DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
DAZ-Archiv - www.daz-augsburg.de

Bluespots Productions in Dänemark

1933 floh Brecht nach Svendborg in Dänemark und blieb sechs Jahre lang dort. In einem Strohdachhaus schrieb er die “Svendborger Gedichte”. Erst kürzlich wurden die Gedichte ins Dänische übersetzt. Die Augsburger Theatergruppe Bluespots Produktions inszeniert die Svendborger Gedichte in Svendborg in einer deutsch-dänischen Fassung für das Baggaard Teatret.

Für die Inszenierung konnte Soren Huss engagiert werden. Der in Dänemark bekannte Sänger und Songwriter interpretiert acht der Gedichte und wird dabei von einem dänischen und einem deutschen Schauspieler unterstützt. Die “Weltpremiere” findet am heutigen Donnerstagabend in Dänemark/Svendborg statt. Anschließend tourt die Produktion durch Dänemark und wird auf dem Brechtfestival 2017 in Augsburg unter der Regie von Leonie Pichler wieder aufgeführt.



FCA in Not: zahlreiche Spieler verletzt

Die Verletztensituation beim FC Augsburg hat sich in der Länderspielpause weiter verschärft.

Man of the match: Ja-Cheol Koo

Hiobsbotschaften für den FCA: Ja-Cheol Koo (Foto) fällt wochenlang aus. Gleiches gilt für Bobadilla, Finnbogason, Caiuby und Gouweleeuw.


Neben Jan-Ingwer Callsen-Bracker (Knöchelverletzung), Caiuby (Knieverletzung) und Jeffrey Gouweleeuw (Lungenverletzung) werden weitere Spieler Trainer Dirk Schuster in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung stehen. Offensivspieler Raul Bobadilla hat sich im Training eine Sehnenverletzung in der Wade zugezogen und fällt ebenso wochenlang aus wie Alfred Finnbogason, bei dem sich die Adduktorenprobleme zu einer Schambeinentzündung entwickelt haben. Beide Angreifer sind wohl vor der Winterpause nicht mehr einsatzbereit. Gleiches gilt auch für Mittelfeldspieler Ja-Cheol Koo, der sich bei den Länderspielen mit der koreanischen Nationalmannschaft eine Muskelverletzung in der Wade zugezogen hat. Darüber hinaus ist auch Koos Landsmann Dong-Won Ji mit muskulären Problemen von der Länderspielreise zurückgekehrt. Sein Einsatz am Samstag, 19. November (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen Hertha BSC ist äußerst fraglich.

„Es ist unglaublich, welches Verletzungspech wir aktuell haben. Es ist nahezu unsere komplette Offensivabteilung verletzt – und das wochenlang. Eine solche geballte Häufung der Ausfälle habe ich noch nie erlebt“, sagt Stefan Reuter, Geschäftsführer Sport des FCA. „Es sind jetzt alle im Verein gefordert, noch enger zusammenzurücken, um auch diese schwierige Situation gemeinsam zu meistern. Gerade in dieser Situation braucht unsere Mannschaft auch die grandiose Unterstützung aller FCA-Fans.“



Einzelhandel: Entwicklungs­konzept ist beschlussfähig

Am Mittwoch wurde die Fortschreibung des Konzeptes im Wirtschaftsförderungs-, Beteiligungs- und Liegenschaftsausschuss beschlossen. Sie wird nächste Woche dem Stadtrat vorgelegt.

Eva Weber (Foto: Siegfried Zagler)

Eva Weber (Foto: Siegfried Zagler)


„Für die Zukunft ist es für Augsburg als Oberzentrum von großer Bedeutung, sich im Städtewettbewerb als attraktiver Einzelhandelsstandort und vor dem Hintergrund eines zunehmenden Online-Handels weiter zu positionieren“, so Bürgermeisterin sowie Wirtschafts- und Finanzreferentin Eva Weber.

Der gesamtstädtische Einzelhandelsbesatz umfasst aktuell 1.800 Betriebe auf einer Verkaufsfläche von 564.240 Quadratmetern. Die Anzahl der Betriebe im Stadtgebiet hat zwar abgenommen, die Verkaufsfläche im Vergleich zu 2009 jedoch leicht zugenommen: in der Innenstadt um fünf und in den Stadtteilzentren sogar um neun Prozent.

„Die gesamtstädtische Einzelhandelsentwicklung in Augsburg entspricht damit den wesentlichen Trends der übergeordneten Einzelhandelsentwicklung auf Bundesebene“, so Christian Hörmann, Büroleiter des beauftragten Gutachterbüros cima Beratung + Management GmbH. – Positiv wird aus Gutachtersicht die Entwicklung der Verkaufsfläche nach Standortlagen gesehen: „Vor allem die Zentren und integrierten Lagen verzeichnen einen Zuwachs von Verkaufsflächen. Dies ist nicht zuletzt auch auf eine konsequente Umsetzung des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes zurückzuführen“, ergänzt Hörmann.

Daran anknüpfend will die Stadt Augsburg den Einkaufsstandort Augsburg weiter entwickeln. Der Fokus soll dabei auf die Stadtteil- und Nahversorgungszentren sowie die Innenstadt gelegt werden. Ein wichtiger Baustein für die Umsetzung der Ziele ist vor allem das Standort- und Sortimentskonzept. „Wir haben mit diesem Konzept ein wichtiges Instrument für die Einzelhandelsentwicklung in unserer Stadt an der Hand. Das Konzept ist ein wichtiger Orientierungsrahmen und Instrument der weiteren Bauleitplanung, liefert aber auch verlässliche Rahmenbedingungen sowie Planungs- und Investitionssicherheit für Einzelhandelsunternehmen, Immobilieneigentümer und Projektentwickler“, betont Eva Weber die Bedeutung der aktualisierten Einzelhandelsstrategie.

Das Einzelhandelsentwicklungskonzept (EHK) dient der Stadt Augsburg als Entscheidungsgrundlage für strategische Einzelhandelsentwicklung. Die Fortschreibung des EHK der Stadt Augsburg ist nach einer intensiven Projektlaufzeit von zehn Monaten abgeschlossen. In enger Abstimmung mit der Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK), der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) und dem Handelsverband Bayern (Bezirk Schwaben) (HBE), Vertretern des örtlichen Einzelhandels und der Innenstadt, der Politik und der Verwaltung (Wirtschaftsförderung und Stadtplanung) wurde das Konzept unter der Federführung der Wirtschaftsförderung Stadt Augsburg von der cima Beratung + Management GmbH München fortgeschrieben. Das Konzept wird zeitnah nach Beschluss im Stadtrat zum Download öffentlich zur Verfügung gestellt.



Die Causa Förster

Nachdem am Dienstagabend die DAZ den Fall des Landtagsabgeordneten Linus Förster bekannt gemacht hatte, überschlugen sich am Mittwoch die Ereignisse.

Um 8.12 Uhr bestätigte Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai der Presse, dass gegen Förster ermittelt wird: „Im Hinblick auf die Presseanfragen wird bestätigt, dass gestern in einem bei der Staatsanwaltschaft Augsburg seit Anfang November 2016 gegen einen 51jährigen Landtagsabgeordneten anhängigen Ermittlungsverfahren Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlüsse des Amtsgerichts Augsburg in Wohn- und Büroräumen in Augsburg und in München vollzogen wurden. Dem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen und der vorsätzlichen Körperverletzung liegt eine Strafanzeige zugrunde.“

Nachdem im Lauf des Vormittags im Netz Gerüchte kursierten, es könne sich bei diesem Tatbestand auch um „Spannerfotos von Kindern“ handeln, dementierte Förster die Gerüchte und ließ über seinen Anwalt eine Erklärung abgeben, in der er bekannt geben ließ, dass er seine politischen Führungsämter ruhen lassen werde.

Die Vorsitzende der Augsburger SPD, Ulrike Bahr, bestätigte in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in der Parteizentrale, dass die Vorwürfe gegen Förster eine „private, keine politische Sache“ seien. Es handle sich, wie Förster der SPD-Vorsitzenden noch in der Nacht zum Mittwoch mitgeteilt habe, um die Beziehung zu einer erwachsenen Frau und Bildaufnahmen.

Wenig später erschien in der Online-Ausgabe der Augsburger Allgemeinen eine Recherche, die besagt, dass es sich bei den „Bildaufnahmen“ um Filmaufnahmen handle, die Förster bei einem Besuch bei einer Prostituierten gegen deren Willen machen wollte. Dieser Bericht wurde von Förster bisher weder bestätigt noch dementiert. Laut Augsburger Allgemeine sei es im Streit darüber zu einem Gerangel zwischen Förster und der Frau gekommen. Die Prostituierte habe Anzeige erstattet.

Diese Story erschien exklusiv in der Augsburger Allgemeinen, während bundesweit von der Süddeutschen bis zum Spiegel zahlreiche Medien nur über die Eckdaten der Causa Förster berichteten. Linus Förster ist nach Bekanntwerden der staatsanwaltlichen Ermittlungen weder für die Medien noch für seine Partei zu sprechen. Am heutigen Donnerstag wird der Parteivorstand der Augsburger SPD das weitere Vorgehen beraten.



Vortrag: Warum kommerzielle Werbung aus gesellschaftlicher Sicht sinnlos ist

Am Dienstag, den 22. November findet im Augsburger Zeughaus ab 19.30 Uhr im Hollsaal a+b ein spannender Vortrag von Professor Dr. Christian Kreiß statt.

Andy Warhol: Werbung als Kunst - Darum wird es wohl nicht gehen

Andy Warhol: Werbung als Kunst - Darum wird es wohl nicht gehen


“Vor zwei Jahres hielt Prof. Dr. Christian Kreiß einen der anregendsten und bestbesuchten Vorträge zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lage in Augsburg: “Finanzsystem am Abgrund – Wege in eine menschengerechte Wirtschaft”. Jetzt kommt er wieder, um sein aktuelles Werk vorzustellen: “Werbung – nein danke” – Warum wir ohne Werbung viel besser leben könnten”, wie es in der Ankündigung der Veranstalter heißt. -“Brauchen wir Werbung wirklich? Welchen Sinn hat sie? Würde es uns ohne die kontinuierliche Informationslawine nicht sehr viel besser gehen, wie es internationale Beispiele (z.B. in der Stadt São Paulo) zeigen?”, diese Fragen sollen erörtert werden.

Kommerzielle Werbung ist laut Kreiß nicht nur ein lästiges Übel, das uns allen schadet, sondern auch sinnlos – aus gesellschaftlicher wie auch aus volkswirtschaftlicher Sicht. Anhand zahlreicher Beispiele zeige Kreiß auf, “wie die Werbung uns systematisch in die Irre führt, lügt, Produkte verteuert, gegen Jugendschutzgesetze verstösst und die Freiheit unserer Medien und Politiker beeinflusst”, so die Veranstalter. Die Unternehmen würden sich gezwungen sehen zu werben und hätten sich damit in einen irrationalen Kampf um Marktanteile begeben, der nicht nur in hohem Maße Ressourcen verschwende, sondern auch gesamtwirtschaftlich mehr als fragwürdig erscheine.

Christian Kreiß studierte Volkswirtschaftslehre und promovierte in München über die Große Depression 1929 – 1932. Nach neun Jahren Berufstätigkeit als Bankier in verschiedenen Geschäftsbanken, davon sieben Jahre als Investment-Banker, dazwischen University of Maine (USA), unterrichtet Kreiß seit 2002 als Professor an der Hochschule Aalen Finanzierung und Wirtschaftspolitik. Veranstalter: attac-Augsburg mit AK Finanzkrise und Alternativen. Der Eintritt ist frei.