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FCA gegen Dortmund eine Halbzeit auf Augenhöhe

Borussia Dortmund gewinnt in Augsburg am siebten Spieltag der Fußballbundesliga vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften WWK Arena gegen den FCA mit 1:2. Der BVB ging durch Andrij Yarmolenko (4.) früh in Führung, Caiuby glich für Augsburg aus (11.). Shinji Kagawa sorgte mit einem sehenswerten Kunstschuss für den 2:1-Siegtreffer der Dortmunder (23.).

FCA- Trainer Manuel Baum wechselte nach dem 0:0 in Stuttgart zweimal: Baier ersetzte nach abgesessener Sperre Kacar und Gregoritsch sollte für Koo in die Startelf rutschen. In der ersten Hälfte war der BVB deutlich überlegen und hätte die Partie frühzeitig entscheiden können, wäre Aubameyang mit seinen Topchancen nicht so fahrlässig umgegangen. In der zweiten Halbzeit kam der FCA besser in die Zweikämpfe und trieb das Spiel mit Willen und Kraft Richtung Dortmunder Tor – ohne einen weiteren Treffer zu erzielen.

Der BVB wollte von Beginn an seine Ballsicherheit mit schnellen Angriffen in Tore ummünzen. Besonders Yarmolenko war geschmeidig unterwegs und brachte die FCA-Abwehr öfters in Verlegenheit. In der 4. Minute erzielte er mit der Hacke aus einem Getümmel heraus das 1:0 für den BVB. Der FCA konnte umgehend mit seinem einzigen ernsthaften Angriff in der ersten Hälfte auf 1:1 stellen: Max konnte mit viel Raum und Zeit von links flanken, Caiuby köpfte wuchtig aus kurzer Distanz zum Ausgleich (11.). Danach sollte die Borussia dominieren.

Aubameyang hatte das 2:1 auf dem Fuß, zeigte aber zu wenig Präzision (15.). Nach einem groben Patzer ging der BVB in Führung. Hinteregger und Max fehlte im „Nimm-ihn-du-ich-hab-ihn-sicher-Modus“ die Cleverness und der bereits sicher geglaubte Ball lief über Aubameyang und Yarmolenko zu Kagawa, der mit einem überragenden Heber Hitz keine Chance ließ: 2:1 (23.). Anschließend musste man fürchten, dass der FCA zu Hause abgeschossen wird, doch Dortmund ging zu fahrig mit seinen Möglichkeiten um. Allen voran Aubameyang, der in der 32. Minute an Schönheit und unnötigen Übersteigern starb und an Hitz scheiterte, statt die Vorentscheidung zu erzwingen.

Die Offensive der Augsburger zeigte wenig Durchschlagskraft. Alfred Finnbogason war abgemeldet und Gregoritsch schwer anspielbar. Noch vor der Pause musste Augsburg verletzungsbedingt wechseln: Khedira wurde durch Koo ersetzt.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 31 25-03-03 84:22 (+62) 78
2.FC Schalke 04 31 16-08-07 49:35 (+14) 56
3.Borussia Dortmund 31 15-09-07 61:41 (+20) 54
4.Bayer 04 Leverkusen 31 14-09-08 55:41 (+14) 51
5.1899 Hoffenheim 31 13-10-08 60:44 (+16) 49
6.RB Leipzig 31 13-08-10 47:47 (0) 47
7.Eintracht Frankfurt 31 13-07-11 41:40 (+1) 46
8.Borussia Mönchengladbach 31 12-07-12 42:48 (-6) 43
9.Hertha BSC 31 10-12-09 38:35 (+3) 42
10.VfB Stuttgart 31 12-06-13 29:35 (-6) 42
11.FC Augsburg 31 10-10-11 40:40 (0) 40
12.Werder Bremen 31 09-10-12 34:38 (-4) 37
13.Hannover 96 31 09-09-13 38:47 (-9) 36
14.VfL Wolfsburg 31 05-15-11 30:40 (-10) 30
15.1. FSV Mainz 05 31 07-09-15 32:49 (-17) 30
16.SC Freiburg 31 06-12-13 26:51 (-25) 30
17.Hamburger SV 31 06-07-18 24:48 (-24) 25
18.1. FC Köln 31 05-07-19 31:60 (-29) 22
Nach dem Wechsel zeigte der FCA seine kämpferischen Stärken und drängte die Borussia in ihre Hälfte, doch mehr als Eckbälle und Freistöße sollten dabei nicht herausspringen. Das Spiel schien zu kippen; Dortmund stand unter Druck. Nach einer Ecke kam Caiuby zum Kopfball, den Bürki reaktionsschnell von der Linie wischte. In der Schlussphase sah der externe Schiedsrichter ein Foul im FCA-Strafraum und der Schiedrichter auf dem Platz (Marco Fritz) sollte sich damit einverstanden erklären: Piszczek war von Koo am Trikot gezogen worden. Mit Verzögerung gab es Elfer für Borussia und Aubameyang trat an, hob das Leder in die Mitte, wo Hitz stand und es mühelos aufnahm (80.). In den letzten zehn Minuten setzte der FCA zu einem fulminanten Schlussspurt an, doch mangels Präzision sollte kein Tor mehr fallen.

„Wir haben es verpasst, ein zweites Tor zu machen. In der ersten Hälfte waren wir insgesamt zu passiv und haben die Bälle zu leicht dem Gegner überlassen. Es freut mich aber, wie mutig meine Mannschaft in der zweiten Halbzeit aufgetreten ist und sich etwas zugetraut hat. Dennoch wäre nach 90 Minuten ein Punkt definitiv verdient gewesen.“ So kommentierte FCA-Trainer Baum das Geschehen.

FCA: Marwin Hitz; – Daniel Opare; Jeffrey Gouweleeuw; Martin Hinteregger; Philipp Max; – Rani Khedira; Marcel Heller; Francisco da Silva Caiuby; Michael Gregoritsch; Daniel Baier; – Alfred Finnbogason;

Eingewechselt: Ja-Cheol Koo (38.); Erik Thommy (81.); Sergio Córdova (67.);

Ausgewechselt: Rani Khedira (38.); Marcel Heller (81.); Michael Gregoritsch (67.); –

Auswechselbank: Andreas Luthe (TW); Kevin Danso; Konstantinos Stafylidis; Jonathan Schmid;

Tore:

0:1 Andrij Jarmolenko (4.)

1:1 Francisco da Silva Caiuby (11.)

1:2 Shinji Kagawa (23.)



FCA: Topspiel der Bundesliga findet heute in Augsburg statt

Augsburg gegen Dortmund: Am siebten Spieltag ist diese Paarung am heutigen Samstag (15.30 Uhr) ein Topspiel der Fußballbundesliga. „Überraschungsmannschaft gegen Überflieger“ lautet das Motto.

BVB gegen FC Augsburg

Was zuvorderst den Augsburgern geschuldet ist, da der FCA entgegengesetzt zu seinen üblichen Gepflogenheiten hervorragend in die Saison gestartet ist. Der FCA gilt nach dem 6. Spieltag als Überraschungsmannschaft der Liga und darf heute den Überflieger empfangen. Der FCA ist seit fünf Spielen ungeschlagen. Mit drei Siegen und zwei Remis steht der potentielle Abstiegskandidat auf Tabellenplatz fünf.

Borussia Dortmund hat nach sechs Spieltagen 16 Punkte auf dem Konto. Außerdem ist das Torverhältnis das historisch beste, das jemals eine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt hatte (+18, 19:1). Gegen die großen europäischen Topteams verlor der BVB zwar in der Champions League mit seiner extrem offensiven Taktik zweimal (gegen Tottenham und Real Madrid), doch in der Bundesliga lässt sich der offensive Zug der Dortmunder bisher nicht aufhalten.

Das wollen die Augsburger nicht stehen lassen. „Es macht zur Zeit Spaß. Alle ziehen voll mit, jeder will spielen und haut sich rein“, sagt FCA-Trainer Manuel Baum. Der Augsburger Kapitän Daniel Baier darf nach seiner Sperre wieder mitmischen und wird in dieser vermutlich mit Leidenschaft geführten Partie eine große Rolle spielen. Sollte es den Augsburgern über 90 Minuten gelingen, in die Zweikämpfe zu kommen, wird das begeisterungsfähige Publikum die Arena in eine Festung verwandeln, in der die Trauben hoch hängen – auch für Dortmund. Beim FCA sind alle Mann an Bord. Das sieht beim BVB anders aus. Borussen-Trainer Peter Bosz muss weiterhin auf Erik Durm, Marco Reus, Raphael Guerrero, Marcel Schmelzer, André Schürrle und Sebastian Rode verzichten. Pierre-Emerick Aubameyang kränkelte nach der Champions League ein wenig – gut möglich, dass er gegen den FCA geschont wird.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 31 25-03-03 84:22 (+62) 78
2.FC Schalke 04 31 16-08-07 49:35 (+14) 56
3.Borussia Dortmund 31 15-09-07 61:41 (+20) 54
4.Bayer 04 Leverkusen 31 14-09-08 55:41 (+14) 51
5.1899 Hoffenheim 31 13-10-08 60:44 (+16) 49
6.RB Leipzig 31 13-08-10 47:47 (0) 47
7.Eintracht Frankfurt 31 13-07-11 41:40 (+1) 46
8.Borussia Mönchengladbach 31 12-07-12 42:48 (-6) 43
9.Hertha BSC 31 10-12-09 38:35 (+3) 42
10.VfB Stuttgart 31 12-06-13 29:35 (-6) 42
11.FC Augsburg 31 10-10-11 40:40 (0) 40
12.Werder Bremen 31 09-10-12 34:38 (-4) 37
13.Hannover 96 31 09-09-13 38:47 (-9) 36
14.VfL Wolfsburg 31 05-15-11 30:40 (-10) 30
15.1. FSV Mainz 05 31 07-09-15 32:49 (-17) 30
16.SC Freiburg 31 06-12-13 26:51 (-25) 30
17.Hamburger SV 31 06-07-18 24:48 (-24) 25
18.1. FC Köln 31 05-07-19 31:60 (-29) 22
Mögliche FCA-Aufstellungen: FC Augsburg: Hitz – Gouweleeuw, Khedira, Hinteregger – Opare, Max – Koo, Baier – Heller, Caiuby – Finnbogason.



Angehörigengruppe im BKH: Was tun bei bipolaren Störungen?

Bipolare Störungen sind Thema der Angehörigengruppe im Bezirkskrankenhaus

Beim nächsten Treffen der Angehörigengruppe für psychisch Kranke im Bezirkskrankenhaus (BKH) Augsburg geht es um Bipolare Störungen. Oberarzt Dr. Andreas Gartenmaier hat seinem Vortrag dazu den Titel „Im Auf und Ab der Gefühle“ gegeben. Das Treffen findet statt am Dienstag, 10. Oktober, um 17.30 Uhr im Therapieraum T1 der allgemeinpsychiatrischen Institutsambulanz (Zugang über den Haupteingang, Dr.-Mack-Straße 1). Die Angehörigengruppe ist ein offener Kreis, der sich regelmäßig im BKH trifft, um sich zu informieren und auszutauschen.





DEL: Panther verlieren erstes Heimspiel

Die Augsburger Panther mussten im dritten Heimspiel am Freitagabend die erste Niederlage vor eigener Kulisse hinnehmen. Gegen die Iserlohn Roosters glichen Drew LeBlanc (46.) und Scott Valentine (54.) einen 0:2-Rückstand zwar noch aus, am Ende unterlagen die Panther aber mit 2:4. Für Iserlohn waren Blaine Down (25., 60.), Chad Costello (39.) und Jack Combs (57.) erfolgreich.
Trainer Mike Stewart veränderte sein Team im Vergleich zur Niederlage in Köln nicht. Im Tor erhielt somit erneut Ben Meisner den Vorzug vor Jonathan Boutin. Und Meisner hielt im chancenarmen ersten Durchgang seinen Kasten auch sauber.
Die beste Gäste-Chance vergab Combs, der am Augsburger Goalie scheiterte (10.). Auch die Hausherren blieben ohne Treffer: Christian Kretschmann ließ die hochkarätigste Möglichkeit für den AEV ungenutzt, als er keinen Weg vorbei an Mathias Lange im Gästetor fand (16.).

Roosters treffen doppelt

Im Mitteldrittel sollten dann endlich Treffer fallen. Aus Augsburger Sicht aber leider auf der falschen Seite. In der 25. Spielminute setzte sich Kevin Schmidt stark durch, legte auf Down quer und dieser musste den Puck nur noch ins leere Tor schießen.

Kurz danach verfehlte Travis Turnbull genau dieses nach einem Querpass von Combs. Meisner war schon geschlagen, aber der Iserlohner Stürmer setzte den Hartgummi an den Pfosten (29.). In der Defensive waren die Panther also im Glück, in der Offensive wollte es aber nicht klappen.

Die Hausherren brachten sich durch viele ungenaue Zuspiele oft selbst aus dem Konzept und wenn es mal gefährlich wurde, war Lange zur Stelle. Der Goalie der Gäste entschärfte beispielsweise stark gegen Matt White (32.).

Panther kommen zurück

Kurz vor Drittelende erhöhten dann die Gäste. In Unterzahl rückten die Panther zu weit auf und der Konter saß, als Costello humorlos abzog und Meisner nicht den Hauch einer Chance ließ (39.).

Im Schlussdrittel wurden die Panther dann besser und konnten sich nun auch in der Zone der Gäste festsetzen. Diese Leistungssteigerung wurde belohnt, als Trevor Parkes die Scheibe zur Mitte brachte, LeBlanc den Schläger dazwischenhielt und Lange erstmals geschlagen war (46.).

Die Panther wollten nun mehr und rannten an. Lange stand vermehrt im Mittelpunkt, entschärfte aber mehrfach in höchster Not. In der 54. Minute war es aber soweit: Nach einem Valentine-Hammer von der blauen Linie gelang endlich der ersehnte Ausgleich.

Der AEV drückte auf den dritten Treffer, aber es waren die Gäste, die einen Konter perfekt ausspielten und jubeln konnten. Nach Zuspiel von Chris Brown stand Combs allein vor Meisner und zimmerte den Puck unter die Querlatte (57.).

Meister München wartet

Die Panther versuchten zwar auch in der Folgezeit noch einmal alles, aber Down machte mit seinem Treffer ins leere Tor alles klar (60.).

Die Panther verließen damit erstmals an einem Freitag in dieser Saison als Verlierer das Eis und müssen am Sonntag in München beim Meister EHC Red Bull punkten, wenn man das erste Null-Punkte-Wochenende vermeiden will.


Theater Augsburg: Mit dem Shuttle zum martini-Park

Der Theatershuttle »Ananas-Express« startet am 1.10.2017 zur ersten Premiere

Am Sonntag, den 1. Oktober 2017, pünktlich zur ersten Premiere der Theatersaison »Der Freischütz«, nimmt der Theatershuttle in den martini-Park zum ersten Mal Fahrt auf.
 Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn und eine Stunde nach Vorstellungsende wird der »Ananas-Express« Besucher des Theaters im Viertelstundentakt zur neuen Spielstätte im martini-Park bringen. Jede Fahrt kostet 0,50 Euro. Der Theatershuttle pendelt zwischen dem Parkhaus der City-Galerie, dem Theatereingang in der Schäfflerbachstraße und der Straßenbahnhaltestelle »Textilmuseum«.

Es wurden an zwei Standorten Haltestellen eingerichtet

Für Besucher mit dem PKW eignen sich die Haltestellen an der City-Galerie Ausgang Süd und in der Bürgermeister-Dreifuß-Straße
. Autofahrer können im Parkhaus der City-Galerie – idealerweise auf den Parkplätzen im Bereich A auf allen Parkdecks – gebührenpflichtig rund um die Uhr parken. Eine Beschilderung weist dort den Weg zur Haltestelle. Das Parken auf dem Gelände des martini-Parks ist nicht möglich.

Für Besucher, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, wird der Ausstieg an der Straßenbahnhaltestelle »Textilmuseum«  empfohlen. 
Außerdem steht ein Taxistand vor dem neuen Theatereingang zur Verfügung. Behindertenparkplätze sind ebenfalls eingerichtet. Der Zugang auf das Gelände und in die Spielstätte ist barrierefrei.



Schiller und die Schwindsucht – Straßentheater von „Schluck und weg“

Straßentheater beleuchtet Armutskrankheit Tuberkulose

„Es mag vielleicht noch nicht morgen sein, aber mit gerechten Chancen kriegen wir dich klein!“

(Fängt in seiner Verzweiflung/Wut an, die Armut vom Podest zu reißen)



Von Udo Legner

Staßentheater "Schluck und weg" am Augsburger Moritzplatz -- Foto: Barbara Holl

Staßentheater "Schluck und weg" am Augsburger Moritzplatz -- Foto: Barbara Holl


Was wie der Abgesang des abgehalfterten sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten beziehungsweise wie sein erster Auftritt als neuer Parteichef von der Oppositionsbank anmutet, spielte sich vor wenigen Tagen auf dem Augsburger Moritzplatz ab. Dort gab es am 28.09.2017 ein Gastspiel des Aktionstheaters „Schluck und weg“, das deutlich machte, dass es sie auch nach dem desaströsen Wahlergebnis noch gibt: Initiativen und Projekte, die das Ziel haben, die Welt zu verändern. „Schiller und die Gesundheitsräuber“ – so der Titel ihres Straßentheaters, das die bunt zusammengewürfelte Studentengruppe – aus Bielefeld, Frankfurt und Vorarlberg – mal vor mehr, mal vor weniger Passanten zum Besten gab.

Initiiert von der BUKO Pharma-Kampagne finden sich seit über 30 Jahren an die zehn Personen, die Lust verspüren, ein Theaterstück zu erarbeiten und zwei Wochen ehrenamtlich durch Deutschland zu touren (nächster Auftritt: Berufsbildungszentrum Ellwangen). Nicht Schauspielkunst oder das perfekte Theaterstück steht für diese Truppe an erster Stelle, sondern politisches Engagement und Spaß an der politischen Aktion. Für sie ist Aktionstheater das Medium entwicklungspolitischer Öffentlichkeitsarbeit schlechthin. An vier Wochenenden erarbeiteten die Studenten mit einer Theaterpädagogin und Regisseurin ein zwanzigminütiges Stück. Um sicherzugehen, dass ihre Botschaft auch verstanden wird, gibt es begleitend zur Theateraufführung am Infostand Aufschluss über die Ziele der Kampagne.

Kooperationspartner vor Ort unterstützen die Truppe – in Augsburg war es die „Werkstatt Solidarische Welt“. Sie kümmern sich im Vorfeld um die Auftrittsgenehmigung und sorgen für unentgeltliche Unterkunft und Verpflegung der Schauspieler. In dem Stück „Schiller und die Gesundheitsräuber“ – auch hier drängt sich eine Allusion zur Bundestagswahl auf, aber dies wär eine andere und eher traurige Geschichte – werden die Auswüchse der Pharmaindustrie angeprangert, die durch großzügige Antibiotika-Werbung zur Resistenz der Tuberkulose-Erreger beigetragen hat und in den armen Ländern der Erde jährlich bis zu 2 Millionen Todesfälle verursacht. Im 19. Jahrhundert war die Schwindsucht in ganz Europa gefürchtet und bekanntlich fiel ihr auch Friedrich Schiller zum Opfer.



Stadtrat: 30 Prozent sozialer Wohnungsbau sei mindestens bei den Ladehöfen geplant

Einmal mehr stand nun der Bebauungsplan für den inneren und mittleren Ladehof zwischen Hauptbahnhof und Gögginger Brücke zur Debatte.

Aus der Ausschussgemeinschaft kam der Antrag, mindestens 30 Prozent sozialen Wohnungsbau zu berücksichtigen. Der Bebauungsplan ist vom Stadtrat allerdings bereits verabschiedet. Die Verträge mit den Bauträgern sind bereits notariell geschlossen. Stefan Quarg (SPD) sagte, dass auch der SPD die 30 Prozent sozialer Wohnraum ein dringendes Anliegen gewesen sei. Man habe ihm aber glaubhaft vermittelt, dass diese Quote in allen drei Ladehöfen zusammen erreicht werde. Unter den Bauträgern seien auch kirchliche Institutionen wie das Ulrichswerk, die sozialen Wohnraum schaffen würden. – Die Ausschussgemeinschaft zog nach kurzer Beratung ihren Antrag zurück.



Landtagswahl: Kamm tritt nicht mehr an

Christine Kamm, langjährige Landtagsabgeordnete der Augsburger Grünen, verzichtet auf eine Kandidatur zur Bayerischen Landtagswahl 2018



Christine Kamm MdL

Christine Kamm MdL


„Ich werde das kommende Jahr weiterhin engagiert im bayerischen Landtag für unsere Region und an meinen inhaltlichen Themen arbeiten. Für die Landtagswahl im September 2018 werde ich aber nicht ein weiteres Mal kandidieren. Dadurch möchte ich meinen Beitrag zur Verjüngung des Bayerischen Landtags leisten. Die Entscheidungen und Ergebnisse der Bundestagswahl bekommt vor allem die kommende Generation zu spüren, daher sollte sie auch mehr an diesen Entscheidungen mitwirken.“ So äußert sich Christine Kamm in einer persönlichen Stellungnahme. Kamm gibt somit den aussichtsreichen Kandidatenplatz im Stimmkreis Augsburg Ost an Kirsi Hofmeister-Streit weiter. Hofmeister-Streit hatte unabhängig davon, ob Kamm noch einmal antreten wolle oder nicht, am 20. September auf der Stadtversammlung der Augsburger Grünen ihre Kandidatur bekannt gegeben. Diplomökonomin Kamm ist seit 2003 Mitglied des Landtags und gehört zu den Urgesteinen der Augsburger Grünen.

Im weniger aussichtsreichen Stimmkreis Augsburg West (mit Neusäß und Gersthofen) wird Cemal Bozoglu für die Augsburger Grünen seinen Hut in den Ring werfen. Bozoglu kandidierte in diesem Stimmkreis bereits 2013 für den Landtag, scheiterte aber knapp. Für beide Stimmkreise sind keine weiteren Kandidaten bekannt. Die Aufstellungsversammlung des Augsburger Kreisverbandes findet am 8. November statt.



Bahnhofsumbau: Dramatische Kostensteigerung wird erwartet

Stimmt  der anvisierte Kostenrahmen des Projekts Bahnhofsumbau noch? Im März dieses Jahres sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza, dass sich das Projekt innerhalb des Kostenrahmens befände.

Kommt die Linie 5 ins Wackeln?

Straßenbahnnetz Augsburg: Kommt die geplante Linie 5 ins Wackeln? (c) DAZ


Damit bezog sich Casazza auf kalkulierte 143 Millionen Euro. Der Abschnitt im Bereich der Halderstraße sei gemäß Kalkulation fertiggestellt worden. Dabei soll es bleiben, doch bezüglich des Index zur Baukostenpreisentwicklung sehen Fachleute Nachbesserungsbedarf. Aktuell liege man bei 3 Prozent Kostensteigerungsindex pro Jahr. Bis 2021 müssen kostenintensive Gewerke ausgeschrieben werden, gebaut wird bis 2023. Nimmt man den derzeitigen Baukostensteigerungsindex als Maßstab, würden sich die Gesamtkosten um zirka 20 Millionen Euro erhöhen. Fachleute gehen allerdings davon aus, dass der Preissteigerungsindex von 3 Prozent zu optimistisch kalkuliert ist.

Durch die derzeitige Konjunktur und die damit allgemein verbundene Preissteigerungsrate müssten die Stadtwerke nachbessern und den Index auf fünf bis sechs Prozentpunkte erhöhen. Nach Informationen der DAZ sei diese Sichtweise auch in der Aufsichtsratsitzung der Verkehrssparte der Stadtwerke am vergangenen Dienstag erörtert worden. Experten wären auch nicht überrascht, müsste man den Index auf 9 Prozentpunkte hochschrauben. Die Stadtwerke wollen aber, wie es hieß, an den 3 Prozent festhalten.

Dazu heißt es in einer swa-Stellungnahme auf Anfrage, dass „in der Aufsichtsratssitzung am 26.09.2017 der Verkehrs GmbH/Projektgesellschaft mbH turnusmäßig zur Kostensituation des Projektes MDA Hauptbahnhof berichtet wurde“. Der aktuelle Kostenstand zeige bislang keine Anzeichen für eine Überschreitung des veranschlagten und genehmigten Kostenkorridors. „Es wurde allerdings festgestellt, dass die letzten größeren Vergaben im Ingenieurbau einen Anstieg bei den Baupreisen zu verzeichnen hatten. Damit könnten in der Zukunft Anpassungen an den Baupreisindex einhergehen. Da aber aufgrund dieser punktuellen Feststellungen noch keine belastbaren Aussagen für die Zukunft möglich sind, wären Hochrechnungen zu Baukostensteigerungen bis zum Jahr der Inbetriebnahme 2023 rein spekulativ.“

Politisch ist das Thema deshalb von großer Brisanz, weil mit der Kostenplanung des Bahnhofumbaus der Quotient der Standardisierten Bewertung gekoppelt ist. Aktuell läge dieser ohnehin bereits nur noch im Mikrobereich über der notwendigen 1,0, weshalb der Bau der Linie 3 vorangetrieben werden müsse, da man sonst mit dem Bau der Linie 5 unter die relevante 1,0 käme, was bedeuten würde, dass die staatliche Zuschussgarantie nicht mehr gesichert wäre.

An dem Projekt beteiligen sich Bund und Land mit 75 Millionen Euro, die Bahn mit 27,6, die Stadtwerke mit 37,3 und die Stadt mit 3,1 Millionen Euro.



Film: Lina Bo Bardi

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Architektur-Film-Jazz“ im Thalia Kino Am Obstmarkt in Augsburg wird am Montag den 2. Oktober 2017 (19 Uhr) der Dokumentarfilm „Precise Poetry“ über die Architektin Lina Bo Bardi gezeigt.

Die gebürtige Italienerin wandert 1946 nach Brasilien aus und findet dort Ihre Bestimmung in der Arbeit mit Brasiliens junger Architektengeneration. Nach der Vorführung gibt es ab 20.30 Uhr Live-Jazz mit dem Katrin Feige Quartett im Thalia Kaffeehaus. Die Kinovorstellung kostet 7 Euro. Die anschließende Livemusik ist kostenlos.