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Vortrag: Prof. Dr. Jürgen Prien über sein Buch „Luthers Wirtschaftsethik“

„Den Fuckern ein Zaum ins Maul legen“ – Luthers Kapitalismuskritik und Wirtschaftsethik. – So heißt ein Vortrag von Jürgen Prien, der am Donnerstag, den 28. September 2017 um 19.00 Uhr im Annahof 4 stattfindet.



Martin Luther war ein leidenschaftlicher Kritiker des Handelskapitalismus seiner Zeit. Hans-Jürgen Prien widmet sich in seinem Buch „Luthers Wirtschaftsethik“ der historischen Einordnung, der menschlichen Tiefe und der bleibenden Aktualität von Luthers Wucherschriften. Luther rief die Pfarrer auf, Wirtschaftspraktiken, die mit der Not des Nächsten ein Geschäft machen, zu verdammen und verlangte von der Politik gegen die Monopole gesetzlich einzuschreiten.

Die Veranstaltung wird gemeinschaftlich ausgerichtet von attac-augsburg, der Volkshochschule, Forum Annahof, und dem Forum Fließendes Geld.



Kresslesmühle: Streitgespräch zu Christian Udes Buch: „Die Alternative oder: Macht endlich Politik!“

Die Augsburger Kresslesmühle wird am Montag, 18. September 2017, ab 19.30 Uhr zum Podium eines womöglich interessanten Disputs. Münchens langjähriger Oberbürgermeister Christian Ude stellt sein neues Buch vor: „Die Alternative oder: Macht endlich Politik!“ Anschließend soll mit Augsburgs OB Kurt Gribl über Udes Thesen diskutiert werden.

Der Autor will das Buch als Streitschrift für eine menschennahe Politik verstanden wissen. Dementsprechend spart er weder mit Kritik an den eigenen Parteigenossen noch an der Politik in Berlin und Brüssel. Nach der Buchpräsentation erhält Ude mit Augsburgs amtierendem Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl einen Diskussionspartner. „Die beiden kommunalen Spitzenpolitiker führen ein konstruktives Streitgespräch zu Aussagen in Udes Buch und nehmen zu ihrem Politikverständnis Stellung“, wie es in einer städtischen Pressemitteilung heißt.

Reiner Erben, Referent für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration, übernimmt die Einführung in den Abend, der im Kontext der bevorstehenden Bundestagswahl stehen soll und von Bayern 2-Moderatorin Jutta Prediger moderiert wird.

„Christian Ude, seit über 50 Jahren Kommunalpolitiker, erlebt die Welt nach seinem Ausscheiden aus der Tagespolitik völlig neu. Und mit wachsendem Unverständnis. Weil die schönen Verheißungen des Politikbetriebs immer weniger mit der Realität zu tun haben. Weil Politiker die ökonomische und politische Spaltung der Gesellschaft ignorieren. Und weil Christian Ude die Pflege eigener Befindlichkeit als politisches Programm nicht ausreicht“, schreibt die Süddeutsche Zeitung über das Buch, das mit der politischen Klasse ins Gericht geht. Wer sich also im Allgemeinen über die Defizite an Lösungsintelligenz der aktuellen politischen Klasse grämt, wird Udes Kritik-Streitschrift gut finden. Es handelt sich um eine „Abrechnung mit Merkelianern und der Willkommenskultur“, wie die Süddeutsche titelte. Und Ude liegt nicht fasch mit seiner Beobachtung, dass es keine ideologischen Auseinandersetzungen mehr gibt und dass selbst in Wahlkampfzeiten differenzierte politischen Diskurse ausbleiben. „Deutschland geht’s halt gut, womöglich zu gut, da wirkt Udes Aufforderung „Macht endlich Politik!“ wie der ärztliche Rat, sich mehr zu bewegen. Hält sich auch keiner dran“, so der BR in Bayern2.

Gegen Bewegungsmangel gibt es am Montag in der Kresslesmühle möglicherweise eine therapeutische Anleitung. Der Eintritt beträgt 12 Euro.



Lesung: Die Rache der Mercedes Lima

Arnoldo Gálvez Suárez (Guatemala) liest zusammen mit dem Übersetzer Lutz Kliche aus seinem Roman Die Rache der Mercedes Lima.

Gálvez Suárez Arnoldo Gálvez Suárez

Arnoldo Gálvez Suárez (Copyright Suárez/C. Sandra Sebastián)


Der Geschichtsprofessor Daniel Rodríguez Mena wird auf offener Straße erschossen. Er hinterlässt seine Frau und zwei Söhne. Es herrscht Bürgerkrieg, täglich verschwinden oder sterben Menschen. Wie unzählige andere bleibt auch dieser Mord ungeklärt. 25 Jahre später bemerkt sein Sohn Albertol im Supermarkt eine Frau, die er sofort wieder erkennt: Mercedes Lima, eine ehemalige Studentin seines Vaters. Schlagartig kehrt die Erinnerung an dessen gewaltsamen Tod zurück und er beschließt, ihr zu folgen – ist sie doch die Einzige, die die Hintergründe kennen könnte.

Fesselnd, einfühlsam und verstörend direkt berichtet der vielschichtige Roman vom Leben, Lieben und Sterben in einem Land, auf dem noch immer der Schatten eines jahrzehntelangen Bürgerkriegs liegt. Autor und Verlag bewerben die deutsche Erstausgabe in der „Büchergilde-Weltlese“, die von Ilija Trojanow herausgegeben wird, am Freitag, 29. September 2017, 19.30 Uhr im Café Tür an Tür in der Wertachstraße 29. Der Eintritt beträgt 5 Euro.



FCA in Frankfurt: Alles ist offen, vieles möglich

Der FC Augsburg reist am 4. Spieltag der Fußball-Bundesliga zur Eintracht nach Frankfurt. Nach dem Heimerfolg in der Vorwoche will der FCA am heutigen Samstag an den Erfolg anknüpfen und mit Zählbarem aus der Bankenmetropole zurückkehren.

Insgesamt zehnmal trafen die beiden Teams bisher in der Bundesliga aufeinander. Dreimal ging der FCA als Sieger vom Platz, die Hessen konnten nur zwei Siege feiern. Fünfmal trennten sich die Kontrahenten unentschieden.

Mit vier Punkten aus drei Spielen hat sich der FC Augsburg an die obere Hälfte der Tabelle angeflanscht. Ob das nach dem 4. Spieltag der Fall bleibt, dürfte besonders von Alfred Finnbogason abhängen. Wenn Augsburgs Mittelstürmer trifft, dann steht meistens für den FCA ein Sieg zu Buche. Finnbogason traf saisonübergreifend in den letzten 6 Ligaspielen sechsmal und befindet sich – so ist zu hoffen – in einem Formhoch. Unabhängig davon spricht gegen den FCA, dass er sich zuletzt auswärts nicht mit Ruhm bekleckerte: Die Brechtstädter konnten keines der letzten sieben Auswärtsspiele in der Bundesliga gewinnen, das ist die längste Negativserie seit 2012, als es bis zur Winterpause neun Auswärtspartien ohne Dreier gab.

Wohin die Reise des FCA in dieser Saison geht, ist eine offene Frage. Ein sang- und klangloser Abstieg ist ebenso möglich wie ein Kampf um Europa League-Plätze. Die voraussichtliche Start-Aufstellung des FCA sollte sich kaum von den ersten Elf der Kölnbezwinger unterscheiden: Hitz – Gouweleeuw, Khedira, Hinteregger – Opare, Max – D. Baier – Heller, Gregoritsch, Caiuby – Finnbogason.



Demo: Augsburg gegen Intoleranz und Rassismus

„Augsburg bleibt wach!“ – Breites Bündnis organisiert Gegendemo zu PEGIDA-Aktionen



Kurt Gribl, Heinz Paula

OB Kurt Gribl und Heinz Paula (Bündnis für Menschenwürde)


Unter dem Motto „Augsburg bleibt wach!“ demonstriert ein breiter Zusammenschluss aus Bürgerschaft, Gewerkschaften, Parteien, dem Integrationsbeirat und dem Bündnis für Menschenwürde für eine offene und tolerante Stadtgesellschaft. Die Kundgebung findet am heutigen Samstag, 16. September 2017, um 19 Uhr auf dem Rathausplatz statt. Ab 19.30 Uhr hält Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl die Eröffnungsrede. Danach setzt sich der Demonstrationszug Richtung Theater (Kennedy-Platz) und Königsplatz in Bewegung. Die Abschlusskundgebung ist wieder auf dem Rathausplatz.

„Anlass für das Bekenntnis „Augsburg bleibt wach!“ ist PEGIDA-München, die für Samstag Kundgebungen an zentralen Orten in der Innenstadt angemeldet hat. Die Veranstaltung nimmt bewusst Muslime ins Visier und versucht so, den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft zu schwächen“, wie es in einer städtischen Pressemitteilung heißt.

Die Stadt unterstützt somit eine Gegendemonstration für ein demokratisch geprägtes, weltoffenes und modernes Augsburg. „Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir Augsburger gegen Intoleranz und Rassismus fest zusammenstehen und uns klar im Sinn demokratischer Werte zu einer offenen, toleranten Stadtgesellschaft bekennen“, so Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. „Wir lehnen rechtsradikale Strömungen ab“, so der OB weiter. „Aber wir stellen uns dieser Demonstration auch, um unzufriedene oder empörte Bürger nicht mit rechtsradikalen Parolen allein zu lassen.“



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