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Konzert: Eine Stunde für Streicher

Am morgigen Sonntag, den 29. Januar 2017 findet ab 11.00 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses das Sonderkonzert “Eine Stunde für Streicher” statt.

Nach „Eine Stunde Sturm und Drang“ und „Eine Stunde Mozart“ stehen im diesjährigen Konzert im Goldenen Saal die Streichinstrumente im Mittelpunkt. Während Mendelssohns frühe Sinfonia Nr. 2 noch der (Früh-)Klassik Carl Philipp Emanuel Bachs, Haydns und Mozarts verhaftet ist, zeigt die zehnte Sinfonia den 14-jährigen bereits als selbstständigen Komponisten mit einer eigenen Klangvorstellung. Die Sinfonien umrahmen zwei Kompositionen für Streichorchester und Solo-Bratsche: Schuberts „Sonate für Klavier und Arpeggione“ – eine Kreuzung aus Gitarre und Cello – sowie Hindemiths ergreifenden musikalischen Nachruf auf den verstorbenen König George V., die „Trauermusik“.

Das Programm:

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Sinfonia Nr. 10 h-Moll,

Paul Hindemith (1895-1963): „Trauermusik,“

Franz Schubert (1797-1828): „Arpeggione-Sonate“, bearbeitet für Viola und Streichorchester,

Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonia Nr. 2 D-Dur.

Ausführende:

Artist in Residence Ruth Killius, Viola,

Augsburger Philharmoniker,

Lancelot Fuhry, Dirigent.



FCA holt drei Punkte in Wolfsburg

Der FC Augsburg zeigte sich in Wolfsburg auf Augenhöhe und gewinnt am Ende vor 25.000 Zuschauern mit 2:1 in der VW Arena. Die Tore erzielten Halil Altintop (25.) und Dominik Kohr (69.) für den FCA und Mario Gomez (4.) für Wolfsburg.

Von Siegfried Zagler

FCA-Trainer Manuel Baum musste im Vergleich zur 0:2-Heimniederlage gegen die TSG Hoffenheim die grippekranken Verhaegh und Schmid pausieren lassen. Zusätzlich fielen Stafylidis (5. Gelbe Karte) und Baier (Achillessehnenprobleme) aus. Für sie rückten Framberger, Altintop, Usami und Bobadilla in die erste Elf.

Bereits nach vier Minuten geriet der FCA in Rückstand: Nach einem Framberger-Foul flankte Malli den ruhenden Ball auf den zweiten Pfosten. Dort touchierte Mario Gomez das Leder noch leicht mit dem Kopf und erzielte in Abseitsstellung die Führung der Wolfsburger. Die erste Chance der Augsburger ereignete sich in der 14. Minute, als Ja-Cheol Koo aus spitzem Winkel an Diego Benaglio im Wolfsburger Tor scheiterte. Kurz darauf Raúl Bobadilla den Wolfsburger Keeper nicht überwinden (18.). Der FCA bekam nun Oberwasser und erzielte in der 25. Minute den kuriosen Ausgleichstreffer durch Altintop, der Benaglio anlief und dafür hochkarätig belohnt wurde. Benaglios Befreiungsschlag verunglückte und von Altintops Kopf prallte der Ball an die Latte und der zweite Kopfball Altintops markierte das zu diesem Zeitpunkt hochverdiente 1:1.

Das Spiel war nun völlig offen und mit einem spektakulären Doppelfehler nahm sich Moravek selbst aus dem Spiel. Zuerst wollte der Tscheche in Bedrängnis an der Mittellinie den Ball unter Kontrolle bringen und verlor das Leder leichtfertig an Ntep, der mit dem freien Raum wenig anfangen konnte: Framberger konnte in höchster Not die Situation klären (38.). In der gleichen Spielminute vertändelte auf unerträgliche Weise Koo rechts außen einen sicheren Ball, der dann zu Ntep kam, der von Moravek, als er in den Strafraum eindrang elfmeterreif gefoult wurde. Der fällige Elfmeter blieb aus. Schiedsrichter Bastian Dankerts einziger grober Fehler. Bei seinem Foul verletzte sich Moravek, der wenig später von Kohr ersetzt wurde. Das Unentschieden zur Pause entsprach dem Spielverlauf.

In der zweiten Halbzeit schien der FCA wieder den Faden zu verlieren. Bobadilla und Altintop liefen nicht mehr so konsequent an und die Wolfsburger hätten genug Platz und Möglichkeiten gehabt, in Führung zu gehen. Die Drangperiode mit drei Torchancen überstand der FCA schadlos und fand nach 60 Minuten wieder in die Partie. Der Siegtreffer fiel gar nach einer mustergültigen Kombination durch Kohr: Altintop spielte rechts Framberger frei, der flach wie präzise auf den heraneilenden Kohr flankte, der aus fünf Metern einnetzte (69.).

Die enttäuschenden Wolfsburger fanden keine Antwort. Am Ende hatte der zwischenzeitlich eingewechselte Teigl die Entscheidung auf dem Fuß, aber bei der genauen Flanke von Max versagten dem Youngster die Nerven (86.).

Die erwartete Drangphase der Wölfe blieb auch in der Nachspielzeit aus, was auch mit dem Abwehrverhalten der Augsburger zu tun hatte. “Es war beeindruckend, dass wir trotz des frühen Rückstands weiter an unseren Plan geglaubt haben. So sind wir zum Ausgleich gekommen, hatten dann nach der Pause noch einmal Probleme, weil wir in dieser Phase unser Pressing nicht durchziehen konnten, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der geschlossenen Mannschaftsleistung”, so kommentierte FCA-Trainer Manuel Baum die Partie, in der sich der FCA nach vorne besonders im Spiel über den rechten Flügel durch den Einsatz von Framberger stark verbessert zeigte.

Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) hätte der FCA die Gelegenheit, gegen Werder Bremen seinen zweiten Heimsieg einzufahren.

FCA: M. Hitz; – P. Max; R. Framberger; J. Gouweleeuw; M. Hinteregger; – J. Moravek; H. Altintop; J. Koo; T. Usami; D. Ji; – R. Bobadilla.

Eingewechselt: G. Teigl (62.); G. Kacar (88.); D. Kohr (40.);

Ausgewechselt: J. Moravek (40.); T. Usami (62.); R. Bobadilla (88.);

Auswechselbank: A. Luthe (TW); C. Janker; T. Rieder.

Tore: 0:1 Mario Gomez (4.) / 1:1 Halil Altintop (25.) / 2:1 Dominik Kohr (69.).



Zukunft(s)musik in musealem Ambiente

Unter der Überschrift „Kommentare“ präsentierten sich die Augsburger Philharmoniker mit neuer Musik einem leider sehr spärlichen Publikum im MAN-Museum

Von Halrun Reinholz

Thomas Herzog (c) thomasherzog.ch

Neue Musik klingt für so manchen Klassikhörer eher bedrohlich, ungern lässt man sich auf Disharmonien ein. Und dennoch kann man auch Spaß haben am spielerischen Umgang mit dem Konventionellen, Vertrauten. Wie unterschiedlich neue Musik außerdem sein kann, zeigten die Augsburger Phliharmoniker im geräumigen Saal des MAN-Museums. Eine wunderbare Spielstätte übrigens: groß, mit einer nutzbaren Empore. Hauptsponsor MAN bietet den Augsburgern Philharmonikern damit neben der finanziellen auch logistische Unterstützung in diesen prekären Zeiten der Raumsuche.

Von Arnulf Herrmann, Jahrgang 1968, kam das Einstiegsstück  „Fiktive Tänze“ aus dem Jahr 2008.  Ausgehend von einem „realen“ Tanz („Gerader Tanz“ – auch nur noch schwer als solcher zu erkennen) spielt der Komponist mit Rhythmen und Harmonien, sehr zum Vergnügen der Musiker, dem man sich als Zuhörer schließlich auch ergibt. Schwerer tat man sich als harmonieverwöhnter Musikhörer mit dem zweiten Stück, „AZ für Ensemble“ von Mark André (Jahrgang 1964). Hier wurden die Musiker zu sehr ungewöhnlichen Handlungen an ihren Instrumenten aufgefordert, zum Klopfen und Kratzen – etwa mit der Kreditkarte statt mit dem Geigenbogen. Auch die Bläser gaben „flüsternde“ Töne von sich. Zum Glück hatte Thomas Herzog, der Dirigent, das Publikum adäquat darauf vorbereitet. Man merkte seinem Dirigierstil an, dass er als ehemaliger Schlagzeuger den Rhythmus besonders im Fokus hat, was bei neuer Musik sicher ein dankbarer Ansatz ist. An seinem derzeitigen Wirkungsort Basel ist er übrigens explizit Ballettdirigent.

Doch zurück zur Neuen Musik. Für das Hauptstück des Abends war eine Umbaupause nötig, denn Tristan Murail (Jahrgang 1947) hatte für sein Stück „Légendes urbaines“ aus dem Jahr 2006 eine ganz bestimmte Orchesterzusammensetzung vorgesehen: Ein Streichquartett neben dem „Ensemble“ , eine „Oboe in der Ferne“ und “Blechbläser auf der Empore”.  Das Stück entstand als Auftragswerk zum Thema Großstadt, im speziellen Fall die Stadt New York, und präsentiert sich deshalb als eine Art Spaziergang durch New York. „Promenaden“ genannte Zwischenstücke führen zu konkreten Zielen wie „Staten Island Ferry“ oder “George Washington Bridge”, dazwischen greifen die Stücke Impressionen wie „Sunday Joggers“ auf. Eine sehr vergnügliche Reise, die (wie der Komponist selbst auch deutlich macht) nicht an die Stadt New York gebunden ist, sondern das Großstadtflair generell zum Thema hat. Die Philharmoniker präsentierten dieses ungewöhnliche Werk – zum Umbau gehörte auch die Ausstattung der Notenständer mit langen Holztafeln, weil die Noten offenbar vom Standardformat deutlich abwichen – in deutscher Erstaufführung.

Schade, dass neue Musik so wenig Publikum anlockt. Wenn sie musikalisch wie didaktisch so souverän und unaufgeregt vermittelt wird, wie von Thomas Herzog, ist so ein Abend ein echtes musikalisches Vergnügen.



Der “neue FCA” in Wolfsburg: Auch ein Sieg ist denkbar

Am heutigen Samstag (15.30 Uhr) trifft der FC Augsburg in der VW-Stadt Wolfsburg auf einen vermeintlichen Riesen, der in dieser Saison in eine schwere Krise schlitterte, die zum Rauswurf von Manager Klaus Allofs und zur Suspendierung von Trainer Dieter Hecking führte.

Von Siegfried Zagler

Langsam aber sicher kommen die Wolfsburger wieder in Tritt, sind aber noch lange nicht in der Verfassung, um vor ihnen über Gebühr Respekt haben zu müssen. Mit zuletzt drei Siegen gegen Frankfurt, Gladbach und Hamburg konnte sich die VW-Werkself vom Tabellenkeller in ein unsicheres Mittelfeld retten, ohne dabei sportlich zu überzeugen. Beim FCA sieht die Bilanz der letzten drei Spiele umgekehrt aus: Es gibt einen deutlichen sportlichen Aufschwung, der aber zu keiner Ergebnisverbesserung führte. Ein Sieg (Gladbach), ein Unentschieden (Dortmund), eine Niederlage (Hoffenheim).

Dass der Rauswurf von Dirk Schuster mit einer fußballphilosophischen Erklärung gerechtfertigt wurde, obwohl sich die sportliche Bilanz von Schuster sehen lassen konnte, ist in der Welt des Fußballs ein einzigartiger Vorgang, der allen Beteiligten bezüglich der damit verbundenen Unaufrichtigkeit noch lange in den Kleidern hängen wird. Der mit dem Trainerwechsel verbundene Systemwechsel haben Trainer Manuel Baum und Präsident Klaus Hofmann zu verantworten, da Manager Stefan Reuter eher den Eindruck vermittelt, mehr Pressesprecher des FCA-Präsidenten zu sein, als eine handelnde Managerpersönlichkeit. Sich über Nacht auf einen gravierenden Systemwechsel zu verständigen, ohne eine dementsprechende Kaderumbildung einzuleiten, würde vermutlich dafür sorgen, dass selbst die etwas verschlafenen Kollegen der lokalen Sportpresse erkennen könnten, dass sich Hofmann, Weinzierl und vermutlich Reuter in den letzten Jahren mit der Kaderbildung im strukturfreien Raum befanden.

Dass sich jetzt mit einer intensiven Jugendarbeit und einem jungen Trainerteam in Augsburg eine Fußball-Strategie entwickeln soll, die den aktuellen Tabellenstand nicht zum Maß aller Dinge erklärt, ist sehr zu begrüßen. Einzuwenden ist nur, dass man auch in der Lage sein sollte, dies auch zu kommunizieren. Der neue FCA sollte auch nicht sterben, wenn er mit seiner neuen Philosophie in der Zweiten Liga kicken müsste. Es darauf ankommen zu lassen, wäre allerdings fahrlässig, weshalb an dieser Stelle festzuhalten ist, dass der FCA, wenn er sich in den kommenden 48 Stunden nicht personell verstärkt, dies erst wieder in der Zweiten Liga tun könnte. Soviel zu den strukturellen Problemen der Augsburger.

Aktuell sieht es so aus, dass sich alle Bundesligamannschaften, die sich mit Abstiegssorgen plagen, im Aufwärtstrend befinden. Während der FCA sich mit Systemanalysen herumschlägt, hat die Konkurrenz personell dort nachgebessert, wo es in den vergangenen Spielen Defizite gab. Dennoch kann man auch als neuer FCA in Wolfsburg gewinnen, da die Wölfe nach Darmstadt die zweitschlechteste Heimbilanz haben und zu Hause noch weniger rissen als die Augsburger. Das Spiel in Wolfsburg ist also völlig offen, weshalb die DAZ von einem Unentschieden ausgeht.

Wichtiger als das Spielergebnis in Wolfsburg ist ohnehin die Frage, ob es noch Winterverstärkungen gibt.





Bombenstadt

Die DAZ hat ein neues Format, das dem Genre der Glosse einen Aufschwung verschaffen soll. Unter dem Pseudonym Helge Busch wird eine stadtbekannte Persönlichkeit mit Tarnkappe in regelmäßiger Unregelmäßigkeit einen ironisierenden oder beißenden Streifzug durch schwer betretbares Augsburger Gelände unternehmen.

Eine Bombenstadt?

Von Helge Busch

Dank eines PR-Coups hat Augsburg ein neues Markenzeichen: „Bombenstadt“. Hier wurde, wie in vielen anderen Städten, eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft, na sowas! Unserem findigen Juristen-OB gelang im Schulterschluss mit seinem Pop-PR-Chef Richard Goerlich endlich der ultimative PR-Gag „Bombenstadt Augsburg“. Das schießt die Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg auf den ersten Platz im Marketingranking Augsburg.

Bisher hatte diese Position die „Friedensstadt Augsburg“ inne. Der Frieden nach der Bombe jetzt nur noch Rang 2? Auf Rang 3 rückt die „Brechtstadt“ (BB wurde 1898 hier geboren), gefolgt von Mozart (Spielt der noch immer?) auf Rang 4. Auf Rang 5 verdrängt wurde Globalplayer Jakob Fugger, denn „Fuggerstadt“ zieht nicht so sehr wie eine Bombe. Rang 6 schließlich gebührt der „Universitätsstadt Augsburg“, auch, wenn man nicht merkt, dass in dieser Stadt kluge Köpfe zuhause sind. Auf Rang 7 platzieren wir die „Lutherstadt“ unter dem Werbegag: „KKK = Kirche, Kapitalisten, Krieg“, und, ach, fast hätt‘ ich’s vergessen: Über Rang 7 steht der Satz des Heraklit: „Panta rhei“ (Alles fließt), keineswegs den Bach hinunter, sondern zum Weltkulturerbe unter dem Markenzeichen: www. wasserstadt.de. oder www  =  was wann wo.de im OB-Presseorgan!