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Mehr Rasse als Klasse – FCA punktet gegen Hertha BSC Berlin

Dank einer starken Defensivleistung erkämpfte sich der FCA vor 27007 Zuschauern in der heimischen WWK Arena mit dem letzten Aufgebot gegen den favorisierten Tabellendritten Hertha BSC Berlin ein torloses Unentschieden. Nach dem 11. Spieltag behauptet der FCA mit 12 Punkten weiterhin Platz 12 der Bundesligatabelle – noch vor den hoch gehandelten Mannschaften aus Mönchengladbach und Wolfsburg!

Von Udo Legner

Gegen Hertha BSC Berlin startet der FCA in den Iden des August in seine 5. Bundesligasaison

Im Vorfeld des Gastspiels in Augsburg gab sich Hertha Trainer Pál Dárdai sehr zuversichtlich, konnte er doch im Gegensatz zu seinem von Verletzungspech verfolgten Augsburger Trainerkollegen Dirk Schuster aus dem Vollen schöpfen. Mit Ausnahme von Mitchell Weiser (muskuläre Probleme) standen ihm nach der Länderspielpause sämtliche Stammspieler zur Verfügung. Marvin Plattenhardt und Sebastian Langkamp waren wieder fit und Valentin Stocker komplettierte nach Ablauf seiner Rot-Sperre neben Alexander Esswein, Salomon Kalou und Vedad Ibisevic die namhafte Berliner Offensivabteilung.

Auf Augsburger Seite rückten nach dem Ausfall von Mittelfeldspieler Ja-Cheol Koo sowie des fast kompletten Sturms – Caiuby, Finnbogason und Bobadilla – Jonathan Schmid und Halil Altintop in die Startformation. Sie sollten – so der Plan von Taktikfuchs Dirk Schuster – zusammen mit dem einzig verbliebenen Angreifer Dong-Won Ji und Philipp Max dem FCA über seine Angriffsmalaise hinweghelfen.

Safety first

Sicherheitsfußball auf beiden Seiten bestimmte das Bild zu Beginn der Partie, bei der sich die in leuchtendem Pink angetretenen Herthaner die erste Chance erspielten. Als wolle er sich für einen Soloauftritt für die Afrikanische Woche empfehlen, die derzeit in Augsburg über die Bühne geht, setzte Salomon Kalou von der Elfenbeinküste durch seine brillanten Zuspiele ein erstes Ausrufezeichen! Großes Glück für den FCA, dass der Ex-Augsburger Alexander Esswein Kalous geniales Anspiel nicht zu verwerten wusste und sein Schuss (8. Min.) von Marwin Hitz noch zur Ecke geklärt werden konnte. Mit zunehmender Spieldauer gelang es den Augsburgern durch großen Einsatz, die Partie ausgeglichener zu gestalten. Im Spiel nach vorne fehlten beim FCA freilich die Überraschungsmomente, um die starke Berliner Abwehr um Niklas Stark und Per Skjelbred ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. So mussten die FCA-Fans bis zur 29. Minute (in Worten: neunundzwanzig) auf die einzige Großchance in der ersten Halbzeit warten, die sich bezeichnenderweise dem aufgerückten Verteidiger Martin Hinteregger bot. Dass ihm in idealer Einschussposition der Ball versprang, nachdem er nach einer schönen Flanke von Max völlig frei vor Hertha Keeper Jarstein stand, passte ins Bild der Augsburger Offensivabteilung, die diesen Namen bislang nicht verdiente. Da sich auf der Gegenseite auch die Alte Dame gegen die kompakte Augsburger Abwehr sehr schwer tat, plätscherte die Partie bis zum Pausenpfiff des Unparteiischen Bastian Dankert ohne Aufreger dahin.

Fazit zur Halbzeit

Eine zähe Partie, die von den Defensivabteilungen beider Teams geprägt war. Auf Berliner Seite war der durch die Länderspiele bedingte Kräfteverschleiß (gleich neun Spieler waren international im Einsatz) offensichtlich, auf Augsburger Seite konnte das Fehlen der Offensivkräfte nicht kompensiert werden. Unverändert traten beide Mannschaften zur zweiten Halbzeit an. In der 50. Minute hatte der bis dahin völlig abgemeldete Torjäger Vedat Ibisevic seine erste Chance, die er allerdings gegen den FCA Schlussmann recht kläglich vergab. Mit seiner gelungenen Abwehr läutete Marwin Hitz die stärkste Phase des FCA ein. Doch ein Freistoß von Jonathan Schmid (59. Min.), ein Fernschuss von Daniel Baier (60. Min.) und zwei harmlose Ecken (laut Statistik schlägt der FCA die ungenauesten Ecken der Liga) war alles, was für die Schuster-Truppe in dieser „Drangperiode“ heraussprang.

Durch einen Doppelwechsel (60. Min.) versuchte Pál Dárdai die Dominanz der Augsburger – nach der Pause gewann der FCA 63 Prozent der Zweikämpfe – zu unterbinden. Für Alexander Esswein und Salomon Kalou kamen Genki Haraguchi und Julian Schieber ins Spiel.

Bei den Augsburgern zeigten sich nun deutliche Ermüdungserscheinungen, auf die Dirk Schuster mit der Einwechslung von Georg Teigl (70. Min. für Jonathan Schmid) reagierte.

Dramatische Schlussphase

Fouls, umstrittene Schiedsrichterentscheidungen (Gelb für Baier in der 71. Min.) und Verletzungen prägten die Schlussphase dieser Partie. Nach einem Zusammenprall mit Vedat Ibisevic (72. Min.) ging Martin Hinteregger blutend zu Boden und musste mit Verdacht auf Nasenbeinbruch gegen den Ex-Herthaner Gojko Kacar ausgewechselt werden. Teufelskerl Marwin Hitz war es zu verdanken, dass der FCA in dieser Phase der Partie seine weiße Weste behielt. Spektakulär parierte er Valentin Stockers Kopfball aus fünf Metern (78. Min.). Da die Hertha auch einen umstrittenen Freistoß (82. Min.) nicht nutzen konnte – Niklas Stark verpasste ganz knapp – rettete der FCA mit viel Glück und mit einem imposanten Schlussauftritt Jan Moravecs (83. Min. für Halil Altintop) das Unentschieden.

Am nächsten Spieltag (Samstag, 26. November, 15.30 Uhr) trifft der FCA in der Partie gegen den FC Köln schon wieder auf den Dritten der Bundesligatabelle und wird alles daran setzen, sein Punktekonto und seine gute Auswärtsbilanz aufzubessern!

Aufstellung FCA
:

Marwin Hitz – Paul Verhaegh, Christoph Janker, Martin Hinteregger, Konstantinos Stafylidis – Dominik Kohr, Daniel Baier – Jonathan Schmid, Halil Altintop, Philipp Max – Dong-Won Ji.

Einwechslungen:

70. Min. Georg Teigl (für Jonathan Schmid), 74. Min. Gojko Kacar (für Martin Hinteregger),  83. Min. Jan Moravec (für Halil Altintop)



FCA ringt Hertha ein Unentschieden ab

Der FCA und Hertha BSC Berlin trennten sich am 11. Spieltag der Fußballbundesliga mit einem 0:0 Unentschieden. Ein Ergebnis, mit dem man aus Augsburger Sicht zufrieden sein darf.

Von Siegfried Zagler

Gegen Hertha BSC Berlin startet der FCA in den Iden des August in seine 5. Bundesligasaison

Als Schiedsrichter Bastian Dankert, ohne dass ein Tor gefallen wäre, zur Überraschung der 27007 Zuschauer in der Augsburger WWK Arena genau nach 90 Minuten die Bundesligapartie zwischen dem FC Augsburg und Hertha BSC Berlin abpiff, waren es die Berliner Spieler, die sich erbost beim Unparteiischen darüber beschwerten, dass es keine Sekunde Nachspielzeit gab, während die FCA-Spieler sich erleichtert abklatschten. Damit wäre der Spielverlauf beschrieben. Es war ein zähes Spiel zweier Mannschaften, die sich in ihrer Grundausrichtung mehr der Defensive als dem Angriff verschrieben haben. Die in der oberen Tabellenregion platzierten Berliner waren während der gesamten Partie nach vorne einen Tick gefährlicher als die Augsburger, doch richtig brenzlig wurde es vor dem Augsburger Tor erst in der Schlussphase, als den Brechtstädtern die Kräfte schwanden. Die Augsburger, die über 90 Minuten leidenschaftlich kämpften und mit viel Verstand und der notwendigen Handlungsgeschwindigkeit verteidigten, haben sich in die Partie hineingearbeitet und auch immer wieder mit Angriffsversuchen für Entlastung gesorgt. Gute Noten gibt es für alle Abwehrspieler, und für den Augsburger Torhüter Marwin Hitz, der eine fehlerfreie Partie ablieferte, gibt es sogar die Note eins. Ein Spielbericht von Udo Legner folgt am morgigen Sonntag.