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Dauchers Puttenfiguren ziehen ins Maximilianmuseum um

Hans Dauchers Puttenfiguren werden von der Fuggerkapelle in St. Anna ins Maximilianmuseum verfrachtet. Die Putti gelten als Meisterwerke der deutschen Renaissanceskulptur.

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Welsche Kindlein - Repliken der Putti von Hans Daucher in der Fuggerkapelle, St. Anna, © Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen, Foto: Sabine Darius


Die zum national wertvollen Kulturgut zählenden Puttenfiguren aus der Fuggerkapelle in St. Anna beziehen ihre neue Heimat im Augsburger Maximilianmuseum. Zum Schutz und dauerhaften Erhalt der von Hans Daucher (1486–1538) geschaffenen, weltberühmten Figuren aus Kalkstein werden die Originale aus dem Eigentum der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen nun als Leihgabe an das Augsburger Maximilianmuseum übergeben. Die neue Präsentation wurde durch die Stadtsparkasse Augsburg sowie die Kurt und Felicitas Viermetz-Stiftung ermöglicht.

Die Übergabe der Putti an die Stadt Augsburg im Maximilianmuseum wird in Anwesenheit von I.E. Maria-Elisabeth Gräfin Thun-Fugger (Vorsitzende des Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Familienseniorats), Prof. Dr. Dietmar Schiersner (Wissenschaftlicher Leiter der Fugger-Archivs), Wolf-Dietrich Graf von Hundt (Administrator, Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungs-Administration), Thomas Weitzel (Kulturreferent der Stadt Augsburg), Dr. Christof Trepesch (Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg) und Dr. Christoph Emmendörffer (Leiter Maximilianmuseum) vollzogen. Ein größeres Medienaufgebot wird am kommenden Montag, den 17. Juli erwartet.

Nachdem 2001 bereits ein Putto aus der St. Anna-Kirche gestohlen wurde und die Putti, die im Eigentum der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen St. Anna-Stiftung sind, als Unikate mit ihrem hohen Wert auf der Brüstung der Fuggerkapelle in St. Anna nicht mehr adäquat versichert werden konnten, fanden Gespräche mit der Stadt Augsburg statt. Gemeinsames Ziel war es, den Verbleib der wertvollen Unikate in Augsburg zu sichern und die originalen Putten so weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, wie Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Kulturreferent Thomas Weitzel versichern.

Die Meisterwerke der deutschen Renaissanceskulptur zählen zu den hervorgehobenen Sehenswürdigkeiten. Die sechs pittoresken Puttenfiguren bekrönten schon seit dem 16. Jahrhundert die Brüstung der Fuggerkapelle in St. Anna. Um das beeindruckende Erscheinungsbild des Ensembles zu bewahren, veranlassten die Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen zudem die Aufstellung hochwertiger Repliken in der Fuggerkapelle, indem sie die Kosten in Höhe von 60.000 Euro trugen. Der intensive Prozess der komplizierten Reinigung, Abformung und Übergabe fand in enger Zusammenarbeit aller Beteiligten statt und ermöglicht nun der Öffentlichkeit die Besichtigung der Originale im Augsburger Maximilianmuseum.



Türenkunst zur Reformation

Der Augsburg Stadtrat beteiligt sich am Diakonie-Projekt „Türen öffnen. Gerechtigkeit leben“. Im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017 hatte die Diakonie zur gleichnamigen „Mitmach-Aktion“ aufgerufen.

„Tür der Stadträtinnen“ -  Stadträtinnen Jutta Fiener und Dr. Pia Haertinger, Künstlerin Claudia Geßner, Stadträtinnen Ingrid Fink und Beate Schabert-Zeidler sowie Ines Güther (Diakonie) und Christiane Lembert-Dobler vom Friedensbüro Augsburg (v.r.) - Foto: (c) Ruth Plössel, Stadt Augsburg

„Tür der Stadträtinnen“ - Stadträtinnen Jutta Fiener und Dr. Pia Haertinger, Künstlerin Claudia Geßner, Stadträtinnen Ingrid Fink und Beate Schabert-Zeidler sowie Ines Güther (Diakonie) und Christiane Lembert-Dobler vom Friedensbüro Augsburg (v.r.) - Foto: (c) Ruth Plössel, Stadt Augsburg


Bis Freitag, 21. Juli sind in der St. Anna-Kirche 27 Türen zur Ausstellung „Türen öffnen. Gerechtigkeit leben“ zu sehen. Die Exponate setzen sich mit dem Thema „Gerechtigkeit“ auseinander. Dabei sollten Menschen, die sich im Alltag für Gerechtigkeit einsetzen, eine Tür zu diesem Thema kreativ gestalten. Auch das Diakonische Werk in Augsburg beteiligte sich und lud 32 Gruppen aus der Region zur Mitarbeit ein – darunter auch den Augsburger Stadtrat.

In Kooperation mit dem Sozialreferat und dem Friedensbüro der Stadt setzten sich die Stadträtinnen Jutta Fiener, Ingrid Fink, Dr. Pia Haertinger, Beate Schabert-Zeidler und Gabriele Thoma in einem Workshop mit der Thematik auseinander. Dazu entwickelten sie im Kern den Gedanken, bei Problemen aktiv zu werden und genau aber auch immer wieder anders hinzusehen. Ihr Fazit lautet: Gerecht zu leben erfordert Mut, um Entscheidungen zu treffen und aufeinander zuzugehen. Die Künstlerin Claudia Geßner hat die „Tür der Stadträtinnen“ umgesetzt.



Gribl zum Vorsitzenden des Bayerischen Städtetags gewählt

In Rosenheim wurde heute Nachmittag Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) einstimmig von der Vollversammlung zum Vorsitzenden des Bayerischen Städtetags gewählt. Seit Juli 2014 war Kurt Gribl 1. stellvertretender Vorsitzender.

Kurt Gribl

Kurt Gribl


Der Fürther Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung wurde einstimmig von der Vollversammlung des Bayerischen Städtetags zum 1. stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. – Als 2. stellvertretender Vorsitzender wurde Erster Bürgermeister Josef Pellkofer aus Dingolfing einstimmig wieder gewählt; er amtiert seit 2014. Der formelle Amtswechsel im Vorsitz erfolgt nach dem Schlusswort zum Bayerischen Städtetag 2017 am morgigen Donnerstag.

Gribl vertritt als Vorsitzender des kommunalen Verbandes die Interessen von 280 Städten und Gemeinden gegenüber dem Landtag und der Staatsregierung. Er übernimmt das Amt turnusgemäß nach Ablauf der Amtszeit von Nürnbergs SPD-Oberbürgermeister Ulrich Maly, der das Amt sechs Jahre lang ausübte.


Benefizkonzert: Heimspiel für Diana Damrau

Mit Charme und Temperament singt sich Starsopranistin Diana Damrau gemeinsam mit ihrem Ehemann Nicolas Testé in die Herzen der jubelnden Augsburger

Diana Damrau ist dafür bekannt, unkompliziert und bodenständig zu sein. Die aus Günzburg stammende Star-Sopranistin ist natürlich auch in der Region sehr gefragt und deshalb ist es kein Wunder, dass das Benefizkonzert, das sie in Augsburg zugunsten der Eva Maria und Horst Köhler Stiftung zur Erforschung seltener Krankheiten gab, in drei Stunden ausverkauft war. Die Idee zu dem Konzert ist schon älter, bisher kam es jedoch nie zur Umsetzung. Nun konnte das Theater zum Abschluss der Saison – und auch der Intendanz – dem Publikum ein fulminantes Feuerwerk präzise und gut gelaunt vorgetragener Musikstücke präsentieren.

Zusammen mit ihrem Ehemann, dem Bassbariton Nicolas Testé und begleitet von den Augsburger Philharmonikern unter dem Dirigat von Pavel Baleff bot die Sopranistin ein ansprechendes Programm aus Instrumentalnummern und Arien. Integriert waren auch Chor und Extrachor des Theaters, die mit dem Zigeunerchor aus dem Troubadour auch eine „Solonummer“ erhielten. Der erste Teil beinhaltete Werke von Bellini, Meyerbeer und Jules Massenet. Besonders in der letzten Liedfolge aus Manon zeigte Diana Damrau auf hinreißende Weise ihren Charme, wenn sie über ihre Schönheit sinniert (Suis-je gentille ainsi?) oder eine Hymne auf Verdi, Ponchielli sowie die Zigeunergeige aus Kálmáns Gräfin Maritza singt – bis hin zu einem Liebesduett aus Gershwins Porgy and Bess, das sie gemeinsam mit ihrem Mann mit viel Bühnenpräsenz bis zum finalen Kuss mimte (Bess, you is my woman now). Nicolas Testé überzeugte mit einer warmen, klangvollen Stimme, wirkte jedoch neben dem Energiebündel Damrau doch etwas hölzern auf der Bühne.

Die Mitwirkenden hatten zugunsten der Köhler-Stiftung auf ihre Gage verzichtet, zusätzlich stellte Diana Damrau noch vier ihrer Bühnenroben für eine Versteigerung zugunsten der Kartei der Not zur Verfügung. Diese erfolgte in der dann doch sehr langen Pause durch die Theaterintendantin Juliane Votteler, die diesen Galaabend als Zuckerl zum Abschluss der Intendanz verbuchen konnte. Alles, was in der Augsburger Konzertszene Rang und Namen hat, war im Kongress am Park erschienen. Dazu noch Prominenz wie Eva Maria und Horst Köhler und Theo Weigl mit Gattin. Marie Luise Köhler ließ es sich nicht nehmen, ihre Stiftung mittels eines Films kurz vorzustellen. Ein wahrlich hinreißendes Geschenk an das Augsburger Konzertpublikum. Die spritzige und gut gelaunte Diana Damrau belohnte die Fans zum Abschluss mit „Il mio babbino caro“ als Zugabe.



Verwaltungsgericht stoppt Abschiebung von Ali Reza

Überraschend hat ein Richter des Verwaltungsgerichts Augsburg die Abschiebung des afghanischen Waldorfschülers Ali Rezas gestoppt.

Die zehnte Klasse und Ali Reza mit Klassenlehrer Werner Korschinsky.  Bildurheber: Angelika Lonnemann, Freie Waldorfschule Augsburg

Die zehnte Klasse und Ali Reza mit Klassenlehrer Werner Korschinsky Foto: Angelika Lonnemann/Freie Waldorfschule Augsburg


Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hatte den Asylantrag des 18-jährigen im Mai abgelehnt. Dagegen hatte Ali Reza Klage eingereicht. Die Hälfte der zehnten Klasse sowie der Klassenlehrer Werner Korschinsky hatten Ali Reza ins Gericht begleitet, um ihm bei der zu erwartenden Abweisung der Klage moralisch beizustehen.

„Wir alle hatten die Ablehnung erwartet. Sogar die Anwältin von Ali war nicht mit zur Verhandlung gegangen, weil sie geglaubt hatte, die Chance, dass Ali gewänne, läge bei Null Prozent“, berichtet Mitschülerin Sara Kunova. Nach der einstündigen Verhandlung sprach der Richter dann zur großen Überraschung aller Beteiligten einen Abschiebestopp aus. Alis Familie lebt schon seit 14 Jahren nicht mehr in Afghanistan, sondern im Iran. Wenn Ali nach Afghanistan abgeschoben würde, hätte er dort niemanden. In den Iran kann ein Afghane aus Deutschland nicht abgeschoben werden.

Die Klasse der Augsburger Waldorfschule hatte im Herbst 2016 zugestimmt, dass der damals 17-jährige afghanische Flüchtling in ihre Klasse kommen solle. „Ich finde es toll, welche Erfahrungen wir durch diese Geschichte machen konnten und wen wir alles kennengelernt haben. Wenn man sich für etwas einsetzt, dann kann man etwas bewegen. Wir haben es geschafft, dass seit dem 18. Mai 50.000 Menschen online bei „Change.org“ eine Petition für Ali unterschrieben haben. Die Medien sind auf uns aufmerksam geworden, der Bayerische Rundfunk war bei uns. Wir haben für die Prozesskosten von Ali Spenden gesammelt, da sind bisher knapp 2.000 Euro zusammengekommen“, so Mitschüler Lucas Hein. Das BAMF hat vier Wochen Zeit, gegen den Abschiebestopp Einspruch einzulegen. Rezas Anwältin erwartet, dass dies der Fall sein wird.

Dafür gibt es einen „Notfallplan“. Sollte tatsächlich die Abschiebung drohen, dann könnte Ali Reza in Augsburg eine Lehre zum Konditor machen, obwohl er andere Pläne hat. „Nur, wer eine Ausbildung macht, darf nicht abgeschoben werden. Für die schulische Ausbildung gilt das nicht“, so Klassenlehrer Werner Korschinsky, der den Kontakt zu einer Augsburger Bio-Bäckerei herstellte und eine Zusage für eine Konditorenlehre für den Fall der Fälle bekam.



Staats- und Stadtbibliothek erwirbt bedeutsamen Silbereinband

Die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg konnte auf einer Auktion einen bedeutsamen Augsburger Silbereinband des 18. Jahrhunderts erwerben.

Foto: Ursula Korber, Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Foto: Ursula Korber, Staats- und Stadtbibliothek Augsburg


Der Einband ergänzt die weltweit beachtete Einbandsammlung der Bibliothek um ein weiteres charakteristisches und wertvolles Stück. Auf den Schließen gestempelt mit der Augsburger Zirbelnuss ist der um 1720 datierbare Silbereinband wohl im Umfeld des Augsburger Gold- und Silberschmiedes Johann Andreas Thelott (1655–1734) entstanden. Der Einband umschließt – für Augsburger Silbereinbände der Barockzeit charakteristisch – ein 1720 in Ulm gedrucktes Gebetbuch.

Die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg geht auf die 1537 gegründete Augsburger Stadtbibliothek zurück und ist die regionale Staatliche Bibliothek für Bayerisch-Schwaben. Sie gehört zu den bedeutenden spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Sammlungen Deutschlands und besitzt als regional orientierte Forschungsbibliothek für die frühere Reichsstadt Augsburg, Bayerisch-Schwaben und die Wissensgeschichte der Frühen Neuzeit mehr als 550.000 Bände (davon wurden 120.000 vor 1800 gedruckt), rund 3.700 Handschriften, 18.000 grafische Blätter und eine umfangreiche Sammlung zu Bertolt Brecht. Der Bestand wird laufend ergänzt mit Erwerbungen von Alten Drucken, Sammlungen und Nachlässen aus und zu Bayerisch-Schwaben. Die Bibliothek archiviert als einzige Institution Bayerisch-Schwabens per Gesetz Amtsdruckschriften sowie sämtliche Publikationen der Region.



Parktheater: Bayerische Kammerphilharmonie präsentiert Filmmusik-Kompositionen

Die Bayerische Kammerphilharmonie lädt zum Saisonabschluss 2016/2017 zu einem Konzert ein, das sich berühmten Filmmusik-Kompositionen widmet.

Unter dem Titel „un-er-hört: filmreif“ präsentieren die Musiker der Bayerischen Kammerphilharmonie am Freitag, 14. Juli um 20 Uhr im Parktheater im Kurhaus Göggingen ein Konzertprogramm im Spannungsfeld von Musik, die ausdrücklich als Filmmusik komponiert wurde und Kompositionen, die durch ihre Verwendung in Filmklassikern populär wurden.

Konzertmeisterin an diesem Abend ist Marie Radauer-Plank. Moderiert wird der Abend von Erdmute Schruhl. – Mit Erich Wolfgang Korngold und Nino Rota werden zwei Legenden unter den Filmmusik-Komponisten des 20. Jahrhunderts vorgestellt. Daneben erklingen unter anderem Gustav Mahlers „Adagietto“ aus der 5. Sinfonie, durch Viscontis „Tod in Venedig“ verewigt, Astor Piazollas „Libertango“ mit seinen schroffen Klängen aus „Frantic“ und Samuel Barbers „Adagio for strings“, das sowohl Chaplins „Der große Diktator“ als auch dem Antikriegsfilm „Platoon“ als Botschafter diente.



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