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Fußballcamps: FCA kooperiert mit Regio

Fußball und Familienfreizeit, FCA und Fuggerei: Der FC Augsburg und Regio Augsburg Tourismus überraschen mit einem neuen Konzept.

Fußballschule für den Nachwuchs, Fuggereibesuch für die Familie – das könnte der Beginn einer Profikarriere sein. Ab 2017 bietet der FC Augsburg in Kooperation mit der Regio Augsburg Tourismus Ferientage in und bei Augsburg an. Zusätzlich zur Tagesbetreuung in der Fußballschule des Bundesligisten organisiert die Regio Augsburg Tourismus GmbH die Übernachtung für die ganze Familie und das Freizeitangebot für Eltern und Geschwister. Die Idee dahinter: Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren lernen von 10 bis 16 Uhr bei Trainingseinheiten im Fußballcamp von den Tricks und Techniken der Bundesliga-Stars. Professionelles und individuelles Traininig, Mittagessen und Betreuung zwischen den Übungszeiten und ein persönliches Trainingsoutfit des Ausrüsters NIKE sowie ein paar Überraschungen warten auf Nachwuchsfußballer der Jahrgänge 2005 bis 2010.

Der größte Anreiz für potenzielle Fußballprofis ist natürlich die Chance auf ein Probetraining in einer der Jahrgangsmannschaften des FC Augsburg. Die Erwachsenen (oder auch die Geschwister) haben an diesen Tagen derweil die Möglichkeit, in aller Ruhe Augsburg und die Region zu erkunden. Für sie steht Freizeit statt Fußballcamp – also Fuggerei statt Freistoß, Brechthaus statt Ballkontakt und Puppenkiste statt Pressing auf dem Programm. Mehr Information zur Ferienfußballschule des FC Augsburg erhält man auf der Website des FC Augsburg www.fcaugsburg.de/ferienfussballschule beziehungsweise bei Markus Kesternich, Telefon 08 21/4 55 36 30, E-Mail: fussballschule@fcaugsburg.de.



Wie ein wilder Stier

Raul Bobadilla trainiert wieder voll im Mannschaftstraining des FCA. Für die kommenden Wochen der Wahrheit ist Bobadilla der wichtigste Spieler des FC Augsburg.

Von Siegfried Zagler

Raul Bobadilla ist eine außergewöhnliche Erscheinung, ein “Typ” mit der Aura eines ehemaligen Boxweltmeisters. In der durchgestylten Welt der Anpassungskünstler ist Augsburgs Bobadilla ein Profifußballer mit einer wohltuenden Begabung fürs Unberechenbare.

Raul Bobadilla in der Anfield Road (c) Siegfried Kerpf

Raul Bobadilla in der Anfield Road (c) Siegfried Kerpf


Die Geschichte vom Aufstieg und Fall des Boxers Jake LaMotta gehört zu den großen Mythen des Boxsports. Die Verfilmung dieser Lebensgeschichte brachte Regisseur Martin Scorcese 1980 Weltruhm und Robert de Niro einen Oscar. “Raging Bull” nannte man Jake LaMotta zu seinen besten Zeiten Ende der 40er Jahre. Mit dem FCA hat das insofern zu tun, dass LaMotta ein fernes Abbild von Raul Bobadilla sein könnte. Bobadilla hat Nehmerqualitäten, ist ein robuster Kämpfertyp, der immer an den Lucky Punch glaubt und zugleich ein feiner Techniker, der an einem guten Tag den Unterschied ausmacht. Will man wissen, ob der FCA nach neun weiteren Ligaspielen weiterhin der Bundesliga angehören wird – beziehungsweise zwei Relegationsspiele zu gestalten hat oder nicht, muss man nur auf Raul Bobadilla schauen.

Dem FCA steht mit Hitz, Hinteregger, Baier und eben Bobadilla eine starke Achse zur Verfügung, deren Qualität sich sofort pulverisiert, wenn Bobadilla fehlt oder an Formschwäche leidet. Mit Bobadilla steht und fällt das Angriffsspiel des FCA. Bobadilla ist Zielspieler, Passgeber und Vollstrecker. Er kann lange Bälle auf engstem Raum verarbeiten, mit dem Ball am Fuß Tempo aufnehmen und mit großen Erfolgsaussichten ins Dribbling gehen, aus der zweiten Reihe schießen und im Strafraum Kopfball-Duelle gewinnen. Kurzum: ein grandioser Stürmer.

Wäre Bobadilla nicht Jake LaMotta, könnte er also beherrschter und disziplinierter sich dem Spielfluss anpassen, nachhaltiger taktische Anweisungen umsetzen und mehr Teamspirit an den Tag legen und weniger Torchancen versieben, gehörte er zu den wertvollsten Spielern der Bundesliga und wäre somit für den FCA unerschwinglich.

Seien wir also froh, dass Jake LaMotta alias Raul Bobadilla so ist, wie er ist. Im Fokussieren ist Augsburgs Publikumsliebling nämlich ein Riese. Wenn er sich in ein Spiel hineinarbeitet, dann mit Haut und Haar und ohne Rücksicht auf Verluste. Wünschen wir dem wilden Stier also Hochform und einen Lauf. Mit “uns BobaMotta” sollte der FCA dem Abstieg auch dieses Jahr entkommen.

Sollte Bobadilla in den kommenden Begegnungen aber schwächeln, muss man für den FCA das Schlimmste befürchten.