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FCA verpflichtet Gregoritsch und Cordova

Der FC Augsburg hat vor der Abreise am Mittwoch ins Trainingslager in Mals im Obervinschgau (Südtirol) noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und zwei Offensivspieler verpflichtet.

Vom Liga-Konkurrenten Hamburger SV wechselt der 23-jährige Österreicher Michael Gregoritsch nach Augsburg. Außerdem kommt der 19-jährige Venezolaner Sergio Cordova von Caracas FC zum FCA. Beide erhalten jeweils Fünf-Jahres-Verträge bis zum 30. Juni 2022. Über die Ablöse- beziehungsweise Ausbildungsmodalitäten hat der FCA mit den abgebenden Vereinen Stillschweigen vereinbart. Die Bildzeitung meldet allerdings eine Zahl: 5 Millionen Euro soll der FCA an den HSV für Gregoritsch überwiesen haben.

„Michael Gregoritsch ist ein junger, torgefährlicher Spieler, der bereits über Erfahrungen in der Bundesliga verfügt und in der Offensive variabel einsetzbar ist“, sieht Stefan Reuter, Geschäftsführer Sport des FCA, viele Vorzüge des österreichischen A-Nationalspielers. „Wir freuen uns, dass er sich für den FCA entschieden hat.“ „Ich habe das Gefühl, dass der FCA genau der richtige Verein für meine weitere Entwicklung ist“, begründet Michael Gregoritsch den Schritt nach Augsburg. „Hier passt für mich alles. Daher habe ich mich auch langfristig gebunden und möchte die tolle Entwicklung des FCA in den nächsten Jahren gemeinsam mit dem Team weiterführen.“ Für den Hamburger SV erzielte Gregoritsch, der beim FCA die Rückennummer 11 tragen wird, in 55 Bundesligaspielen zehn Treffer.

„Mit Sergio Cordova konnten wir ein junges Talent für den FCA gewinnen, das bei der U20-WM zuletzt seine Qualitäten deutlich gezeigt hat. Wir sind überzeugt, dass er sich in der Bundesliga durchsetzen kann und werden ihm daher die nötige Zeit für die Eingewöhnung und Entwicklung geben“, sagt Stefan Reuter über den Junioren-Nationalspieler Venezuelas, der bei der U20-WM vier Treffer für sein Team erzielte. „Die Bundesliga ist eine große Herausforderung für mich und ich bin dem Verein sehr dankbar, dass er mir das Vertrauen schenkt und die Möglichkeit gibt, diesen Schritt zu machen. Ich möchte mich hier schnell einleben und weiterentwickeln, um dem Team zu helfen, seine Ziele zu erreichen“, so Sergio Cordova nach der Vertragsunterschrift. Cordova erhält die Rückennummer 21.



„A jump to the left, and then a step to the right“ – Zeitsprung mit Mitmach-Knigge

Die Freilichtbühne lockt zum Abschluss der Spielzeit mit der „Rocky Horror Show“, dem Kult-Musical aus den Siebzigern, das Generationen seither im Kino gesehen haben. Klamauk und gute Laune garantiert.

Von Halrun Reinholz

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Rocky Horror Picture Show auf der Freilichtbühne. Foto: (c) Nik Schölzel


Einem bekannten Kinofilm Konkurrenz zu machen ist eine Herausforderung für einen Bühnenregisseur. Und die „Rocky Horror Picture Show“ ist seit den 70er Jahren der Kult-Film schlechthin gewesen: Frivol, politisch unkorrekt (wen interessierte sowas damals schon?), und frei von jedem Tiefsinn. Dass das Stück dennoch (und immer noch) gut ankommt beim Publikum, liegt an der Musik und an der guten Laune, die es trotz des bizarren Inhalts verbreitet.

Grund genug für den Regisseur Christian Brey, es auf die Augsburger Freilichtbühne zu bringen. Nicht als Kopie des Films, sondern als Mitmach-Klamauk mit gelegentlichen lokalen Anspielungen, der auf der opulenten Freilichtbühne bestens zur Geltung kommt. Das spießige Pärchen Brad und Jenny (Marlene Hoffmann und Sebastian Baumgart) gerät in einer Gewitternacht aufgrund einer Autopanne in die skurrile Welt des Transvestiten Frank`n Furter (Andreas Köhler) und seiner Konsorten vom Planeten „Transylvania“. Dieser hat sich einen Menschen geschaffen, Rocky (Tom Dewulf), der an diesem Abend vorgeführt und gefeiert werden soll. Soweit die dürre Handlung, die jedoch mit Ohrwürmern und Mitmach-Handlungen garniert ist, wie sie beim gleichnamigen Kinofilm sozusagen Pflicht sind.

Mitmachklamauk mit lokalen Anspielungen

Doch wird deren ungehemmter Einsatz vorsorglich kanalisiert: Kein Reis oder sonstige Lebensmittel (Toastbrot) sollen auf die Bühne geworfen werden. Stattdessen darf sich der Gast für 4 Euro ein „Mitmachpaket“ kaufen und anhand eines beigefügten Mitmach-Knigges geordnet enthemmt sein. Ein Spaß ist das allemal, auch wenn das Augsburger Publikum der ausdrücklichen Aufforderung zur Verkleidung zumindest bei der Premiere kaum sichtbar folgte. Wichtiger schien die Ausstattung mit den üblichen Freilichtbühnen-Utensilien wie Regencapes und Sitzkissen. Zu Recht, wie sich herausstellte, denn trotz strahlenden Sonnenscheins zu Vorstellungsbeginn schlich sich doch tatsächlich ein Schauer pünktlich zur Pause heran. Danach wurde weiter gespielt. Let`s do the time warp again.

Das Bühnenbild nutzte die Freilichtbühne geschickt mit einer großen Roten Treppe und einem dominanten roten Mund an deren oberem Ende. So wurde der Auftritt der Darsteller zu einem Balance-Akt im wahrsten Sinne des Wortes, was mit Strapsen, Netzstrümpfen und Plateau-Schuhen mit Überhöhe eine wahre Herausforderung gewesen sein muss. Doch die Transsylvanier Riff-Raff (Andy Kuntz), Columbia (Peti van der Velde), Magenta (Kira Pimke) und natürlich Hauptstar Frank`n Furter („I`m just a sweet Transvestite“ – Andreas Köhler) stöckelten nicht nur gekonnt treppauf und treppab, sondern überzeugten auch durch ihren Gesang. Im Kontrast dazu Brad und Janet, die frisch verlobt und ordentlich gekleidet mit der Isetta in dieses Paradiesvogel-Land kommen und ihre Hemmungen bis hin zu Janets Stepp-Tanz ebenso schnell ablegen wie die züchtige Bekleidung. Die Figur des Dr. Scott – der dozierende Schlaumeier, dessen Kommentare man laut Mitmach-Knigge mit dem Zuruf „boring“ quittiert – hat Regisseur Brey mit Sebastian Arranz und einer lebensgroßen Puppe besetzt. Der gelernte Puppenspieler Arranz vereint diese Fertigkeit mit seinem komödiantischen Talent, was die Figur nicht nur beim Rock`n Roll im Rollstuhl sehr plastisch erscheinen lässt. Der hirnlose Homunkulus Rocky (Tom Dewulf) und der derbe Rocker Eddie (Matthias Kern, der natürlich stilvoll auf der Harley einfährt) vollenden das Panoptikum der Darsteller. Temporeich abgerundet wird das Bühnenspektakel von dem Ballettensemble des Theaters und von den „Phantoms“, dem „externen Chor“, der extra für die Produktion zusammengestellt worden war. Musikalisch hatte Tim Allhoff mit seiner Band alles unter Kontrolle – im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Musiker saßen in einer Art Wolkenkuckucksheim am oberen Ende der Treppe.

Begeisterung beim Premierenpublikum

Trotz gelegentlicher Längen im zweiten Teil begeisterter Applaus vom Premierenpublikum, das seine Mitmach-Utensilien ordnungsgemäß nach Anweisung verwendet hatte. Kein einziges Feuerzeug bei „There`s a light“, die Knicklichter wurden wie verordnet für das Schlusslied „I`m going home“ aufgespart. Ohne Murren. Ohne die Aufmüpfigkeit der Siebziger. Anderer Zeitgeist. Spaß hatte das Publikum offenbar trotzdem. Und die weiteren Vorstellungen sind angeblich so gut verkauft wie schon lange nicht mehr. Da kann man nur noch die Ratsche zücken und auf einen gnädigen Wettergott hoffen. „For the late night, double feature picture show!“



Stadttheater: Kartenvorverkauf beginnt heute

Das Theater Augsburg startet unter der Intendanz André Bücker in die erste Spielzeit 2017/18. Der Kartenvorverkauf beginnt für die kommende Saison – auch das ist neu – bereits vor der Sommerpause, nämlich am heutigen Dienstag, den 4. Juli.

Karten für die Vorstellungen in der neuen Location im martini-Park und alle weiteren Aufführungen in den bekannten Spielstätten wie der brechtbühne und dem hoffmannkeller können ab Dienstag, 4. Juli 2017 ab 9 Uhr erworben werden. Dazu zählen auch Karten für Veranstaltungen und Konzerte an den Weihnachtsfeiertagen sowie an Silvester und Neujahr. Auch Tickets für die Vorstellungen des Fugger-Musicals »Herz aus Gold« im Sommer 2018 auf der Freilichtbühne am Roten Tor sind ab diesem Zeitpunkt erhältlich.

Der Vorverkauf für die »Internationale Ballett- und Tanzgala 2018« startet am 11. November 2017 um 10 Uhr. »Premierenabo total«- und Ballettabonnenten haben für die Gala bis einschließlich 28. Oktober 2017 ein Vorzeichnungsrecht. Karten sind beim Besucherservice des Theater Augsburg und allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie online unter www.theater-augsburg.de erhältlich.



Wagnis der Erinnerung: Memory Off Switch

Mit „Memory Off Switch“ von der Bluespots Produktions unternimmt die Stadt einen ersten Versuch der Erinnerung an ein Verbrechen, das bisher verdrängt wurde. Es handelt sich um einen mutigen Versuch : „Ein Audio-Walk zum Erinnern“.

„Sei ein Auxburger und kenne deine Geschichte!“, so umreißt das Theaterensemble Bluespots Productions sein neues Konzept („Memory Off Switch – Der Audio-Walk“), das am 30.07.2017 an ein fast vergessenes Kapitel unserer Stadt erinnern soll. „In Augsburg gab es mehrere Außenlager des KZ Dachau, aber kaum jemand kennt ihre Geschichten. Der Audio-Walk startet um 15 Uhr an der Halle 116 im Sheridan-Park und endet bei den ehemaligen Messerschmitt-Werken in Haunstetten, wo die KZ-Häftlinge als Zwangsarbeiter eingesetzt waren. So geht das Publikum diese lange Strecke nach, die die Häftlinge fast täglich zurücklegen mussten.“ So stellen die Veranstalter ihr Projekt vor, das im Rahmen des Kulturprogramms des Augsburger Hohen Friedensfestes stattfindet.
Bluespots Productions gestaltet den Gang gemeinsam mit dem Künstlerinnen-Kollektiv „hannsjana“ aus Berlin und dem Kulturhaus abraxas. Die Akteure haben Musik und Texte geschrieben sowie Zeitzeugenberichte aufgearbeitet, die das Publikum während des Weges über Kopfhörer erleben wird. Der Eintritt ist frei. Mitbringen sollte man, wenn möglich, das eigene Smartphone oder einen mp3 Player, Kopfhörer, bequeme Schuhe und Wasser. Im Anschluss an den Audio-Walk ist die Audio-Datei unter bit.ly/memoryoffswitch dauerhaft verfügbar.


Sommernächte: Stadt und CIA ziehen positive Bilanz

Wie nicht anders zu erwarten war, zogen gestern der Veranstalter der Augsburger Sommernächte, die City Initiative Augsburg (CIA), eine positive Bilanz der dreitägigen Veranstaltung. Die Stadt Augsburg schloss sich dem positiven Fazit an.

„Durch unsere monatelange Planungsphase und Anpassungen waren wir bereit für zahlreiche Besucher aus Augsburg und dem Umland“, erklärt Heinz Stinglwagner, Geschäftsführer der CIA. Das Platzkonzept und die Entzerrung über eine noch größere Festzone sei voll aufgegangen, reüssierte Stinglwagner. Auch die Einsatzkräfte seien mit dem Verlauf der Sommernächte zufrieden gewesen. „Es gab keine größeren Zwischenfälle. Die Sanitäter waren im erwarteten Umfang im Einsatz, welche meist durch Verstauchungen oder kleinerer Blessuren bedingt waren.“

„Es war ein wirklich tolles Augsburger Innenstadtfest. Herzlichen Dank an unser wunderbares Publikum. Auch den Standbetreibern, Sponsoren, Sanitätern, der Polizei, der Feuerwehr, dem Sicherheitsdienst, dem Ordnungsdienst und dem ACO e.V. gilt unser Dank“, so Stinglwagner weiter.

Für die Stadt Augsburg fiel das Fazit ähnlich aus: „Die verschiedenen Bühnen-Programme und Aktionsflächen wurden sehr gut angenommen und auch die teilnehmende Gastronomie hat ein positives Feedback gegeben“, sagt Bürgermeisterin Eva Weber. Egal ob klassische Musik, Travestie, Streetart, Tanzvorführugen, Blasmusik, Orgel und Choraufführungen, Jazz oder DJ Sound, jeder fand seinen Platz auf den Augsburger Sommernächten. „Als Metropole im Regierungsbezirk Schwaben ist es ohne Frage wichtig, dass Augsburg ein Stadtfest anbietet“, so Weber weiter. „Gerade die Urbanität der Sommernächte macht den Charme des dreitägigen Festes aus.“

—— Foto:  Ruth Plössel/Stadt Augsburg



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