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Bürgertalk zum Modular Festival am 4. Oktober 2017

Wo soll das Jugend- und Popkulturfestival Modular zukünftig stattfinden? Darüber wird bei einem Bürgertalk am Mittwoch, 4. Oktober, ab 19 Uhr im großen Foyer im Kongress am Park mit der Stadtspitze und Vertretern des Stadtjugendrings diskutiert.

Modular 2017 im Wittelsbacher Park

Modular 2017 im Wittelsbacher Park.   Foto: Ruth Pössel/Stadt Augsburg


Geplant sind vier verschiedene Themenblöcke von jeweils 15 bis 20 Minuten. Dabei wird unter anderem über die Maßnahmen zum Naturschutz und ihre Wirkungen informiert oder die Sichtweise des Ordnungsamtes zur Sachlage vorgestellt. Der Stadtjugendring erläutert die in diesem Jahr durchgeführten Maßnahmen – und gibt damit den Bürgern die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren.

Das Podium rotiert mit dem jeweiligen Themenblock. Dabei bleiben dort jeweils zwei Plätze frei, die Bürgern für die jeweilige Diskussionsrunde offen stehen, – ob sie nun Befürworter einer Fortsetzung im Wittelsbacher Park, Anwohner oder Kritiker sind.

Zwischen den Themenblöcken dürfen auch Fragen aus dem Publikum gestellt werden. Die Moderation übernimmt Horst Thieme. In den unterschiedlichen Diskussionsrunden stellen sich neben Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl auch Kulturreferent Thomas Weitzel, Umweltreferent Reiner Erben und Ordnungsreferent Dirk Wurm den Fragen der Bürger.

Das Jugend- und Popkulturfestival Modular, das in diesem Jahr von 15. bis 17. Juni im Kongress am Park stattfand, hatte in einer öffentlichen Diskussion zur Lautstärke die Gemüter und die Politik bewegt. Der Bürgertalk ist nun Teil der Entscheidungsfindung zum zukünftigen Standort.

Das moderierte Format „Bürgertalk“ war erstmals im Dezember 2016 zur Theatersanierung in der Brechtbühne abgehalten worden. Es gibt auch dem Publikum die Möglichkeit, auf dem Podium mitzureden und ins direkte Gespräch mit den Verantwortlichen zu kommen. Der „Bürgertalk Modular“ wird von der Kommunikationsabteilung der Stadtverwaltung organisiert.



Augsburg und die Wasserwirtschaft – Neues Buch und Vortrag im Maximilanmuseum

„Augsburg und die Wasserwirtschaft. Studien zur Nominierung für das UNESCO-Welterbe im internationalen Vergleich“, so der Titel des soeben erschienenen wissenschaftlichen Aufsatzbandes, den die Stadt Augsburg im Rahmen ihrer Bewerbung um die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes herausgegeben hat.

Neues Buch über die Augsburger Wasserwirtschaft - Bewerbung für UNESCO Welterbe. Foto: context Verlag Augsburg

Nachdem die Stadt bis 2014 ihre Interessenbekundung erfolgreich abgeschlossen hat, wird der Augsburger Welterbeantrag über die Aufnahme der historischen Kanäle, Kraftwerke, Brunnen und Wassertürme Augsburgs in die Liste schützenswerter Denkmäler derzeit bearbeitet und Ende August abgegeben. Im Begleitprogramm zur Bewerbung fand in Augsburg 2016 eine öffentliche Fachtagung statt, bei der Expertinnen und Experten der Wasserwirtschaft aus Deutschland, Österreich, Italien und den Niederlanden über verschiedenste Aspekte der Wasserwirtschaft und der UNESCO-Bewerbung referierten. Diese und weitere Studien sind nun in einem von der Stadt Augsburg herausgegebenen und reich bebilderten Band im context verlag Augsburg (Konzeption und Redaktion: Martin Kluger) erschienen.

Augsburg rechnet sich Chancen für UNESCO-Titel aus

In 21 Beiträgen setzen sich insgesamt 19 Autorinnen und Autoren mit Wasserbau und Wasserkraft, mit Trinkwassergewinnung und Brunnenkunst sowie mit der Bedeutung des UNESCO-Welterbes auseinander. Sie untersuchen in ihren Studien nicht nur die Trinkwasserversorgung und Wasserkraftnutzung bis heute, sondern auch die Rolle manieristischer Brunnenkunst und die reichsstädtischen Verwaltungsstrukturen der Wasserwirtschaft in der Fuggerstadt. Ausprägungen der Wasserwirtschaft in Augsburg werden dabei unter anderem mit der Trinkwassergewinnung und dem Kanalbau in Venedig, mit dem Kanalnetz um Mailand und den frühen Wasserkraftwerken an der Adda sowie der damit einhergehenden Industrialisierung der Lombardei verglichen. Es geht zudem um den Umgang mit den mit Wasser verbundenen Welterbestätten im Harz, in Italien und den Niederlanden.

Vortrag im Maximilianmuseum

Mit dem Titel „Die Brunnen der Reichsstadt und ihr Wasser: verschwunden, vergessen, missverstanden – Von Wasserwerken und Wasserleitungen, Wasserkästen und Monumentalbrunnen“ findet heute, 1. August um 18.30 Uhr im Maximilianmuseum im Rahmen der Vortragsreihe der Stadt Augsburg zur UNESCO-Welterbe-Bewerbung ein Vortrag von Martin Kluger (Inhaber des context Verlags Augsburg) statt, der u.a. auch Neues über die Wasserkästen an der Maximilianstraße und das erste stromerzeugende Wasserkraftwerk im heutigen Stadtteil Göggingen zu berichten weiß.

Foto: context Verlag Augsburg



Theater: Letztes Hurra einer durchwachsenen Ära

Nach zehn Jahren verlässt Intendantin Juliane Votteler das Augsburger Stadttheater. Ihr Abschied wurde mit großem Hurra und leicht verkitscht auf der Freilichtbühne gefeiert – wie man es eben macht, wenn alle froh sind, dass eine Ära zu Ende geht.

Von Siegfried Zagler

Juliane Votteler - Foto: Siegfried Kerpf

Juliane Votteler - Foto: Siegfried Kerpf


Die Ära Votteler soll an dieser Stelle mit einem Halbsatz beschrieben werden: Musiktheater hui, Schauspiel pfui – und Robert Conn führte parallel in seiner Eigenschaft als Ballettdirektor das Augsburger Tanztheater in ungeahnte Höhen. Nachdem in den vergangenen Jahren die Augsburger Freilichtbühne mit Hair, Blues Brothers und The Rocky Horror Show im seichten Wasser schipperte, wurden vom Augsburger Stadttheater die Besucherzahlen wie Börsenkurse verkündet. Für die diesjährige Show konnten auf der Freilichtbühne 44.034 Besucher notiert werden. Dafür waren 22 Aufführungen notwendig und insgesamt wurden über 1.370.733 Euro an Eintrittsgeldern eingenommen. Die Auslastung lag bei 95,5 Prozent.

In der Spielzeit 2016/17 erreichte das Theater Augsburg trotz der kurzfristigen Schließung des Großen Hauses mit seinen Ersatzspielstätten brechtbühne, Schwabenhalle, Goldener Saal, Konzertsaal der Universität Augsburg, Kongress am Park, Martini Park und Textilmuseum einen vorläufigen Stand von 184.443 Besuchern.

Im Musiktheater hatte „Otello“ mit 6.234 Zuschauern die meisten Besucher. Mit 100 Prozent hatten die acht Vorstellungen der Oper „Simplicius Simplicissimus“ die höchste Auslastung in der brechtbühne. Im Schauspiel verzeichnete das Weihnachtsstück „Pünktchen und Anton“ im Kongress am Park mit 25.500 Besuchern die meisten Zuschauerzahlen. Mit 18 ausverkauften Vorstellungen hatte die Produktion „Faust“ in der brechtbühne die höchste Auslastung. Im hoffmannkeller war die Produktion „Auerhaus“ mit 1.100 Besuchern und einer Auslastung von 98% am erfolgreichsten. Im Ballett hatte „Der Nussknacker“ in der Schwabenhalle mit 9.528 Besuchern die meisten Zuschauer. In der brechbühne hatte der Ballettabend „(R)Evolution“ mit 14 Aufführungsterminen die höchste Auslastung von 99 Prozent.

Das Theater Augsburg verabschiedet sich nun zum Ende der Intendanz von Juliane Votteler in die Sommerpause.