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FCA holt in Darmstadt drei Punkte

Der FC Augsburg gewinnt in Darmstadt 98 mit 2:1 und verschafft sich mit diesem Auswärtssieg wieder Luft im Abstiegskampf. Darmstadt 98 ging durch Marcel Heller (48.) in Führung. FCA-Kapitän Paul Verhaegh (55./Foulelfmeter) und Raúl Bobadilla (85.) erzielten die Tore für den FCA.

Von Siegfried Zagler

Augsburgs Coach Manuel Baum stellte seine halbe Startelf nach der Heimniederlage gegen Leverkusen um und setzte auf Stafylidis, Kacar, Moravek, Halil Altintop und Ji, die für Janker, Max, Teigl, Usami und den verletzten Baier (Adduktorenprobleme) aufliefen. Ein besonderes Spiel für Halil Altintop, der bei den Lilien seinem Bruder begegnete.

Beide Mannschaften spielten Destruktionsfußball, weshalb es bis zur 32. Minute dauern sollte, bis sich die erste Torchance ereignete: Bobadilla und Halil Altintop spielten das Leder mit einem Doppelpass in den Strafraum, aber Darmstadts Keeper Michael Esser war einen Tick schneller am Ball als Bobadilla. Mehr gibt es zu der vermutlich schlechtesten ersten Halbzeit dieser Bundesligasaison nicht zu vermelden. Die Hausherren waren nicht in der Lage, zu einem einzigen Abschluss zu kommen. Geordnete Spielzüge gab es nicht, alles blieb Stückwerk und hilfloses Gebolze nach vorne.

Kurz nach Wiederanpfiff musste man für den FCA das Schlimmste befürchten: Nach einem Einwurf für Darmstadt in der FCA-Hälfte sprang Stafylidis am Ball vorbei, dann stellten sich bei Verteidigung Hinteregger und Verhaegh an, so dass Marcel Heller freistehend den Ball stoppen konnte, um ihn mühelos einzunetzen (48.). Doch die Replik der Augsburger kam postwendend. In der 54. Minute foulte Alexander Milosevic Dominik Kohr im Sechzehner elfmeterreif und Paul Verhaegh verwandelte sicher zum 1:1-Ausgleich.

Die Partie wurde nun von beiden Mannschaften mutiger geführt, aber an spielerischer Klasse und Strafraumszenen mangelte es weiterhin. Die Augsburger zeigten sich einen Tick besser als die Hausherren, die nach vorne noch harmloser agierten als die Brechtstädter. Als in der 65. Minute der Augsburger Altintop ohne Tempo aufzunehmen den Ball nach vorne führte, hatte er gefühlt 4 Sekunden Zeit, den mitlaufenden Bobadilla mitzunehmen oder in den Raum zu schicken, doch Altintop spielte das Leder erst dann zu Bobadilla, als dieser im Abseits stand und sich Darmstadt in der Mitte wieder formiert hatte. Diese irrwitzige Szene soll deshalb protokolliert sein, weil sie symptomatisch für das kopflose Spiel der Augsburger war.

In der 77. Minute bekam schließlich der eingewechselte Moritz Leitner via Zufall eine Schusschance, doch Leitner wurde unkorrekt an einem kontrollierten Schuss gehindert. Ein überlegter Heber des schön freigespielten Bobadilla über Esser hinweg entschied schließlich das Spiel in der Schlussphase (85.).

Bereits am Freitag treffen die Augsburger in der WWK Arena (20.30 Uhr) auf RB Leipzig.

FCA: M. Hitz; – P. Verhaegh; M. Hinteregger; G. Kacar; K. Stafylidis; – J. Koo; D. Ji; J. Moravek; H. Altintop; D. Kohr; – R. Bobadilla;

Eingewechselt: R. Framberger (90.); M. Leitner (77.); J. Günther-Schmidt (89.);

Ausgewechselt: J. Koo (90.); J. Moravek (77.); R. Bobadilla (89.); –

Auswechselbank: I. Gelios (TW); C. Janker; P. Max; T. Usami;

Tore:

0:1 Marcel Heller (48.),

1:1 Paul Verhaegh (55.) Elfmeter,

2:1 Raúl Bobadilla (85.).





FCA: Hinter dem Böllenfalltor kommt der Abgrund

Der FC Augsburg gastiert am heutigen Samstag (15.30 Uhr) in Darmstadt. Sollte der FCA beim Tabellenletzten verlieren, stehen die Augsburger wieder bis zur Hüfte im Abstiegskampf.

Von Siegfried Zagler

Die Ausgangssituation ist schnell beschrieben: Am Tabellenende haben alle Mannschaften zugelegt und ihren Modus im Abstiegskampf gefunden, während die Augsburger nach zwei Niederlagen in Folge offenlegten, dass sie auf der Stelle treten und der Trainerwechsel nach dem 14. Spieltag nicht viel Gutes bewirkt hat.

Man kann den Augsburgern attestieren, dass sie unter Manuel Baum stets bemüht sind, ihre Angriffssituation zu Ende zu spielen. Daraus entstehen aus dem Spiel heraus mehr Torchancen, die zwar zu selten genutzt werden, aber immerhin ist diesbezüglich ein Fortschritt zu erkennen.

Allerdings: Der Abstieg ist mit anderen Mitteln zu bekämpfen. War unter Dirk Schuster in den ersten 14 Spielen die Augsburger Abwehr eine sichere Bank, ist sie unter Manuel Baum zu einem Sorgenkind geworden: Sieben Gegentore in drei Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Viel zu oft werden in Ballbesitz leichte Bälle verloren und allzu oft ist dabei Augsburgs Linksverteidiger Max verstrickt, der zur festen Stammformation gehört. Paul Verhaegh, seines Zeichens Rechtsverteidiger, befindet sich seit vielen Spielen in einem „Fehlervermeidungsmodus“. Nach vorne gehen vom FCA-Kapitän kaum noch Impulse aus und gegen den Ball ist sein Spiel ebenfalls zu zögerlich geworden. Daniel Baier, lange Zeit ein unverzichtbarer „Supersechser“, befindet sich in einer Formkrise und ist derzeit mehr Belastung denn Verstärkung. Spielt Gouweleeuw nicht, wirkt der grundsolide auftretende Martin Hinteregger im Abwehrzentrum zuweilen überlastet, da Janker die Handlungsgeschwindigkeit fehlt, die Gouweleeuw auszeichnet.

Moraveks Verletzungsanfälligkeit ist in Augsburg sprichwörtlich geworden und Usami, der links außen für offensive Spielkultur sorgen sollte, ist nicht konstant und mit geringer Durchsetzungsfähigkeit geschlagen. Mit Caiuby und Finnbogason sind zwei als Stammspieler vorgesehene Offensivspieler langzeitverletzt und der zuletzt formstarke Bobadilla ist immer noch verrückt genug, um sich in unnötige Zweikämpfe zu begeben, die nichts außer Verletzungsgefahr bringen.

Augsburgs Winterzugang fehlt bisher der Nachweis, dass er der Bundesligahärte gewachsen ist. Moritz Leitner ist wohl eher eine Option für die Zukunft als eine konkrete Hilfe im Abstiegskampf.

Trotz der aufgezählten Baustellen muss festgehalten werden, dass der Augsburger Kader stark genug sein sollte, um einen direkten Abstiegsplatz vermeiden zu können. Auf mehr darf man nicht hoffen: Bremen (22 Punkte) kommt auf, Hamburg (20) wird von Spiel zu stärker und Wolfsburg (22) kommt sicher auch noch in Tritt. Außerdem ist in dieser Saison nicht damit zu rechnen, dass ein Klub, der aktuell vor dem FCA (24 Punkte, Platz 13) in der Tabelle steht, die Kontrolle verliert und sich selbst erschießt, wie das bei den Stuttgartern in der vergangenen Saison der Fall der war: Am 21. Spieltag stand der VfB damals mit 27 Punkten im Mittelfeld. Nach dem 34. Spieltag stiegen die Schwaben mit 33 Punkten ab.

Sollte der FCA also heute gegen 17.18 Uhr das Darmstädter Böllenfalltor als Verlierer verlassen, ginge in Augsburg nach drei Niederlagen in Folge das Wort „Krise“ um. Schließlich ist nicht damit zu rechnen, dass man das nachfolgende Heimspiel gegen den bärenstarken Tabellenzweiten Leipzig gewinnt. Am 24. Spieltag müssen die Augsburger auf Schalke die Klingen kreuzen. Gut möglich, dass der FCA nach diesem Spieltag bereits am Abgrund steht, würde er heute bei den Darmstädter Lilien verlieren.

In Darmstadt zählt für den FCA also nur ein Sieg. Dass das gegen die Lilien machbar ist, muss an dieser Stelle nicht erklärt werden.