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Spannung im Kulturausschuss: Wengenroth steht vor Verlängerung

In der heutigen Sitzung des Kulturausschusses (ab 14.30 Uhr) ist Spannung angesagt. Andre Bücker stellt den kommenden Spielplan des Stadttheaters vor und wenig später wird Patrick Wengenroth den Stadträten ein Konzeptpapier zum Brechtfestival 2018 vorschlagen.

Patrick Wengenroth (c) DAZ

Patrick Wengenroth (c) DAZ


Ob die CSU zwei Tage nach Festivalende bereit ist, sich auf zwei weitere Wengenroth-Festivals festzulegen, ist noch offen. Unabhängig von der zu erwartenden Zurückhaltung der CSU zeichnet sich nach einer DAZ-Recherche eine Ausschussmehrheit für folgendes Modell ab: Patrick Wengenroth bekommt den Zuschlag für weitere zwei Jahre. Danach muss die Aufgabe “künstlerischer Leiter Brechtfestival” eine andere Person übernehmen. Letzteres soll, wie es hieß, als unverrückbare Festlegung in die Gestaltungsstruktur des Augsburger Brechtfestivals Eingang finden.

Patrick Wengenroth selbst würde gerne weitermachen: “Das Brechtfestival 2017 war aus meiner Sicht als Festivalleiter ein für die Zuschauer, die Mitwirkenden und die Organisatoren in jeder Hinsicht herausforderndes und zugleich beglückendes Ereignis: polarisierend, bereichernd, streitbar, komisch, nachdenklich und facettenreich. Und insofern ein Abbild all dessen, was Brechts Werk und seine Person uns – den “Nachgeborenen” – als Material und Erbe und Vision und Streit hinterlassen hat und was uns auch weiterhin fordern soll und kann und muss.” So Wengenroths Selbsteinschätzung zu seiner Festivalhandschrift.

Für Kulturreferent Thomas Weitzel, der Wengenroth als Festivalleiter nach Augsburg geholt hatte, ging dieses Konzept jedenfalls auf: „Patrick Wengenroth ist es mit seinem Festival gelungen, das Werk Brechts von seiner politischen und diskursiven Seite auszuleuchten. Konventionelle Gattungsgrenzen wurden dabei oftmals ganz im Brechtschen Sinne gesprengt, um dessen Werk aus unterschiedlichsten Perspektiven mit der Gegenwart und ihren drängenden Fragen zu konfrontieren.”

Eine finale Entscheidung des heutigen Kulturausschusses ist nicht zu erwarten. Fest steht aber, dass die Tür für Wengenroth weit offen steht.