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Messe: Schley bestätigt fristlose Kündigung

Tobias Schley bestätigte gegenüber der DAZ die Medienberichte bezüglich seiner Kündigung bei der städtischen Messe-Gesellschaft.

“Es ist zutreffend, was in der Augsburger Allgemeinen online stehe”, so Schley zur DAZ auf Anfrage. Für den ehemaligen CSU-Stadtrat kam die Entlassung, die seitens der Messe nicht begründet wurde, “völlig überraschend”. Er musste Schlüssel für Büro und Dienstwagen abgeben und bekam ein Hausverbot ausgesprochen. Weder von Schley noch von der Stadt wurden weitere Auskünfte erteilt. Schley betonte lediglich, dass er keine Ahnung bezüglich des Kündigungsgrundes habe. Er habe keine silbernen Löffel gestohlen oder sich etwas zu Schulden kommen lassen, so Schley, der ankündigte, dass er gegen die fristlose Kündigung Rechtsmittel einlegen werde.

Foto: Tobias Schley (privat)



Baumschutz: Grüne und ÖDP wollen Verschärfung der Baumschutzverordnung und „Schwarze Liste“

Seit die Stadt Augsburg einen Grünen Umweltreferenten hat, sind überproportional Bäume gefällt worden – einige davon aus Unkenntnis der Baufirmen. Deshalb soll nun die Stadt ihre Möglichkeiten gegen “Baumfrevel” besser ausschöpfen.

Der Baumschutz soll nun verschärft werden. Das hat die Grüne Stadtratsfraktion durch zwei Anträge unterfüttert. „Die jüngsten Baumfällungen am Bahnhofsvorplatz und in der Holbeinstraße haben aus unserer Sicht gezeigt, dass die Stadt neben der Sensibilisierung der Baufirmen auch auf spürbare Sanktionen und mehr Informationspflicht setzen muss. Wir haben daher beantragt, die Baumschutzverordnung der Stadt spürbar zu verschärfen und zusätzlich eine „Schwarze Liste“ von Firmen anzulegen, die Bäume im Rahmen von Baumaßnahmen irreparabel beschädigt haben.” So die Grüne Fraktionschefin Martina Wild in einer Presseerklärung der Grünen Stadtratsfraktion.

Martina Wild

Martina Wild


Die Grünen haben beantragt, dass Bäume, die durch Beschädigungen gefällt werden und illegal gefällte Bäume an der exakt gleichen Stelle wieder neu gepflanzt werden müssen. Außerdem sollen Antragssteller von Baumfällungen verpflichtet werden, über die bevorstehende Fällung am Baum selbst und im Umfeld zu informieren. –  Aus Sicht der Grünen Fraktion sind diese beiden Schritte notwendig, um ein Zeichen zu setzen und für die Bürger sichtbare und greifbare Konsequenzen für Baumfrevler durchzusetzen.

So sieht das auch der Grüne Stadtrat Christian Moravcik: „In den letzten Monaten konnte man den Eindruck gewinnen, dass das Beschädigen und Fällen von geschützten Bäumen ein Kavaliersdelikt ist und sich die Stadt quasi alles gefallen lässt. Dies regt die Bürgerschaft zu Recht auf. Wir wollen spürbare Konsequenzen für die Verursacher solcher fahrlässiger Baumschädigungen. Wer negativ auffällt, sollte daher aus unserer Sicht für 5 Jahre von neuen Aufträgen durch die Stadt und deren Beteiligungsunternehmen gesperrt sein. Diese Empfehlung wollen wir auch privaten Bauträgern nahelegen und dazu in der Bauberatung eine Liste mit nicht zu empfehlenden Unternehmen aushändigen.”

Durch die Verschärfung der Verordnung wollen die Grünen das Kalkül im Ansatz tilgen, dass Bauherren sich eines „störenden“ geschützten Baumes im möglichen Baufeld durch gezielte Beschädigung entledigen. Für die Bürgerschaft, Bauherren und Auftraggeber müsse klar sein, so Moravcik, dass diejenigen, die geschützte Bäume beschädigen oder fällen, an der gleichen Stelle neu pflanzen müssen und nicht wie bisher irgendwo im Umfeld.

Neben der Informationspflicht will die Grüne Fraktion auch, dass Fällungen auf öffentlichem Grund zukünftig genehmigt werden müssen und das Amt für Grünordnung (AGNF) im Zweifel auch einen Baustopp erlassen kann.

Christian Pettinger

Christian Pettinger


Ins gleiche Horn bläst auch der einzige Stadtrat der Augsburger ÖDP, Christian Pettinger, der sich ebenfalls für ein Schwarzbuch ins Zeug legt: “Ich fordere die Einführung eines Schwarzbuches für Baumfrevler: Firmen, denen eine (Mit-)Schuld bei der Schädigung von Stadtbäumen nachgewiesen werden kann, haben damit ja zur Genüge bewiesen, dass sie fachlich nicht ausreichend qualifiziert sind, um im städtischen Umfeld Bauarbeiten durchzuführen. Sie werden deshalb zukünftig in einem Schwarzbuch für Baumfrevler – je nach Schwere des Falls – über mehrere Jahre hinweg gelistet.” Damit könne man verhindern, so Pettinger, dass die im Schwarzbuch aufgeführten Firmen weitere Aufträge bekommen. “Ungeeignete Firmen muss schließlich auch eine Kommune nicht beschäftigen, auch wenn diese Firmen möglicherweise das billigste Angebot machen sollten.”



Städtepartnerschaft Augsburg-Bourges: 50 Jahre gelebte EU

Seit 50 Jahren pflegen die Städte Augsburg und Bourges ein Verhältnis, das weit über die Lippenbekenntnisse einer gelebten Europäischen Union hinausreicht.

Von Udo Legner

Zwei Bürgermeister dem Himmel so nah

Zwei Bürgermeister dem Himmel so nah


Der Abschluss der Europa-Woche stand ganz im Zeichen der Partnerschaft zwischen Augsburg und Bourges. Feierlich wehten die Tricolore und die Deutschlandfahne neben der Europa-Fahne über dem Augsburger Rathausplatz und verliehen diesem einen Hauch von großer Politik. Das Bühnenprogramm und die vielen französischen Sprachfetzen, die zwischen den Infoständen zu vernehmen waren, machten dagegen deutlich, wie gut die 50-jährige Partnerschaft zwischen diesen beiden Städten funktioniert. Für den ersten Höhepunkt am Samstag sorgten Oberbürgermeister Kurt Gribl und Pascal Blanc, seinem Pendant aus Bourges, die sich in den frühsommerlichen Himmel hieven ließen, um aus luftiger Höhe ihre Grußworte zu sprechen.

Neben Bürgermeister Pascal Blanc und seinen beiden Stellvertretern Christelle Prenois und Jennifer da Silva waren über 100 Gäste aus der 67.000 Einwohner-Stadt Bourges zum 50-jährigen Partnerschaftsjubiläum angereist. Highlights des Bühnenprogramms waren die Folkloregruppe „Notre Berry“ aus Bourges sowie die deutsch-französische Chanson-Gruppe „Cartouche“ aus Augsburg und der Can-Can-Workshop des Maria-Theresia-Gymnasiums.

Schülertanzgruppe auf dem Rathausplatz

Schülertanzgruppe "Can-Can-Workshop" auf dem Rathausplatz


Unter dem Motto „Es lebe die Freundschaft“ präsentierten sich Vereine und Einrichtungen, die einen aktiven und regelmäßigen Austausch mit der französischen Partnerstadt pflegten. Dass einem um die Zukunft dieser Städtepartnerschaft nicht bange sein muss, belegte der Infostand des Jakob-Fugger Gymnasiums zur Geschichte des Schüleraustausches mit Bourges, der sich seit fünf Jahrzehnten ungebrochener Beliebtheit erfreut und gleich von drei Augsburger Gymnasien gemeinsam gepflegt wird.

“Seit an Seit” den FCA angefeuert

Beim abendlichen Festakt, der von der Big Band des Holbein Gymnasiums umrahmt wurde,  gingen die beiden Bürgermeister auf die Geschichte der Städtepartnerschaft ein. Diese erschöpfe sich keineswegs in Festtagsreden, sondern praktiziere durch die regelmäßige Begegnung ihrer Bürger in geradezu vorbildlicher Weise europäisches Miteinander, so Kurt Gribl.

Wie intensiv solches Miteinander sein kann, dafür war der gemeinsame Besuch des Schicksalsspiels des FCA gegen die Dortmunder Borussia bestes Beispiel. „Seit an Seit“ – so Augsburgs Oberbürgermeister Gribl in seinem launigen Beitrag – habe er mit seinem Amtskollegen aus Bourges den FCA von der ersten bis zur letzten Minute angefeuert, was bekanntlich zu einem glücklichen und im Abstiegskampf voraussichtlich entscheidenden Punktgewinn führte. Abgerundet wurde der Festakt durch ein Grußwort des Generalkonsuls der Republik Frankreich Jean-Claude Brunet, der das deutsch-französische Verhältnis, auch im Kontext der jüngsten Präsidentschaftswahlen in Frankreich, näher skizzierte.

Das Geschenk der Deutsch-Französischen Gesellschaft Augsburg und Schwaben e.V. an die beiden Stadtoberhäupter verwies auf die Ausstellung „La Caricade Franco-Allemand“, die noch bis Ende Mai im Bildungs- und Begegnungszentrum im Zeughaus zu sehen ist.