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Tip des Tages: Direkte Demokratie und Dezentralisierung – ein Vortrag

Am morgigen Mittwoch findet im Zeughaus (19.30 Uhr/Hollsaal) ein Doppelvortrag statt. “Dezentralisierung und Demokratisierung – wie wir uns selbst ermächtigen können”, so der Titel der Reden von Bruno Marcon und Tobias Walter.



In ihrem Vortrag greifen die Referenten für ihre Umsetzungsvorschläge die Erkenntnisse aus erfolgreichen Bürgerbegehren in Augsburg auf und ziehen Schlüsse aus dem erfolgreichen Bürgerentscheid gegen die geplante Stadtwerke-Fusion. Mit der Energiewende sehen sie die Möglichkeit, die gesamte Energieversorgung zu demokratisieren: “Im Gegensatz zu der auf Profitmaximierung getrimmten fossilen Energiewirtschaft können kommunale Energiedienstleister zu Gemeinwohlunternehmen transformiert werden, die Hand in Hand mit Bürgerenergiegenossenschaften kooperieren”, wie es in der Ankündigung der Veranstalter heißt.



Augustusbrunnen: Engel kommen zurück

Am heutigen Dienstag, den 9. Mai 2017, werden die vier Putti mit wasserspeienden Delphinen vom Augustusbrunnen wieder an ihren Platz zurückkehren.

Augustusbrunnen (c) DAZ

Augustusbrunnen (c) DAZ


Die Originale waren im vergangenen Herbst abmontiert und ins Landesamt für Denkmalpflege nach München gebracht worden. Dort wurden sie von Spezialisten einer Kunstgießerei abgeformt und in Bronze im traditionellen Verfahren neu gegossen. Aus Gründen des Denkmalschutzes ersetzen diese Abgüsse die Originale am Augustusbrunnen. 80.000 Euro wurden für diese Maßnahme in den Augsburger Haushalt eingestellt.

Genauer Vergleich mit den Originalen

Nach Angaben des Hochbauamtes müssen die Abgüsse am Dienstagvormittag zunächst durch die Fachleute des Landesamtes und der Bauverwaltung genauestens mit den Originalen verglichen und begutachtet werden. Wenn alles in Ordnung ist, werden die Figuren voraussichtlich ab 13 Uhr wieder an ihrem angestammten Platz am Marmorsockel des Monumentalbrunnens auf dem Rathausplatz angebracht.

Die Originale der “Knabenengel” mit wasserspeienden Delphinen verbleiben vorerst im Landesamt für Denkmalpflege. Öffentlich zu sehen sind sie erst wieder im Rahmen der Ausstellung „Wasser Kunst Augsburg – Die Reichsstadt in ihrem Element“, die nächstes Jahr von 15. Juni bis 30. September im Maximilianmuseum zu sehen sein wird. Die Ausstellung ist ein Beitrag zur Bewerbung der Stadt um das UNESCO-Welterbe mit dem Thema Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg.

Die Augsburger Brunnen symbolisieren das Ständesystem der Reichsstadt: Die Trias aus Adel, Kaufmannsstand und Handwerkerstand. Der Augustusbrunnen steht für den Herrenstand, der Merkurbrunnen für den Kaufmannsstand und der Herkulesbrunnen repräsentiert den Handwerkerstand.



CSU: Leo Dietz neuer Vorsitzender in Bergheim

Der CSU-Ortsverband Bergheim hat einen Nachfolger für den nicht mehr zur Wahl angetretenen Vorsitzenden Hubert Goßner gewählt.

Leo Dietz

Leo Dietz


In einer Kampfabstimmung konnte sich Stadtrat Leo Dietz gegen den 25-jährigen Max Knipfer mit 40:39 Stimmen durchsetzen. Von 81 abgegebenen Stimmzetteln waren 2 ungültig. Hubert Goßner stellte nach 12 Jahren Vorsitz sein Amt zur Verfügung und wurde von den Bergheimer CSU-Mitgliedern mit großem Applaus verabschiedet. Stadtrat Dietz trat als 2. Vorsitzender des Ortsverbandes Bergheim zur Wahl an. Leo Dietz dürfte mit dieser gewonnenen Wahl den Angriff gegen seine Person in der Eigenschaft als CSU-Vorsitzender des Kreisverbandes West abgewehrt haben. “Wenn Dietz Bergheim hält, dann hält er auch den Kreisverband West-Vorsitz”, so die Formel, die in der Augsburger CSU gilt.

Wie die DAZ berichtete, kandidiert Iris Steiner für das Amt des Kreisvorsitzenden West. Ende Juni steht in dieser Sache die Kampfabstimmung Dietz vs. Steiner als großer Show-down auf der CSU-Agenda.



Theater: Letzter Vorhang für Kaspar Hauser

Am Mittwoch, 10. Mai 2017 findet um 19.30 Uhr die letzte Aufführung von Hans Thomallas „Kaspar Hauser“ unter der musikalischen Leitung von Lancelot Fuhry im Textilmuseum statt.

Aus dem Nichts taucht am 26. Mai 1828 ein verwahrloster junger Mann in Nürnberg auf. Er bewegt sich sonderbar und gibt wirre Antworten. Er trägt einen Brief bei sich, der ihn als Findelkind ausweist. Auf die Frage, wie er denn heiße, antwortet er: Kaspar Hauser.

In Hans Thomallas Oper „Kaspar Hauser“ steht jenes berühmt gewordene Findelkind im Mittelpunkt, das in der völligen Isolation eines Kellerlochs aufwuchs. Hauser ist der Mensch ohne Gedächtnis und Geschichte – bis heute ist unklar, wer er ist. Thomallas Oper erzählt keine Geschichte, sondern zeigt sechs Männer und zwei Frauen, die sich Hauser in einem Wechsel von Faszination und Abscheu zu nähern versuchen. Countertenor Xavier Sabata gestaltet die Hauptrolle des Kaspar Hauser in der konzertanten Aufführung mit szenischen Impressionen. DAZ-Kritikerin Halrun Reinholz zeigte sich von der Premiere beeindruckt: “ein überraschend dichter, eindrucksvoller Opernabend.”

Foto: Kaspar Hauser im tim – (c) A.T. Schaefer