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Stadtbücherei mit Gütesiegel „Bibliotheken – Partner und Schulen“ ausgezeichnet

Bereits zum dritten Mal ist die Stadtbücherei Augsburg mit dem Gütesiegel „Bibliotheken – Partner der Schulen“ ausgezeichnet worden.

Neue Stadtbücherei - Bild: Kleeblatt-Film

Neue Stadtbücherei - Bild: Kleeblatt-Film


Die Stadtbücherei erhielt die Auszeichnung für ihr vielfältiges Medien-, Service- und Veranstaltungsangebot für die Schulen sowie für die enge Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Lesen und die Anbindung der neun Leseinseln an die Stadtbücherei. Auch die Schaffung der Servicestelle für Schulbibliotheken als Bindeglied zwischen Schule und Stadtbücherei, die Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis der Stadtbücherei sowie die neugeschaffene Lehrerfachbibliothek wurden positiv bewertet.

Bildungsreferent Hermann Köhler und der Leiter der Stadtbücherei, Manfred Lutzenberger gaben über den Presseverteiler der Stadt ein gemeinsames Statement ab: “Wir werden in unserem Bemühen nicht nachlassen, uns für die Leseförderung und die Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen weiterhin tatkräftig einzusetzen.“

Initiatoren und Organisatoren der Gütesiegelvergabe sind die Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen der Bayerischen Staatsbibliothek und das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB). Die Vergabe erfolgt auf der Basis eines Bewerbungsverfahrens, ausgezeichnet wurden 61 bayerische Bibliotheken aus dem öffentlichen und wissenschaftlichen Bereich. Die Preisverleihung fand im Rahmen einer Festveranstaltung in der Stadtbibliothek Straubing statt.

Die Urkunden wurden von Bernd Sibler, Staatssekretär und Vorsitzender des Bayerischen Bibliotheksverbandes (BBV), überreicht.



Verwirrung à la francaise: Die Komödie Oscar auf der Brechtbühne

Mit einer klassischen Boulevardkomödie und hochklassiger Schauspielkunst startet das Theater Augsburg locker und entspannt einen neuen Publikumsrenner

Von Halrun Reinholz

Raimund Widra, Klaus Müller. Foto: Kai Wido Meyer

Raimund Widra, Klaus Müller (v.l.) - Foto: Kai Wido Meyer


Diese Premiere fand nicht vor leeren Zuschauerrängen statt. Allerdings wussten die Besucher auch, was sie erwartet bei der Komödie „Oscar“, die sich vielen durch die Verfilmung mit Louis de Funés in der Hauptrolle ins Gedächtnis gebrannt hat. Ob eine Inszenierung im Theater diesem Vorbild standhält? Nun, klugerweise imitiert Klaus Müller in der Rolle des Bertrand Barnier nicht Louis de Funés, seine Komik beruht vielmehr auf Understatement, er besticht durch eher kleines Spiel ohne die übertriebene (und letztlich unnachahmliche) Zappelei des großen französischen Komikers. Auch die Regie setzt eher auf solide Behäbigkeit und wohldosierten Wortwitz als auf allzu temporeichen Klamauk. Doch natürlich handelt es sich bei dem Stück von Claude Magnier um eine Boulevardkomödie, die von unplausiblen Handlungen und Wendungen lebt – und von der meist überspielten Darstellung durch hervorragende Akteure.  Eine Schlüsselrolle spielen dabei die drei Koffer, die immer wieder verwechselt werden und so die  Handlung vorantreiben. Unterhaltung pur, das bot der Theaterabend in der Brechtbühne ohne Wenn und Aber.

Marlene Hoffmann, Ute Fiedler, Klaus Müller. Foto: Kai Wido Meyer

Marlene Hoffmann, Ute Fiedler, Klaus Müller. Foto: Kai Wido Meyer


Oscar (gespielt von Sebastian Arranz)  ist zwar Namensgeber des Stücks, kommt aber nur in einer Nebenrolle als (nach seiner Entlassung zunächst verschwundener) Chauffeur des Seifenfabrikanten Barnier im Stück vor. Seine Entlassung ist damit begründet, dass er der Liebhaber von Colette Barnier, der Tochter des Hauses ist. Albert Leroi (urkomisch durch manierierte Gesten und vollen Körpereinsatz: Raimund Widra), rechte Hand Barniers in der Firma, der alle Tricks der Unterschlagung und Bestechung kennt, erpresst sich zunächst eine Gehaltserhöhung und hält dann bei Barnier um Colettes Hand an, nicht ahnend, dass er eigentlich eine andere meint, Nicole, die, aus einfachen Verhältnissen stammend, sich als Tochter Barniers ausgegeben hat, um dem eloquenten Liebhaber  zu imponieren. So nimmt das Verwirrspiel unweigerlich seinen Lauf, flankiert von weiteren Charakteren wie der Gattin Barniers (in ihrer Ruhe bestechend: Ute Fiedler), dem einfältigen Masseur (David Dumas) und vor allem dem kettenrauchenden Stubenmädchen Bernadette, das von Jessica Higgins mit französischem Akzent und entsprechendem Laissez-faire-Habitus überpointiert dargestellt wird. Marlene Hoffmann zeigt ihre Wandlungsfähigkeit als Schauspielerin in der Doppelrolle Colette (die einfältige, uncharmante Haustochter, die kein Fettnäpfchen auslässt) und Nicole (das liebenswürdige und bescheidene Mädchen aus einfachen Verhältnissen).  Als dann zum Schluss noch das neue Stubenmädchen (Anton Koelbl in der Frauenrolle) auftaucht und sich herausstellt, dass Nicole tatsächlich eine uneheliche Tochter von Barnier ist, wundert sich keiner mehr und alles löst sich in Wohlgefallen auf: Colette kriegt ihren Chauffeur, Bernadette wird Baronin und Leroi bekommt tatsächlich die (eine)  Tochter seines Chefs. Sowas kann Boulevardkomödie und solche Inhalte spritzig und überzeugend zu vermitteln ist Regiesache. Alexander Marusch setzt auf komische Details – eine verrutschte Perücke, ein Tampon in der Nase Colettes, fliegende Blumensträuße – und vor allem auf große Gesten der Überspielung. Etwas mehr Tempo hätte dabei nicht geschadet, doch die Spielfreude der Schauspieler in ihren großen Gesten wiegt das zum Vergnügen des Publikums wieder auf.

Die Kostüme (Gregor Sturm) sind zunächst „zeitgemäß“, wandeln sich aber im Laufe des Abends fast unmerklich nach und nach in barocke Verkleidung, am Ende des Stücks glaubt man sich in einem Stück von Moliere. Das ist ein gut gemeinter Gag, aber nicht wirklich nachvollziehbar für den Verlauf der Handlung. Die Zuschauer freuten sich dennoch über einen entspannten Theaterabend mit großer Schauspielklasse. Man muss kein Prophet sein um zu ahnen, dass dieses Stück der nächste Publikumsrenner wird.  Schon vor der Premiere waren weitere Vorstellungen (auch an Silvester) ausverkauft. Immerhin bleibt ja die Brechtbühne als vertrauter Spielort den Augsburgern  ja noch eine Weile erhalten.