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FCA verschenkt in Gladbach einen Dreier

Der FC Augsburg trennt sich von Borussia Mönchengladbach mit einem 1:1 Unentschieden. Vor 52.000 Zuschauern im Borussia Park brachte Alfred Finnbogason den FCA in Führung (57.). André Hahn glich in der letzten Minute der Nachspielzeit für Gladbach aus (90.+4.).

Von Siegfried Zagler

Nach einem Fußballspiel, das bezüglich seines Niveaus jeder Beschreibung spottet, trennten sich zwei Mannschaften mit einem Ergebnis, mit dem die Augsburger hadern müssen, da die Gladbacher an diesem Tag einfach zu schlagen gewesen wären. Es gab eine lange Reihe von Großchancen, die a) aus einfachen Fehlern resultierten und b) von beiden Teams kläglich vergeben wurden. In den ersten zwölf Minuten agierte Gladbach noch wie eine Spitzenmannschaft, setzte den FCA mit schnellen Spielzügen unter Druck und kam durch Patrick Hermann zu zwei Torchancen, die ungenutzt blieben. Danach gab Gladbach das Heft aus der Hand und verlor von Minute zu Minute den Faden, um letztlich völlig die Orientierung zu verlieren. Der FCA bekam in der zweiten Halbzeit Räume und Bälle geschenkt, als spielte er gegen eine Amateurmannschaft, konnte damit allerdings nicht viel anfangen. Das Spiel war geprägt von Ungenauigkeiten im Sekundentakt, spektakulären Fehlpässen und peinlichen Abschlussaktionen.

Nach der Führung von Finnbogason hatte der FCA zwei bis drei Großmöglichkeiten, den Sack zuzumachen, während Gladbach Mühe hatte, sich die Bälle fehlerfrei über vier Meter zuzuspielen. Der FCA stand der Leistung der Gladbacher nicht viel nach und spielte bestenfalls einen Tick besser. Fünf Minuten vor Spielende durfte Caiuby nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback feiern. Er kam für Max. Ein verhängnisvoller Offensivwechsel. Caiuby fand keine Bande zum Spiel und schwächte die Defensive in der wohl wichtigsten Schlussphase der Saison.

Dennoch schien der FCA gerettet. Doch dann schob André Hahn am Ende der vierminütigen Nachspielzeit den Ball zum 1:1-Endstand über die Torlinie (90.+4.).

FCA: M. Hitz; – P. Verhaegh; K. Stafylidis; J. Gouweleeuw; M. Hinteregger; – H. Altintop; D. Baier; J. Schmid; D. Kohr; P. Max; – A. Finnbogason.



Jubiläum: 50. Ausgabe von “Architektur.Film.Jazz”

Kinomacher Franz Fischer und Architekt Volker Schafitel weisen mit Stolz darauf hin, dass ihr Kulturformat “Architektur.Film.Jazz” nun schon seit 5 Jahren einen festen Platz in der Augsburger Kulturszene gefunden hat.

Zum 50. Jubiläum gibt es mit „Eames: The Architect And The Painter“ einen Film für ein am Design und Architektur interessiertes Publikum. Der Film erzählt die Geschichte des Ehepaares Charles und Ray Eames, dessen Lebenswerk die Geschichte des Designs geprägt hat. – Nach der Filmvorführung gibt es anlässlich des 50. Jubiläums von “Architektur.Film.Jazz” ab 20.30 Uhr Live-Jazz mit dem Robert Vogg und Arnold Fritscher Duo im Kaffeehaus Thalia.

“Eames: The Architect And The Painter” wird einmalig am Montag, den 08. Mai ab 19.00 Uhr im Thaliakino am Obstmarkt 5 gezeigt. Eintritt: 7 Euro.

Foto: Franz Fischer und Volker Schafitel (v.l.). (c) DAZ



Augsburg international: Jeder Fünfte ohne deutschen Pass

„Augsburg in Europa – Europa in Augsburg“ – Das Amt für Statistik informiert.

Zur diesjährigen Augsburger Europawoche vom 5. April bis 14. Mai hat das Amt für Statistik und Stadtforschung die in Augsburg gemeldeten Einwohner nach ihrer Herkunft ausgewertet.

Mehr als jeder Fünfte unter den insgesamt 293.415 zum Jahresende 2016 in Augsburg gemeldeten Personen besitzt keine deutsche Staatsangehörigkeit. Die Zahl der Ausländer mit der ersten Staatsangehörigkeit eines Landes außerhalb der EU hat sich in den letzten zehn Jahren um 4.473 auf 33.823 erhöht. Mehr als dreimal so stark ist mit 14.548 die Anzahl der EU-Ausländer auf inzwischen 28.237 gestiegen. Aus Frankreich, dem nach Deutschland bevölkerungsreichsten EU-Land, stammen allerdings nur 687 Augsburger.

Die größten Anteile unter den EU-Ausländer stellen die 6.482 Rumänen und die 4.253 Italiener. Die Rumänen weisen mit 812 auch den höchsten Wanderungssaldo auf.

Von den 231.355 Augsburger Bürgern mit einem deutschen Pass haben 70.655 einen Migrationshintergrund, sind also Eingebürgerte, Aussiedler, im Ausland geborene Deutsche oder deren Kinder unter 18 Jahren. Mit 28.503 Personen haben darunter über 40 Prozent Migrationserfahrung aus einem der 27 anderen EU-Länder. Weitere Veröffentlichungen des Amtes für Statistik und Stadtforschung sind auf der Homepage der Stadt Augsburg zu finden.



Veranstaltungstipp heute: Dobranotch im Provinoclub

Am heutigen Samstag, den 6. Mai, gastiert “Dobranotch” im Provinclub.

“Klezmer und abtanzen, das geht?” Wer sich das fragt, kennt “Dobranotch” nicht. Die neun St. Petersburger Musiker peppen Klezmer mit Balkan-Folk, arabischen und russischen Rhythmen auf. Und wenn sich mal ein langsameres Stück in das Programm verirrt hat, wird es von selbst immer schneller und schneller bis auch der letzte Unbewegliche tanzt. Die unterschiedliche Herkunft der Musiker steht für ein überraschendes Programm und einen vielschichtigen Fundus an neuen Ideen. Der schräge Humor und ihre einzigartige Musik machen Dobranotch zu einer der aufregendsten Entdeckungen der russischen Klezmer-Balkan-Szene. – Beginn 21 Uhr. Eintritt 13.- Euro.





Bebauung der Flugplatzheide: Grüne gehen auf CSU los

Die geplante Bebauung der Augsburger Flugplatzheide bringt den Kreisverband der Augsburger Grünen auf die Palme. Der Vorsitzende der Grünen, Peter Rauscher, reitet eine Lanze gegen die CSU: Die Christsozialen würden Wohnungsdruck gegen Naturschutz ausspielen.

Hintergrund dieses Statements ist der Sachverhalt, dass die CSU-Fraktion im Landtag eine Petition abgelehnt hatte. Diese Petition galt bei den Naturschützern als letzte Chance die umstrittene Bebauung einer außergewöhnlichen Heide abzuwenden. Die Ablehnung der Petition für den Erhalt der Flugplatzheide kommentiert Peter Rauscher mit ungewöhnlicher Schärfe: „Wieder einmal spielt die CSU den hohen Wohnungsdruck in unserer Region gegen den Umweltschutz aus. In diesem Fall geht die CSU sogar noch weiter und spielt den Schutzpatron der geflüchteten Menschen in unserer Stadt. Dabei weiß man, dass die würdige Unterbringung Geflüchteter alles andere als ein Herzensanliegen dieser Staatsregierung ist”, so Rauscher.

Landesregierung ging nicht auf Flächentausch ein

Die Flugplatzheide müsse nicht bebaut werden, um Wohnraum für Geflüchtete zu schaffen. Nachhaltige Wohnungsbaupolitik würde zuerst bereits bebaute Flächen bebauen oder würde brachliegende Grundstücke und Gebäude in moderne Wohnanlagen umwandeln. Laut Rauscher bräuchte Augsburg ein sogenanntes “Leerstandskataster”, damit brachliegende Grundstücke und leerstehende Gebäude besser verwertet werden könnten.

“Auf einen Flächentausch ließ sich der Freistaat als Bauträger nicht ein. Dennoch konnte durch den großen Einsatz der Naturschutzverbände und durch deutliche Hinweise der Stadt, des Umweltreferenten und der Grünen Fraktion die geplante Bebauung auf die etwas weniger wertvolle Seite, den Bischoffsackerweg gedreht werden. Die geplante Inschutzstellung der Restfläche muss jetzt zügig kommen!” So kommentiert der Grüne Vorsitzende die aktuelle Situation. Man sei dennoch enttäuscht, dass die Bayerische Staatsregierung keinen erkennbaren Willen für eine alternative Bebauung zeige.

Standort als Integrationshemmnis

Außerdem kritisiert Rauscher den Standort als nichtfunktional in Sachen Integration: “Wie sollen sich bis zu 300 Geflüchtete im Gewerbegebiet zwischen Fujitstu und mehreren Autohäusern in unsere Stadtgesellschaft integrieren? Alle Erfahrungen zeigen, Integration funktioniert in vielfältigen Wohnquartieren mit adäquater Sozialbetreuung, nicht aber in isolierten Lagen – die Tür und Tor  öffnen für Ausgrenzung und Parallelwelten.”

Die Stadt Augsburg habe bereits viele gut funktionierende Konzepte bei der Planung von sozialem und integrationsförderndem Wohnraum umgesetzt. Es sei in dieser Angelegenheit die Staatsregierung, die hier hinterherhinke.

Alternative ausgeschlagen

Aus einer Anfrage der Landtagsabgeordneten Christine Kamm zu diesem Thema gehe laut Rauscher hervor, dass staatseigene Flächen geprüft worden seien. Verwertbare Flächen seien mit der fadenscheinigen Begründung abgetan worden, dass ‚Wohnbebauung aufgrund Außenbereichslage nicht zulässig‘ sei oder mit einem saloppen Hinweis auf ein IT-Schulungszentrum des Justizministeriums in Schwabmünchen. Dass die gesamte Flugplatzheide hätte gerettet werden können, wenn die CSU im Landtag nur einen Funken Willen für den Erhalt unserer heimischen Natur gehabt hätte, steht für Rauscher fest: “So wird bald eine wertvolle Naturfläche auf der Flugplatzheide in Augsburg weiter verkleinert und zerstückelt “, kritisiert Rauscher.

Foto: wertvoller Pflanzenbestand auf der Haunstetter Flugplatzheide (c) DAZ



FCA steht in Gladbach mit dem Rücken zur Wand

Am heutigen Samstag (15.30 Uhr) steht der FC Augsburg am 32. Spieltag der Fußballbundesliga mit dem Rücken zur Wand.

Von Siegfried Zagler

Sollte der FCA in Mönchengladbach verlieren, stehen die Zeichen auf Sturm, da die letzten beiden Partien gegen Dortmund und Hoffenheim ganz schwer zu gewinnen sind. Auf dem Papier ist Borussia Mönchengladbach im Schlusssprint gegen den Abstieg also der leichteste FCA-Gegner, zumal die Augsburger in den letzten sieben Spielen gegen die Fohlen vier Mal gewannen und nur einmal ohne Punkte das Feld verließen.

Das Hinspiel in Augsburg gestaltete der FC Augsburg nach einem Grottenkick gegen eine schwache Borussia mit 1:0 siegreich. Erstmalig saß damals Augsburgs aktueller Chef-Trainer Manuel Baum auf der Trainer-Bank. Für die Gladbacher stehen nach dem Freitagsspiel (Köln schlägt Bremen 4:3) die Aktien auf einen Platz, der in die Europa League führt, wieder gut. Ein deutlicher Sieg gegen den FCA und Dieter Hecking ist mit seinen Borussen wieder mittendrin im Kampf um den lukrativen Platz sechs, der direkt nacht Europa führt.

Bei einem Sieg wäre der FCA wohl gerettet

Dem FCA sind die Luxusprobleme der Gladbacher allerdings “wurscht”. Er steht mit dem Rücken zur Wand und das Wasser würde den Augsburgern bis zum Hals stehen, falls sie ohne Punkte vom Borussia-Park an den Lech zurückkehren sollten. Anders sähe es bei einem Sieg aus. Dann hätten die Brechtstädter 38 Punkte auf dem Konto und wären mit großer Wahrscheinlichkeit gerettet. Sicher wäre in diesem Fall der Angriff der Ingolstädter abgewehrt, da sie bei einem FCA-Sieg die Augsburger nicht mehr überholen könnten.

Klare Ansage oder wieder eine unausgewogene Baum-Tüftelei?

Am vergangenen Spieltag zeigte der FCA in seinem Heimspiel gegen den HSV seine beste Saisonleistung, weshalb man FCA-Trainer Baum zureden sollte, eben mit dieser Startmannschaft auch in Gladbach zu beginnen. Mit Caiuby und Bobadilla wären die besten Angreifer der Augsburger einsatzbereit. Bis auf Moravek und Koo könnte FCA-Trainer Baum somit fast wieder aus dem Vollen schöpfen – vorausgesetzt der Augsburger Coach tüftelt nicht wieder eine unausgewogene Idee in die Mannschaftsaufstellung hinein.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 33 27-03-03 91:24 (+67) 84
2.FC Schalke 04 33 17-09-07 52:37 (+15) 60
3.Borussia Dortmund 33 15-10-08 63:44 (+19) 55
4.1899 Hoffenheim 33 14-10-09 63:47 (+16) 52
5.Bayer 04 Leverkusen 33 14-10-09 55:42 (+13) 52
6.RB Leipzig 33 14-08-11 51:51 (0) 50
7.Eintracht Frankfurt 33 14-07-12 45:44 (+1) 49
8.VfB Stuttgart 33 14-06-13 32:35 (-3) 48
9.Borussia Mönchengladbach 33 13-08-12 46:50 (-4) 47
10.Hertha BSC 33 10-13-10 41:40 (+1) 43
11.FC Augsburg 33 10-11-12 43:44 (-1) 41
12.Werder Bremen 33 09-12-12 35:39 (-4) 39
13.Hannover 96 33 10-09-14 42:51 (-9) 39
14.1. FSV Mainz 05 33 09-09-15 37:50 (-13) 36
15.SC Freiburg 33 07-12-14 30:56 (-26) 33
16.VfL Wolfsburg 33 05-15-13 32:47 (-15) 30
17.Hamburger SV 33 07-07-19 27:52 (-25) 28
18.1. FC Köln 33 05-07-21 34:66 (-32) 22
Der FC Augsburg muss auch in Gladbach mit einfachen Mitteln und über den Kampf in die Partie finden. Entscheidend für einen erfolgreichen Fischzug dürfte die Bearbeitung von Lars Stindl sein. Der torgefährliche Spielgestalter und Angreifer gehört aktuell zu den besten Spielern der Liga und ist für die Gladbacher unersetzlich. Gelänge es den Augsburgern, Stindl aus dem Spiel zu nehmen, würde dieser Schachzug die Chancen auf einen Dreier deutlich erhöhen.

An den FCA-Fans dürfte es nicht liegen

Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Der FCA stand in dieser Saison auch deshalb in der Kritik, weil nach einem guten Match meist ein Kick mit einer Katastrophenhalbzeit folgte. Nicht unbedingt optimistisch stimmt auch die hohe Zahl der bereits 4-fach mit Gelb belasteten Spieler (Hitz, Gouweleeuw, Janker, Max, Verhaegh, D. Baier, Ji), die bei einer gelben Karte im heutigen Spiel nächste Woche gegen Dortmund nicht mitspielen dürften. Ob der FCA seine Heimspiel-Form gegen den HSV zu konservieren und wirkungsvoll in Gladbach auf den Platz bringen kann, ist die Frage, die seit vergangenem Sonntag für die Augsburger Fußball-Fans im Raum steht. 1.400 Gladbach-Auswärtstickets wurden in Augsburg verkauft. Das Heimspiel gegen Dortmund ist bereits ausverkauft. In Hoffenheim werden wohl 3.000 Augsburger den FCA unterstützen. An den Fans dürfte es also nicht liegen, falls das unaussprechliche tatsächlich geschehen sollte.

Die Stimmung im ganzen Team sei wieder spürbar positiver, denn alle hätten nach dem Sieg gegen den HSV Selbstvertrauen getankt. “Jeder trainiert mit mehr Lächeln als zuvor”, resümiert FCA-Trainer Baum die Trainingswoche nach dem HSV-Spiel. “Keinen Millimeter nachlassen” dürfe man nach dem FCA-Kantersieg gegen Hamburg, so die Parole von Manager Stefan Reuter, der darauf hofft, dass ein furioses FCA-Saisonfinale seine kritikwürdige Kaderplanung in ein positiveres Licht stellt.

Das Restprogramm der Abstiegskandidaten:

Leverkusen: (36 Punkte): Ingolstadt (A), Köln (H), Hertha (A).

Augsburg: (35 Punkte): Mönchengladbach (A), Dortmund (H), Hoffenheim (A).

Mainz: (33 Punkte): Hamburg (A), Frankfurt (H), Köln (A).

Wolfsburg: (33 Punkte): Frankfurt (A), Mönchengladbach (H), Hamburg (A).

Hamburg: (33 Punkte): Mainz (H), Schalke (A), Wolfsburg (H).

Ingolstadt: (29 Punkte): Leverkusen (H), Freiburg (A), Schalke (H).