projektes MDA Hauptbahnhof berichtet wurde“. Der aktuelle Kostenstand zeige bislang keine Anzeichen für eine Überschreitung des veranschlagten und genehmigten Kostenkorridors. „Es wurde allerdings festgestellt, dass die letzten größeren Vergaben im Ingenieurbau einen Anstieg bei den Baupreisen zu verzeichnen hatten. Damit könnten in der Zukunft Anpassungen an den Baupreisindex einhergehen. Da aber aufgrund dieser punktuellen Feststellungen noch keine belastbaren Aussagen für die Zukunft möglich sind, wären Hochrechnungen zu Baukostensteigerungen bis zum Jahr der Inbetriebnahme 2023 rein spekulativ.“

Politisch ist das Thema deshalb von großer Brisanz, weil mit der Kostenplanung des Bahnhofumbaus der Quotient der Standardisierten Bewertung gekoppelt ist. Aktuell läge dieser ohnehin bereits nur noch im Mikrobereich über der notwendigen 1,0, weshalb der Bau der Linie 3 vorangetrieben werden müsse, da man sonst mit dem Bau der Linie 5 unter die relevante 1,0 käme, was bedeuten würde, dass die staatliche Zuschussgarantie nicht mehr gesichert wäre.

An dem Projekt beteiligen sich Bund und Land mit 75 Millionen Euro, die Bahn mit 27,6, die Stadtwerke mit 37,3 und die Stadt mit 3,1 Millionen Euro.



Film: Lina Bo Bardi

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Architektur-Film-Jazz“ im Thalia Kino Am Obstmarkt in Augsburg wird am Montag den 2. Oktober 2017 (19 Uhr) der Dokumentarfilm „Precise Poetry“ über die Architektin Lina Bo Bardi gezeigt.

Die gebürtige Italienerin wandert 1946 nach Brasilien aus und findet dort Ihre Bestimmung in der Arbeit mit Brasiliens junger Architektengeneration. Nach der Vorführung gibt es ab 20.30 Uhr Live-Jazz mit dem Katrin Feige Quartett im Thalia Kaffeehaus. Die Kinovorstellung kostet 7 Euro. Die anschließende Livemusik ist kostenlos.



300 Millionen
Buergerbueros
Stadtteilgespraeche