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Mozartfest: Deutsch-französisches Jazz-Gipfeltreffen im Glaspalast

In der seltenen Kombination der beiden mehrstimmigen Instrumente Klavier und Akkordeon waren am Samstagabend im Rahmen des Augsburger Mozartfestes 2017 Michael Wollny & Vincent Peirani im H2-Zentrum für Gegenwartskunst zu Gast.

Von Andrea Huber

Mozartfest 2017: Jazz-Duo Michael Wollny & Vincent Peirani. Foto (c) DAZ

Mozartfest 2017: Jazz-Duo Michael Wollny & Vincent Peirani. Foto (c) DAZ


Nicht nur als Duo sind die beiden mehrfachen Echopreisträger auf ihrem Gebiet auf höchstem Niveau überzeugend. Aber gerade in ihrem innigen Zusammenspiel ergänzen sich die Virtuosen auf grandiose Weise und versetzten am Samstagabend das Publikum im Glaspalast in einen wunderbaren Zustand des musikalischen Hochgenusses. Als „ungewöhnlich“ beschrieb Pianist Michael Wollny deren Auftritt in Augsburg: Noch nie haben sie auf einem Mozartfest gespielt, zweitens habe sie der besondere Konzertraum des Glaspalastes begeistert und schließlich drittens gehöre selbst für Jazzmusiker die späte Uhrzeit (Beginn 22.30 Uhr) eines Konzertauftritts nicht zur Routine.

Im H2-Zentrum für Gegenwartskunst, dessen weiträumige Akustik sich auch Dank des mitgereisten Pariser Tonmeisters zu einem brillanten wie funkelnden Konzertraum entwickelte, gaben sie die Stücke ihres ersten Duo-Albums „Tandem“ zum Besten. Sie vereinen darin sowohl eigene Kompositionen als auch Coverversionen verschiedenster Genres – von Samuel Barbers „Adagio for Strings“ bis „Hunter“ von Björk – unter dem Überbegriff des Jazz. Nach allen Seiten offen fließen Klassik, Jazz, Rock & Pop, Minimal Music, Indie und Neue Musik in ihre Stücke mit ein und betreten damit Neuland: Ihr Miteinander in ihrer eigenen Improvisationssprache entzieht sich jeder Kategorisierung.

Michael Wollny wird nicht ohne Grund als bedeutendster Jazzpianist unserer Zeit gehandelt. Seine virtuose Technik und sein Ideenreichtum – percussiv-rhythmisch, vertrackte Läufe und doch mit zartem Gespür für das Lyrische bis hin zum buchstäblichen Saitenstreicheln – machen ihn zum Jazzpianisten, dem von der Fachjournaille das Attribut „weltklasse“ nicht selten ans Revers geheftet wird. Der französische Akkordeonist, Sänger und Komponist Vinvent Peirani steht ihm mit seiner erstaunlichen Klangvielfalt und seinem lebendigem Spiel voller Empfindsamkeit auf Knopfakkordeon, Accordina und im Gesang in nichts nach.

Und so war es nicht verwunderlich, dass den beiden Musikern der Extraklasse im H2 mit ihrer unbändigen Spielfreude ein präziser und intensiver instrumentaler Dialog gelang, der das Publikum für einhundert kurze Minuten verzauberte.

Stehender und langanhaltender Applaus.



FCA: Happy-End in Hoffenheim

Mit einem torlosen Unentschieden gegen die TSG Hoffenheim schaffte der FCA am letzten Spieltag in der mit 30.150 Zuschauern ausverkauften WIRSOL Rhein-Neckar-Arena den Klassenerhalt aus eigener Kraft und beendete seine sechste Bundesligasaison als Tabellendreizehnter. Beim hoch favorisierten Tabellenvierten im Kraichgau, der die letzten sieben Heimspiele gewonnen hatte, war bislang lediglich der VfL Wolfsburg ohne Gegentor vom Platz gegangen – am dritten Spieltag ebenfalls mit einem 0:0 Unentschieden. Wolfsburg steht nun nach der Last-Minute-Niederlage in Hamburg der schwere Weg in die Relegation bevor.

Von Udo Legner

Trainer Manuel Baum setzte bei diesem Doppelfinale zum dritten Mal auf die Formel „never change a winning team“ und ließ dieselbe Mannschaft auflaufen, die im letzten Heimspiel Borussia Dortmund ein 1:1 Unentschieden abgetrotzt hatte. Dass es bei dieser Partie für beide Teams um eine Menge ging, spürte man an der aufgeladenen Atmosphäre im Stadion, die von den 3000 mitgereisten FCA-Fans dominiert wurde. TSG-Trainer Julian Nagelsmann hatte folgende Marschroute für das Fernduell um die direkte Qualifikation für die Champions League vorgegeben: „Wir wollen unsere Hausaufgaben machen und drei Punkte holen, dann schauen wir mal nach Dortmund.“ Mit einem 3-1-4-2 System und mit Rückkehrer Sandro Wagner war die Mannschaft offensiv ausgerichtet und machte in den neuen blauen Heimtrikots gleich zu Beginn mächtig Druck. Schon in der 2. Minute zwang Sandro Wagner FCA-Keeper Andreas Luthe, der erneut Marwin Hitz ersetzen musste, mit einem Distanzschuss aus 17 Metern zu einer ersten Parade. Auf der Gegenseite setzte Halil Altintop mit einem Volleyschuss (6. Min.) ein zartes Ausrufezeichen.

Zuversicht durch Zwischenstände in Dortmund und Hamburg

Der Jubel, der kurz darauf entbrannte (11. Min.), galt weder den spärlichen Offensivbemühungen der Augsburger noch den recht holprigen Ballstafetten der Hoffenheimer, sondern der Anzeige an der Stadiontafel. Werder Bremen war soeben in Dortmund in Führung gegangen, weshalb die Tür zur Champions League für die Hausherren weit offen stand. Gegen die gut gestaffelte Viererkette der Augsburger taten sich die Hoffenheimer weiterhin schwer, zumal sie ihre Angriffe immer wieder durch die Mitte vortrugen. Trotz der deutlich größeren Spielanteile – 66 Prozent Ballbesitz –  konnte die Nagelsmann-Truppe nur wenig Torgefahr erzeugen. Als schließlich in der 26. Minute die Meldung von der Wolfsburger Führung in Hamburg durchsickerte, wurde auch die Zuversicht auf einen erfolgreichen Saisonabschluss unter den FCA-Fans immer größer, dass es mit dem Klassenerhalt klappen könnte.

Dämpfer durch Ausgleichs- und Führungstreffer in den Fernduellen

In der 33. Minute war es mit der Euphorie im Stadionrund erst einmal vorbei: Hamburg und Dortmund hatten ausgeglichen, wodurch Hoffenheim wieder auf den vierten Tabellenplatz abrutschte und der FCA bangen musste, bei einer Niederlage auf dem Relegationsplatz zu landen. Auch wenn die TSG gegen Ende der ersten Halbzeit immer häufiger vor das Augsburger Tor kam, waren echte Torchancen Mangelware. Höhepunkt vor Halbzeitpfiff: die Meldung vom neuen Spielstand in Dortmund, wo der BVB in der 42. Minute mit 2:1 in Führung ging.

Fazit zur Halbzeit: Ein gerechtes Unentschieden dank einer soliden Abwehrleistung des FCA, dem in der Offensive nur wenig gelingen wollte.

Die zweite Hälfte begann wieder mit einer TSG-Chance durch Sandro Wagner (46. Min.), dessen Schuss knapp über das Augsburger Tor strich. Neue Zuversicht kehrte bei den Hoffenheimer Anhängern ein, als sie vom 2:2 Ausgleichstreffer der Bremer erfuhren (49. Min).

Ballbesitz schießt keine Tore

Die zweite Halbzeit bezog ihre Dramatik mehr vom Spielverlauf in Dortmund und Hamburg als von den Aktionen auf dem Spielfeld. Nach dem Ausgleichstreffer der Bremer in Dortmund zum 2:2 (49. Min.)  hatte es kurz den Anschein, als würde dies die Hoffenheimer beflügeln. Ihre Dominanz wurde immer erdrückender und es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, wann sie in Führung gehen würden. In der 52. Minute kam für den angeschlagenen Konstantinos Stafylidis Caiuby ins Spiel, was zur Folge hatte, dass sich Philipp Max in die Abwehrreihe zurückzog.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 32 26-03-03 88:23 (+65) 81
2.FC Schalke 04 32 16-09-07 50:36 (+14) 57
3.Borussia Dortmund 31 15-09-07 61:41 (+20) 54
4.1899 Hoffenheim 32 14-10-08 63:45 (+18) 52
5.Bayer 04 Leverkusen 32 14-09-09 55:42 (+13) 51
6.RB Leipzig 31 13-08-10 47:47 (0) 47
7.Eintracht Frankfurt 32 13-07-12 42:44 (-2) 46
8.VfB Stuttgart 32 13-06-13 30:35 (-5) 45
9.Borussia Mönchengladbach 32 12-08-12 43:49 (-6) 44
10.Hertha BSC 32 10-13-09 40:37 (+3) 43
11.FC Augsburg 32 10-11-11 42:42 (0) 41
12.Werder Bremen 31 09-10-12 34:38 (-4) 37
13.Hannover 96 32 09-09-14 39:50 (-11) 36
14.SC Freiburg 32 07-12-13 29:53 (-24) 33
15.VfL Wolfsburg 32 05-15-12 31:43 (-12) 30
16.1. FSV Mainz 05 31 07-09-15 32:49 (-17) 30
17.Hamburger SV 32 07-07-18 27:49 (-22) 28
18.1. FC Köln 32 05-07-20 33:63 (-30) 22
Sei es, dass die Glücksgöttin Fortuna dem FCA kein weiteres Ungemach bereiten wollte, sei es dass sich die Nagelsmann-Truppe nach der zwischenzeitlichen 3:2 Führung der Bremer schon in der Champions League wähnte, es blieb bis zum Abpfiff der Partie bei zwei Pfostenschüssen durch Karamic (69.) und Amiri (80. Min.). In der 87. Minute brannte es ein letztes Mal lichterloh im Augsburger Strafraum, doch Martin Hinteregger klärte für den bereits geschlagenen Andreas Luthe per Kopf spektakulär auf der Linie.

Dank des hart erkämpften Unentschiedens kletterte der FCA trotz des späten 2:1 Siegtreffers des HSV auf den 13. Tabellenplatz, während die Kraichgauer als Tabellenvierter zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Qualifikation zur Königsklasse erreichten. Die FCA-Spieler bedankten sich mit dem Aufrollen des Banners „Augsburg feiert zusammen“ bei den überglücklichen Fans für den großen Zusammenhalt im großartigen Saison-Schlussspurt, der den Klassenerhalt sicherte.

Nach diesem Happy-End in Hoffenheim geht der FCA mit Stolz und Zuversicht ins „verflixte siebte Jahr“ Bundesliga.



Bundesliga: FCA hält die Klasse

Am letzten Spieltag der Fußballbundesliga trennten sich die TSG Hoffenheim und der FC Augsburg 0:0. Obwohl der FCA vor 30.150 Zuschauern in Sinsheim solide verteidigte, ist das Unentschieden für die Augsburger ein wenig schmeichelhaft.

FCA-Trainer Manuel Baum schenkte der gleichen Elf, die in der Vorwoche im Heimspiel gegen Dortmund zu überzeugen wusste, sein Vertrauen. Bobadilla blieb auf der Bank und Hitz war noch nicht fit genug. Beide Mannschaften begannen verhalten, doch im Laufe des Spiels entwickelte die TSG deutlich mehr Druck auf den gegnerischen Kasten als die Gäste, die erneut mit einer schwachen Angriffsleistung so manchen Seufzer bei den 3000 mitgereisten FCA-Fans erzeugten. Hoffenheim zeigte sich nach vorne zwar druckvoll und gefährlich, doch im Abschluss waren die Sinsheimer zu unpräzise. Die Sinsheimer scheiterten entweder an FCA-Keeper Luthe oder an ihrer Abschlussschwäche.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 34 27-03-04 92:28 (+64) 84
2.FC Schalke 04 34 18-09-07 53:37 (+16) 63
3.1899 Hoffenheim 34 15-10-09 66:48 (+18) 55
4.Borussia Dortmund 34 15-10-09 64:47 (+17) 55
5.Bayer 04 Leverkusen 34 15-10-09 58:44 (+14) 55
6.RB Leipzig 34 15-08-11 57:53 (+4) 53
7.VfB Stuttgart 34 15-06-13 36:36 (0) 51
8.Eintracht Frankfurt 34 14-07-13 45:45 (0) 49
9.Borussia Mönchengladbach 34 13-08-13 47:52 (-5) 47
10.Hertha BSC 34 10-13-11 43:46 (-3) 43
11.Werder Bremen 34 10-12-12 37:40 (-3) 42
12.FC Augsburg 34 10-11-13 43:46 (-3) 41
13.Hannover 96 34 10-09-15 44:54 (-10) 39
14.1. FSV Mainz 05 34 09-09-16 38:52 (-14) 36
15.SC Freiburg 34 08-12-14 32:56 (-24) 36
16.VfL Wolfsburg 34 06-15-13 36:48 (-12) 33
17.Hamburger SV 34 08-07-19 29:53 (-24) 31
18.1. FC Köln 34 05-07-22 35:70 (-35) 22
Dem FCA boten sich zwar über lange Bälle immer wieder Kontergelegenheiten, die aber von Finnbogason und Altintop vertändelt – oder zu fahrig zu Ende gespielt wurden. Das Spiel lebte von seiner Spannung, doch die beiden Referenzpartien in Hamburg und Dortmund sollten Ergebnisse erzielen, die die Bedeutung des Hoffenheim-Spiels schmälerten. Nach dem Schlusspfiff ließen sich die FCA-Spieler vom mitgereisten Anhang feiern. Die beiden Relegationsspiele muss nun Wolfsburg (wohl gegen Braunschweig) bestreiten. Der FCA belegt in der Abschlusstabelle den 13. Platz.



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