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Pannenserie reißt nicht ab: Beschädigte 40-jährige Linde muss gefällt werden

Die Pannenserie der Stadt Augsburg hinsichtlich ungeplanter Baumfällungen reißt nicht ab. Jetzt muss eine 40-jährige Linde gefällt werden. Der gesunde Baum wurde bei Bauarbeiten beschädigt.

Bei Bauarbeiten für eine Fernwärmeleitung in der Holbeinstraße wurden die Wurzeln eines Baumes durch die ausführende Firma so sehr beschädigt, dass der Baum gefällt werden muss. Trotz Schulungen in den vergangenen Monaten, an denen der Geschäftsführer der Firma teilgenommen hat und einer intensiven Unterweisung bei einem Ortstermin durch das Amt für Grünordnung und Friedhofswesen, das Tiefbauamt und die Stadtwerke Augsburg, haben die Arbeiter der Firma die Wurzeln der etwa 40 Jahre alten Linde bei den Bauarbeiten erheblich beschädigt. Dadurch ist die Standsicherheit des rund 15 Meter hohen Baumes nicht mehr gewährleistet und eine zügige Fällung unumgänglich. Im Vorfeld der Baumaßnahme war von den Stadtwerken und den städtischen Ämtern ausdrücklich betont worden, dass die Bäume in der Holbeinstraße erhalten bleiben. “Die verantwortliche Firma wird für den Schaden vollumfänglich zur Rechenschaft gezogen”, wie es in einer Pressemitteilung der Stadtwerke heißt.





FCA erhält Lizenz ohne Bedingungen

Der FC Augsburg hat die Lizenz für die kommende Spielzeit 2017/18 in der Bundesliga ohne Bedingungen erhalten. Den entsprechenden Bescheid hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) dem FCA am Mittwoch übermittelt.

„Wir haben wie in den Vorjahren erneut die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Lizenzierungsverfahren geschaffen, was uns nun durch den positiven Bescheid der DFL erneut bestätigt wurde. Wir freuen uns, dass sich der Weg der wirtschaftlichen Vernunft beim FC Augsburg in der Lizenzierungsentscheidung entsprechend widerspiegelt“, sagt FCA- Geschäftsführer Michael Ströll.


Barocke Pracht: Ausstellung der städtischen Kunstsammlungen zeigt Bilder von Augsburger Gärten

Nicht nur Häuser und Brunnen wurden zum Ruhm der reichen Stadt Augsburg zur Schau gestellt, sondern auch kunstvolle Gartenanlagen. „Wie einst Augsburg blühte“ zeigt eine Schau im Grafischen Kabinett.

Von Halrun Reinholz

Foto: Carl Remshart (1678–1735): Schauerscher Garten nach Westen, Kolorierter Kupferstich. (c) Städtische Kunstsammlungen

Foto: Carl Remshart (1678–1735): Schauerscher Garten nach Westen, Kolorierter Kupferstich. (c) Städtische Kunstsammlungen


Schon der Stadtplan von Jörg Seld aus dem 16. Jahrhundert lässt ahnen, dass zwischen den bebauten Flächen im Stadtgebiet zum Teil weitläufige Grünflächen waren. Dr. Christof Nicht, Kurator der Ausstellung im Grafischen Kabinett, machte sich auf die Suche nach Bilddarstellungen solcher Gartenanlagen, die zum Prestige eines jeden gut betuchten Haushalts gehörten. Und dazu zählten auch die Klöster und Kirchen, die sich aufwändig präsentieren wollten. Vor allem in der Barockzeit ging es darum, der Natur durch kunstvolle Dekoration nachzuhelfen. Neben den Nutzbereichen (Obstgarten) gab es deshalb immer einen ausgedehnten Zierbereich, wo man sich bei der Präsentation exotischer und ausgefallener Pflanzenzüchtungen übertraf.

Die erste Tulpe in Europa soll in einem Augsburger Garten geblüht haben. Nicht verwunderlich, dass die Kunstwerke auch verewigt wurden – in Stichen, Zeichnungen oder Gemälden. Die kleine aber feine „Gartenschau“ im Grafischen Kabinett der Kunstsammlungen vermittelt eine Ahnung davon, wie und wo die prachtvollen Gartenanlagen auf dem Gebiet der heutigen Innenstadt ihren Glanz verbreitet haben. Das gesamte Areal des heutigen Stadtmarktes zum Beispiel umfasste zwei Gärten, die sich von den Häusern an der Annastraße bis zur damaligen Stadtmauer erstreckten. Bei freiem Eintritt lassen sich noch bis zum 9. Juli einige nette Entdeckungen im Grafischen Kabinett machen.

Wie einst Augsburg blühte. Grafisches Kabinett, Maximilianstraße – Bis zum 9. Juli 2017.



Fulminantes Finale der Conn-Ära mit Carmen und Bolero

Die letzte Ballettproduktion der aktuellen Spielzeit ist auch der fulminante Abschied von Ballettdirektor Robert Conn und vermutlich dem größten Teil seines Ensembles, das noch einmal alle Facetten seines Potenzials zum Besten gibt.

Von Halrun Reinholz

Ravels Bolero gilt mit seinem rhythmischen und klanglichen Spannungsbogen als Inbegriff der musikalischen Erotik, prädestiniert für eine tänzerische Darstellung, für die es letztlich auch komponiert wurde. Umso überraschender die im Kongress-Saal aufgeführte Choreografie von Riccardo de Nigris, die die Musik von Ravel zunächst nur andeutungsweise anklingen lässt, dann aber das Ensemble zu Techno-Musik tanzen lässt. Die gespielte Handlung (Fluss, Spiegelbild) erklärt sich durch den der Musik beigefügten Sachtext über Narzissmus. Dem ideenreichen Hauschoreografen gelingt es dadurch tatsächlich, dem Bolero einen vollkommen neuen Kontext jenseits jeder sexuellen Erotik zu verleihen: Den der Selbstverliebtheit des Menschen, der sich zu sozialer Kommunikation und Empathie als unfähig erweist.

Ravels Bolero im Kontext des Narzissmus

Die Musik von Ravel kommt im zweiten Teil der Choreografie dann doch noch (in der Aufnahme des London Symphony Orchestra mit Valery Gergiev), doch der Kontext des Narzissmus bleibt bestehen. Die Aufmerksamkeit des Zuschauers wird von drei Ebenen bestimmt: Ein Mensch auf dem Laufband, der sozusagen den Grund-Rhythmus vorgibt, der optischen Darstellung einer Herzrhythmus-Kurve und dann der Handlung auf der Bühne, die abseits von jeder Erotik die Tänzer-Individuen in sozialer Interaktion zeigt. Diese Diskrepanz zwischen (narzisstischem) Individuum und sozialem Zusammenhalt zu zeigen, ist die erklärte Absicht des Choreografen. Der zuerst womöglich vielleicht enttäuschte Zuschauer verfolgt dies mit wachsender Faszination, was sich vom frenetischen Schlussapplaus ableiten lässt.

Erotische Spannung folgt im zweiten Teil

Valentina Turcus Inszenierung der „Carmen“ im zweiten Teil des Ballettabends verzichtet dagegen nicht auf erotische Spannung. Die von Rodion Schtschedrin komponierte Suite aus Bizets Opernmusik war bereits auf Wunsch von dessen Ehefrau, der Ballerina Maja Plissetskaja, für die tänzerische Darstellung vorgesehen. Die aus Kroatien stammende Chroeografin stützt sich bei der Handlungsführung jedoch nicht auf Bizets Oper, sondern auf die Novelle von Prosper Mérimé, wodurch die Handlung wesentlich übersichtlicher, geradliniger und leichter darstellbar wird. Sozusagen als Fazit vorangestellt wird das Lied „Gracias a la Vida“, in einer sehr emotionalen Version gesungen von Yasmin Levy, das die freiheitsliebende und in dieser Konsequenz rücksichtslose Haltung von Carmen vorwegnimmt. Die facettenreiche Choreografie verbindet Spitzentanz mit modernen Tanzformen und folkloristischem Flamenco-Anklang zu einem schnörkellosen Gesamtkonzept, das frei von Kitsch, aber dennoch erotisch und mit melodramatischem Schmelz daherkommt. Valentina Turcu kann sich dabei auf das hervorragende und gut eingespielte Ensemble verlassen.

Die Erwartungen an Conns Nachfolge sind groß

Als kleines Abschiedsgeschenk an das Augsburger Publikum tritt Ballettdirektor Conn höchstpersönlich als Zuniga auf die Bühne. In den begeisterten Schlussapplaus mischt sich aber auch bei so manchem Augsburger Ballett-Fan bange Wehmut. Die früher bei vielen eher ungeliebte Sparte für „Spezialisten“ (und Frauen) hat es unter Robert Conn doch tatsächlich geschafft, zum stets ausverkauften Geheimtipp im Spielplan zu avancieren. Die Erwartung an den Nachfolger ist groß. Bleibt zu hoffen, dass dieser sich der großen Fußstapfen seines Vorgängers würdig erweisen wird. Mit Carmen und Bolero hat das Ensemble jedenfalls noch einmal alle Register seines Könnens gezogen.

——– Foto: Nik Schölzel



Ballettfinale der Conn-Ära: Narzissmus und Erotik mit Bolero und Carmen

Die letzte Ballettproduktion der aktuellen Spielzeit ist auch der fulminante Abschied von Ballettdirektor Robert Conn und vermutlich dem größten Teil seines Ensembles, das noch einmal alle Facetten seines Potenzials zum Besten gibt.

Von Halrun Reinholz

Ravels Bolero gilt mit seinem rhythmischen und klanglichen Spannungsbogen als Inbegriff der musikalischen Erotik, prädestiniert für eine tänzerische Darstellung, für die er letztlich auch komponiert wurde. Umso überraschender die im Kongress-Saal aufgeführte Choreografie von Riccardo de Nigris, die die Musik von Ravel zunächst nur andeutungsweise anklingen lässt, dann aber das Ensemble zu Techno-Musik tanzen lässt. Die gespielte Handlung (Fluss, Spiegelbild) erklärt sich durch den der Musik beigefügten Sachtext über Narzissmus. Dem ideenreichen Hauschoreografen gelingt es dadurch tatsächlich, den Bolero in einen vollkommen neuen Kontext jenseits jeder sexuellen Erotik zu stellen: Den der Selbstverliebtheit des Menschen, der sich zu sozialer Kommunikation und Empathie als unfähig erweist.

Ravels Bolero im Kontext des Narzissmus

Die Musik von Ravel kommt im zweiten Teil der Choreografie dann doch noch (in der Aufnahme des London Symphony Orchestra mit Valery Gergiev), doch der Kontext zum Narzissmus bleibt bestehen. Die Aufmerksamkeit des Zuschauers wird von drei Ebenen bestimmt: Ein Mensch auf dem Laufband, der sozusagen den Grund-Rhythmus vorgibt, der optischen Darstellung einer Herzrhythmus-Kurve und dann der Handlung auf der Bühne, die abseits von jeder Erotik die Tänzer-Individuen in sozialer Interaktion zeigt. Diese Diskrepanz zwischen (narzisstischem) Individuum und sozialem Zusammenhalt zu zeigen, ist die erklärte Absicht des Choreografen. Der zuerst womöglich enttäuschte Zuschauer verfolgt dies mit wachsender Faszination, was sich vom frenetischen Schlussapplaus ableiten lässt.

Erotische Spannung folgt im zweiten Teil

Valentina Turcus Inszenierung der „Carmen“ im zweiten Teil des Ballettabends verzichtet dagegen nicht auf erotische Spannung. Die von Rodion Schtschedrin komponierte Suite aus Bizets Opernmusik war bereits auf Wunsch von dessen Ehefrau, der Ballerina Maja Plissetskaja, für die tänzerische Darstellung vorgesehen. Die aus Kroatien stammende Chroeografin stützt sich bei der Handlungsführung jedoch nicht auf Bizets Oper, sondern auf die Novelle von Prosper Mérimé, wodurch die Handlung wesentlich übersichtlicher, geradliniger und leichter darstellbar wird. Sozusagen als Fazit vorangestellt wird das Lied „Gracias a la Vida“, in einer sehr emotionalen Version gesungen von Yasmin Levy, das die freiheitsliebende und in dieser Konsequenz rücksichtslose Haltung von Carmen vorwegnimmt. Die facettenreiche Choreografie verbindet Spitzentanz mit modernen Tanzformen und folkloristischem Flamenco-Anklang zu einem schnörkellosen Gesamtkonzept, das frei von Kitsch, aber dennoch erotisch und mit melodramatischem Schmelz daherkommt. Valentina Turcu kann sich dabei auf das hervorragende und gut eingespielte Ensemble verlassen.

Die Erwartungen an Conns Nachfolge sind groß

Als kleines Abschiedsgeschenk an das Augsburger Publikum tritt Ballettdirektor Conn höchstpersönlich als Zuniga auf die Bühne. In den begeisterten Schlussapplaus mischt sich aber auch bei so manchem Augsburger Ballett-Fan bange Wehmut. Die früher bei vielen eher ungeliebte Sparte für „Spezialisten“ (und Frauen) hat es unter Robert Conn doch tatsächlich geschafft, zum stets ausverkauften Geheimtipp im Spielplan zu avancieren. Die Erwartung an den Nachfolger ist groß. Bleibt zu hoffen, dass dieser sich der großen Fußstapfen seines Vorgängers würdig erweisen wird. Mit Carmen und Bolero hat das Ensemble jedenfalls noch einmal alle Register seines Könnens gezogen.

——– Foto: Nik Schölzel



Name wechsle dich: WBG wird “Wohnbaugruppe Augsburg”

Die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Augsburg GmbH (WBG) kümmert sich seit 90 Jahren um den Erhalt ihres bestehenden Wohnraums und um den Bau neuer Wohnungen. Dieses Jubiläum nimmt die WBG-Unternehmensgruppe zum Anlass, ihr Erscheinungsbild zu ändern.

Mit neuem Logo im Hintergrund: Dr. Mark Dominik Hoppe (li.), und Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl vor der Geschäftsstelle der Wohnbaugruppe Augsburg.

Mit neuem Logo im Hintergrund: Dr. Mark Dominik Hoppe (li.), und Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl vor der Geschäftsstelle der Wohnbaugruppe Augsburg. Foto: Bernd Jaufmann


Aus der WBG-Unternehmensgruppe wird die “Wohnbaugruppe Augsburg”. Die WBG stellt sich künftig als “Wohnbaugruppe Augsburg | Leben” unverändert der Aufgabe, breite Schichten der Augsburger Bevölkerung mit sicherem und sozial ausgewogenem Wohnraum zu versorgen.

Die AGS als “Wohnbaugruppe Augsburg | Entwickeln” führt weiterhin städtebauliche Entwicklungs- und Sanierungsmaßnahmen sowie Projektsteuerungen für die Stadt Augsburg durch. Daneben ist sie für Wohnungsverwaltungen von Eigentümergemeinschaften bzw. Stiftungen der Stadt Augsburg sowie für die technische Baubetreuung von städtischen Liegenschaften zuständig.

Auf die Wohnbaugruppe Augsburg kommen aufgrund der derzeitigen Wohnungsknappheit viele Herausforderungen zu. Insbesondere bei der „Offensive Wohnraum“ steht das Unternehmen der Stadt als wichtiger Akteur zur Seite.

Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl sprach der Wohnbaugruppe Augsburg erneut sein Vertrauen aus, dass die gegenwärtigen Aufgaben von dem Tochterunternehmen der Stadt bewältigt werden können. „Die Wohnbaugruppe Augsburg ist ein Flaggschiff der städtischen Beteiligungsunternehmen, sowohl aufgrund ihrer historischen Entwicklung als auch aufgrund der Bedeutsamkeit ihres Tuns: der Daseinsvorsorge für Augsburgs Bürgerinnen und Bürger“, so Dr. Gribl.
Die neuen Logos der ehemaligen WBG

Nomen est omen: Die neuen Bezeichnungen der "WBG", die nun so nicht mehr heißt


Um mit den aktuellen Aufgaben Schritt halten zu können, braucht es ein Unternehmen, das den Anspruch hat, sich weiterzuentwickeln“, so Mark Dominik Hoppe, Geschäftsführer der Wohnbaugruppe Augsburg. Dies betrifft Neubauprojekte ebenso wie die Kommunikation mit Mietern und Stadtgesellschaft. Hierbei will sich die Wohnbaugruppe Augsburg u. a. mit neuer Homepage, einem Mieter-Serviceportal und einem Mieter-Magazin neu aufstellen.

Zudem werden die ehemaligen Unternehmen WBG und AGS, deren Aufgabengebiete bislang in der öffentlichen Wahrnehmung oftmals schwer differenzierbar waren, nun unter dem gemeinsamen Dach der Wohnbaugruppe Augsburg agieren. „Mit der Veränderung unseres Erscheinungsbildes schaffen wir sowohl intern als auch nach außen eine Dynamik, um mit neuem Selbstbewusstsein unserem bewährten Auftrag nachzukommen“, so Hoppe.

Aus Anlass ihres 90. Geburtstags zeigt die Wohnbaugruppe Augsburg zudem noch auf einem weiteren Weg ihren frischen Drang zur Selbstdarstellung: Mit der Aktion „90 Jahre, 90 Taten“ wird das Unternehmen mit „90 guten Taten“ Vereine, Stiftungen, soziale Projekte und Einrichtungen o. ä. in Augsburg in Form von Spenden unterstützen. „Dazu können sich die Augsburger ab sofort per E-Mail an 90jahre@wohnbaugruppe.de bewerben“, erklärt Hoppe. „Wir möchten dazu gerne wissen: Wer sind Sie? Wobei benötigen Sie Hilfe und – vor allem – was verbindet Sie mit der Wohnbaugruppe Augsburg?“ Das Unternehmen behält sich vor, aus allen Einsendungen anschließend die zu unterstützenden Projekte auszuwählen. Der Wert der jeweiligen Spenden beträgt maximal 1.000 Euro, Teilnahmeschluss ist der 30. Juni 2017.


“Mothership Connection” – Stiller-Retrospektive im Abraxas

“Am Tag nach Weihnachten ist der Maler und Szeneaktivist Siegfried Stiller, Mann der ersten Stunde im Kulturpark West, politisch engagierter Künstler, enfant terrible der freien Szene, von uns gegangen. Ganz leise, fast unbemerkt hat er am 27.12.2016 aufgehört zu leben – im starken Kontrast zu seinem immer lauten, direkten, unbekümmerten, sich selbst nicht schonenden Einsatz für die freie Kunst und ihre gesellschaftliche Beachtung”, so Peter Bommas zum Tod von Siegfried Stiller.

Bis zu seinem Tod lebte und arbeitete Stiller fast 10 Jahre im Kulturpark West, für dessen Erhalt er sich intensiv engagierte. Siegfried Stiller trug dazu bei, dass sich das Kreativquartier an der Sommestraße zu einer lebendigen Community entwickelte. Stiller schuf zahlreiche Bilder, Zeichnungen und Fotografien, die nun als Form des Gedenkens in einer Retrospektive im Kulturpark West gezeigt werden. Kuratiert wird die Ausstellung von Stillers Künstlerkollegin Hanna Franziska Staudenmaier. Im Rahmenprogramm erinnern Freunde und Weggefährten aus dem Kulturpark West und dessen Umfeld mit eigenen Beiträgen an den Verstorbenen.

Siegfried Stiller - (c) Christian Menkel

Siegfried Stiller - (c) Christian Menkel


„Lebenswahrnehmungen im inneren und äußeren Umfeld, Lust und Liebe finden Eingang in meine großformatigen Bilder. Großformatige, dynamisch wuchtige Pinselführung, fetter, pastoser Farbauftrag bilden oft archaische Formen und abstrakte Gefühlsformationen. Farbe wird begrenzt, – löst sich von festen Formen, – fließt – bildet mehrere Ebenen – formaler wie inhaltlicher Art. Kaffee, Rotwein und Blut verbindet Leinwand und Künstler körperlich – Körper, Geist und Tafelbild vereinen sich. Blut, die Farbe des Lebens, des Ursprungs, vereinigt das Modell mit Hingabe im Abbild. Künstler und Wahrnehmender verbinden sich archaisch, spirituell und real. Kunst entzieht sich kultureller, politischer und religiöser Bevormundung – Kunst ist frei.“ So Siegfried Stiller im O-Ton über sich und seine Arbeit, die in einer bemerkenswerten Ausstellung nur noch bis zum 27. April im Abraxas zu sehen ist.

Öffnungszeiten: Di 14.00–21.00 Uhr | Do, Fr, Sa & So, 14.00–18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.