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“Genauso wie die Welt sich ständig und rasant verändert, tue ich das auch”

Interview mit Patrick Wengenroth

Ob das diesjährige Brechtfestival, das am kommenden Freitag mit einer Doppelpremiere beginnt, unter seinem neuen künstlerischen Leiter Patrick Wengenroth ein Erfolg wird oder nicht, lässt sich nicht aus dem Programmheft herauslesen. Was sich aber vorab sagen lässt, lässt sich sehr wohl vom Programmheft ableiten: Wengenroth und Co. legen nach acht Jahren “Brechtfestival-Schlagermusik” eine neue Platte auf, vermutlich eine richtig aufregende. “Warum sollte ich unbedingt das Festival mit meiner Revue eröffnen? Das wäre ja wahnsinnig eitel. Ich bin ein Baustein im Rahmen einer gesamten Festival-Textur und das ist auch gut so.” So Patrick Wengenroth im Gespräch mit DAZ-Herausgeber Siegfried Zagler.

Patrick Wengenroth (c) DAZ

Patrick Wengenroth (c) DAZ


DAZ: Herr Wengenroth, soviel ich weiß, gab es bereits 2015 (oder wars schon 2014?) eine Kontaktaufnahme zwischen der Stadt (Thomas Weitzel) und Ihnen. Wie sah das aus?

Wengenroth: Es gab im Verlaufe des Jahres 2015 erste Gespräche mit der Schauspieldirektion des Theaters Augsburg – Maria Linke und Oliver Brunner – über eine Zusammenarbeit mit mir als Regisseur. Anfang 2016 gab es dann erste Signale seitens der Kulturpolitik der Stadt Augsburg, mit mir über die Künstlerische Leitung des Brechtfestivals 2017 ins Gespräch zu kommen. In Anbetracht des nun in zwei Tagen beginnenden ersten Festivals unter meiner Leitung finde ich es aber – ehrlich gesagt – etwas müßig diesen Kommunikationsweg nochmals darzustellen. Mein Entwurf fand letzten Endes die Zustimmung der Verantwortlichen und nun steht das Programm und jeder hat jetzt endlich die Gelegenheit, sich in den kommenden 10 Festivaltagen selbst ein Bild zu machen, und mit mir und den eingeladenen Künstlern darüber in einen Dialog zu treten: über Brecht, das Festivalprogramm und die Frage, ob Kunst ein Motor zur Veränderung unserer Welt sein kann. (mehr …)



Sinfoniekonzert: Romantisches Familientreffen

Mit Hilfe seiner ungarischen Weggefährten nimmt Domonkos Héja dem Augsburger Konzertpublikum die Angst vor Romantik

Von Halrun Reinholz

„Angst vor Romantik?“ heißt die bange Frage, die dem 5. Sinfoniekonzert als Motto vorangestellt wurde.  Für das Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester von Johannes Brahms hat GMD Domonkos Héja überzeugende Schützenhilfe geholt: Barnabás Kelemen (Violine) und László Fenyö (Violoncello) sind Weggefährten aus Budapest, die mit ihrem Part als gut eingespieltes Team mit Witz und Temperament überzeugten. Als Zugabe gaben sie dem jubelnden Publikum noch eine Kostprobe ihrer Virtuosität mit der Passacaglia von Halvorsen nach Georg Friedrich Händel. Deswegen allein hätte sich der Konzertbesuch schon gelohnt. Lange hat das Augsburger Publikum darauf gewartet, wieder einmal in den Genuss von so virtuosen Gastsolisten zu kommen, entsprechend stürmisch war der Applaus.

Im zweiten Teil ging es ebenfalls ungarisch zu. Ernö (Ernst) von Dohnányi, ein erklärter Lieblingskomponist des Generalmusikdirektors und hierzulande eher wenig bekannt, kam mit seiner Sinfonie Nr. 1 d-Moll zur Präsentation. 40 Jahre jünger als Brahms, fühlte er sich dessen Tonsprache (und der Tradition von Richard Wagner oder Tschaikowski) eher verpflichtet als Zeitgenossen wie Schönberg oder auch seinen zeitgenössischen Landsleuten Béla Bartók und Zoltán Kodály. Das opulente spätromantische Werk mit fünf Sätzen und einer „Fuga“ zum Abschluss hat der Komponist schon im Alter von 23 Jahren geschrieben. Es verlangte einzelnen Musikern im Orchester (vor allem den Bläsern) einiges an persönlichem Einsatz ab, den das Publikum zu schätzen wusste. Ohne jede Paprika-Folklore wurde der Konzertabend in der Kongresshalle letztlich zu einem runden ungarischen „Familientreffen“, durchaus zum Vergnügen des Publikums, dem nicht Alltägliches geboten wurde. “Angst” vor Romantik brauchte man hier nicht zu haben.



FCA-Statement vor Leipzig-Spiel

Der FC Augsburg trifft am kommenden Freitagabend (20.30 Uhr) in der Augsburger WWK Arena auf RB Leipzig und hofft auf eine “friedliche Atmosphäre” im Stadion. Nach dem Motto “Hoffnung ist gut, Kontrolle ist besser” kündigt der FCA für das Leipzig-Spiel verschärfte Sicherheitsvorkehrungen an.

“Beleidigungen und Diffamierungen möchten wir beim FCA keinen Raum geben, wenngleich auch kritische Meinungsäußerungen möglich sein müssen”, so der FCA  im Vorfeld der Partie gegen RB Leipzig.

Plakate oder Banner die den Grundsätzen der freien Meinungsäußerung folgten, würden nicht untersagt werden, aber sie müssen im Vorfeld des Spiels beim Verein angemeldet und genehmigt werden, wie es in einer Presseerklärung heißt.

Neben dieser Anmeldung ergreift der FCA im Vorfeld weitere Maßnahmen: So werden gegen Leipzig die ohnehin schon strengen Sicherheitsvorkehrungen weiter verstärkt. Neben der Tatsache, dass die Anzahl der Ordnungskräfte aufgrund der Sicherheitslage der letzten Monate bereits erhöht wurde, werden gegen den Tabellenzweiten nochmals zusätzliche Kräfte im Einsatz sein. Auch die Abstimmung und der Austausch mit den Sicherheitsbehörden wurden nochmals intensiviert, um alle uns möglichen Maßnahmen im Vorfeld des Spiels zu ergreifen. Am Spieltag selbst wird eine Sektorentrennung erfolgen, die je nach Sicherheitslage auch in den Heimbereichen durchgeführt werden kann.

Ebenfalls hat der FCA im Hinblick auf das Spiel am kommenden Freitag das Gespräch mit der aktiven Fanszene gesucht und auf die Maßnahmen hingewiesen.

Abschließend möchte der FCA noch einmal festhalten, dass eine kritische Auseinandersetzung mit dem Konstrukt RB Leipzig grundsätzlich möglich sein muss. Dies rechtfertigt jedoch in keinster Weise Gewalt, Hass, Diffamierungen oder Beleidigungen.

In diesem Sinne appelliert der FCA im Vorfeld an jeden einzelnen Stadionbesucher, durch sein mitmenschliches Handeln für eine friedliche Atmosphäre in der WWK ARENA zu sorgen.