Wendejahre
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CSU: Austrittsgerüchte um Schaal und Große

Seit einigen Tagen geht in der politischen Stadt das Gerücht um, dass die beiden CSU-Stadträte Thorsten Große und Rainer Schaal die CSU verlassen wollen, um eventuell zusammen mit Thorsten Kunze (parteilos) bei der Augsburger FDP eine neue Heimat zu finden.

"Überläufer brauchen wir nicht": FDP-Vorsitzende Katrin Michaelis

"Überläufer brauchen wir nicht": FDP-Vorsitzende Katrin Michaelis


Der aktuell einzige FDP-Stadtrat Markus Arnold hielt sich bedeckt. Er kenne zwar die Gerüchte, habe aber dazu nichts zu sagen, so Arnold. Ins gleiche Horn stoßen alle Beteiligten. Rainer Schaal sieht in der FDP zwar eine interessante und sympathische Partei, die sich wieder gut aufgestellt habe, zeigte aber gegenüber der DAZ keine Wechselambitionen. Auch Thorsten Große wollte das Gerücht nicht bestätigen: „Ich habe mit niemanden gesprochen“, so Große auf Anfrage. Kunze war für die DAZ nicht erreichbar. Bernd Kränzle, Fraktionsvorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion und bekannt unter dem Spitznamen „Mr. Klebstoff“ will die Situation auch nicht kommentieren, da er davon ausgehe, dass bis zum Bezirksparteitag am kommenden Mittwoch ohnehin nichts passiere.

Mit Katrin Michaelis, immerhin Augsburger FDP-Chefin, hat bis heute Nachmittag (15.15 Uhr) ebenfalls noch niemanden gesprochen. „Ich habe davon noch nichts gehört und mit niemanden gesprochen oder verhandelt.“ Doch selbst wenn an an diesen Gerüchten etwas dran wäre, so Michaelis auf Anfrage, dann dürfe man zitieren, dass die Augsburger FDP an Überläufern nicht interessiert sei: „Überläufer brauchen wir nicht“, so Michaelis wörtlich.



Vortrag: „Wieso werden Kriege geführt?“

Der Schweizer Friedensforscher und Historiker Dr. Daniele Ganser spricht am Mittwoch, den 6.9. 2017, ab 19:00 Uhr im Reese Theater Augsburg zum Thema „Illegale Kriege um Erdöl und Erdgas“.

Ganser, der unter anderem Geschichte und internationale Beziehungen studiert hat, leitet seit 2011 als Direktor das Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER) in Basel. Diese Einrichtung befasst sich mit den globalen Zusammenhängen von Energie, Krieg und Frieden. Und genau darum geht es auch bei dem Vortrag in Augsburg: „Wieso werden Kriege geführt?“, „Stimmt das Bild, das die Medien zeichnen?“ oder „Wo liegen die Interessen der Großmächte?“ „Im Vorfeld der Bundestagswahl wird es natürlich auch um die Rolle der noch amtierenden Bundesregierung und der deutschen Industrie in diesem Szenario gehen“, wie es im Einladungstext der ÖDP heißt.



Ausstellung: Das Grafische Kabinett zeigt Emil Stumpp

Dem Schaffen des Künstlers und einst legendären Pressezeichners Emil Stumpp (1886-1941) widmen die Kunstsammlungen Augsburg in Kooperation mit der Siftung Deutsches Zeitungsmuseum eine sehenswerte Sonderausstellung unter dem Motto „Pazifist und Chronist seiner Zeit“.

Emil Stumpp: Bertolt Brecht, Lithografie, 1925 Foto: Stiftung Deutsches ZeitungsmuseumEmil Stumpp porträtierte als „rasender Zeichner“ zahlreiche Personen der Zeitgeschichte wie Käthe Kollwitz, Franklin D. Roosevelt oder Albert Einstein. Im Grafischen Kabinett sind nun einige dieser Zeichnungen zu erleben, was wörtlich zu verstehen ist: Emil Stumpp gelingt das Kunststück, in wenigen Kohlestrichen einen Hauch der Seele seines Gegenübers einzufangen. Mal kontrastreich und dunkel, mal zärtlich angedeutet wie bei Käthe Kollwitz. Besonders eindrucksvoll sein Selbstporträt, das einen ebenso scharf beobachtenden, wie einfühlsamen Menschen verrät. Sein Einsatz an der Front des Ersten Weltkrieges hatte Stumpp zu einem überzeugten Verteidiger von Frieden und Demokratie werden lassen. Schwerpunkt seines Schaffens waren deshalb Porträts von Pazifisten. Aber auch Gewalttäter brachte er zu Papier. Stumpps 1933 veröffentlichte Wiedergabe des Reichskanzlers Hitler ist tatsächlich zum Lachen und hatte ein Berufsverbot zur Folge.

Fortan musste er seine Familie mühsam mit anderweitigen Aufträgen über Wasser halten. Originalausgaben des Dortmunder Generalanzeigers, worin die Diktatorenkarikatur abgedruckt war, komplettieren die Ausstellung. Die linksliberal-pazifistische Zeitung wurde von der NSDAP gewaltsam übernommen, Redakteure enteignet. Emil Stumpp letztendlich starb verraten und entkräftet 1941 in NS-Haft. Die Kunstsammlungen Augsburg und die Stiftung Deutsches Zeitungsmuseum erinnern an diesen bemerkenswerten Menschen, den der Dichter Ernst Wiechert als einen „der wenigen Furchtlosen“ bezeichnete, „die wir in unserem Lande in den Zeiten der Furcht haben“.

„Der Pressezeichner Emil Stumpp – Pazifist & Chronist seiner Zeit“ Ausstellung im Grafischen Kabinett des Schaezlerpalais Maximilianstraße 46, 86150 Augsburg 21. Juli bis 12. November 2017, Di-So 10-17 Uhr Eintritt frei —- Zeichnung von Emil Stumpp: Bertolt Brecht, Lithografie, 1925 / Foto: Stiftung Deutsches Zeitungsmuseum



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