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Europawoche – Film ab für Schulklassen im Thalia

Schulvorstellungen in Originalsprache zur Europawoche 2017

In Kooperation mit der Stadt Augsburg und der Fachstelle für Schulentwicklung und Bildung zeigt das Thalia Kino Augsburg vom 8. – 12. Mai zur Europawoche 2017 drei europäische Filme in Originalsprache. Das Angebot richtet sich insbesondere an Schulen und an die Fachschaften für Fremdsprachen.

Der Preis pro Ticket beträgt 4.50 Euro, begleitende Lehrkräfte haben freien Eintritt. Anmeldung: filmbuero@t-online.de

Filme:

La Notte prima degli esami, Italien 2016 – Regie: Fausto Prizzi (in ital. Originalversion mit engl. Untertiteln – geeignet ab Klasse 10)

Sing Street, Irland 2016 – Regie: John Carney 2016 (in englischer Originalversion mit Untertiteln – geeignet ab Klasse 9)

La tortue rouge, Frankreich 2016 – Regie: Michael Dudok de Wit (Animationsfilm in franz. Originalversion mit Untertiteln – geeignet ab Klasse 8).

Spielzeiten: Montag bis Freitag jeweils um 8.15 Uhr und 10.45 Uhr im Thalia Kino.



FCA vs. HSV 4:0

Die Fußballstadt Augsburg ist im Siegestaumel! Dem FC Augsburg gelang am 31. Spieltag der Fußballbundesliga ein Befreiungsschlag. Die schwäbischen Bayern fertigten den Hamburger SV vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften WWK Arena mit 4:0 (2:0) ab. Die Tore des FCA erzielten Halil Altintop (28.; 42.), Philipp Max (76.) und Raul Bobadilla (85.).

FCA-Cheftrainer Manuel Baum konnte gegen den HSV wieder auf Stürmer Alfred Finnbogason und Dominik Kohr zurückgreifen, die in Frankfurt rotgesperrt fehlten. Neben den beiden “Rückkehrern” gehörte auch Stafylidis wieder zur ersten Elf. Sie ersetzten Dong Won Ji, Kevin Danso und Takashi Usami. Im Kader standen nach langer Verletzungspause Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Caiuby. Auch Raul Bobadilla hat seine Wadenverletzung auskuriert und nahm auf der Bank Platz.

Beide Mannschaften begannen die ersten 15 Minuten sehr verhalten, doch dann sollte Kohr die erste Chance erhalten. Er erkämpfte sich im Mittelfeld das Leder und lief allein auf Hamburgs Keeper zu, der den schwachen Schuss relativ mühelos parieren konnte (7.).

Nach einer knappen Viertelstunde Spielzeit nahm das Spiel Fahrt auf, was aber an den Augsburgern lag, die vollen Zugriff auf die Partie bekamen – und diesen über die gesamte Spielzeit nicht mehr abgaben. In der 18. Minute zeigte sich erneut HSV-Keeper Mickel aufgeweckt, als Halil Altintop einen Ball in die Spitze auf Jonathan Schmid schlenzte. Wenig später legte Mickel einen Altintop-Schuss mit den Fingerspitzen noch an den Pfosten, dann verhinderte er den Augsburger Führungstreffer, indem er den Nachschuss von Alfred Finnbogason entschärfte (22.).

Die Führung der Augsburger hing in der Luft – und sollte auch kommen:  Schmid setzte sich auf der rechten Seite gegen den ehemaligen Augsburger Matthias Ostrzolek durch und passte den Ball von der Grundlinie auf Altintop zurück, der überlegt aus 12 Metern zur hochverdienten 1:0-FCA-Führung einnetzte (28.). In der 34. Minute sollte der beste Hamburger (Torhüter Mickel) reaktionsschnell das 2:0 des FCA verhindern: Michael Gregoritsch hatte nach einem Freistoß bei seiner Abwehraktion den Ball unglücklich auf das eigene Tor gelenkt. Kurz vorher hatte Stafylidis mit einem Weitschuss das Tor knapp verfehlt (32.). Der FCA dominierte das Spiel in allen Belangen. Die Gäste tauchten in der ersten Hälfte kaum im gegnerischen Strafraum auf.

In der 41. Minute schloss Altintop einen feinen Konter über Finnbogason und Max mustergültig zum 2:0 ab. Obwohl vor der Pause kein Tor mehr fiel, gab es noch einen großen Aufreger, als Gregoritsch mit gestrecktem Bein Dominik Kohr ins Standbein fuhr. Kohr konnte überraschenderweise weiterspielen, Gregoritsch erhielt nur Gelb; die Rote Karte wäre die richtige Entscheidung gewesen.

Wieder zurück und erfolgreich: Raul Bobadilla (c) Siegfried Kerpf

Wieder zurück und erfolgreich: Raul Bobadilla (c) Siegfried Kerpf


Nach der Halbzeit hielt die unerklärliche Angriffsschwäche der Hamburger an, während der FCA die beste Leistung dieser Saison ablieferte und weiterhin dynamisch und präzise nach vorne spielte. In der 52. Minute parierte Mickel einen Stafylidis-Freistoß, dann traf Daniel Baier mit einem Fernschuss den Pfosten (56.). Der FCA zeigte sich nach hinten konzentriert und nach vorne entschlossen – und hatte die Partie stets im Griff, indem es ihm gelang, den HSV mit viel Laufarbeit und Zweikampfstärke vom eigenen Strafraum fernzuhalten.

In der Schlussphase sorgte Philipp Max mit seinem ersten Bundesliga-Tor für die Entscheidung. (76.). Der spät für den überragenden Altintop eingewechselte Raul Bobadilla erhöhte in der 85. Minute auf 4:0. Ausschlaggebend für den höchsten Augsburger Sieg seit Bundesligazugehörigkeit war auch die desolate Leistung der Hamburger, die den Ausfall von einigen Schlüsselspielern nicht kompensieren konnten und in keiner Phase des Spiels die Augsburger in Schwierigkeiten brachten.

In der 87. Minute feierte das Augsburger Publikum Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der nach seiner Verletzung in Belgrad erstmalig wieder Bundesligaluft schnuppern durfte. – “Das war ein Spiel, das wir über die kompletten 90 Minuten richtig gut absolviert haben. Wir waren griffig, haben die zweiten Bälle gewonnen und von Beginn an gezeigt, dass wir die Partie unbedingt gewinnen wollen. Es war eine absolut überzeugende Mannschaftsleistung. Dazu kam ein super Publikum, das uns hervorragend unterstützt hat. Ein super Tag, der uns Auftrieb für die restlichen drei Saisonspiele gibt”, so kommentierte Augsburgs Trainer Manuel Baum kurz nach Spielende das Geschehen zutreffend.

Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) müssen die Augsburger auswärts gegen Borussia Mönchengladbach die Klingen kreuzen. Das danach folgende Heimspiel gegen Dortmund ist bereits ausverkauft.

FCA: M. Hitz; – P. Verhaegh; K. Stafylidis; J. Gouweleeuw; M. Hinteregger; – H. Altintop; D. Baier; J. Schmid; D. Kohr; P. Max; – A. Finnbogason.

Eingewechselt: J. Callsen-Bracker (87.); D. Ji (86.); R. Bobadilla (79.); –

Ausgewechselt: H. Altintop (79.); D. Baier (87.); P. Max (86.); –

Auswechselbank: A. Luthe (TW); G. Teigl; F. Caiuby; K. Danso;

Tore:

1:0 Halil Altintop (28.)

2:0 Halil Altintop (42.)

3:0 Philipp Max (76.)

4:0 Raúl Bobadilla (85.)



In diesen heil’gen Hallen kennt man die Rache nicht

Wenn in Augsburg schon kein „ARD-Tatort“ gedreht wird, dann wenigstens vor Ort Tatort-Theater machen. So denkt Augsburgs neuer Intendant André Bücker.

Von Helge Busch

Ein Theater sei ein politischer Ort, der soziale Gegenwart reflektieren müsse, sagt Bücker. Wie wahr. Deshalb macht der neue Intendant die Augsburger mit seiner Tatort-Idee richtig mordlustig. Doch eigentlich müsste so ein „Tatort“ gar nicht geschrieben werden, denn Tatort-Theater gibt’s ja schon genug.

„Tatort Augsburg“ ist deshalb eher eine Dokumentation wert, und die könnte so aussehen: Schauspieler, Sänger und Musiker treffen konstante Premierengäste aus Politik und Wirtschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem „Laufhaus“ oder in Swinger-Clubs und ähnlichen Etablissements. Die Beleuchtungstechniker hätten im Rotlichtmilieu dann ein Heimspiel und Mikros sowie Videokameras gehörten eh zum Inventar.

Im Prolog zur „Tatort-Doku“ könnte sich ein aktiv mitwirkender Stadtrat an Shakespeare orientieren und in einer x-beliebigen Bar die ersten Verse des Hamlet-Monologs zitieren: „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“. Ein „Tatort“ ohne  Schlägereien zwischen Ordnungshütern und Kriminellen, wäre in Augsburg natürlich auch kein dramaturgisches Problem. Auch hier stünden politisch ambitionierte Mitspieler mit einschlägigem Hintergrundwissen Gewehr bei Fuß. Für geplante Verfolgungsjagden für Betrunkene und Nüchterne bietet sich folgende Route an: Von der Maximilianstraße links abbiegen in die Heilig-Grab-Gasse, runter zum Oberen Graben, den Leonhardsberg wieder raufrasen in Richtung Baustelle Großes Haus, Fuggerboulevard links liegen lassen, dafür über die Schaezler- und Frölichstraße mit Linksabbiege-Manöver direkt zum Hauptbahnhof! Großer Applaus für alle, die es bis dahin ohne Sturz in eine Baugrube geschafft haben.

Falls einer der Mitspieler dann noch ein ausgebildeter Opernsänger sein sollte, ist folgende Show-Einlage denkbar: Sarastros Arie „In diesen heil’gen Hallen kennt man die Rache nicht!“

Als „Tatortreiniger“ eigenen sich die Referenten der kommunalen Bündnispartner.