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FCA ringt BVB einen Punkt ab

Der FC Augsburg konnte am 33. Spieltag vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften WWK Arena Borussia Dortmund ein 1:1-Unentschieden abringen. Alfred Finnbogason erzielte in der 28. Minute die Führung der Augsburger, für Dortmund traf Pierre-Emerick Aubameyang (32.).

FCA Trainer Manuel Baum schickte zum dritten Mal in Folge die gleiche Anfangsformation auf das Feld – bis auf eine Ausnahme: FCA-Torhüter Marwin Hitz musste wegen Hüftproblemen passen, seine Position nahm Andreas Luthe ein. Luthe lieferte bei seinem Bundesligadebüt für den FCA eine überzeugende Leistung ab.

Der FCA zeigte von der ersten bis zur letzten Minute ein couragiertes Kampfspiel und konnte über weite Strecken den Dortmunder Monstersturm vom eigenen Kasten fernhalten. Dortmund hatte mehr Ballbesitz, kam aber selten zu klaren Gelegenheiten, während der FCA sich aufs Kontern konzentrierte. In der 14. Minute hatten die Augsburger den Ansatz einer Torchance, doch Philip Max wurde von einem Gladbacher nicht regelgerecht gestoppt. Der folgende Freistoß war nicht wirklich gefährlich. Wenig später dann eine vergebene Großchance des FCA: Nach einer feinen Flanke von Max konnte Finnbogason freistehend Borussen-Keeper Roman Bürki nicht überwinden (17.).

In der 28. Minute zog Max nicht wirklich überzeugend von der linken Strafraumgrenze ab, Bürki ließ das Leder prallen und der herausstürmende  Finnbogason hatte keine Mühe abzustauben. Das Stadion tobte, der FCA hatte plötzlich Zugriff auf die Partie und Dortmund war gefordert – und hielt dagegen.

In der 32. Minute kamen sie über eine schnelle und direkte Kombination mit Raum in den FCA Strafraum, Shinji Kagawa kam aus 15 Metern zu einem verunglückten Schuss, den Aubameyang aus fünf Metern kontrolliert ins Tor lenken konnte. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte erreichte eine Dembélé-Flanke Aubameyang, der aus fünf Metern vergab (45.+2).

Fazit zur Halbzeit: Ein Unentschieden, das die Zuschauer begeisterte.

In der zweiten Hälfte das gleiche Bild: Dortmund dominiert, der FCA sorgt mit Konterattacken für Entlastung. Schließlich hatte der FCA auch das nötige Glück, als Aubameyang in der 50. Minute eine Hereingabe von der rechten Seite aus kurzer Distanz verpasste. Wenig später lenkte Luthe einen Aubameyang-Kopfball noch um den Pfosten (61.). Vom FCA kam in dieser Phase der Partie nach vorne zu wenig, zeigte sich aber bei jedem Zweikampf handlungsschnell und gab sich in der Abwehr wenig Blöße.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 34 27-03-04 92:28 (+64) 84
2.FC Schalke 04 34 18-09-07 53:37 (+16) 63
3.1899 Hoffenheim 34 15-10-09 66:48 (+18) 55
4.Borussia Dortmund 34 15-10-09 64:47 (+17) 55
5.Bayer 04 Leverkusen 34 15-10-09 58:44 (+14) 55
6.RB Leipzig 34 15-08-11 57:53 (+4) 53
7.VfB Stuttgart 34 15-06-13 36:36 (0) 51
8.Eintracht Frankfurt 34 14-07-13 45:45 (0) 49
9.Borussia Mönchengladbach 34 13-08-13 47:52 (-5) 47
10.Hertha BSC 34 10-13-11 43:46 (-3) 43
11.Werder Bremen 34 10-12-12 37:40 (-3) 42
12.FC Augsburg 34 10-11-13 43:46 (-3) 41
13.Hannover 96 34 10-09-15 44:54 (-10) 39
14.1. FSV Mainz 05 34 09-09-16 38:52 (-14) 36
15.SC Freiburg 34 08-12-14 32:56 (-24) 36
16.VfL Wolfsburg 34 06-15-13 36:48 (-12) 33
17.Hamburger SV 34 08-07-19 29:53 (-24) 31
18.1. FC Köln 34 05-07-22 35:70 (-35) 22
Zwischendurch sollten dem FCA Nadelstiche gelingen, so köpfte Dominik Kohr den Ball einer Schmid-Ecke über das Dortmunder Tor (77.). – In der Schlussphase schien der FCA platt und Dortmund drängte auf den Sieg, doch Luthe hielt seinen Kasten sauber. Nach spannenden 93 Minuten fielen sich die FCA-Spieler in die Arme und das Publikum feierte frenetisch seine Helden.

Am kommenden Samstag muss der FCA in Hoffenheim die Relegation vermeiden. 3.000 Anhänger werden den FCA nach Sinsheim begleiten. Durch das Remis der Ingolstädter in Freiburg stehen die Schanzer neben den Lilien als Absteiger fest.

In Hoffenheim darf sich der FCA nach den heutigen Ergebnissen eine Niederlage mit einem Tor Unterschied leisten. In diesem Fall müsste sich entweder der HSV oder der VfL Wolfsburg, die am letzten Spieltag direkt die Klingen kreuzen, in die Relegation begeben.

FCA: A. Luthe; – P. Verhaegh; K. Stafylidis; J. Gouweleeuw; M. Hinteregger; – H. Altintop; D. Baier; J. Schmid; D. Kohr; P. Max; – A. Finnbogason.

Eingewechselt: G. Teigl (87.); F. Caiuby (67.); D. Ji (90.); –

Ausgewechselt: K. Stafylidis (67.); J. Schmid (87.); A. Finnbogason (90.); –

Auswechselbank: I. Gelios (TW); J. Callsen-Bracker; K. Danso; R. Bobadilla.

Tore:

1:0 Alfred Finnbogason (28.),

1:1 Pierre-Emerick Aubameyang (32.).



Dortmund in Augsburg: Quo vadis FCA?

Am heutigen Samstag (15.30 Uhr) spielt der FC Augsburg in der heimischen WWK Arena gegen Borussia Dortmund. Im Hinspiel gelang dem FCA in Dortmund ein schmeichelhaftes 1:1. Damals war man seitens des FCA-Management wohl noch der Auffassung, dass der Kader des FCA stark genug ist, um die Liga halten zu können.

Auf den letzten Metern dieser Saison sieht man beim FCA weniger optimistisch auf das Kommende. Schließlich ist heute mit Dortmund eine Mannschaft zu Gast, die in ihrem Umschaltspiel dergestalt schnell agiert, dass vielen FCA-Fans die Vorstellung tiefe Sorgenfalten ins Gesicht legt, dass die Hochgeschwindigkeitsfußballer Reus, Dembelé oder Aubameyang mit dem Ball Tempo über die Außenbahnen aufnehmen könnten.

In Dortmund versuchte der damals neue FCA-Trainer Manuel Baum die Borussia hoch zu verteidigen. Ein mutiges Unternehmen, das in der ersten Halbzeit funktionierte und in der zweiten Halbzeit beinahe zur Katastrophe geführt hätte. Borussia Dortmund ist derzeit in Form und gehört somit zur Elite des europäischen Fußballs. Ein FCA-Sieg würde eine große Sensation darstellen. Und dennoch ist festzuhalten, dass es nicht auszuschließen ist, dass den Augsburgern erstmalig in ihrer Geschichte der Bundesligazugehörigkeit der dritte Heimsieg in Folge gelingen könnte. Niemand ist unschlagbar und mit ein bisschen Glück und Härte sind auch die Dortmunder zu bezwingen. Am Augsburger Publikum wird es jedenfalls nicht liegen. Das Stadion ist ausverkauft und gegen Dortmund wird die Luft brennen. Schlimm wäre nur eine deutliche Niederlage des FCA, da es im Abstiegskampf gegen die Konkurrenten Mainz, Wolfsburg und Ingolstadt auch um das Torverhältnis geht.

Die öffentliche Demontage des BVB-Trainers Thomas Tuchel dürfte den Augsburgern keinen Vorteil bringen. Vermutlich spielt die Dortmunder Mannschaft mit einem Lame-duck-Trainer an der Seitenlinie befreiter auf, als das in der Vergangenheit der Fall war, als Tuchel noch als Trainer-Guru gehandelt wurde. Apropos gefallener Guru: Wenn man von Christoph Daum absieht, wurde in der Geschichte der Bundesliga noch nie ein Spitzen-Trainer dergestalt kalt abserviert, wie das bei Thomas Tuchel der Fall war und ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass Tuchels Berater, der offensichtlich auch sein Sprecher ist, verlauten lässt, dass Tuchel Wert darauf legt, seinen Vertrag einzuhalten. In Mainz war das noch anders.

Den Augsburgern kann das nicht ganz „wurscht“ sein, denn im Grunde steht mit Manuel Baum beim FCA auch ein Trainer in Verantwortung, den man schnell als „Trainer-Nerd“ oder „Laptop-Trainer“ bezeichnet, wenn er mit Taktikumstellungen während des Spiels oder rätselhaften Auswechslungen nicht nur das Publikum, sondern auch die eigene Mannschaft überrascht.

Gegen Dortmund wird von hier aus folgende Marschrichtung (aus dem Bauch heraus) empfohlen: Für Altintop sollte Danso in die Startelf rücken. Dafür müsste Daniel Baier ein Stück weiter vorne pressen und gestalten. Der FCA müsste in diesem Fall mit zwei Viererketten verteidigen, wobei Danso und Hinteregger als Innenverteidiger verschieben, also zwischen Innenverteidiger und defensiver Sechs changieren müssten. Kohr könnte mit seiner Physis und Härte im defensiven Zentrum zerstören. Mit dieser Staffelung könnte der FCA die Räume so eng machen, dass eine Tempoaufnahme seitens der Dortmunder Sprinter verhindert werden sollte. Baier wäre somit der erste Augsburger Zielspieler bei einer kontrollierten Spieleröffnung. Mit langen Bällen auf Bobadilla und/oder Finnbogason müsste zusätzlich ständig für Entlastung und Nadelstiche gesorgt werden. Für den zweiten Ball wären Schmid, Baier und Max zuständig. Das Spiel muss von Beginn bis zur letzten Sekunde mit höchster Intensität gestaltet werden. Eine hohe Niederlage wäre vor dem Show-down in Hoffenheim ein tödlicher Fingerzeig nach unten!

So könnte der FCA spielen:

Hitz – Verhaegh, Gouweleeuw, Hinteregger, Stafylidis – Kohr, Danso, Baier, Max – Schmid (Ji/Caiuby) Finnbogason (Bobadilla).



FCA Card-Pleite: Der FCA hat eine moralische Verpflichtung

Warum der FCA seinen Fans eine komplette Rückerstattung schuldet

Kommentar von Siegfried Zagler

Eine Frage des Vertrauens: "Bekommen wir unser Geld zurück"?

Eine Frage des Vertrauens: "Bekommen wir unser Geld zurück"?


Der Sachverhalt ist dergestalt einfach, dass man es nicht fassen kann, dass sich der FCA bis heute lediglich um Schadensbegrenzung bemüht. Die Firma, die für das „Plastikgeld“ in der WWK Arena verantwortlich zeichnet, ist insolvent. Anders gesagt: Diese Firma schuldet vielen Tausend FCA-Fans Geld, das sie offenbar nicht mehr hat.

Die Zuschauer, die dieser Firma vertraut hatten, indem sie Bargeld in eine Karte investierten, für das sie alle zwei Wochen einen Gegenwert bekamen, haben dieser Firma deshalb vertraut, weil sie sich nicht vorstellten konnten, dass sie ihr Geld verlieren, wenn das „Zahlungsmittel“ mit dem FCA und den Augsburger Stadtwerken verzahnt ist.

Aus diesem Grund hat der Verein die moralische Verpflichtung, jeden Cent, der in diese faulen Karten investiert wurde, zu erstatten. Das Gleiche gilt natürlich für die Stadtwerke, die für die Region typische Werte wie Solidität und Solidarität hoch halten.“Augsburg hält zusammen“ wird durch die FCA-Kommunikation in Sachen „payment solution services GmbH“ zu einer allzu billigen Phrase. Wer so agiert wie der FCA und die Stadtwerke, verspielt das Vertrauen seiner Kunden, also im Grunde das größte Kapital, das die beiden Unternehmen haben.

Das Management in Berlin, das der gleichen Kartenfirma vertraut hatte, hat das sofort erkannt und jenseits von „Verfahrensentwicklungen“ und juristischen Erwägungen die einzig richtige Entscheidung getroffen. Hertha BSC hat seinen Fans, ohne die jeder Bundesligaklub nicht existieren könnte, eine 100-prozentige Rückerstattung garantiert. Nur so kann man den Schaden, den diese Pleite verursacht, so gering wie möglich halten.

„Für den Fall, dass Guthaben auf den Karten von der payment solution services GmbH nicht zurückbezahlt werden können, sind sich swa und FCA ebenfalls einig, einen möglichen Schaden für die Fans so gering wie möglich zu halten und eine zufriedenstellende Lösung zu finden.“ Dieses Statement auf der FCA-Homepage ist skandalös.

Wie könnte denn „für den Fall“ eine „zufriedenstellende Schadensgeringhaltung“ aussehen? Soll Johannes Hintersberger Leberkäse aus heimischen Metzgereien organisieren? Oder wäre für die Fans „für den Fall“ des Nichtabstiegs mit Abgabe der „FCA Card“ bei Riegele eine Freimaß möglich? Die Augsburger Allgemeine will wissen, dass auf zirka 50.000 Karten noch zirka 500.000 Euro liegen.

Diese Karten wurden „FCA-CARDS“ genannt. „Für den Fall“, dass das zutrifft, schuldet der FCA diese Summe seinen Fans. Eine moralische Schuld ist die höchste Kategorie der Schuld. Wer diese nicht begleicht, riskiert Haus und Hof.



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