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Konzert: “Theodor Bastard” in der Ballonfabrik

Am heutigen Mittwochabend ist Theodor Bastard in der Augsburger Ballonfabrik zu Gast. Die St. Petersburger gehören zu den ungewöhnlichsten und eigenständigsten Bands aus Russland.

Sie erschaffen geheimnisvolle und mythische Klangwelten, die in erster Linie in der Weltmusik, dem Neo Folk, Dark Wave und Trip Hop verankert sind. Die besonderen Merkmale und Markenzeichen sind zum einen die einzigartige und unverwechselbare Stimme der Sängerin Yana Veva, deren Stimme gleichzeitig kraftvoll und episch als auch von meditativer Gelassenheit und Wärme geprägt ist. Auf der anderen Seite stehen die außergewöhnlichen Kompositionen und Sounds des Bandgründers Fedor Svolotch, der die Band in den späten 90er Jahren ins Leben rief.

Theodor Bastard entführen das Publikum auf ihren Konzerte auf eine magische Reise in die Gefilde östlicher Musiktradition, den Balkan bis hin zu nordischem Folk. Yana Veva singt häufig in einer von ihr erfundenen eigenen Sprache, darüber hinaus auch in seltenen Sprachen, die u.a. von dem afrikanischen, über den asiatischen bis hin zum indianischen Sprachraum reichen. –

THEODOR BASTARD (St. Petersburg) spielt am heutigen Mittwoch, den 15.03.17 – live in der Ballonfabrik (Austraße 2) mit Support von JUDI (Augsburg). Einlass ist ab 20.30 Uhr, Beginn um 21 Uhr. Eintritt: 10 Euro.



“Eigenlob stinkt”

Warum in Augsburg die Kulturpolitik über Selbstbeweihräucherung nicht hinauskommt

Kommentar von Siegfried Zagler

Kaum ist das Brechtfestival aus, schwingt sich die Stadt zusammen mit Patrick Wengenroth und der scheidenden Theaterintendantin mit Erklärungen über das vergangene Brechtfestival auf die heiligen Höhen der Selbstbewertung. Besser gesagt: Diejenigen, die das Brechtfestival zu verantworten haben, loben sich selbst in den Himmel und kommentieren zumindest ansatzweise die öffentliche Berichterstattung kritisch, indem sie zwischen lokaler und überregionaler Presse unterscheiden.

Das ist nichts Neues. Joachim Lang, Peter Grab und Co. haben mit diesem Unfug angefangen und dabei die Stadt Augsburg zu einer erstklassigen Lachnummer verkommen lassen. Dass nun Thomas Weitzel und Patrick Wengenroth damit fortfahren, macht den Sündenfall der Grab-Ära nur noch schlimmer. Doch um Peinlichkeiten soll es an dieser Stelle nicht gehen, sondern vielmehr darum, warum man die Stadt in die Pflicht nehmen muss, Kulturpolitik zu gestalten, ohne gleich die eigene Bewertung hinterher schicken zu müssen.

Es soll auch nicht um die Frage gehen, ob Wengenroth ein glänzender Brechtfestival-Macher ist oder nicht. Wichtiger ist vielmehr, dass er von der Stadt einen grob beschriebenen Auftrag erhält, den er mit vollkommener künstlerischer Freiheit zu gestalten hat.

In dieser Angelegenheit ist es ebenfalls von großer Bedeutung, dass die Laufzeit eines Festivalmachers eindeutig und unverrückbar begrenzt ist. An dem Flurschaden des Gefälligen, der von der siebenjährigen Lang-Ära verursacht worden ist, wird die Kulturstadt Augsburg noch lange laborieren.

Nur wenn einem künstlerischen Leiter zwei oder drei Festivals (ohne die geringste Chance auf Verlängerung) seitens der Stadt angeboten werden, die er, unbeeinflusst von lokalen Akteuren, frei gestalten kann, besteht die Chance auf ein hochwertiges Festival. Wenn aber ein Festival-Macher stets mit einem weiteren Festival liebäugeln kann, sind Gefälligkeitsattitüden zu befürchten, wie die endlosen Lang-Festivals gezeigt haben – und auch das Wengenroth-Festival bereits gezeigt hat.

Deshalb muss in den genetischen Code eines Festivals gestanzt werden, dass dem jeweiligen Festivalleiter nicht mehr als zwei (oder drei) Gestaltungseinheiten zugebilligt werden. “Eigenlob stinkt”, sagt der Volksmund. Wer sich selbst loben muss, leidet nicht selten an Aufmerksamkeitsmangel.

Wenn die Stadt für ihre Brechtfestivals mehr Beachtung finden will, sollte sie zwei Dinge ins Auge fassen. Erstens die Freiheit der Kunst gewährleisten und zweitens müsste sie wesentlich mehr Mittel zur Verfügung stellen.



Ahmad Shakib Pouya auf dem Weg zurück nach Deutschland

Heute hat der Musiker und “Zuflucht-Kultur-Künstler” Ahmad Shakib Pouya sein Visum in der deutschen Botschaft in Kabul abgeholt und wird morgen Abend in Deutschland erwartet.

Pouya in Kabul

Pouya in Kabul


Die schlimme Zeit der Ungewissheit und des Wartens hat damit vorerst ein Ende. In den mehr als 50 Tagen in Afghanistan lebte Pouya unter prekären Verhältnissen: Untergetaucht in Kabul und ständig sein Quartier wechselnd, verließ ihn nie die Furcht, verraten zu werden.

Den Weg zurück nach Deutschland eröffnet hat ihm ein Projektvertrag der Münchner Schauburg. Das mit den Münchner Kammerspielen und der Otto-Falckenberg-Schule assoziierte Kinder- und Jugendtheater der Stadt München hatte Pouya die Hauptrolle des Ali in einer Neuproduktion von Rainer Werner Fassbinders “Angst essen Seele” auf angeboten. Pouyas Unterstützer hoffen nun, dass Pouya auch über die Dauer des Visums hinaus ein Bleiberecht in Deutschland erhält. Josef E. Köpplinger, Intendant des Staatstheaters am Gärtnerplatz, hat Pouya ein Engagement in Aussicht gestellt. Zustande kam diese Verbindung über Albert Ginthör, Organisator der Münchner ZAIDE-Aufführungen und Geiger im Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Albert Ginthör ist einer der vielen Unterstützer, die sich für Pouya und seine Rückkehr nach Deutschland eingesetzt haben.



Theater für alle: André Bücker verspricht für seine erste Spielzeit ein facettenreiches Programm

Im Kulturausschuss stellte der designierte Intendant André Bücker sein Programm für die Spielzeit 2017/2018 vor. Das Augsburger Publikum kann sich auf Vertrautes, Ungewöhnliches und Neues freuen. Und auf einen Augsburger “Tatort”.

Von Halrun Reinholz

André Bücker

André Bücker


Sechs Erstaufführungen und drei Premieren von lebenden Künstlern hat André Bücker in seinem Portfolio für die neue Spielzeit, seine erste am Theater Augsburg. Seit Mai wohnt er schon hier und hatte bereits Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und Gespräche zu führen, wie er gestern dem Kulturausschuss verriet. Für seine erste Spielzeit in Augsburg präsentierte er ein beachtliches Programm, im Vertrauen darauf, dass die große Halle im Martinipark zeitgerecht fertiggestellt werde und für die geplanten Produktionen zur Verfügung steht. Genau dort, im Martinipark, soll es dann zur Eröffnung am 24. September das große Theaterfest geben (mit anschließender “Wahlparty”, am Tag der Bundestagswahl). Auch das Gelände auf dem Gaswerk, die Brechtbühne und der Hoffmannkeller sind weiter als Spielorte vorgesehen und die Sinfoniekonzerte werden wie gehabt in der Kongresshalle stattfinden. Neu wird die Öffnung in die Stadtteile sein, mit einem voraussichtlich publikumswirksamen “Tatort”. Erstmals im Oktober in Lechhausen, zwei weitere folgen dann im Dezember und im Juni.

Die erste Premiere wird der “Freischütz” im Musiktheater sein, eine Oper, die seit 35 Jahren in Augsburg nicht zu sehen war. Auch eine Operette ist geplant, Paul Abrahams “Roxy und ihr Wunderteam”, wo es um Fußball geht. In deutscher Erstaufführung steht die Kammeroper “Primadonna” von Rufus Wenwright auf dem Spielplan, die zu diesem Anlass übersetzt und in deutscher Sprache aufgeführt wird. Eine weitere deutsche Erstaufführung erwartet das Publikum mit der Oper “Solaris” des jungen japanischen Komponisten Daj Fujikura, die nach dem Buch von Stanislas Lem entstanden ist. Außerdem ist aber auch der Verdi-Klassiker “Die Macht des Schicksals” angesagt.

Das Ballett mit seinem neuen Ballettdirektor Riccardo Fernando steigt gleich mit einem Bühnenklassiker ein und zeigt den “Schwanensee” in der Eigenchoreographie Fernandos. Im Laufe der Spielzeit sind noch drei mehrteilige Ballettabende mit verschiedenen Choreographen geplant: “Rock it”, “Dimensions of Dance” und “New Comer”.

Fugger-Musical auf der Freilichtbühne

Fugger-Musical auf der Freilichtbühne


Ein Schwerpunkt Bückers wird das Schauspiel sein. Es wird keinen neuen Schauspieldirektor geben, stattdessen zwei Hausregisseure und zwei Dramaturgen, die das Ensemble betreuen und die Kommunikation nach außen sichern. Bücker selbst inszeniert “Peer Gynt”, doch es wird auch einige ungewöhnliche Titel geben, etwa die Komödie “Martin Luther, Thomas Münzer und die Erfindung der Buchhaltung” von Dieter Forte, die aus Anlass des Reformationsjubiläums gespielt wird. Auch eine Stückentwicklung zu den “68ern” (50 Jahre seit 1968) wird es als Auftragswerk geben. Geplant ist “Die Welt am Draht” nach Rainer Werner Fassbinder und “Rote Sonne” nach dem gleichnamigen Film von Rudolf Thome sowie das Stück des türkischen Autors Turgay Nar “Das Spiel der Schaharazad” oder das des israelischen Autors Hanoch Levin: “Das Kind träumt”. Dem wird auch wieder ein Klassiker entgegengesetzt: Shakespeares “Viel Lärm um nichts”. Zum Brechtfestival bietet das Theater den Eigenbeitrag “Der Untergang des Egoisten Fatzer” nach einem Dramenfragment des Dichters.

Das Märchenstück der neuen Spielzeit wird “Momo” sein. Bücker verspricht auch eine verstärkte pädagogische Arbeit am Theater durch Schaffung einer zweiten Stelle in der Theaterpädagogik, Workshops mit Schülern an verschiedenen Orten in der Stadt sind anvisiert. Ja, und dann noch der Blick auf die Freilichtbühne: Es bleibt beim Musical, das vom Publikum immer gut angenommen wird. Diesmal wird es eine eigene Kreation des renommierten Musical-Komponisten Stefan Kaya geben: “Herz aus Gold”, ein Fugger-Musical als Uraufführung, das sich möglicherweise auch touristisch vermarkten lässt.

Vielversprechend, der Blick auf die neue Spielzeit. Der Kulturausschuss zeigte sich beeindruckt und das Publikum kann mit Spannung auf die neue Saison blicken.



Stadt hat neues Bürgerbegehren an der Backe

Der Verein “Für Bürger in Augsburg e.V.” initiiert in Augsburg das Bürgerbegehren “Wiederkehrende Beiträge”.

Damit sind jährlich wiederkehrende Straßenausbaubeiträge gemeint, die gemäß einer Gesetzesänderung des Bayerischen Landtags anstelle eines einmaligen Beitrags treten könnten, welcher derzeit gemäß der Straßenausbaubeitragssatzung der Stadt Augsburg von Anwohnern bei einer Straßensanierung gezahlt werden muss. Die Fragestellung des Bürgerbegehrens lautet:

Soll die Stadt Augsburg die Straßenausbaubeitragssatzung unverzüglich dahingehend ändern, dass im Stadtbereich ausnahmslos anstelle der Erhebung einmaliger Beiträge wiederkehrende Beiträge nach Art. 5 b KAG erhoben werden?

Weitere Erklärungen sind auf der Website des Vereins zu finden:  www.bezahlbare-strassen.de – Unterpunkt: “Um was geht es?”



Brechtfestival: Wengenroth bekommt Zuschlag für 2018

Der Kulturausschuss der Stadt Augsburg hat die Verwaltung beauftragt, dem Stadtrat einen Vertrag mit Patrick Wengenroth für das Jahr 2018 vorzulegen.

Bereits im Märzstadtrat soll darüber entschieden werden, ob Wengenroth auch 2018 dem Brechtfestival als künstlerischer Leiter vorsteht. Das Ergebnis der nichtöffentlichen Abstimmung steht (nach Informationen der DAZ) bereits in Stein gemeißelt: Patrick Wengenroth wird nach der heutigen Vorstellung seines Grobkonzeptes dem Brechtfestival 2018 als künstlerischer Leiter vorstehen. Außerdem hat der Kulturausschuss auf seiner gestrigen Sitzung die Verwaltung beauftragt, für das Brechtfestival 2019 ein Konzept vorzulegen, das noch vor der Sommerpause abstimmungsreif vom Stadtrat genehmigt werden soll. Auch dieses Festivalkonzept soll erneut von Patrick Wengenroth gestaltet und durchgeführt werden.





Viertelfinale: Panther zeigen erneut großes Eishockey

Mit 4:0 (1:0; 2:0; 1:0) gewannen vor ausverkauftem Haus (6139 Zuschauer im Augsburger Curt-Frenzel-Stadion) die Augsburger Panther gegen die Nürnberg Ice Tigers und glichen somit in der Best-of-seven-Serie um den Einzug ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft zum 2:2 aus.

Die Panther spielten im CFS-Hexenkessel mit Druck und Elan auf das Nürnberger Tor und hatten in Sachen Dramaturgie das Glück auf ihrer Seite: In den Phasen, in denen die Ice Tigers mächtig Druck entfachten, um einen Anschlusstreffer zu landen, verstand es der AEV mit Konterattacken den Abstand vergrößern. Trotz des deutlichen Ergebnisses hielten beide Mannschaften bis zur Schlusssirene das hohe Tempo und das hohe Spielniveau. Selbst die ältesten unter den 6139 Zuschauern konnten sich nicht daran erinnern, jemals ein besseres Eishockeyspiel der Augsburger gesehen zu haben. Vor einer phantastischen und frenetisch anfeuernden Kulisse schnürte Derek Dinger einen Doppelpack (12., 22.). Die restlichen Treffer erzielten Jaroslav Hafenrichter (37.) und Ben Hanowski (47.).

Nachdem nach vier Begegnungen zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe Gleichstand erreicht ist, hat sich die technisch beste Augsburger Mannschaft aller Zeiten bereits ein drittes Heimspiel gesichert. Sollten die Panther am kommenden Freitag den Schwung dieser Heimpartie (und das Glück) mit an die Noris nehmen, um dort erneut zu gewinnen, könnten die Augsburger im heimischen Stadion am kommenden Sonntag im sechsten Spiel den Sack zumachen.

Foto: (c) DAZ