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Botanischer Garten heute geschlossen

Aufgrund der Witterungsverhältnisse muss der Botanische Garten heute geschlossen bleiben. Die Wege sind durch das Tauwetter sehr eisig und es besteht Unfallgefahr. Es wird damit gerechnet, dass spätestens im Verlauf des morgigen Vormittages bei anhaltender regnerischer Witterung die Eisplatten auf den Wegen abgeschmolzen sind.



Bundesliga: Baum wächst beim FCA, Weinzierl wackelt auf Schalke

In der Fußballbundesliga bleibt es an der Spitze spannend – dank Leipzig,  da die Leipziger am Samstag in einem echten Spitzenspiel die TSG Hoffenheim niederhielten, während die Bayern wieder unter ihren Möglichkeiten blieben und mit Mühe in Bremen einen Dreier erarbeiteten.

Von Siegfried Zagler

Haller-Denkmal - Foto: FCA

Haller-Denkmal - Foto: FCA


Eine weitere gute Nachricht des Wochenendes: Die Bundesliga ist innovativ wie nie zuvor. Im Kampf um die Champions League-Plätze befinden sich drei Mannschaften, die letzte Saison entweder gegen den Abstieg kämpften (Hoffenheim und Frankfurt) oder noch in der Zweiten Liga kickten (Leipzig).

In den Untiefen der Abstiegszone, die nach dem 18. Spieltag beim Tabellenzehnten Mainz (22 Punkte) beginnt, tummeln sich weiterhin Traditionsvereine wie Schalke, Gladbach oder Hamburg. Die prekäre Zone beginnt mit Mainz (22 Punkte). Dahinter folgen Schalke und der FCA (beide 21 Punkte). Während nach der neunten Niederlage auf Schalke Trainer Weinzierl zu wackeln beginnt, steht Manuel Baum beim FCA sicher auf der Rosenau-Wiese. Beim FCA überzeugten in Wolfsburg Framberger, Altintop, Bobadilla und Kohr, während Stafylidis, Baier, Schmid und Verhaegh nicht vermisst wurden. Ji spielte zwar, konnte aber seinen „Missverständnis-Status“ nicht verbessern, sondern gurkte wieder kraftlos mit dem Ball an den Außenlinien herum.

Immer wenn ein externer Fachmann die Mannschaft aufstellt, in der Partie gegen Wolfsburg der Arzt, kann ein Trainer nicht mehr viel falsch machen. Weshalb man an dieser Stelle kein Hohelied auf den neuen FCA-Trainer erwarten darf. Ob Manuel Baum die Klasse hat, die man bei einem Bundesligatrainer voraussetzt, konnte er am Wochenende nicht wirklich unter Beweis stellen. Die Mannschaft stellte sich, wie gesagt, fast von alleine auf – und Moravek während des laufenden Spiels durch Kohr zu ersetzen, war auch keine komplexe Maßnahme.

Festzuhalten ist darüber hinaus, dass das Wolfsburg-Spiel beim FCA vier Gewinner und fünf Verlierer hervorgebracht hat. Zuerst die Verlierer: Verhaegh und Schmid, die nicht vermisst wurden, da allein Raphael Framberger auf der rechten Seite bei seinem Startdebüt in einem Spiel mehr Beweglichkeit und Torgefährlichkeit erzeugte, als das Stamm-Duo in zahlreichen Spielen. Erstaunlich auch, dass das Fehlen von Baier keine Lücke hinterließ. Ein weiterer Verlierer ist Linksverteidiger Stafylidis, der für diese Position zu langsam wirkt. Und über Ji sollte man kein Wort verlieren, außer vielleicht, dass er selten den Nachweis der Bundesligatauglichkeit erbringt.

Neben Framberger, der mit seinem Spiel nach vorne Paul Verhaegh beschämte, gehört auch Raul Bobadilla zu den großen Gewinnern, da Bobadilla nach langer Verletzungspause ein Spiel in der Startelf begann, und dabei starke Szenen hatte. Insgesamt ist allerdings anzumerken, dass man mit 21 Punkten nur sechs Punkte von Platz 16 entfernt ist, der bekanntlich zwei Relegationsspiele verlangt, die in dieser Saison für den Erstligisten schwierig zu gewinnen sein werden.



Sternstunden: Ballettgala und Operngala mit Diana Damrau zum Ausklang der Spielzeit

Die letzte Spielzeit von Juliane Votteler soll nicht ganz sang- und klanglos im Chaos der Räumung des Großen Hauses untergehen und auch Ballettdirektor Robert Conn will sich gebührend vom Augsburger Publikum verabschieden. Darum gibt es zum Ende der Spielzeit die Ballettgala nach bewährtem Muster und als Glanzpunkt eine Operngala mit Diana Damrau und Nicolas Testé.

Von Halrun Reinholz

Robert Conn (c) Theater Augsburg

Auf einiges musste das Theaterpublikum in dieser Spielzeit verzichten, nicht nur auf die gewohnten Standards bei den Vorstellungen, sondern auch auf die besonderen Ereignisse, die Höhepunkte der Saison wie zum Beispiel den Opernball, der ohne das Große Haus und den nötigen Vorlauf auch woanders nicht zu machen war. Selbst die jährliche Ballettgala, ein Publikumsrenner mit tanzenden Gästen aus der ganzen Welt, hatte man bereits abgeschrieben. Doch nun verkündete das Theater in einem eigens angesetzten Pressegespräch Erfreuliches: Sie kommt doch. Und als weiteres Highlight noch das auch schon verloren geglaubte Benefizkonzert mit Diana Damrau und ihrem Partner Nicolas Testé.

Ballett Augsburg

Möglich wurde dies, weil durch die gegebene Raumsituation geplante Produktionen abgespeckt werden müssen. „Kaspar Hauser“ kann nur konzertant im TIM aufgeführt werden und „Pension Schöller“ wandert vom Großen Haus in die Brechtbühne. Gleichzeitig gibt es dadurch auch weniger Aufführungen und es entsteht ein gewisser Leerlauf zu Lasten des Publikums. Da war man, wie die Intendantin meinte, den treuen Zuschauern doch noch ein paar „Zuckerl“ schuldig. Oder doch besser: ein paar Sterne. Deswegen hat Robert Conn nun alle Hebel in Bewegung gesetzt, um doch noch eine Ballettgala mit zwei Terminen (27. Mai, 19.30 Uhr und 28. Mai, 14.30 Uhr) auf die Beine stellen zu können. Wer von den anvisierten Gästen von Stuttgart bis Holland, von New York bis Moskau, der Einladung so kurzfristig Folge leisten kann, ist noch nicht ganz klar, aber Conn baut auf sein gutes Netzwerk, das auch bisher immer die Basis für die stets hochkarätige Bestückung der Ballettgala war. Nach 10 Jahren ist diese Ballettgala außerdem Conns letzte, deshalb wird er sie gleichzeitig zu einer Art Abschiedsveranstaltung gestalten und die hauseigene Compagnie besonders in den Fokus stellen. Veranstaltungsort wird die Messehalle sein, wo man auch mit dem Nussknacker gute Erfahrungen gemacht hat und die im Vergleich zur Kongresshalle bessere Sichtlinien bietet. Nach guter Tradition haben Abonnenten ein Vorzeichnungsrecht bis zum 17.2., erst am 25.2. beginnt der allgemeine Vorverkauf.

Diana Damrau (c) www.diana-damrau.com

Ja, und auch Diana Damrau wird kommen. Das Benefizkonzert, zusammen mit ihrem Mann, dem Bassbariton Nicolas Testé, war längst geplant, als die Schließung des Großen Hauses jedoch alle Pläne zunichte machte. Doch selbst ein Weltstar wie Diana Damrau zeigte Flexibilität und Entgegenkommen und so kann am 9. Juli in der Kongresshalle die Benefizgala zugunsten der Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit seltenen Erkrankungen doch noch stattfinden. Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeister Gribl übernommen  und das Ehepaar Köhler wird ebenfalls anwesend sein. Die Augsburger Philharmoniker unter der Leitung von Pavel Baleff begleiten Diana Damrau und Nicolas Testé bei Arien und Duetten von Verdi, Bellini und Meyerbeer. Karten für die sicherlich sehr begehrte Veranstaltung gibt es ab dem 18. Februar.



Verwaltungsgerichtshof: Eine schallende Ohrfeige für Kurt Gribl

Warum OB Kurt Gribl und der Augsburger Stadtrat der Bürgerschaft eine Entschuldigung schulden

Kommentar von Siegfried Zagler

Am 12. Juli 2015 untersagte die Augsburger Bürgerschaft eine angestrebte Fusion zwischen der Energiesparte der Stadtwerke Augsburg und Erdgas Schwaben. 72 Prozent der abgegeben Stimmen verhinderten ein energiepolitisches Vorhaben, für das sich Augsburgs Oberbürgermeister dergestalt ins Zeug legte, dass sich in Augsburg die ironische Haltung verfestigte, der studierte Jurist Kurt Gribl könne den Energiemarkt der Zukunft vorhersehen.

Dem Vorwurf, dass Kurt Gribl mehr seinen Beratern vertraue, die fast ausschließlich aus einer Werbeagentur und deren Umfeld kommen, als einem komplexen politischen Abwägungs- und Entscheidungsprozess, war OB Kurt Gribl von Beginn an ausgesetzt. Diese Einschätzung kam in der Vergangenheit nicht nur vom politischen Gegner, sondern auch von der CSU: persönliches Image-Marketing statt politischer Debatte. Zum Image-Marketing gehört es zum Beispiel auch, dass man Gegner eines Projekts zu Feinden einer „absolut notwendigen Sache“ erklärt. Und absolut notwendig ist etwas, das in der Person von Kurt Gribl verinnerlicht wurde und wird. Die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Bürgerbegehren der Theatersanierung bestätigten diese Geisteshaltung.

Das Modell des Leviathan, also der vollkommenen Figur, die das Gemeinwohl verinnerlicht und repräsentiert, ist im Sommer 2015 zu Grabe getragen worden. Und nun hat Kurt Gribl und fast der gesamte Augsburger Stadtrat nachträglich vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof für die Auffassung der eigenen Vollkommenheit, aus der sich die Arroganz der Macht speist, eine schallende Ohrfeige erhalten.

Die geplante Fusion im unsichtbaren Raum der unpolitischen Gestaltung abwickeln zu wollen, sie quasi zu einem ökonomischen Sachzwang zu definieren, um sie dann als zu komplex für einen Bürgerentscheid zu erklären sowie die gesamte Kommunikation mit der Bürgerinitiative waren politische Granatenfehler, die allein auf das Konto des OB gingen. Die persönliche Einschätzung Gribls, die er kurz nach Start des ersten Bürgerbegehrens abgab, nämlich dass dessen Fragestellung juristisch nicht zulässig sei, hat gestern der Bayerische Verwaltungsgerichtshof mit seiner Urteilsbegründung pulverisiert.

Seit gestern darf man also schlussfolgern, dass die Fraktion der Augsburger Grünen mit ihrem Antrag im Novemberstadtrat, eine unabhängige Behörde solle erst die juristische Zulässigkeit der Fragestellung eines Bürgerbegehrens prüfen, bevor eine Initiative Unterschriften sammelt, auf dem richtigen Weg gewesen wäre. Die Grünen wurden von den meisten Stadträten wegen ihres Antrags verlacht.

Dass Kurt Gribl mit seinem Gestaltungseifer und seinem Vollkommenheitsanspruch ein taktisches Verhältnis zu bedeutsamen öffentlichen Entscheidungsprozessen entwickelt hat, ist eine Erkenntnis, die man aus dem Kommentar des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs ableiten kann. Politischen Bewegungen aus der Bürgerschaft muss man die Hürde zur Entscheidungspartizipation so niedrig wie möglich hängen. Zielführender als politisches Image-Marketing und das damit verbundene taktische Verhindern eines Bürgerentscheids sind Respekt und Demut bezüglich dieses Instruments des Bürgerwillens.

Das sind die Botschaften des höchsten Bayerischen Verwaltungsgerichts an Kurt Gribl und den Augsburger Stadtrat. Sie sollten sich vor der heutigen Sitzung des Augsburger Stadtrats Asche aufs Haupt streuen und sich bei den betroffenen Bürgern für ihr undemokratisches Vorgehen entschuldigen.



Konzert: Eine Stunde für Streicher

Am morgigen Sonntag, den 29. Januar 2017 findet ab 11.00 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses das Sonderkonzert „Eine Stunde für Streicher“ statt.

Nach „Eine Stunde Sturm und Drang“ und „Eine Stunde Mozart“ stehen im diesjährigen Konzert im Goldenen Saal die Streichinstrumente im Mittelpunkt. Während Mendelssohns frühe Sinfonia Nr. 2 noch der (Früh-)Klassik Carl Philipp Emanuel Bachs, Haydns und Mozarts verhaftet ist, zeigt die zehnte Sinfonia den 14-jährigen bereits als selbstständigen Komponisten mit einer eigenen Klangvorstellung. Die Sinfonien umrahmen zwei Kompositionen für Streichorchester und Solo-Bratsche: Schuberts „Sonate für Klavier und Arpeggione“ – eine Kreuzung aus Gitarre und Cello – sowie Hindemiths ergreifenden musikalischen Nachruf auf den verstorbenen König George V., die „Trauermusik“.

Das Programm:

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Sinfonia Nr. 10 h-Moll,

Paul Hindemith (1895-1963): „Trauermusik,“

Franz Schubert (1797-1828): „Arpeggione-Sonate“, bearbeitet für Viola und Streichorchester,

Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonia Nr. 2 D-Dur.

Ausführende:

Artist in Residence Ruth Killius, Viola,

Augsburger Philharmoniker,

Lancelot Fuhry, Dirigent.



FCA holt drei Punkte in Wolfsburg

Der FC Augsburg zeigte sich in Wolfsburg auf Augenhöhe und gewinnt am Ende vor 25.000 Zuschauern mit 2:1 in der VW Arena. Die Tore erzielten Halil Altintop (25.) und Dominik Kohr (69.) für den FCA und Mario Gomez (4.) für Wolfsburg.

Von Siegfried Zagler

FCA-Trainer Manuel Baum musste im Vergleich zur 0:2-Heimniederlage gegen die TSG Hoffenheim die grippekranken Verhaegh und Schmid pausieren lassen. Zusätzlich fielen Stafylidis (5. Gelbe Karte) und Baier (Achillessehnenprobleme) aus. Für sie rückten Framberger, Altintop, Usami und Bobadilla in die erste Elf.

Bereits nach vier Minuten geriet der FCA in Rückstand: Nach einem Framberger-Foul flankte Malli den ruhenden Ball auf den zweiten Pfosten. Dort touchierte Mario Gomez das Leder noch leicht mit dem Kopf und erzielte in Abseitsstellung die Führung der Wolfsburger. Die erste Chance der Augsburger ereignete sich in der 14. Minute, als Ja-Cheol Koo aus spitzem Winkel an Diego Benaglio im Wolfsburger Tor scheiterte. Kurz darauf Raúl Bobadilla den Wolfsburger Keeper nicht überwinden (18.). Der FCA bekam nun Oberwasser und erzielte in der 25. Minute den kuriosen Ausgleichstreffer durch Altintop, der Benaglio anlief und dafür hochkarätig belohnt wurde. Benaglios Befreiungsschlag verunglückte und von Altintops Kopf prallte der Ball an die Latte und der zweite Kopfball Altintops markierte das zu diesem Zeitpunkt hochverdiente 1:1.

Das Spiel war nun völlig offen und mit einem spektakulären Doppelfehler nahm sich Moravek selbst aus dem Spiel. Zuerst wollte der Tscheche in Bedrängnis an der Mittellinie den Ball unter Kontrolle bringen und verlor das Leder leichtfertig an Ntep, der mit dem freien Raum wenig anfangen konnte: Framberger konnte in höchster Not die Situation klären (38.). In der gleichen Spielminute vertändelte auf unerträgliche Weise Koo rechts außen einen sicheren Ball, der dann zu Ntep kam, der von Moravek, als er in den Strafraum eindrang elfmeterreif gefoult wurde. Der fällige Elfmeter blieb aus. Schiedsrichter Bastian Dankerts einziger grober Fehler. Bei seinem Foul verletzte sich Moravek, der wenig später von Kohr ersetzt wurde. Das Unentschieden zur Pause entsprach dem Spielverlauf.

In der zweiten Halbzeit schien der FCA wieder den Faden zu verlieren. Bobadilla und Altintop liefen nicht mehr so konsequent an und die Wolfsburger hätten genug Platz und Möglichkeiten gehabt, in Führung zu gehen. Die Drangperiode mit drei Torchancen überstand der FCA schadlos und fand nach 60 Minuten wieder in die Partie. Der Siegtreffer fiel gar nach einer mustergültigen Kombination durch Kohr: Altintop spielte rechts Framberger frei, der flach wie präzise auf den heraneilenden Kohr flankte, der aus fünf Metern einnetzte (69.).

Die enttäuschenden Wolfsburger fanden keine Antwort. Am Ende hatte der zwischenzeitlich eingewechselte Teigl die Entscheidung auf dem Fuß, aber bei der genauen Flanke von Max versagten dem Youngster die Nerven (86.).

Die erwartete Drangphase der Wölfe blieb auch in der Nachspielzeit aus, was auch mit dem Abwehrverhalten der Augsburger zu tun hatte. „Es war beeindruckend, dass wir trotz des frühen Rückstands weiter an unseren Plan geglaubt haben. So sind wir zum Ausgleich gekommen, hatten dann nach der Pause noch einmal Probleme, weil wir in dieser Phase unser Pressing nicht durchziehen konnten, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der geschlossenen Mannschaftsleistung“, so kommentierte FCA-Trainer Manuel Baum die Partie, in der sich der FCA nach vorne besonders im Spiel über den rechten Flügel durch den Einsatz von Framberger stark verbessert zeigte.

Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) hätte der FCA die Gelegenheit, gegen Werder Bremen seinen zweiten Heimsieg einzufahren.

FCA: M. Hitz; – P. Max; R. Framberger; J. Gouweleeuw; M. Hinteregger; – J. Moravek; H. Altintop; J. Koo; T. Usami; D. Ji; – R. Bobadilla.

Eingewechselt: G. Teigl (62.); G. Kacar (88.); D. Kohr (40.);

Ausgewechselt: J. Moravek (40.); T. Usami (62.); R. Bobadilla (88.);

Auswechselbank: A. Luthe (TW); C. Janker; T. Rieder.

Tore: 0:1 Mario Gomez (4.) / 1:1 Halil Altintop (25.) / 2:1 Dominik Kohr (69.).



Zukunft(s)musik in musealem Ambiente

Unter der Überschrift „Kommentare“ präsentierten sich die Augsburger Philharmoniker mit neuer Musik einem leider sehr spärlichen Publikum im MAN-Museum

Von Halrun Reinholz

Thomas Herzog (c) thomasherzog.ch

Neue Musik klingt für so manchen Klassikhörer eher bedrohlich, ungern lässt man sich auf Disharmonien ein. Und dennoch kann man auch Spaß haben am spielerischen Umgang mit dem Konventionellen, Vertrauten. Wie unterschiedlich neue Musik außerdem sein kann, zeigten die Augsburger Phliharmoniker im geräumigen Saal des MAN-Museums. Eine wunderbare Spielstätte übrigens: groß, mit einer nutzbaren Empore. Hauptsponsor MAN bietet den Augsburgern Philharmonikern damit neben der finanziellen auch logistische Unterstützung in diesen prekären Zeiten der Raumsuche.

Von Arnulf Herrmann, Jahrgang 1968, kam das Einstiegsstück  „Fiktive Tänze“ aus dem Jahr 2008.  Ausgehend von einem „realen“ Tanz („Gerader Tanz“ – auch nur noch schwer als solcher zu erkennen) spielt der Komponist mit Rhythmen und Harmonien, sehr zum Vergnügen der Musiker, dem man sich als Zuhörer schließlich auch ergibt. Schwerer tat man sich als harmonieverwöhnter Musikhörer mit dem zweiten Stück, „AZ für Ensemble“ von Mark André (Jahrgang 1964). Hier wurden die Musiker zu sehr ungewöhnlichen Handlungen an ihren Instrumenten aufgefordert, zum Klopfen und Kratzen – etwa mit der Kreditkarte statt mit dem Geigenbogen. Auch die Bläser gaben „flüsternde“ Töne von sich. Zum Glück hatte Thomas Herzog, der Dirigent, das Publikum adäquat darauf vorbereitet. Man merkte seinem Dirigierstil an, dass er als ehemaliger Schlagzeuger den Rhythmus besonders im Fokus hat, was bei neuer Musik sicher ein dankbarer Ansatz ist. An seinem derzeitigen Wirkungsort Basel ist er übrigens explizit Ballettdirigent.

Doch zurück zur Neuen Musik. Für das Hauptstück des Abends war eine Umbaupause nötig, denn Tristan Murail (Jahrgang 1947) hatte für sein Stück „Légendes urbaines“ aus dem Jahr 2006 eine ganz bestimmte Orchesterzusammensetzung vorgesehen: Ein Streichquartett neben dem „Ensemble“ , eine „Oboe in der Ferne“ und „Blechbläser auf der Empore“.  Das Stück entstand als Auftragswerk zum Thema Großstadt, im speziellen Fall die Stadt New York, und präsentiert sich deshalb als eine Art Spaziergang durch New York. „Promenaden“ genannte Zwischenstücke führen zu konkreten Zielen wie „Staten Island Ferry“ oder „George Washington Bridge“, dazwischen greifen die Stücke Impressionen wie „Sunday Joggers“ auf. Eine sehr vergnügliche Reise, die (wie der Komponist selbst auch deutlich macht) nicht an die Stadt New York gebunden ist, sondern das Großstadtflair generell zum Thema hat. Die Philharmoniker präsentierten dieses ungewöhnliche Werk – zum Umbau gehörte auch die Ausstattung der Notenständer mit langen Holztafeln, weil die Noten offenbar vom Standardformat deutlich abwichen – in deutscher Erstaufführung.

Schade, dass neue Musik so wenig Publikum anlockt. Wenn sie musikalisch wie didaktisch so souverän und unaufgeregt vermittelt wird, wie von Thomas Herzog, ist so ein Abend ein echtes musikalisches Vergnügen.



Der „neue FCA“ in Wolfsburg: Auch ein Sieg ist denkbar

Am heutigen Samstag (15.30 Uhr) trifft der FC Augsburg in der VW-Stadt Wolfsburg auf einen vermeintlichen Riesen, der in dieser Saison in eine schwere Krise schlitterte, die zum Rauswurf von Manager Klaus Allofs und zur Suspendierung von Trainer Dieter Hecking führte.

Von Siegfried Zagler

Langsam aber sicher kommen die Wolfsburger wieder in Tritt, sind aber noch lange nicht in der Verfassung, um vor ihnen über Gebühr Respekt haben zu müssen. Mit zuletzt drei Siegen gegen Frankfurt, Gladbach und Hamburg konnte sich die VW-Werkself vom Tabellenkeller in ein unsicheres Mittelfeld retten, ohne dabei sportlich zu überzeugen. Beim FCA sieht die Bilanz der letzten drei Spiele umgekehrt aus: Es gibt einen deutlichen sportlichen Aufschwung, der aber zu keiner Ergebnisverbesserung führte. Ein Sieg (Gladbach), ein Unentschieden (Dortmund), eine Niederlage (Hoffenheim).

Dass der Rauswurf von Dirk Schuster mit einer fußballphilosophischen Erklärung gerechtfertigt wurde, obwohl sich die sportliche Bilanz von Schuster sehen lassen konnte, ist in der Welt des Fußballs ein einzigartiger Vorgang, der allen Beteiligten bezüglich der damit verbundenen Unaufrichtigkeit noch lange in den Kleidern hängen wird. Der mit dem Trainerwechsel verbundene Systemwechsel haben Trainer Manuel Baum und Präsident Klaus Hofmann zu verantworten, da Manager Stefan Reuter eher den Eindruck vermittelt, mehr Pressesprecher des FCA-Präsidenten zu sein, als eine handelnde Managerpersönlichkeit. Sich über Nacht auf einen gravierenden Systemwechsel zu verständigen, ohne eine dementsprechende Kaderumbildung einzuleiten, würde vermutlich dafür sorgen, dass selbst die etwas verschlafenen Kollegen der lokalen Sportpresse erkennen könnten, dass sich Hofmann, Weinzierl und vermutlich Reuter in den letzten Jahren mit der Kaderbildung im strukturfreien Raum befanden.

Dass sich jetzt mit einer intensiven Jugendarbeit und einem jungen Trainerteam in Augsburg eine Fußball-Strategie entwickeln soll, die den aktuellen Tabellenstand nicht zum Maß aller Dinge erklärt, ist sehr zu begrüßen. Einzuwenden ist nur, dass man auch in der Lage sein sollte, dies auch zu kommunizieren. Der neue FCA sollte auch nicht sterben, wenn er mit seiner neuen Philosophie in der Zweiten Liga kicken müsste. Es darauf ankommen zu lassen, wäre allerdings fahrlässig, weshalb an dieser Stelle festzuhalten ist, dass der FCA, wenn er sich in den kommenden 48 Stunden nicht personell verstärkt, dies erst wieder in der Zweiten Liga tun könnte. Soviel zu den strukturellen Problemen der Augsburger.

Aktuell sieht es so aus, dass sich alle Bundesligamannschaften, die sich mit Abstiegssorgen plagen, im Aufwärtstrend befinden. Während der FCA sich mit Systemanalysen herumschlägt, hat die Konkurrenz personell dort nachgebessert, wo es in den vergangenen Spielen Defizite gab. Dennoch kann man auch als neuer FCA in Wolfsburg gewinnen, da die Wölfe nach Darmstadt die zweitschlechteste Heimbilanz haben und zu Hause noch weniger rissen als die Augsburger. Das Spiel in Wolfsburg ist also völlig offen, weshalb die DAZ von einem Unentschieden ausgeht.

Wichtiger als das Spielergebnis in Wolfsburg ist ohnehin die Frage, ob es noch Winterverstärkungen gibt.





Bombenstadt

Die DAZ hat ein neues Format, das dem Genre der Glosse einen Aufschwung verschaffen soll. Unter dem Pseudonym Helge Busch wird eine stadtbekannte Persönlichkeit mit Tarnkappe in regelmäßiger Unregelmäßigkeit einen ironisierenden oder beißenden Streifzug durch schwer betretbares Augsburger Gelände unternehmen.

Eine Bombenstadt?

Von Helge Busch

Dank eines PR-Coups hat Augsburg ein neues Markenzeichen: „Bombenstadt“. Hier wurde, wie in vielen anderen Städten, eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft, na sowas! Unserem findigen Juristen-OB gelang im Schulterschluss mit seinem Pop-PR-Chef Richard Goerlich endlich der ultimative PR-Gag „Bombenstadt Augsburg“. Das schießt die Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg auf den ersten Platz im Marketingranking Augsburg.

Bisher hatte diese Position die „Friedensstadt Augsburg“ inne. Der Frieden nach der Bombe jetzt nur noch Rang 2? Auf Rang 3 rückt die „Brechtstadt“ (BB wurde 1898 hier geboren), gefolgt von Mozart (Spielt der noch immer?) auf Rang 4. Auf Rang 5 verdrängt wurde Globalplayer Jakob Fugger, denn „Fuggerstadt“ zieht nicht so sehr wie eine Bombe. Rang 6 schließlich gebührt der „Universitätsstadt Augsburg“, auch, wenn man nicht merkt, dass in dieser Stadt kluge Köpfe zuhause sind. Auf Rang 7 platzieren wir die „Lutherstadt“ unter dem Werbegag: „KKK = Kirche, Kapitalisten, Krieg“, und, ach, fast hätt‘ ich’s vergessen: Über Rang 7 steht der Satz des Heraklit: „Panta rhei“ (Alles fließt), keineswegs den Bach hinunter, sondern zum Weltkulturerbe unter dem Markenzeichen: www. wasserstadt.de. oder www  =  was wann wo.de im OB-Presseorgan!



FCA bleibt weiter rätselhaft

Nach der weiterhin ungeklärten Freistellung von Dirk Schuster bleibt das Management des FCA auch bezüglich der Planung der zweiten Saisonhälfte im Vagen.

Kommentar von Siegfried Zagler

Die wahren Gründe, die zur Suspendierung eines Trainers führten, den FCA-Präsident Hofmann und Manager Reuter noch vor wenigen Monaten unbedingt wollten und aus einem laufenden Vertrag herauslösten, sind wohl nicht die von der FCA-Führung angegebenen, wenn man dem Augsburger Flurfunk Glauben schenken will. Doch darum soll es an dieser Stelle nicht gehen. Schuster ist in Augsburg zwar Geschichte, aber im Nachgang muss man ihm attestieren, dass er old-school-mäßig sein taktisches Konzept an den Möglichkeiten des Augsburger Kaders ausrichtete.

Diese späte Einsicht lässt wiederum den Schluss zu, dass Schusters Nachfolger für sein Fußballkonzept, das sich an den Vorbildern Hoffenheim und Leipzig ausrichtet, nicht die passenden Spieler hat. Manuel Baums Vorstellung, nämlich Balleroberung nach hohem und intensivem Pressing mit schnellem Umschaltspiel und schnellem Abschlussvorhaben hielten alle Mannschaftsteile der Augsburger in den zurückliegenden beiden Spielen nicht länger als 30 Minuten durch. Dirk Schuster ließ die Mitte zustellen und den Ball nach Eroberung sichern, bis schließlich ein weiter Ball nach vorne geschlagen wurde. Das war grausam anzusehen, aber relativ erfolgreich, weil der FCA somit genau das spielte, wozu er imstande war und ist. Für Baums Konzept fehlt dem FCA nach vorne fast alles, was man hierfür benötigt, nämlich schnelle Außen und ballsichere Mittelfeldspieler mit der Fähigkeit der Tempoaufnahme und mit Knipserqualitäten. Eine Mannschaft, die nur die ersten 30 Minuten – wie in den Partien gegen Dortmund und Hoffenheim – die Marschroute des Trainers umsetzen kann, verliert allzu schnell Ordnung und Sicherheit.

Kurzum: Will der FCA an Baum und seiner an der Qualität des Kaders vorbei geplanten Spielphilosophie festhalten – und die Offensive nicht verstärken, dann stimmt gar nichts mehr für die Rückrunde, in der der FCA sehenden Auges den Marsch in den tödlichen Treibsand des Abstiegs riskiert.