DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
DAZ-Archiv - www.daz-augsburg.de

Brechtfestival: Kulturbeirat will Wengenroths Engagement bis 2019 verlängern

Der Kulturbeirat kommt vor dem Hintergrund des aktuell von Festivalleiter Patrick Wengenroth präsentierten Brechtfestival-Programms für 2017 zu einer empfehlenden Meinungsbildung und übermittelte diese auf der heutigen Sitzung dem Kulturausschuss.

Patrick Wengenroth

Patrick Wengenroth


In dem Papier, das dem Kulturausschuss heute vorgelegt wurde, heißt es, der Kulturbeirat begrüße das von Patrick Wengenroth vorgelegte Programm und dessen zugrundeliegendes Konzept. Die Planungsarbeit und Programmrealisierung verdiene nicht nur angesichts der kurzfristigen Schließung des Großen Hauses und des fehlenden Interimsersatzes hohe Wertschätzung. Ihm sei es vor dem Hintergrund der räumlich-logistischen Notlage gelungen, ein aufregendes, zukunftsfähiges und geistreiches Festivalformat zu entwickeln: „Es changiert ausgewogen zwischen Tradition und Innovation, nimmt „Brecht und Augsburg“ ernst und trägt dabei eine ganz eigene Handschrift.“

„Im Sinne einer strukturellen Verstetigung, einer nachhaltigen öffentlichen Wahrnehmung und einer lebendigen Brechtpflege plädiert der Kulturbeirat, auf eine Verlängerung des Vertrags mit Herrn Wengenroth bis 2019 hinzuarbeiten“, wie der Kulturbeirat vorschlägt. Der so engagiert wie kompetent gestartete Leiter sollte nach Ansicht des Beirats das diesjährige Festival mit gestärktem Rücken angehen können.

„Die Vitalität, mit der die Stadt Augsburg ihr Brechtfestival begeht“, solle nach Vorstellungen des Beirats auch den anderen Bereichen der Brechtpflege zugute kommen: „Das Brechthaus ist mit neuem Leben zu füllen, etwa als Ort der Literaturvermittlung; Pläne, das Haus auch als Künstlerresidenz zu nutzen seien ausdrücklich erwünscht.“ Ebenso begrüßt der Beirat Überlegungen zur Profilschärfung des Brechtpreises.

Auch die Fraktion der Grünen will mit Wengenroth länger planen

Wie der Kulturbeirat können sich auch die Grünen vorstellen, künftig weiter mit Festivalleiter Wengenroth zusammenzuarbeiten. „Wie schon früher von uns eingebracht und diskutiert, ist es für uns wichtig, dass alle 3 Jahre ein Festivalleiter mit neuen Impulsen für die Beschäftigung mit Brecht in die Stadt kommt. Wengenroth hat in sehr kurzer Zeit und in einer sehr schwierigen Lage bezüglich der Spielorte ein sehr gutes Festivalprogramm auf die Beine gestellt und dabei die lokale Szene mitgenommen. Außerdem hat er dem Thema kulturelle Bildung gut Raum gegeben und einen guten Umgang mit dem Theater gefunden. Der Kulturausschuss hat nun beschlossen, von Herrn Wengenroth ein Konzept für 2018 einzuholen. Wir Grüne hätten, wie der Kulturbeirat, auch gleich ein Konzept für zwei weitere Jahre in Auftrag gegeben, Herrn Wengenroth damit in Aussicht gestellt für diesen Zeitraum zu verlängern, und damit beim 3-jährigen Rhythmus zu bleiben.“ So die kulturpolitische Sprecherin der Stadtratsfraktion Verena von Mutius in einer Stellungnahme der Grünen.



Das Ende eines Gerüchts

Peter Grab und die WSA werden nicht bei den Freien Wählern eintreten. Nach einer kurzen DAZ-Recherche hat sich ein Gerücht erledigt, das seit Wochen durch die Stadt geisterte.

Peter Grab

Peter Grab


Die Freien Wähler in Augsburg leiden an einer Konstellation, die es in dieser Form bei allen Freien Wählern in Bayern gibt, nämlich an einer Doppelstruktur, die deshalb entstanden ist, weil die Freien Wähler, die zuerst „nur“ in zahlreichen Kommunalparlamenten vertreten waren, sich als Partei organisieren mussten, als sie 1998 für den Bayerischen Landtag kandidierten. Das Gerücht, das nun seit Wochen in Augsburg und der Region umgeht, dass nämlich der Augsburger Polit-Verein WSA geschlossen über die FW-Landespartei eintritt, um dann mit 93 WSA-Mitgliedern die FW Kreisvereinigung Augsburg, die derzeit zirka 40 Mitglieder zählt, zu „übernehmen“, quälte die Freien Wähler – bis heute.

Heute trat Peter Grab auf Anfrage diesem Gerücht entschieden entgegen. Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Augsburg ist bei der WSA Frontmann und Führungsfigur. „Die WSA bleibt die WSA“, so Grab, der zwar nicht kategorisch ausschließen wollte, dass er sich „irgendwann“ mit der Wählervereinigung WSA unter das Dach der Landespartei begeben könnte, „doch das müsste eine WSA-Mitgliederversammlung entscheiden“, so Grab zur DAZ. „Die WSA hat derzeit 93 Mitglieder und einen Lauf“, so Grab, weshalb es aktuell nicht einen Grund gäbe, den Freien Wählern beizutreten. „Die WSA wird als WSA 2020 in den Augsburger Kommunalwahlkampf gehen“, so Grab.

Volker Schafitel

Volker Schafitel


Für den Frontmann der Freien Wähler in Augsburg, Volker Schafitel, ist das „völlig uninteressant“, so Schafitel auf Anfrage. „Mit Peter Grab als Dauerwechsler können wir nichts anfangen, weshalb die Freien Wähler in Augsburg Peter Grabs Parteieintritt nicht annehmen würden. Eine dementsprechende Empfehlung würden wir dem Landes- und Bundesvorstand vermitteln. Ich bin mir inzwischen sicher, dass Peter Grab unter dem Dach der Freien Wähler keinen Platz finden würde – auch wenn er dies wollte.“



Back to the roots – Bringing It All Back Home

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres „125 Jahre Maria-Theresia-Gymnasium“ kehrt der Kabarettist Felix Oliver Schepp für einen Abend an seine ehemalige Schule nach Augsburg zurück.

Felix Schepp gehörte in den späten 90er Jahren zu den Stars des M.T.heaters.  Zusammen mit Petra Schiller, die heute als Dramaturgin am Theater in Kassel arbeitet, zeigte er in dem Kultstück „Per Anhalter durch die Galxis“ als zweiköpfiger Großverbrecher Zaphoid Beeblebrox sein großes Talent.

Bereits während seiner Schulzeit trat Felix Schepp als Knabensolist der Domsingknaben auf. Seine diversen Musikkabarett-Programme waren mehrfach im hoffmannkeller zu sehen und zu hören, zuletzt gastierte er in der Kresslesmühle. Felix Schepp wurde 2012 für seinen schrägen Nonsens und seine skurril-poetischen Einfälle mit dem Deutschen Chanson-Nachwuchspreis 2012 ausgezeichnet. In der alten Schulturnhalle an der Gutenbergstraße gastiert er am Donnerstag, den 09. Februar um 19:00 Uhr mit dem Kabarett-Konzert ZeitLoope.

Karten für die Veranstaltung am Maria-Theresia-Gymnasium (Gutenbergstr. 1) gibt es für 12 € (Schüler und Studenten 8 €) im Sekretariat der Schule (Tel. 0821 324-1500).



CSM: Stadtratsfraktion löst sich auf

Die Fraktion der Christlich Sozialen Mitte (CSM) im Augsburger Stadtrat gibt es nicht mehr.

Die letzte CSM-Stadträtin im Augsburger Stadtrat: Claudia Eberle

Die letzte CSM-Stadträtin im Augsburger Stadtrat: Claudia Eberle


Nach Informationen der DAZ ist die dreiköpfige CSM-Fraktion Geschichte. CSM-Stadtrat Rolf Rieblinger und CSM-Stadtrat Dimitrios Tsantilas haben ihr CSU-Eintrittsformular heute in der Geschäftsstelle abgegeben und treten mit sofortiger Wirkung aus der CSM-Fraktion aus und sind somit vollwertige Mitglieder der CSU und der CSU-Fraktion im Augsburger Stadtrat. Damit steigt die Zahl der CSU-Mitglieder in den Fachausschüssen um eine Person, da der CSM-Sitz an die CSU geht. Die Zahl der Mitglieder der CSU-Fraktion steigt somit von 24 auf 26 Personen. Wenn man FDP-Hospitant Markus Arnold, der in der CSU-Fraktion vollumfängliches Stimmrecht hat, dazu zählt, befindet sich die CSU mit nun 27 Fraktionsmitgliedern auf einem Rekordstand. Ein Umstand, der auch der damaligen AfD-Krise geschuldet ist, als mit Lis und Zander zwei AfD-Stadträte die rechtspopulistische Partei verließen. Thomas Lis schloß sich Pro Augsburg an und  Marc Zander der CSU. Die Hintergründe der aktuellen Wechselvorgänge sind (noch) nicht bekannt. Rolf Rieblinger hatte seine Rolle in der Opposition nie gefunden und fühlte sich trotz seines damaligen Austritts der CSU emotional stets verbunden. Auch soll die Chemie zwischen ihm und der CSM-Chefin Eberle nicht mehr gestimmt haben, wie es hieß. Bei Dimitrios Tsantilas, der selten an der CSU ein gutes Haar finden wollte, liegen keine Informationen vor. Tsantilas wird ein sehr gutes Verhältnis zu OB Gribl nachgesagt. Auch die letzte im Stadtrat verbliebene CSM-Stadträtin, die ehemalige CSM-Fraktionsvorsitzende Claudia Eberle, konnte auf Nachfrage keine genauere Erklärung für Tsantilas´ Rückkehr finden.
Ob sie nun die CSM Richtung Pro Augsburg verlassen werde, wollte Eberle der DAZ nicht verraten. Sie wolle erst mit dem Verein sprechen, dann werde sie weitersehen, so Eberle zur DAZ. Die CSM wurde als Polit-Verein im Herbst 2011 auf dem Höhepunkt der innerparteilichen CSU-Querelen gegründet. Sechs Stadträte traten aus der CSU im Spätsommer 2011 aus und bildeten eine eigene sechsköpfige Fraktion im Stadtrat. Die CSM war geboren. Prominentester Stadtrat der CSU-Rebellen war der damalige Finanzreferent Hermann Weber.Die Kommunalwahl 2014 verlief für die CSM enttäuschend, da ihre Fraktion vom Wähler halbiert wurde.
update: Nach Veröffentlichung des Artikels meldete sich Claudia Eberle bei der DAZ, um richtigzustellen, dass sie die CSM auf keinen Fall verlassen werde. Falls sie in die Pro Augsburg Fraktion eintreten sollte, dann würde sie dennoch CSM-Mitglied bleiben.