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Oberhauser Marktsonntag in der Ulmer Straße

Der diesjährige Marktsonntag in der Ulmer Straße findet am Sonntag, den 3. September statt.

Aus diesem Anlass wird am 3. September von 6.00 bis 20.00 Uhr die Ulmer Straße zwischen der Wertachbrücke und Neuhäuser Straße für den Fahrverkehr gesperrt. Betroffen hiervon sind auch Teilstücke der Manlichstraße, Höchstetterstraße, Pestalozzistraße, Haußerstraße, Billerstraße, Kiesowstraße und Tobias-Maurer-Straße. Die entsprechenden Umleitungen sind ausgeschildert. Anlässlich des Budenaufbaus wird bereits ab Samstag, 2. September, ab 18.00 Uhr in den Parkbuchten der Ulmer Straße das Parken unterbunden. Das Tiefbauamt, Abt. Straßenverkehr, bittet alle betroffenen Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die notwendigen Maßnahmen und empfiehlt Besuchern des Marktsonntages, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen.



Julian Günther-Schmidt auf Leihbasis nach Jena

Der FC Augsburg hat kurz vor Ende der Transferperiode noch einen Spieler abgegeben

Jung-Profi Julian Günther-Schmidt wechselt auf Leihbasis bis zum 30. Juni 2018 zum Drittliga-Aufsteiger FC Carl Zeiss Jena. Über die Transfermodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart. „Für Julian Günther-Schmidt ist es wichtig, dass er Spielpraxis erhält. Wir glauben, dass er in Jena viele Einsatzzeiten sammeln wird. Daher haben wir uns kurzfristig auf diese Ausleihe verständigt“, sagt Geschäftsführer Sport Stefan Reuter.


FCA: Usami geht, Stafylidis bleibt, Jakob kommt

Kurz vor Transferschluss gibt es noch Bewegung im Kader des FC Augsburg

Bleibt beim FCA: Konstantinos Stafylidis

Bleibt beim FCA: Konstantinos Stafylidis


Kilian Jakob, das 19-jährige Talent, kommt vom TSV 1860 München zum FCA. Jakob durchlief alle Jugendmannschaften der 60er und bekam zuletzt in der Regionalliga Einsätze. Seine Stammposition ist Linksverteidiger. Der ehemalige U18-Nationalspieler kann aber auch als Rechtsverteidiger eingesetzt werden.

Takashi Usami wird vom FCA für ein Jahr an Fortuna Düsseldorf (Zweite Liga) ausgeliehen. Usami hat beim FCA einen Vertrag bis 2020.

Konstantinos Stafylidis bleibt dem FCA erhalten. Der Transfer nach Hamburg ist geplatzt. Nach Berichten der BILDzeitung sei dem HSV “der Problemgrieche” (Bild) zu teuer. Der FCA solle auf die Ablösesumme von 10 Millionen Euro bestanden haben.



Stadt bringt Bücherbus in Gang

Am kommenden Montag ist der Bücherbus der Stadt Augsburg wieder unterwegs

Der Augsburger Bücherbus ist ab Montag wieder unterwegs (c) brechtfestival

Der Augsburger Bücherbus ist ab Montag wieder unterwegs (c) brechtfestival


Nachdem der Augsburger Bücherbus (Anschaffungskosten 500.000 Euro) vier Monate stillstand, weil die Stadt Sicherheitsmängel an der hinteren Doppeltür erkannt haben will, beginnt die “fahrende Bücherei” am Montag, den 4. September wieder ihren Dienst.

Bei einem gemeinsamen Treffen mit Vertretern der Volvo Busse Deutschland GmbH und des Zulieferers Kiitokori sowie einem Sachverständigen des TÜV Rheinland wurde durch Messungen der bestehenden Schließkräfte festgestellt, dass der Bücherbus alle relevanten Vorschriften einhält. Damit kann der Bus nach Aussage des Sachverständigen im jetzigen Zustand in Betrieb gesetzt werden. Dessen ungeachtet hat sich die Stadt Augsburg mit den Verantwortlichen des Herstellers darauf verständigt, dass eine zusätzliche Vorrichtung an der hinteren Doppeltür des Busses angebracht wird. “Auch die Bedenken der Stadt hinsichtlich der Sicherheit des Busses werden damit berücksichtigt. – Bis zum Einbau der ergänzenden Sicherheitseinrichtung stellt die Stadt durch den Einsatz von zusätzlichem Personal sicher, dass beim Ein- oder Aussteigen in den Bücherbus keine Gefahr für die Besucher besteht”, wie es in einer Stellungnahme der Stadt heißt



Hochschule gründet Institut für innovative IT-Sicherheit und Cybersecurity

Cyberattacken sorgen nicht selten für Kollateralschäden, aber man kann sich gegen Angriffe aus dem Netz schützen. IT-Sicherheit und Cybersecurity sind in Augsburg seit gestern ein großes Thema. Die Augsburger Hochschule hat ein “Institut für innovative Sicherheit” gegründet.

Gruppenbild mit Dame

Gruppenbild mit Dame


Kleine und mittelständische Unternehmen fit für die Digitalisierung zu machen, das ist eine der großen Herausforderungen der regionalen Wirtschaft. Ein Bereich, der im Prozess der Umstellung allzu leicht vernachlässigt wird, ist die IT-Sicherheit. Hier hat das Institut für innovative Sicherheit (HSAinnoS), das die Hochschule Augsburg heute mit einem großen Festakt offiziell ins Leben gerufen hat, seinen Schwerpunkt.

Die Schirmherrschaft für das neue Institut hat Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr.  „Die globale Vernetzung bietet große Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft. Längst haben aber auch Straftäter das Internet als Schauplatz für ihre kriminellen Machenschaften erkannt. Dabei werden die zahlreichen Schwachstellen neuer Technologien oder unzureichend geschützter Systeme skrupellos ausgenutzt. Deshalb ist die Arbeit des neuen Instituts für innovative Sicherheit der Hochschule Augsburg nicht hoch genug zu schätzen“, so Hermann gestern beim Festakt an der Hochschule. Den HSAinnoS-Forschern komme bei der Prävention von Cybercrime eine Schlüsselrolle zu. Schließlich müssten die IT-Sicherheitslösungen von morgen schon heute erforscht werden, so Herrmann weiter.

Den Wissenschaftlern steht ein hochkarätiger Beirat mit umfassender Expertise und Knowhow aus unterschiedlichsten sicherheitsrelevanten Bereichen zur Seite: Hansjörg Durz, Bundestagsabgeordneter und Verantwortlicher der CSU-Landesgruppe im Ausschuss Digitale Agenda, Robert Heimberger, Präsident des Bayerischen Landeskriminalamts, Michael Schwald, Polizeipräsident Schwaben Nord, und Dr. Markus Litpher, Vorstandsmitglied der Lechwerke AG.  Zurzeit sind sechs Professoren, 20 wissenschaftliche Mitarbeiter und über 60 Studierende an der Hochschule Augsburg im Forschungsfeld IT-Sicherheit und Cybersecurity engagiert.

Sie decken die Forschungsbereiche Unternehmens- und Informationssicherheit, Sichere Produkte, Embedded Systems Security, Industrie- und Gebäudesicherheit sowie Digitale Forensik ab und bilden so den größten Verbund zur IT-Sicherheit an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften in Bayern. Unter dem Dach des neuen Instituts sind unterschiedlichste Projekte angesiedelt, in denen Wissenschaftler interdisziplinär Sicherheitsaspekte und Schutzmaßnahmen erforschen. Das umfangreichste ist aktuell das Verbundprojekt RiskViz, bei dem die Hochschule Augsburg Konsortialführer ist. RiskViz steht für „Risikolagebild der industriellen IT-Sicherheit in Deutschland“ und ist im Förderschwerpunkt „IT-Sicherheit für Kritische Infrastrukturen (ITS KRITIS)“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) angesiedelt. In dem Gemeinschaftsprojekt geht es um die Entwicklung von Instrumenten, die auf rechtskonforme Weise die Identifikation industrieller Prozesssteuerungssysteme erlauben, welche unzureichend gegen Cyberattacken geschützt sind.

„Wir werden mit dem Institut für innovative Sicherheit kontinuierlich unsere Forschung mit weiteren Professuren ausbauen und vernetzen“, so Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, IT-Sicherheitsexperte und Präsident der Hochschule Augsburg beim Festakt.

Bereits im nächsten Jahr wird die Hochschule ihre Aktivitäten zur IT-Sicherheit auf die Forschungsfelder Produktion und Logistik ausweiten und die Bereiche Safety und eingebettete Systeme um drei Professuren erweitern. Die Forschungsergebnisse des Instituts fließen in die Informatikstudiengänge der Hochschule Augsburg ein, betont Prof. Dr. Dominik Merli, Experte für Embedded Systems und HSAinnoS-Koordinator: „Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Studierenden passgenau für den Arbeitsmarkt ausgebildet werden.“

Helia Hollmann, stellvertretende HSAinnoS-Koordinatorin ergänzt: „Experten im IT-Sicherheits- und Safety-Bereich werden momentan händeringend gesucht – deshalb reagieren wir mit unserem Studienangebot und HSAinnoS auf diese Entwicklung“. Hollmann ist auch für den neuen Masterstudiengang Industrielle Sicherheit verantwortlich, in dem die Studierenden lernen, Sicherheitsprobleme bei industriellen Automatisierungs- und Steuerungsanlagen sowie bei kritischer Infrastruktur interdisziplinär zu lösen.

Foto: Festakt des Instituts für innovative Sicherheit: HSAinnoS-Wissenschaftler mit dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (Mitte), Norbert Zink, stellvertretender Leiter des Polizeipräsidiums Schwaben Nord (2.v.l.) und Hochschulpräsident Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair (4.v.r.).



Naturmuseum: Von großen und kleinen Ungeheuern

Am ersten Sonntag im Monat bietet das Naturmuseum das ganze Jahr über ab 14 Uhr Turnusführungen für Familien an

„Dabei geht es auf eine spannende Entdeckungstour durch alle Ausstellungsbereiche des Naturmuseums mit Blick auf die Geschichte unseres Planeten, insbesondere die jüngere Erdgeschichte unserer Heimat, sowie auf die unglaubliche Vielfalt der Natur“, wie es in einer städtischen Pressemitteilung heißt. – Die Führungen im Augsburger Naturmuseum zeichnen sich dadurch aus, dass alle Teilnehmenden aktiv einbezogen werden und spezielle Exponate auch zum “Begreifen“ dabei sind. Außerdem sorgen lebendige Tiere für Spannung: „Die persönliche Begegnung mit exotischen Krabbeltieren ist nicht nur pädagogisch wertvoll, sondern sie kann empfindsamen Menschen auch dabei helfen, ihre Berührungsängste gegenüber solchen Tieren zu vermindern.“

Die erste Führung 2015 findet am kommenden Sonntag ab 14 Uhr statt. Voraussetzung ist die Mindestteilnehmerzahl von fünf Personen. Eintritt: 2 Euro für Erwachsene, 1 Euro für Kinder und Jugendliche. Ort: Naturmuseum Augsburg, Ludwigstrasse 14 gegenüber der Grottenau.





FCA: Wo war Schmid? Die Spieler in der Einzelkritik

Die Augsburger Apokalyptiker bezüglich der Bundestauglichkeit des FCA sind nach dem fulminanten Gladbach-Spiel auf Tauchstation gegangen. Für Zuversicht ist es aber zu früh. In der zweiten Halbzeit zeigte Gladbach seine Instabilität und baute den FCA mit vielen leichten Fehlern auf. Festzustellen ist, dass Baums Idee, mit zwei spielstarken Sechsern und einer fulminant stürmenden Mannschaft nur dann funktioniert, wenn die Abschlüsse professioneller behandelt werden. Doch dafür fehlt der Mannschaft ein Knipser.

Marwin Hitz:

Hätte eine Partie ohne Fehl und Tadel abgeliefert, hätte er beim 1:2 einen gefährlichen Schuss nicht direkt auf den Kopf von Oscar Wendt abgewehrt. Note 3.

Jeffrey Gouweleeuw

Starke Partie, zweikampfstark, passsicher und zeigt auch im Spielaufbau immer mehr Präsenz. Note 2.

Martin Hinteregger

Zusammen mit dem Niederländer Gouweleeuw ist der Österreicher ein Garant dafür, dass die FCA-Innenverteidigung steht. Hätte Hinteregger in der Nachspielzeit nicht völlig freistehend einen Kopfball weit am Tor vorbei gewuchtet, wäre Hinteregger zum Matchwinner geworden. Note 2.

Philipp Max

Für Fußball-Ästheten eine schwere Zumutung. Immerhin verstand er es, Patrick Hermann nicht ins Spiel kommen zu lassen. Nach vorne ohne Esprit, Laufstil wie ein Haflinger mit grob konfiguriertem Flankenmodus. Note 4.

Raphael Framberger

Gute Partie des Rechtsverteidigers. Nach hinten solide, nach vorne schnell, aber ohne Wirkungsgenauigkeit. Note 3.

Ja-Cheol Koo

Von ihm kamen zu wenig Impulse. Spielte aber eine blitzsaubere taktische Partie: Sicherte nach hinten ab, wenn Baier unterwegs war. Koo kann mehr, viel mehr. Note 3,5.

Daniel Baier

Leider fehlt ihm der Drang zum Abschluss und die Fähigkeit des Dribblings, sonst wäre er ein ganz großer Fußballer. Ein großes Arbeitspensum, meistens im Brennpunkt, die meisten Ballkontakte und fast immer anspielbar. Ein echter Kapitän. Note 2,0.

Jonathan Schmid

Wo war Schmid? Zu wenig im Spiel, dafür keine Fehler. Note 4.

Michael Gregoritsch

Wirkungslos mit zwei schönen Pässen auf die Außen. Noch keine Verstärkung, weil zu schwache Physis. Note 5.

Caiuby

Der Brasilianer wird immer dann zum Problem, wenn er brasilianisch spielen will. Zog einige Pfiffe auf sich, weil er zu eigensinnig und kopflos agierte. Gehörte aber nach vorne und nach hinten zu den Aktivposten. Wenn er richtig fit ist, passt er gut zum FCA. Note 3,5.

Alfred Finnbogason

Seine bisher beste Partie für den FCA. Viel in Bewegung und für Gefahr sorgend, aber im Abschluss kläglich. Das gilt auch für seinen Führungstreffer, den er zwar klasse vorbereitete, dann aber schwach abschloss. Dass der haltbare Ball die Torlinie passierte, war einem Torwartfehler geschuldet. Fünf Chancen, ein Tor: keine gute Bilanz für einen Torjäger. Dennoch zeigte Finnbogason eine erfreuliche Leistungssteigerung. Note 3.

Marcel Heller, Rani Khedira, Sergio Cordova kamen zusammen 15 Minuten vor Schluss auf den Platz und belebten das FCA-Spiel sofort: Für die Neuzugänge deshalb die Kollektivnote 2,5.

(Siegfried Zagler)



Die Perspektive eines Geflüchteten – Fotoausstellung und Finissage mit Diskussion im Kulturcafé Neruda

Noch bis zum 03. September zeigt das Kulturcafé Neruda in Kooperation mit Barbara Stöcker, dem Asta Augsburg und Campus Asyl Fotographien von Abdulazez Dukhan.

Der heute 19-jährige Syrer floh vor dem Krieg in seiner Heimatstadt Homs als er 13 Jahre alt war. In einem Flüchtlingscamp in Nordgriechenland beobachtete er die Arbeit von Fotografen. Bis er im Frühjahr 2016 von einem freiwilligen Helfer eine Kamera geschenkt bekam und die einzigartige, rasante Entwicklung eines Künstlers begann. Dukhans feinfühlige Bilder halten alltägliche Szenen aus Flüchtlingslagern fest, bewusst verzichtet er im Gegensatz zur Sensationspresse auf den großen Effekt. Er selbst will das reale Leid der Menschen zeigen, doch gelingt ihm viel mehr. Seine Bilder zeigen nicht das Elend, sondern geflüchtete Menschen als das, was sie sind: Menschen.

Mittlerweile lebt Dukhan in Belgien. Da er keine Ausreiseerlaubnis besitzt, kann er die Ausstellung in Augsburg nicht selbst begleiten. Am 3. September findet die Finissage statt mit Musik von Farhad Sidiqi sowie Reden und einer Diskussionrunde zum Thema Flucht. Sprechen werden der ebenfalls aus Syrien geflüchtete Wael Ali und Neruda-Gastgeber Fikret Yakaboylu.

„Abdulazez Dukhan – Photographien“/ Ausstellung im Kulturcafé Neruda / Alte Gasse 7



FCA liefert sich mit Gladbach ein großartiges Duell

Der FC Augsburg und Borussia Mönchengladbach trennten sich in der 2. Runde der Fußballbundesliga mit einem leistungsgerechten 2:2 Unentschieden. Die Tore für den FCA erzielten Finnbogason mit einem sogenannten Blitztor nach 35 Sekunden und Sergio Córdova (89.). Für Gladbach netzten Zakaria (8.) und Wendt (30.) ein.

Von Siegfried Zagler

Wer hätte das gedacht: Der FC Augsburg zeigt über die gesamte Distanz gegen Borussia Mönchengladbach in der WWK Arena vor 29.000 Zuschauern ein starkes Spiel und hätte durchaus als Sieger vom Platz gehen können, hätten Finnbogason und Co. ihre Chancen nicht so fahrlässig vergeben. Bereits in der siebten Minute hätte die Vorentscheidung in einer insgesamt schnellen und rassigen Partie fallen können: Finnbogason legte, nachdem der FCA schön in den Strafraum der Gladbacher kombiniert hatte, einen Tick zu schwach zurück, sodass Jonathan Schmids Hammer von Veestergard zur Ecke geblockt werden konnte – mit der Hand. Ohne diesen irregulären Block wäre das Leder im Gästekasten eingeschlagen! Wenige Sekunden später fiel für Gladbach der Ausgleich, da die zu weit aufgerückte FCA-Abwehr mit einem schlichten Doppelpass aus dem Halbfeld ausgekontert wurde: Denis Zakaria nimmt mit Ball Tempo auf, passt zu Lars Stindl, der wieder auf Zakaria vorlegt und dieser behielt allein vor Hitz die Nerven: 1:1!

Anschließend bestimmte die Borussia das Spiel und ging folgerichtig auch in Führung. Raffael setzte sich im Sechzehner durch, legte für Patrick Herrmann auf, dessen Schuss Hitz nicht festhalten konnte. Schließlich köpfte Wendt die 2:1-Führung für Gladbach aus kurzer Distanz (30.). Dies wäre sicher nicht passiert, hätte Alfred Finnbogason nicht versagt, als er einen Steilpass erlief und Jan Sommer mit einem Schüsschen langweilte (29.). In der 41. Minute zog Thorgan Hazard im Fünfer aus spitzem Winkel ab, traf aber nur den Innenpfosten des Augsburger Tores. Kurz vor der Halbzeitpause hatte wiederum Finnbogason den Ausgleich auf dem Fuß, verzog aber aus wenigen Metern (43.). Dennoch ging der Halbzeitstand (1:2) für Gladbach in Ordnung.

Wie bereits in Halbzeit eins legte der FCA in der zweiten Halbzeit los wie die Feuerwehr. Zuerst köpfte Michael Gregoritsch nach einer Flanke von Philipp Max über das Gästetor (47.), dann lenkte Sommer einen 25-Meter-Schuss von Finnbogason mit den Fingerspitzen noch über den Querbalken (48.) und schließlich prüfte auch noch Daniel Baier den Gladbacher Torhüter (49.). In der 50. Minute landete ein Kopfball von Caiuby im Anschluss an eine Ecke neben dem Tor (50.). In fünf Minuten vier vergebene Großchancen: deutlicher kann man kaum darstellen, woran es fehlt.

Der FCA zeigte keine Resignation, sondern hielt das Tempo hoch und kam in der 64. Minute zu einer weiteren Chance: Nach Vorarbeit von Finnbogason stand Schmid allein vor Torhüter Sommer, der in höchster Not seinen Kasten sauber hielt.

Mit einem Dreifachwechsel wollte FCA-Trainer Baum die Schlussphase der Partie forcieren. Es sollte funktionieren: Zunächst strich ein Kopfball von Martin Hinteregger knapp am Tor der Gäste vorbei (77.), dann klärte Vestergaard im eigenen Fünfer eine gefährliche Aktion (78.). Mit Leidenschaft und Kampf drängte Augsburg auf den Ausgleich, drei Minuten vor Spielende köpfte Marcel Heller den Ball in die Arme von Sommer (87.). Zwei Minuten später war es soweit: Serio Córdova versenkte den Ball mit einer sehenswerten Direktabnahme aus fünf Metern im Gladbacher Tor zum 2:2 (89.). Die punktgenaue Hereingabe kam von Heller. Hinteregger hatte in der Nachspielzeit sogar noch das Siegtor auf dem Kopf, traf aber aus aussichtsreicher Position das Tor nicht (90.+1.).

Nach der Länderspielpause empfängt der FCA am 9. September den 1.FC Köln.

FCAMarwin Hitz; – Jeffrey Gouweleeuw; Philipp Max; Raphael Framberger; Martin Hinteregger; – Daniel Baier; Michael Gregoritsch; Jonathan Schmid; Ja-Cheol Koo; Francisco da Silva Caiuby; – Alfred Finnbogason.

Eingewechselt: Marcel Heller (76.); Rani Khedira (76.); Sergio Córdova (76.); –

Ausgewechselt: Michael Gregoritsch (76.); Jonathan Schmid (76.); Ja-Cheol Koo (76.); –

Auswechselbank: Andreas Luthe (TW); Daniel Opare; Gojko Kacar; Dong-Won Ji.

Tore:

1:0 Alfred Finnbogason (1.)

1:1 Denis Zakaria (8.)

1:2 Oscar Wendt (30.)

2:2 Sergio Córdova (89.)



FCA: Gladbach könnte der passende Gegner sein

Warum gegen Gladbach ein Sieg im Bereich des Möglichen liegt

Von Siegfried Zagler

Niemand weiß genau, wie viele Zuschauer am 15. August 1973 im Münchner Olympiastadion das Zweitligaspiel zwischen dem TSV 1860 München und dem FC Augsburg verfolgten. Vorsichtige Schätzungen gehen von 80.000 aus, vermutlich waren es deutlich mehr. In manchen Berichten ist gar von 90.000 die Rede. Es war ein lauer Sommerabend, als in Augsburg das Fußballfieber ausbrach und sich geschätzte 50.000 FCA-Zugewandte spontan dazu entschlossen, ihrer Haller-Begeisterung nachzugehen. Ob nun 10.000 oder 20.000 Menschen mit oder ohne Eintrittskarten das Stadion stürmen sollten, blieb ebenfalls ungeklärt. Das unglaubliche Fußballspiel, das heute den inoffiziellen Zweitliga-Zuschauerrekord hält, ging 1:1 aus. Helmut Haller spielte seine erste Saison beim FCA und war damals ein Weltstar des Fußballsports. Von Haller waren an diesem denkwürdigen Abend drei, vier technische Aktionen zu sehen, die man in in dieser Perfektion – Beckenbauer hin, Beckenbauer her – in München noch nicht gesehen hatte. Der FCA war mit Haller megasexy und hätte alle Möglichkeiten gehabt, zu einer Zeit als sich der Profifußball in Deutschland gerade zu entwickeln begann, eine feste Größe auf der Landkarte der Bundesliga zu werden. Es sollte anders kommen.

Als sich 27 Jahre später, am letzten Spieltag der Zweitliga-Saison 2009/10 im Berliner Olympiastadion 77.116 Zuschauer einfanden, um die Begegnung Hertha BSC Berlin vs. FC Augsburg zu sehen, standen beide Teams als Bundesliga-Aufsteiger bereits fest. Der FCA war längst aus seinem 23-jährigen Tiefschlaf erwacht und spielte bereits die vierte Saison in der zweiten Liga. Die Zuschauerzahl dieses Spiels gilt heute als offizielle Zahl für den Zuschauerrekord eines Zweitliga-Spiels, womit der FCA wohl für die Ewigkeit als der Verein in die Geschichte des deutschen Fußballs eingeht, der einen inoffiziellen und einen offiziellen Zweitliga-Zuschauerrekorde hält.

In allen sechs Bundesligaspielzeiten, die nach diesem Aufstieg folgen sollten, wurde der FCA als Hauptverdächtiger für den Abstieg verhandelt. Das ist auch in dieser Saison so, worüber sich in Augsburg niemand aufregt. Schließlich befindet sich der FCA saisonübergreifend in einer Torflaute, die nicht unbedingt Anlass zum Optimismus gibt: In den letzten fünf Pflichtspielen erzielte der FCA zwei Tore. Das sind 0,4 Tore pro Spiel. Bliebe es bei dieser Quote, würde der FCA mit 14 geschossenen Toren seine siebte Bundesligasaison beenden und als Absteiger Tasmania Berlin (10 Punkte 15:108 Tore) als schlechtesten Absteiger aller Zeiten übertreffen. Soweit wird es wohl nicht kommen, doch ob der FCA mit seinem aktuellen Kader “absolut bundesligatauglich” ist, wie FCA-Trainer Manuel Baum zu wissen glaubt, wird nicht nur seitens der DAZ bezweifelt. Tasmania Berlin ist auch Inhaber eines anderen Negativrekordes, der wohl auch für die Ewigkeit bestimmt ist: 827 Zuschauer sahen in der Saison 1965/66 im Berliner Olympiastadion die Partie zwischen Tasmania und Borussia Mönchengladbach.

Womit wir in der Jetztzeit sind. In wenigen Stunden kreuzen in der WWK Arena, die nicht ausverkauft sein wird, der FC Augsburg und Borussia Mönchengladbach die Klingen. Wollte man für dieses Spiel diverse Statistiken bemühen, käme man vorschnell zu einer Prognose, die den FCA als Favorit notiert. Das Auftaktspiel gewannen die Gladbacher zwar im emotionsgeladenen Derby gegen Köln, doch gerade dieser Sieg bedient eine Serie, die für den FCA spricht: Zwei Siege zum Auftakt gelangen den Fohlen in 49 Spielzeiten in der Bundesliga nur fünf Mal, zuletzt 1995/96. Die nächste pro-FCA-Serie: Seit die Augsburger dem Oberhaus angehören, haben die Gladbacher am Lech noch nicht gewonnen. Drei Siege, drei Unentschieden stehen für den FCA in der Heimspiel-Bilanz gegen Gladbach zu Buche. Kein anderes Bundesligateam hat eine schlechtere Augsburg-Bilanz als die Hecking-Schützlinge.

Was sonst noch für den FCA spricht? Wenig! Das sieht selbst FCA-Trainer Baum nicht anders: “Die Borussia hat eine extrem gute Spielanlage, sie sind sehr beweglich und haben Top-Qualität. Sie gehört für mich in dieser Saison zu den sechs besten Mannschaften in der Bundesliga. Wir sind zum jetzigen Stand weiter als im letzten Jahr, das hat das HSV-Spiel gezeigt. Wir wollen es jetzt über’s Kollektiv lösen.” Wenn man das “Kollektiv” als Lösung anführt, dann heißt das in die Normalsprache übersetzt: “Wir sind krasser Außenseiter, aber im Fußball kann man das wettmachen.” Gladbachs Trainer Dieter Hecking geht die Partie mit breiter Brust an: “Wir sind gut drauf”, so Hecking, der auch gegen den FCA auf die spielerischen Qualitäten seiner Mannschaft baut. Das könnte die Siegchance des FCA erhöhen, falls die Augsburger ihre Vorsätze auch auf den Platz bringen sollten, nämlich den Gegner früh attackieren, um bei Balleroberung mit mehr Wucht und Willen als in Hamburg den Abschluss zu erzwingen.

Während Gladbach einen perfekten Saisonauftakt vorzuweisen hat, muss sich der FCA gegen eine Mini-Krise stemmen. Immerhin bleibt dem FCA ein hochmotivierter Bobadilla erspart: “Dem FCA war es sehr wichtig, dass ihr früherer Publikumsliebling nicht im ersten Heimspiel gegen sie aufläuft. Wir haben diesem Wunsch entsprochen”, so Borussias Sportdirektor Max Eberl auf der Homepage der Gladbacher. Raúl Bobadilla hatte kurz vor dem Saisonstart völlig überraschend einen Zweijahresvertrag bei der Borussia unterschrieben. Sollte der FCA heute – Statistik hin, Statistik her – sang- und klanglos gegen entfesselte Gladbacher untergehen, wird das Baum-Wort der “Bundesligatauglichkeit” weiter zu hinterfragen sein. Möglicherweise ist aber gerade Borussia Mönchengladbach der passende Gegner für den FCA. Ein Sieg gegen die Fohlen liegt natürlich – wie gegen jeden anderen Bundesligagegner – im Bereich des Möglichen. Schließlich spielt man in der gleichen Liga.