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Finanzreferat präsentiert bürgerfreundliche Darstellung des städtischen Haushalts

Erstmals präsentiert das Finanzreferat der Stadt Augsburg den Haushalt 2017/2018 in einem bürgerfreundlichen Layout.

Damit wird den Bürgerinnen und Bürgern auf einfache Art ein schneller Einblick in die städtischen Einnahmen und Ausgaben ermöglicht. Die neue grafische Aufbereitung, die auf Grund ihrer kompakten Darstellung auch “Taschenhaushalt” genannt wird, steht ab sofort auf der Homepage der Stadt Augsburg zur Verfügung.

Für das neue Layout wurde eine Aufbereitungsform entwickelt, die getrennt nach den einzelnen Fachreferaten eine Übersicht über die Gesamtausgaben bereitstellt. Dabei werden laufende Ausgaben des Verwaltungshaushalts einerseits, aber auch investive Ausgaben des Vermögenshaushalts andererseits dargestellt. „Die Umsetzung in Tortendiagrammen ermöglicht den interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen schnellen und transparenten Überblick über die Ausgaben der jeweiligen Aufgabenbereiche der städtischen Finanzen“, so Bürgermeisterin und Finanzreferentin Eva Weber. Wichtige Einzelausgaben seien im Taschenhaushalt zudem textlich in kurzer Form mit den jeweiligen Beträgen aufgelistet, wie Weber ergänzt.

Neben den einzelnen Darstellungen der Referate werden ebenfalls die gesamten Einnahmen und Ausgaben des städtischen Haushalts – aufgeteilt nach den jeweiligen Arten – grafisch anschaulich und verständlich umgesetzt. Weitere Informationen unter: www.augsburg.de/taschenhaushalt



FCA: Schlimmer geht’s nimmer – 2:3 Schlappe gegen die Schanzer

Binnen fünf Tagen verlor der FCA auch das kleine bayerische Derby gegen den Tabellenvorletzten aus Ingolstadt. Gegen die Schanzer setzte es in der heimischen WWK-Arena vor 29 528 Zuschauern  nach einer in allen Mannschaftsteilen indiskutablen Leistung eine 2:3 Schlappe. Damit verpasste der FCA am 27. Spieltag wichtige Big Points im Abstiegskampf und muss jetzt gar um den Relegationsplatz bangen.

Von Udo Legner

Gegenüber der Auswärtsniederlage in München änderte Manuel Baum die Startformation gleich auf 5 Positionen. Nach monatelanger Verletzung stand erstmals der wiedergenesene Goalgetter Alfred Finnbogason in der Startelf, der zusammen mit Raul Bobadilla die Augsburger Sturmspitze bildete. Auch Daniel Baier (Achillessehnenverletzung) und Koo standen wieder zur Verfügung und mit Martin Hinteregger und Konstantinos Stafylidis liefen zwei Spieler auf, die in München eigens für dieses Schicksalsspiel gegen die Schanzer geschont worden waren.

Unisono und vollmundig war nach der 0:6 Klatsche bei den Bayern von Vereinsführung, Trainer und Spielern angekündigt worden, dass man im Kellerduell gegen den Tabellennachbarn aus Ingolstadt auf Wiedergutmachung aus sei und ein geballtes Feuerwerk aus Einsatz und Spielwitz abbrennen werde.

Fehlpass-Festival statt Feuerwerk

Doch selbst zu Beginn der Partie war beim FCA von einem Feuerwerk nichts zu sehen – nur im Ingolstädter Gästeblock brannte die Pyrotechnik. Der FCA dagegen tat sich mit dem frühen Pressing der Ingolstädter und dem Bäumchen-Wechsel-dich-Spiel seines Trainers gleichermaßen schwer. Trotz optischer Dominanz wollte das Kombinations- und Angriffsspiel der Augsburger nicht auf Touren kommen. Fehlpässe und Missverständnisse prägten die erste Viertelstunde der Partie und es dauerte bis zur 20. Minute, bis die Augsburger zu ihrer ersten nennenswerten Torchance kamen. Doch nach Raul Bobadillas Sturmlauf auf der rechten Außenbahn vergab Konstantinos Stafylidis kläglich und drosch den Ball himmelhoch über das Ingolstädter Tor. Nur fünf Minuten später zeigte sich, dass nicht nur Stafylidis einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Bei einer harmlosen Flanke vor das Augsburger Tor wurden sich Kevin Danso und Marwin Hitz nicht einig und so landete die missratene Abwehr vor dem frei stehenden Sonny Kittel, der sich für dieses Geschenk bedankte und den Ball per Seitfallzieher direkt ins leere Tor zur 1:0 Führung der Gäste beförderte (24. Min.).

Auch nach diesem Aussetzer blieb das Augsburger Offensivspiel Stückwerk – ein harmloser Eckball (29.Min.) nach einer Flanke von Stafylidis war die einzige Ausbeute. Beflügelt von dem Führungstreffer wirkten die Schanzer präsenter und bissiger und schafften es, aus ihrer nächsten Torchance das 2:0 zu machen. Nach einem Freistoß von Pascal Groß von der linken Seite kam Almog Cohen völlig ungehindert zum Kopfball und konnte den Ball einnicken (35. Min.). Zum siebten Mal war Ingolstadt nach einem Freistoß erfolgreich und es war klar, dass sich die Schanzer auf das Halten dieses Vorsprungs beschränken würden.

Fazit zur Halbzeit

Der FCA hatte sich mit einer stümperhaften Abwehrleistung und einem Angriffsspiel, das diesen Namen nicht verdiente, dieses Worst-Case-Szenario zur Halbzeit selbst zuzuschreiben. Das gellende Pfeifkonzert, das die Mannschaft auf dem Weg in die Kabine begleitete, war die verdiente Quittung der über alle Maßen enttäuschten FCA Fans.

Nur ganz kurz flackerte nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit bei den FCA-Fans Hoffnung auf. Nach einem Eckball hatte Gojko Kacar die erste Halbchance (47. Min.), doch dann wieder das alte Lied: Fehlpässe und Missverständnisse am laufenden Band, bei denen sich Koo, Baier und Verhaegh geradezu überboten. Während Trainer Manuel Baum und Manager Reuter aufgeregt wie zwei Rumpelstilzchen an der Außenlinie herumfuchtelten und den Augsburger Spielern nichts anderes einfiel, als sich auf den recht kleinlich pfeifenden Unparteiischen Marco Fritz einzuschießen, erzielte erneut – und einmal mehr völlig unbedrängt  – Almog Cohen das 3:0 für den FC Ingolstadt (67. Min.).

Nach diesem weiteren Rückschlag reagierte Manuel Baum und ersetzte den völlig indisponierten Stafylidis durch Philipp Max, der auf der linken Seite endlich etwas Schwung in das Augsburger Angriffsspiel zu bringen wusste. Nicht wenige Zuschauer verließen nach der 0:3 Führung der Schanzer fluchtartig das Stadion und verpassten so die Aufholjagd der Augsburger, die dem Spiel dann noch späte Spannung verlieh.

Dramatische Schlussphase

Bezeichnend war allerdings, dass es auch in dieser Phase des Spiels eines Elfmeters bedurfte, um den FCA wieder in die Spur zu bringen. Roger foulte den eingewechselten Ji im Strafraum und Kapitän Paul Verhaegh erzielte per Foulelfmeter den 1:3 Anschlusstreffer (76. Min.). Mit der Einwechslung von Halil Altintop (78.) für den erneut nicht überzeugenden Jan Moravek versuchte Manuel Baum dem Spiel noch eine Wende zu geben und in der 81. Minute sah es tatsächlich kurz so aus, als ob dies noch gelingen könne. Nach dem ersten wirklich geglückten und sehenswerten Angriffsspielzug – über Baier und Verheagh – gelang Routinier Halil Altintop das 2:3 (81. Min.). Dass es dann trotz der frenetischen Anfeuerungen der FCA-Fans und einer vierminütigen Nachspielzeit nicht mehr zum Unentschieden für den FCA reichte, ging letztendlich in Ordnung. Alles andere als eine Niederlage hätte nach diesem erschreckend schwachen Auftritt der Augsburger Elf den Spielverlauf auf den Kopf gestellt.

Für den FCA wird es beim nächsten Spiel gegen die schwächelnde Hertha (Anstoß am Sonntag um 15.30 Uhr) darum gehen, den Worten endlich Taten folgen zu lassen und in Berlin die Big Points zu holen, die man gegen die Schanzer liegen ließ. „Wenn die Not am höchsten, ist die Rettung am nächsten“ heißt es schließlich verheißungsvoll in Brechts Dreigroschenoper-Song.

Marwin Hitz – Kevin Danso, Gojko Kacar, Martin Hinteregger – Jan Moravek, Daniel Baier, Paul Verhaegh, Konstantinos Stafylidis – Ja-Cheol Koo, Raul Bobadilla, Alfred Finnbogason

66. Min. Dong-Won Ji (für Gojko Kacar)

72. Min. Philipp Max (für Konstantinos Stafylidis)

78. Min. Halil Altintop (für Jan Moravek)

0:1 Sonny Kittel (24. Min.)

0:2 Almog Cohen (35.Min.)

0:3 Almog Cohen (67. Min.)

1:3 Paul Verhaegh (76. Min. / Elfmeter)

2:3 Halil Altintop (81. Min.)



FCA: Ist Baum der richtige Trainer für den Wiederaufstieg?

Am 27. Spieltag der Fußballbundesliga verlor der FC Augsburg vor 29.528 Zuschauern in der WWK Arena gegen den FC Ingolstadt mit 2:3. Die Tore der Schanzer erzielten  Sonny Kittel (24.) und Almog Cohen (35.+67.). Paul Verhaegh via Elfmeter (76.) und Halil Altintop (81.) sorgten mit ihren Anschlusstreffern dafür, dass das Endresultat dem FCA schmeichelt, da es nicht dem Leistungsverhältnis der beiden Mannschaften entspricht.

Von Siegfried Zagler

Will man eine schmerzhafte Antwort auf die Frage vermeiden, ob es derzeit in der Fußballbundesliga eine schlechtere Mannschaft als die des FC Augsburg gibt, dann sollte man die Frage nicht stellen, denn im Schlechten ist der FCA derzeit nicht zu überbieten. Selbst der abgeschlagene Tabellenletzte Darmstadt macht einen stabileren Eindruck als die Augsburger, die in der Abwehr unsortiert sind, im Mittelfeld holprig und einfallslos und im Sturm umständlich und harmlos. Der FCA befindet sich sportlich zwischenzeitlich in einem Bereich, der Mitleid erzeugt. Gegen Ingolstadt konnte man die Situationen, in denen der FCA den Ball halbwegs kontrolliert aus der eigenen Hälfte brachte, an einer Hand abzählen.

Die Mannschaft ist ein Torso, kopflos und ohne inneren Zusammenhang stümperte sie gegen Ingolstadt wie eine kurzfristig zusammengestellte Thekenmannschaft vor sich hin. Kein Spieler in Normalform, kein Tempo, kein Feuer und gedanklich meist langsamer als der Gegner. Die Mannschaft lässt keine Signatur und keine Handschrift erkennen. Vieles ist auf Zufall und lange Bälle ausgelegt. Von einer schnellen und kontrollierten Spieleröffnung ist der FCA derzeit so weit entfernt wie das Augsburger Stadttheater von einer Einladung zum Berliner Theatertreffen. FCA-Trainer Manuel Baum sagt, er sei von der Qualität seiner Mannschaft überzeugt. Die Frage, die bei dieser Aussage mitschwingt lautet: “Ist die Mannschaft auch von der Qualität des Trainers überzeugt?”

Unter Baum sind die Leistungen der Mannschaft nämlich nicht besser geworden, sondern eher schlechter, wurden taktische Ausrichtungen entweder falsch vorgegeben oder falsch umgesetzt: Der FCA befindet sich in einer tiefen Krise zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Noch ist der Klassenerhalt aus eigener Kraft zu stemmen. Die schmerzhafte Antwort auf die Frage aber, ob dafür der unerfahrene Manuel Baum der richtige Trainer ist, lässt sich ebenfalls nur vermeiden, wenn man die Frage nicht stellt. Doch um diese unanständige Frage werden die Verantwortlichen nicht herumkommen. Die Antwort pfeifen in Augsburg nämlich die Spatzen von den Dächern. Doch nicht nur das. Die Spötter unter den Spatzen sind nämlich längst einen Schritt weiter, wenn sie wissen wollen, ob man mit Baum oder einem anderen Trainer den sofortigen Wiederaufstieg anstreben soll.

Feststeht jedenfalls, dass die Augsburger Schräglage selbst verschuldet ist. Dass der FCA wieder auf Kurs kommen könnte, können sich nach dieser Partie selbst die größten Optimisten nicht vorstellen. Wie das gehen soll, müssen Präsident Klaus Hofmann und Manager Stefan Reuter erklären. Sie haben schließlich mit ihren Personalentscheidungen den FCA in diese prekäre Situation gebracht.